Supernatural: Dead Men Don’t Wear Plaid (5×15)

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Dead Men Don’t Wear Plaid hat zwar humorvolle Momente, gehört aber nicht zu Supernaturals Slapstick-Episoden, deren wir so manche in dieser fünften Staffel genießen durften. Dead Men ist eine durchaus traurig-melancholische Mythologie-Episode. Es gibt zwar den Fall der Woche – Zombies tauchen in Bobbys South Dakota auf –, aber die Geschichte nimmt eine sehr persönliche Wendung, vor allem für Bobby (Jim Beaver).

Man kann sagen, dass Dead Men Don’t Wear Plaid Humor und herzzerreißende Momente perfekt ausbalanciert. Dazu kommt heftige Zombie-Action – und wir stecken tief in der Supernatural-Mythologie: Hinter all den als Zombies zurückkehrenden Familiemitgliedern in Bobbys Heimatstadt steht der Apokalypsenreiter Death, der Bobby auf diesem Wege eine Nachricht übermitteln will. Unter all den Zombies, die sich, anstatt angriffslustig umherzutorkeln, liebevoll ihrem vorherigen Leben widmen, ist auch Bobbys Frau Karen (Carrie Anne Fleming). Sie sieht etwas blass aus, aber umgibt Bobby mit Liebe und … Kuchen, der, wie Dean sofort feststellt, außergewöhnlich lecker schmeckt. Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) sind im ersten Moment ratlos: Zwar spüren sie Unheil aufkommen, aber was macht man mit freundlichen Zombies, die auch noch auf ihren gesellschaftlichen Status pochen?

Dean: You’re a zombie!
Zombie: I’m a taxpayer!

Diese kurze Konversation ist ein sehr schönes Beispiel für Supernaturals subtile Art, gesellschaftlich-politische Zustände im heutigen Amerika humorvoll zu kommentieren. Diese Episode geht jedoch darüber noch hinaus: sie kommentiert auch den je eigenen, ganz persönlichen Umgang mit dem Tod; damit ist gar nicht Death, The Horseman, gemeint, sondern der Tod als endgültiger Verlust, etwa einer Person, die man über alles liebt. Damit haben die Supernatural-Autoren ohne große Showdowns und Special Effects etwas sehr Wichtiges für die übergreifende Story erreicht: die Apokalypse schmerzvoll persönlich zu machen. Mit dem Tod von Ellen (Samantha Ferris) und Jo (Alona Tal) war ihnen dies schon einmal gelungen.

Durch Jim Beavers Performance, der eindrucksvoll Bobbys Tragödie vermittelt, seine geliebte Frau zum zweiten Mal töten zu müssen, wirkt diese Episode nicht pathetisch, sondern glaubwürdig und traurig. Die Nachricht, die Death durch Karen Bobby und dadurch den Winchester-Brüdern übermittelt, wird nicht direkt im Klartext ausgesprochen, aber sie lautet: Ganz egal, was man macht und mit wie viel Liebe – manchmal kann der Tod des geliebten Menschen nicht verhindert werden.

Sind diese Nachricht und der nicht-wirkliche Auftritt von Death nicht viel schlimmer als ein Zombieangriff?

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