Supernatural: Fallen Idols (5×05)

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Sorry für die Ungeduldigen unter euch, die sofort zum Paris-Hilton-Teil hetzen möchten, aber „first things first“: Die Winchester-Brüder sind wieder zusammen! Übrigens halte ich es für einen ziemlich gelungenen Seitenhieb, dass die Autoren ausgerechnet Paris Hilton den gerade wiederhergestellten Bund der Brüder stören lassen. Ein Neuanfang: das ist es, was Dean und Sam wollen, und dem darf nichts im Wege stehen, sonst werden Köpfe rollen…

Wie wird es von Supernatural gewöhnt sind, entfaltet Fallen Idols unterschiedliche Meta-Erzählebenen und pendelt sich ein zwischen US-amerikanischer Politikgeschichte, Celebrity-Kult, Horrorfilm (Christine, House of Waxx – da spielten sowohl Jared Padalecki als auch Paris Hilton mit) und … Ghandi?! Ganz ehrlich, es mag politisch nicht korrekt sein, aber der kleine Nebenplot mit Ghandis Wachsfigur, die Sam wie ein Äffchen besprang und ihn zu beißen versuchte, war genial. Dazu der erstaunte Dean, der Sams Vorliebe für den Inder ungefähr so kommentierte (ich weiß nicht, ob es genau dem Wortlaut entspricht): Short man in diapers? Sam, really?

Aber nicht nur Ghandi erwachte zum Leben, sondern auch James Dean und Abraham Lincoln (sehr gelungen), die sich an ihre „Fans“ ranmachten. Übrigens schien mir die Aufnahme zu Anfang sehr gelungen: Close Up von der Autosignatur „Porsche“ und darunter „Little Bastard“ mit Blut, das langsam herunter läuft. Supernatural hat von Beginn an großartige Arbeit im audiovisuellen Bereich geleistet – wenn ich Zeit dafür finde, werde ich dem Thema einen ganzen Artikel widmen. Ein weiteres Beispiel: die abwechselnden Handkamera-Close-Ups von beiden Brüdern sind ziemlich „shaky“ – genau dann, wenn sie wichtige, emotional aufgeladene Gespräche über Treue und Vertrauen führen.

Auf dem ersten Blick scheint es unnötig und unüblich, solche Szenen mit einer wackeligen Handkamera zu gestalten, denn die wird eher für actionorientierte Szenen benutzt oder als durchgehendes ästhetisches Stilmittel einer Serie, wie in The Shield zum Beispiel. Der Handkamera-Einsatz in den emotionalen Szenen zwischen den Brüdern scheint jedoch gerechtfertigt und passend, denn die Aufnahmen vermitteln mir genau das Gefühl der Rastlosigkeit und der inneren Unruhe der beiden: ein Hin und Her zwischen Handlungsbedarf und gleichzeitig Angst, den anderen zu verletzen. Zuviel hineininterpretiert? Ich weiß nicht: mir gefällt es!

Ach ja: Paris Hilton. Was gibt es eigentlich über sie zu sagen? Wie Mo Ryan (Chicago Tribune) richtig anmerkt: sie ist nie eine Schauspielerin gewesen und wird auch nie eine sein; umso lobenswerter, dass sie die Episode nicht vermasselt. Check!

Was dahinter steckt: Dean versucht, Sam nicht mehr für das mögliche Ende der Welt verantwortlich zu machen und ihn erwachsen werden zu lassen (was Sam auch zu ihm sagt), während Sam seinerseits mit Dean zusammenarbeitet, statt wegzurennen. Mit anderen Worten (wir betrachten den Episodentitel): Sam soll aufhören, Dean als sein „idol“, als nicht zu hinterfragende Autorität zu betrachten  – genauso wie Dean es mit John Winchester machen muss. Ob das klappt?

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