Supernatural: My Bloody Valentine (5×14)

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When the Lamb opened the third seal, I heard the third living creature say, “Come!” I looked, and there before me was a black horse! Its rider was holding a pair of scales in his hand. Then I heard what sounded like a voice among the four living creatures, saying, “A quart of wheat for a day’s wages, and three quarts of barley for a day’s wages, and do not damage the oil and the wine!” (Revelation 6:5-6)

Es hat lange gedauert, aber der nächste Horseman ist da! Diesmal handelt es sich um Famine (Hunger). Ich frage mich allerdings, ob wir Deaths Eintritt in die Supernatural-Welt – durch Luzifers Hand – auch zählen dürfen, obwohl keine Auseinandersetzung zwischen Death und den Brüdern stattfand und wir ihn nicht zu Gesicht bekamen. Vermutlich wird er seine Episode noch bekommen, denn den Überlieferungen und ihren Interpretationen zufolge erscheint Death als letzter der apokalyptischen Reiter.

O.k.: Es ist St. Valentine’s Day, und wir befinden uns in einer kleinen Stadt. Spätestens seit Salem’s Lot wissen wir, dass in Kleinstädten generell Einiges los ist – und an einem Feiertag erst recht. Die erste Szene in My Bloody Valentine beweist uns, dass die Supernatural-Autoren ihren Sinn für guten Horror zwischen all den slapstickartigen und emotionsgeladenen Inszenierungen nicht verloren haben. Der unerwartete Eintritt eines grausamen Ereignisses lässt, wenn er gut inszeniert ist, die Zuschauer die Augen aufreißen, obwohl sie bei diesem liebevollen kannibalistischen Spiel eigentlich zur Seite gucken sollten.

Vielleicht liefert der übernatürliche Kontext dieser Szene den einzigen Grund dafür, dass sie auf einem Sender wie dem CW überhaupt zu sehen ist. Wobei – so übernatürlich nun doch wieder nicht: Zwar handeln die Menschen in der Kleinstadt unter Famines Einfluss; doch brauchen die Menschen, wie wir es so oft von allen möglichen „bösen“ Kreaturen der TV-Welt zu hören bekamen, oft nur einen kleinen Schubs, um in ihren dunklen Leidenschaften komplett aufzugehen. Oder, wie uns Lacan, Foucault und die Sci-Fi-Horror-Filme gelehrt haben: Es bedarf nur der Abwesenheit des überwachenden Blicks des Großen Anderen, das Aufheben des alltäglichen Regelwerks, um Sklave der eigenen Triebe zu werden.

In Supernatural nun bildet genau diese Abwesenheit ein zwar selten genanntes, aber grundlegendes Problem, das in My Bloody Valentine sehr schön ‚unter der Oberfläche’ inszeniert wird. Nein, ich will nicht überinterpretieren… aber Castiels Suche nach Gott, Deans innere Leere, die am Ende in eine verzweifelte Bitte Richtung Himmel mündet (tolle letzte Szene!): dies alles schildert sehr eindrücklich nicht nur aus den Fugen geratene Seelen (wie Sams), sondern eine ganze aus den Fugen geratene Welt: die Supernatural-Welt.

My Bloody Valentine treibt nicht nur die Supernatural-Apokalypse voran, sondern macht eine Aussage über eine konsumabhängige Welt, die Seelen genauso wegnaschen kann wie Burger…

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