Supernatural: Sam, Interrupted (5×11)

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Warum ich “Sam, Interrupted” eine verstörende Episode nenne? Verstörend war die Tatsache, dass man, wie so oft in letzter Zeit, nicht an dem Punkt ansetzte, wo in der letzten Episode wir die Brüder alleine mit Lucifer und seinem neuen Gefährten Death ließen. Also wir erfahren nicht, was geschah. Andererseits, wenn man sich in die Situation der Autoren versetzt, kann man nachvollziehen, dass sie ihr Apokalypse-Pulver nicht so schnell verschießen dürfen. Vor allem nicht dann, wenn die Wahrscheinlichkeit eine sechste Staffel zu bekommen 99,9% beträgt. Man wartet nur auf die offizielle Ansage von CW. Lucifer & Co.-Sparren hin oder her, Sam. Interrupted war eine sehr solide Episode mit ein paar amüsanten Szenen.
Pudding!

Die Handlung versetzt uns nach Ketchum, Oklahoma, in The Glenwood Springs Psychiatric Hospital, wo eine Patientin dem behandelnden Arzt Geschichten über ein Monster erzählt, das die Patientin in der Klinik aufsucht. Der Doktor besteht darauf, es gäbe keine Monster. Ja, wir können hier nur müde lachen. Kurz darauf erledigt das Monster auch diese Patientin und inszeniert alle wie ein Selbstmord. Also – raffiniertes Monster. Und es bevorzugt den Weg über die Lüftungsschachten. Heutzutage scheint jeder in Hollywood diesen Weg zu bevorzugen (siehe Human Target, Chuck etc.). Auf jeden Fall sind die Lüftungsschachten wieder In. Martin, ein Ex-Hunter, der auch in der Psychiatrie verweilt 8er ließ sich selbst einweisen) holt die Winchester-Brüder als Hilfe. Und wie kann man am besten Untersuchungen anstellten? Indem man sich einweisen lässt. Sam und Dean erzählen dem Doktor einfach die Wahrheit über ihr Leben und das reicht ihm schon, um beide in die Behandlung aufzunehmen. Das wirklich interessante Teil der Handlung ist, als die beiden durch den Einfluss des Monsters, das menschliche Gestalt annehmen kann (nur im Spiegel sieht man das wahre Gesicht), langsam aber sicher verrückt werden.
Pudding!

Also wir Zuschauer befinden uns einmal in der fiktionalen Supernatural-Welt und gleichzeitig in den inneren Welten von Sam und Dean. Es gibt auch keine audiovisuelle Markierung, um die Halluzinationen der beiden von der tatsächlichen Supernatural-Realität zu unterscheiden. Dean redet die ganze Zeit mit seiner behandelnden Ärztin, Dr. Erica Cartwright, die ihn als “paranoid schizophrenic with narcissistic personality disorder and religious psychosis” beschreibt, existiert gar nicht. Also, diese Aussage ist Deans eigene Beschreibung. Jansen Ackles’ Darstellung des völlig verunsicherten und paranoiden Dean, der sich in eine Ecke verkriecht und vor sich hin plappert, war großartig. Genauso Sams „auf Drogen“-Rede.

Sam, Interrupted, wie so viele Supernatural-Episoden, war nicht nur eine intertextuelle Referenz an sich (Girls, Interrupted), sondern unterbrach (interrupted) die Apokalypse-Handlung, um einen Blick auf die Seelen der beiden Brüder zu werfen, um festzustellen, dass zwischen den beiden gar nichts o.k. ist und dass ihr Leben sie so „verrückt“ gemacht hat, dass sie gar kein „normales“ führen könnten. Das Problem ist, dass diese Unterbrechung uns als Zuschauer keine neuen Erkenntnisse lieferte und keine Entwicklung in irgendeine Richtung bot. Dafür sollte die letzte Szene viel länger sein und alles bedarf sowieso einer längeren Therapiesitzung.

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