Supernatural: The Song Remains the Same (5×13)

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Endlich wieder eine mythologische Episode, denn wochenlang betrieb Supernatural die Apokalypse auf Sparflamme. Ich hatte mich schon gefragt, was Luzifer und Michael die ganze Zeit über taten, während die Brüder „kleine Geister“ jagten… Und was ist mit Death? O.k.: in dieser Episode bekommen wir Michael (eine Art Michael) zu Gesicht, aber was er tut, ist, über einen undefinierten Punkt in der Zukunft zu reden, wo der Showdown zwischen ihm und seinem Bruder Luzifer stattfinden soll. Also: Was haben die beiden bis dahin zu tun? Vielleicht suchen sie auch nach ihrem Vater? Das wäre eine interessante Variante.

Der Absatz oben ist nicht als Kritik gemeint, denn ich genieße nahezu jede Supernatural-Episode. Sie bringt lediglich meine Ungeduld zum Ausdruck, mehr Apokalypse-Stoff zu bekommen. The Song Remains the Same war in dieser Hinsicht zufrieden stellend. Vor allem, weil uns die Supernatural-Autoren endlich die Antwort auf die Frage lieferten, wieso die Winchester-Brüder die Gefäße sein müssen. Aber eins nach dem anderen:
Bilde ich es mir nur ein oder spiegelte hier die Handlung die Terminator-Plots?

Ein mächtiger Engel (also so etwas wie Terminator), Anna (Julie McNiven), reist zurück in die Vergangenheit, um einen gewissen John (Winchester) umzubringen. Klingt bekannt? Aber wie kommt es dazu? Anna sitzt doch im Himmel-Knast. Sie erscheint Dean in einem (sehr interessanten!) Traum und ist anscheinend geflohen – mit nur einem Ziel: Sam zu beseitigen, ihn in seine Zellen zu zerlegen und über die ganze Erde zu verteilen. So will sie die Apokalypse stoppen! An diesem Punkt aber taucht Castiel auf und stoppt sie mit den Worten: Sam is my friend!

Interessant, wie die Autoren die Entwicklung der beiden mächtigen Engel in entgegen gesetzte Richtungen getrieben haben: Eine menschliche Anna aus der letzten Staffel ist jetzt zum kaltblütigen Engel geworden, und der brave, Befehle befolgende Soldat Castiel handelt emotionsgesteuert. In der Szene zwischen den beiden sieht man, warum die Fans Misha Collins vermisst haben. Die Intensität, die er mit seinen Auftritten bringt, verschafft den Szenen einen mehrschichtigen Kontext, ohne dass viele Worte fallen müssten. Nicht nur die Freundschaft mit den Winchesters, sondern auch seine Sorge um die Existenz dieser Welt, sein Bedauern, gar seine Schuldgefühle, dass er für Annas Veränderung verantwortlich ist – all das vermag Collins innerhalb kürzester Zeit zu vermitteln.

Nicht an letzter Stelle folgt seine Interaktion mit Dean Winchester, seine Versuche, Deans mit Referenzen kodierte Sätze zu entschlüsseln: “I don’t understand that reference!” Zum Genießen! Top in The Song Remains the Same: Deans “Glenn Close”-Gebrauch als Adjektiv: Dean: “So, she’s gone all Glenn Close. That’s awesome.” Castiel: “Who’s Glenn Close?” Dean: “No one. Just a psycho bitch who likes to boil rabbits.“

Das letzte Mal stattete Dean seinen Eltern in “In the Beginning” einen Besuch ab. Diesmal nimmt Castiel, Anna verfolgend, Sam und Dean mit ins Jahr 1973 – und da stehen sie auch schon (ohne Castiel, der sich von der Zeitreise erholen muss) vor Johns und Marys Tür. Matt Cohen und Amy Gumenick feiern ihr Comeback als junges Winchester-Paar und schaffen es, die gewünschte Chemie zwischen zukünftigen Eltern und zukünftigen Söhnen zu kreieren. Sehr gelungen war die Szene, als sie alle zusammen in dem Impala sitzen: Dean und Sam auf dem Rücksitz, während der verärgerte Papa John schimpft… Äußerst amüsant!

Nicht so amüsant, aber dafür seit langer Zeit fällig waren die Gespräche zwischen John und Sam und Mary und Dean. Sehr gut in zwei aufeinander folgende Szenen inszeniert, boten sie den beiden Brüdern die Möglichkeit, sich „auszusprechen“ – vor allem konnte Sam indirekt John mitteilen, dass er Verständnis für ihn hat. Dabei erfährt nur Mary, dass Sam und Dean ihre zukünftigen Söhne sind. Und da die Engel anschließend die Erinnerungen der beiden löschen, kann der Lauf der Geschichte nicht verändert werden.

Wenn man bedenkt, wie Dean und Sam Mary aufforderten, John zu verlassen, und damit im Grunde ihre eigene Existenz aufzugeben bereit waren, liegt es auf der Hand, dass beide Brüder nie „Yes“ zu Michael und Luzifer sagen würden… oder? Michael, der für kurze Zeit John als Gefäß benutzt, um Anna und Uriel zu stoppen, ist sich seiner Sache sicher. Seiner Meinung nach ist alles vorherbestimmt. Der Kracher aus dem Dean-Michael-Gespräch: Michaels Erzählung, dass Dean und Sam Nachfahren von Kain und Abel und deswegen die geeigneten Gefäße seien… Wow! Mythologiekreis geschlossen!

Was ich mich noch frage, ist: Kam Anna von allein auf die Idee, die Winchesters auszulöschen? Oder hat man sie, wie Cas vermutet, mit voller Absicht, nämlich einem Auftrag, aus dem Himmels-Gefängnis gehen lassen? Offenbar wusste ja Michael von nichts – auf wessen Befehl kann sie dann gehandelt haben?

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