Dexter: Hungry Man (4×09)

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Noch nie haben wir Dexters Dark Passenger in der Anwesenheit mehrere „fremder“ Personen agieren sehen. Und es wirkte so erschreckend nicht nur weil Dexters Gefährlichkeit im buchstäblichen Sinne ans Tageslicht kam.
Dadurch wurden wir Zuschauer den intimen Momenten beraubt, in welchen wir alleine mit dem Dark Passenger waren. Ich hatte schon einmal die Frage gestellt, ob es für Dexter nicht an der Zeit wäre, einen neuen Code einzuführen, seinen eigenen, den Familiencode! Sein Ausraster während des Thanksgiving-Essens bei den Mitchells lässt einen besorgt zurück: The dream life is over.

Ich bin gespannt, wie die Dexter-Autoren ihn aus diesem Schlamassel wieder herausholen wollen, denn Trinitys Familie sah und hörte ihn, das heißt, wenn Arthur plötzlich verschwinden sollte, würde der Verdacht auf Dexter fallen. Außerdem fand Dexter in letzter Zeit seinen Halt nicht in dem väterlichen Code, sondern in seiner Familie und vor Masukas Augen küsst Rita (Julie Benz) fremd. Was wird passieren, wenn Dexter sich diesem Halt beraubt sieht? Ich schätze, diese Staffel nimmt Kurs auf ein blutiges Ende zu. Viele Dexter-Fans beklagen in den Internetforen Dexter „blutleerer“ Familien-Existenz.

Ich glaube, sie werden bald zufrieden gestellt werden. Denn falls Dexter diese Staffel blutig beendet, wäre das nur logisch. Denn der Kurs, den die Erzählung genommen hat, befasst sich mit Dexters „Vermenschlichung“ und es ist nur all zu menschlich, dass man indirekt und auch direkt seine Familie verteidigt, sich nicht unter Kontrolle hat und irrational, situationsbedingt handelt. Bekommen wir dann auf diese Art und Weise einen Beweis für Dexters „Fortschritt“? Ist es denn überhaupt ein Fortschritt? Handelt Dexter aus Mitgefühl, als er Trinitys Familie verteidigt oder aus Angst, so könnte auch seine eigene Zukunft aussehen?

Auf jeden Fall muss man wieder einmal, die darstellerische Wucht von John Lithgow erwähnen, denn bei den Szenen am Thanksgiving-Tisch und der davor, als er seinem Sohn den Finger brach, stockte einem der Atem! Und Jonah zerstört die Urne! Was wird geschehen, wenn sowohl auf Dexters Seite als auch auf Trinitys die Masken fallen gelassen wurden? Als Dexter Trinity sein wahres Ich zeigt, wirkt dieser geschockt, tatsächlich überrascht! Umso überraschter ist man als Zuschauer, als am Ende Christine (Courtney Ford) zu Arthur sagt: Hi, Dad!

Einen habe ich fast vergessen, nämlich Masuka. Ich hab immer schon die Figur gemocht und finde es sehr geschickt von den Autoren, wie sie langsam aber sicher ihn in den emotionalen Subtext der Serie einführen. Die Chemie zwischen ihm und Deb war immer schon vorhanden, aber wurde nur oberflächlich ausgenutzt, um Situationskomik zu kreieren. In dieser Staffel versucht man Masuka etwas mehr zu involvieren, angefangen mit seinen Worten zu Deb am Hafen-Tatort (der Fall mit der „mother of two“) und angelangt bei seinem Auftritt als Debs „wingman“ beim Thanksgiving.

Des Öfteren lieferte Masuka einen entscheidenden Durchbruch im Zuge der Ermittlungen und jetzt wird er vielleicht verantwortlich für einen anderen Durchbruch? Oder wird er den Kuss für sich behalten? Nach dieser Episode habe ich das Gefühl, dass die Autoren alles in Position haben, was sie fürs Finale brauchen oder mit Rita gesprochen: Everything is exactly the way it should be. Perfect.”
Und zum Schluss im Thanksgiving-Sinne: “I’m thankful for Dexter.”

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