In Plain Sight: A Priest Walks into a Bar (3×13)

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In Plain Sight ist wirklich hart zu mir. Wo ich gerade mit der Serie Schluss machen wollte, liefert sie so eine Episode, die mich mehr wünschen lässt. Es ist wie mit Marys Männerbeziehungen. Interessantes Thema für heranwachsende Medienwissenschaftler: Die TV-Serie, die die parasoziale (Verhältnis zwischen Medienfigur und Rezipient) Beziehung mit sich selbst inszeniert. A Priest Walks into a Bar fühlt sich – bis auf die letzte Szene – nicht so sehr wie ein Abschied an, sondern wie ein Anfang. Eigentlich geht jetzt erst los.

Aber vermutlich ist es zu spät, denn die Serie wurde noch nicht für eine vierte Staffel erneuert und wenn man die USA-Programmpolitik kennt, dann ist es ein deutliches schlechtes Zeichen. In Plain Sight ist zwar eine der Königinnen des langsamen Erzählens, aber so langsam und ziellos, wie es in der dritten Staffel war, führt nicht unbedingt zur Zufriedenheit, auch unter den Langzeitfans. Aus diesem Grund wirkt alles, was im Finale passiert, irgendwie überhastet und hinterlässt den Zuschauer mit dem Gefühl, dass man hier alles richtig machen wollte. Die Produzenten wollten Entwicklung bieten und gleichzeitig aber das Ganze als ein mögliches Serienfinale funktionieren lassen.

Brandi zieht mit Peter zusammen und jeder versucht durchgehend Mary zu überzeugen, dass sie Urlaub braucht. Letztendlich gibt sie auf und befolgt den Ratschlag. Sie macht Urlaub mit einem Mann. Gespürt? Fühlt sich wie eine Staffelmitte-Episode. Vom Agent Mike Faber (Steven Weber), mit dem Mary im Urlaub ist, machte man in der zweiten Hälfte der Staffel leider zu wenig Gebrauch. Die Konstellation Faber-Mary-Marshall liefert eigentlich die besten Voraussetzungen für Beziehungsdramatik.

Wie dem auch sei, in A Priest Walks into a Bar passt alles. Nicht nur funktioniert der Fall der Woche, um den Pfarrer (Joe Spano), der Zeuge des Mordes an einer Stripperin wird, sondern auch alle Figuren sind „top“. Während Mary Shannon (Mary McCormack) den äußerst geduldigen, aber eigensinnigen Pfarrer, mit One-Liner wie “You’re taking the word of a stripper on the lam!” bombandiert, läuft die Sache aus dem Ruder und es kommt zu einem Shootout. Nein, diesmal verzichten die Autoren auf einen Cliffhanger mit verletzter Hauptfigur, sondern lassen das Ganze begleitet von den Strahlen der untergehenden Sonne ausklingen. Wenn es ein Abschied sein sollte, dann ist dieser ein versöhnlicher.

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