In Plain Sight: Death Becomes Her (3×09)

Standard

Es ist klar, dass In Plain Sight nicht zu den Serien gehört, die versuchen neue Zuschauer zu gewinnen. Daran ist ein nichts auszusetzen, aber man soll aufpassen diese, die man hat, nicht zu verlieren. Diese Aussage klingt schlimmer, als sie tatsächlich ist, aber nachdem In Plain Sight einen Aufwärtstrend in der neuen Staffel aufwies, sickert ab Mitte der Staffel und Richtung Staffelende eine Unentschlossenheit durch. Dabei bin ich der Letzte, der von der USA-Produktion Action und rasante Entwicklung erwartet.

In Plain Sight zeichnet sich gerade durch ihre nachdenkliche Erzählart aus. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass etwas fehlt. Es fehlt die Richtung, in die man, was handlungsübergreifende Story betrifft, gehen könnte. Will man einen neuen Lebenspartner für Mary finden? Soll sich ein Witsec-Fall zu etwas Größerem entwickeln? Passiert etwas zwischen Mary und Marshall? Bezüglich der letzten Frage ist festzustellen, dass in den letzten Episoden die Autoren Mary und Marshall immer wieder andere Arbeitaufgaben erteilen und somit von einander trennen. Vielleicht bekommen wir doch Marys Vater zu Gesicht, anstatt uns mit anderen Verwandten abspeisen zu lassen? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht.

Diese kleine kritische Ausführung ist durchaus liebevoll gemeint, denn In Plain Sight ist, wie ich schon immer behauptet habe, wie ein kleines Buch, bei dem man versuchen soll die Seiten nicht zu knicken. Death Becomes Her ist ein Paradebeispiel für das kleine Problem, das, meiner Meinung nach – gerade weil ich In Plain Sights langsame Erzählweise mag – zurzeit hat: Die Geschichte um die kurze Freundschaft zwischen der todkranken Mia (der Witsec-Zeugin) und Mary gleicht einem Versuch, der zum Scheitern verurteilt und zu hektisch und schnell für die Verhältnisse der Serie über die Bühne geht.

Trotzdem so sehr auch eine „wichtige“ Story in der Serie im Moment fehlt und In Plain Sight Sachen auszuprobieren scheint, so gut arbeitet sie weiterhin daran, auch die kleinsten Facetten ihrer Hauptfigur zu entblößen und zu thematisieren. Während die Nebenstorys in dieser Episode, um Marshall und das schwule Witsec-Pärchen und Jinx’ Treffen mit Scott, eher tatsächliche Lückenfüller sind, enthält die Freundschaft auf den ersten Blick zwischen Mary und Mia eine wichtige Betrachtung in sich. Und vielleicht ist es das, was die Autoren uns zu sagen versuchen: Mary versucht einen Anhaltspunkt zu finden, aber scheitert immer wieder. Sie findet keinen Neustart, nicht sobald sie nicht ihren Vater trifft, der sie so aus dem Gleichgewicht des Lebens damals warf.

Man sieht wie schwer es ist, bei In Plain Sight etwas als Problem zu bezeichnen, denn gleichzeitig könnte es Teil der bedächtigen Erzählweise sein. Klar ist In Plain Sight Marys Geschichte, aber die Serie hat gezeigt, dass es sehr gut funktioniert, sie mit Hilfe der Nebenstorys und den Beziehungen zwischen den Nebenfiguren „bunter“ zu gestalten. Was ich damit sagen will, ist, dass die Zuschauer etwas Ablenkung brauchen, mehr Story-Luft zum Atmen, zum Füllen der bunten Heißluftballons (in einer der ersten Szenen der Episode im Hintergrund zu sehen), um weiterhin über Albuquerque schweben zu können.

Advertisements

One response »

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s