In Plain Sight: Don’t cry for me Albuquerque (2×15)

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Ja, Mary Shannon (Mary McCormack) wird im Finale dieser recht gelungenen In Plain Sight-Staffel angeschossen. Aber wie kam es dazu?
Francesca Garcia, die in einem südamerikanischen Land die Arbeiter zu einem Streik bewegt, steht im Mittelpunkt der Erzählung. El Presidente will sie tot sehen. Die CIA wiederum will El Presidente gestürzt sehen, und so landet Francesca in Marys Obhut. Das Problem ist, dass die nicht auf den Mund gefallene Francesca Mary immer sympathischer wird.

Francesca wird in einer Luxusvilla, mit kompletter Ausstattung von Spa bis 500 TV-Kanälen, untergebracht. Das passt der „Revolutionärin“ aber auch nicht, und sie zieht am nächsten Tag (mit Erlaubnis vom CIA) in das schlimmste ABQ-Viertel um. Ihre direkten Nachbarn sind Drogendealer, aber Francesca fühlt sich wohl: These are my people. I don’t belong in the other place. Mary und Marshall würden auf Menschen mit brauner Haut überreagieren, die amerikanischen Antidrogengesetzte würden die armen Menschen diskriminieren … Bla-bla-bla.

Später am Abend bestellt Mary Bobby D und einen Streifenwagen, da die Gangster Francesca einen Besuch abstatten wollen. Die Geschichte eskaliert, da die Polizeipräsenz die Gemüter noch weiter aufwühlt. Als einer der Gangster hinter seinen Rücken greift, zieht Mary ihre Waffe. Es fallen zwei Schüsse – einer aus Marys Waffe und einer aus der Richtung der Gangster. Mary wird bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert und muss wiederbelebt werden. Marshall bricht mit Heulkrämpfen in Stans Armen zusammen. Brandi, Jinx, und Raph treffen ein. Während Marshall bei den Shannons bleibt, rechnet Stan mit dem CIA-Typen ab und schmeißt ihn gegen die Wand: Ein Wort noch und …

Zurück zur Schießerei: natürlich hat niemand irgendwas gesehen. Und Gangster-Anführer Mario lehnt Marshalls Angebot, ins Zeugenschutzprogramm zu kommen, ab. Francesca verlässt die Stadt und gibt weiterhin Mary die Schuld: sie hätte mit ihrer Überreaktion alles provoziert. Das interessiert Marshall aber herzlich wenig – er will Rache. An dem Punkt habe ich mich wirklich gefragt, ob die In Plain Sight-Autoren ein massives (und übertriebenes) politisches Statement abliefern wollten oder einfach in kürzester Zeit eine Figur (Francesca) konstruieren, die die Zuschauer hassen?

Ehrlich gesagt, wirkte das Ganze etwas erzwungen. Beim Zuschauen hatte man das Gefühl, als wollten die Autoren mit aller Macht ein solches Ende erzwingen. Und ein Cliffhanger ist es ja nur halbwegs geworden: denn wer sollte um Mary bangen, welcher Zuschauer fürchtet, dass sie nie wieder aufwacht? Keiner. Das einzig Interessante an Marys Zustand ist die Frage, an was und an wen und wie sie sich erinnern wird, wenn sie wieder gesund ist: Wenn Serien ihre Hauptfigur das Gedächtnis verlieren oder ins Koma fallen lassen, haben wir es zumeist entweder mit einem erzählerischen Verzweiflungsakt oder einem Neuanfang zu tun…

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