In Plain Sight: No Clemency for old Men (3×06)

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Ich finde Peter, Brandis Freund und geduldigster Mensch auf der Welt, ist vielleicht deswegen so geduldig, weil er Frauen sehr genau beobachten und „lesen“ kann. Nein, er ist bei Leibe kein „Frauenflüsterer“, aber aufmerksam genug, um festzustellen, was für ein Auto am besten zu Marys Charakter passt. Denn ihr Probe gibt den Geist auf und sie taucht bei Peter auf, um herauszufinden ob eine Reparatur etwas bringen würde. Er bietet ihr als Ersatz einen Ford Mustang (1966). Mary, ganz ehrlich, hättest du „Nein“ gesagt, hättest du auch kein Review mehr bekommen. Zu diesem Auto kann man nicht „Nein“ sagen. Außerdem auf metaphorischer Ebene ist es DAS Auto für Mary, die wie ein aufgescheuchter Mustang über die Prärie von ABQ rast und nie Ruhe findet.

Und das neue Auto passt mindestens, was sein Geburtsjahr betrifft zum fall der Woche, bei dem Mary den frisch aus dem Gefängnis entlassene Bankräuber Frank Jergens (..) betreuen muss. Das Interessante: Der Raubüberfall liegt vierzig Jahre zurück. Damals ging alles den Bach runter, weil der eine Komplize von Frank einen Herzinfarkt erlitt und Frank alles abbrach und sich stellte, um einen Krankenwagen zu bekommen. Also ein liebenswürdiger Bankräuber, vielleicht wie … Marys Vater? Nach vier Jahrzehnten im Gefängnis muss Frank entsetzt feststellen, wie sich die Gesellschaft technisch zwar weiter entwickelt hat, aber seelisch verkommen ist.

Frank ist aber nicht der einzige in No Clemency for old Men, der ein Problem mit seinem „neuen“ Leben hat. Lois, in ihrem früheren Leben eine erfolgreiche Dichterin, findet auch nach sechs Jahren ihres neuen Lebens keine innere Ruhe. Sie kann und will sich nicht an ihr neues Leben gewöhnen und auch nicht an Mary und Marys Art mit ihren Schützlingen umzugehen. Aus diesem Grund bittet sie darum, dass Marshall ihre Betreuung übernimmt.  Übrigens durch ein Telefonat erfahren wir, dass Marshall ein Trekkie ist. Kein Wunder! Aber wie wir wissen, ist er auch ein Kunstliebhaber. Während er Lois ihre eigenen Werke rezitiert und sie zu überzeugen versucht, einen Job als Literaturlehrerin anzunehmen, werden Mary und Frank in eine Kneipenprügelei verwickelt und schaffen es einen Banküberfall zu verhindern.

Aber nicht ohne Verluste. Franks bester Freund kommt im Laufe der Geschichte ums Leben und lässt ihn so gesehen alleine zurück. Mary ist diejenige, die es schafft, Frank davon abzubringen wieder ins Gefängnis zu gehen und sich mit seinem neuen Leben anzufreunden. Und Marshall gelingt das nicht, denn Lois tritt freiwillig aus dem Zeugenschutzprogramm um zu ihrem alten Leben zurückzukehren, wo vielleicht dann der Tod durch die Mafia auf sie wartet. Sie lässt eine Marshall zurück, dessen Gesicht uns Bände erzählt. Er fühlt sich so als hätte er bei ihr versagt. Versagt hat Brandi, was ihre New Jersey-Lügen betrifft, denn Mary findet heraus, dass sich Schwesterherz eigentlich in Miami aufhält. Was sie dort tut und mit wem sie dort ist, bleibt nach wie vor ein Geheimnis.

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