Supernatural: All Dogs Go To Heaven (6×08)

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Nach den großen Enthüllungen aus der letzten Episode fühlt sich All Dogs Go To Heaven an wie eine Lückenfüller-Episode – aber eigentlich passt sie, dramaturgisch gesehen, sehr schön ins Schema. Sie gibt den Zuschauern Zeit zum Luftholen und erinnert alte Zeiten mit guter alter Supernatural-Jagd.
Eigentlich referiert sie direkt auf die Episode „Heart“, die zu den besten der Serie zählt. Die Verbindung besteht nicht nur darin, dass es sich um Werwölfe bzw. Skinwalker handelt, sondern dass die Frage nach Sams Herz und Seele gestellt wird: In Hearts mussten Dean und Sam die Frau töten, in die Sam sich verliebte und die ein Werwolf war…

Oft haben die Monster in Supernatural, wie die Menschen, keine Wahl: sie sind, was und wie sie sind, haben sich ihr Schicksal nicht ausgesucht und folgen ihren Instinkten. Das macht in gewissem Sinne den Job der Winchesters leichter, denn die Monster sind, streng genommen, keine Personen. Aber der Fall der Woche um den Skinwalker Lucky, der als Familienhund ‚undercover’ lebt und sich aufrichtig um diese ‚seine’ Familie sorgt, erinnert daran, dass die Grenzen zwischen Monster und Person zuweilen fließen. Genauso war es ja immer mit den Dämonen: genauer gesagt, mit ihren Gefäßen, die als Werkzeug benutzt werden und deren Seelen – das, was sie als Personen definiert – gefangen gehalten werden.
Manchmal muss man die Person opfern, um das Monster zu beseitigen. Nach seiner Rückkehr hat Sam viele solche Opfer in Kauf genommen – will sagen: unschuldige Menschen getötet, wie er Dean am Ende der Episode wissen lässt. Der andere Sam, der neue Sam erinnert Dean indirekt an das moralische Dilemma ihres Jobs: Gezwungen von Veritas, sagte Dean die Wahrheit – I am a killer…

Ich wage zu behaupten, dass die sechste Supernatural-Staffel das Handeln der Winchester-Brüder in Frage stellt wie nie zuvor, indem sie immer wieder seine ‚Grauzonen’ anspricht. Sams Seelenlosigkeit ist Mittel zum Zweck, um eine essentielle Frage zu stellen: Ist das Leben in Supernatural entsetzlich tragisch oder tragisch entsetzlich?
Diese Frage wird in All Dogs Go To Heaven in der Gestalt von Lucky betont: Er ist ein Monster, aber er tötet – aus freiem Willen, entgegen seinen Anweisungen! -, um die Familie zu beschützen. Trotzdem sind und bleiben es Morde, die er verübt – ganz abgesehen von der Frage: „Gerechtfertigt oder nicht?“

Die Winchester-Brüder erfahren von Luckys Attacken durch… Crowley, ihren neuen Chef. Er will den Alpha-Werwolf haben – und würde dann Sams Seele zurückgeben. Obwohl Dean immer noch dagegen ist – Crowley is so far up our asses we’re coughing sulphur -, scheint dies der einzige Weg zu sein. – Übrigens ist mir die Sache mit der Seelenlosigkeit nicht ganz klar: nach welchen Prinzipien funktioniert das Ganze? Es sieht so aus, als würde Sam trotz fehlender Seele körperlichen Schmerz spüren. Aber warum schläft er nie? Wird sein Körper rein physisch gesehen nicht erschöpft? Dean hat die passende Bezeichnung für seinen Nicht-Bruder parat: „Robocop“! Obwohl Sam den Verlust seiner Seele nicht als solchen empfindet, da er durch diesen Verlust eben gar nichts fühlen kann, ist ihm der Unterschied zu vorher bewusst, denn er hat noch Zugang zu Sams Erinnerungen. „It was kinda harder.“ Dennoch will er zurück zum alten Sam – wobei: „wollen“ kann er auch nichts mehr. „I think I should go back to being him.“

Es gelingt Supernatural in dieser sechsten Staffel, die Positionen der Brüder umzukehren: Sam ist „badass“ und Dean „softy“. Exemplarisch dafür steht Sams Gesichtsausdruck, als Lucky ihn „dick“ nennt – eine Bezeichnung, die Menschen und Monster in der Regel für Dean benutzen! Was denkt ihr über diese Verdrehung der Winchester-Welt… und über die Skinwalker-Schläferzellen? Gründet jede übernatürliche Art eine Armee? Als Schutz vor Crowley? Und: wie gefiel euch Scharfschützen-Dean? Scheint es mir nur so, oder macht es sich diese Staffel zur Regel, pro Episode ein Blutbad zu liefern?

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