Supernatural: Caged Heat (6×10)

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Frauenfiguren neigen bei Supernatural in der Regel dazu, sich auf die Seite des Bösen zu schlagen – und sich nicht lange aufzuhalten. Frauen die mit den Winchester-Brüdern zu tun haben, ganz egal ob gut oder böse, leben prinzipiell nicht lange. Aus diesem Grund wirken Megs (Corin Nemec) Rückkehr und ihr Überleben dieser Episode überraschend!
Wenn schon im Himmel Krieg zwischen den unterschiedlichen Parteien herrscht, finde ich es nur plausibel, ein Spiegelbild auf der bösen Seite zu zeigen. Dort sind nicht alle glücklich über Crowleys Aufstieg. Luzifers Anhänger, darunter auch Meg, befinden sich anscheinend im Exil und wollen Crowley tot sehen. Nun: die Winchesters wollen letztendlich dasselbe, nachdem sie Sams (Jared Padalecki) Seele zurückbekommen haben. Als Meg mit ihren Dämonenhelfern auftaucht, sieht vor allem Sam nur einen Ausweg: Zusammenarbeit! Über diese sechste Staffel kann man nur sagen: Supernaturals Wege sind unergründlich.

Caged Heat wartet mit mehreren Überraschungen auf, was ein Urteil darüber, wie es mit der Erzählung weiter geht, schwer macht. Das ist gut… und schlecht zugleich: Es hängt vom jeweiligen Blickwinkel ab und von den Erwartungen des einzelnen Zuschauers. Während man in der letzten Staffel spüren konnte, wie die Spannung wächst und sich alles auf eine große Konfrontation zu bewegt, fehlt dieses Gefühl in der sechsten Staffel: Wir wissen nicht, was demnächst passiert und welchen Höhepunkt wir zu erwarten haben. Wir wissen nicht einmal, was auf dem Spiel steht – abgesehen von Sams Seele. Worum geht es? Die Macht an sich zu reißen? Eine neue Apokalypse zu starten?

Diese Ungewissheit spiegelt natürlich das Chaos wider, das im Himmel, in der Hölle und auf Erden herrscht, nachdem die Mächte ihre Führung verloren haben. Außerdem lässt sich Supernatural damit viele Möglichkeiten für spannende Wendungen offen und versucht, aus der Vorhersehbarkeit zu fliehen. Die Frage ist, ob die Serie Gebrauch von diesen Möglichkeiten machen wird? Genau hieraus ergibt sich derzeit die Spannung: aus der Ungewissheit. Auflösung und keine Lösung – so kann man Caged Heat beschreiben.
Fangen wir mit Megs Wiederkehr an und mit der Auflösung der Geschichte um Crowley: Es stellt sich heraus, dass Crowley Sams Seele nicht wieder beschaffen kann. Sie ist das einzige Spielzeug, mit dem sich Luzifer und Michael im Käfig die Zeit vertreiben können. Man sollte sie also besser überhaupt nicht zurück holen, denn sie könnte irreparabel beschädigt sein, was Sam unbeschreibliche Qualen bereiten könnte. Das sagen sowohl die Guten als auch die Bösen!

Castiel taucht wieder auf und wird nahezu gezwungen, den Brüdern im Kampf gegen Crowley zu helfen. Wie immer bereichert Misha Collins’ Präsenz die Episode: sowohl mit emotionaler Schwere als auch mit humorvollen Momenten. Die Szene mit Castiel, der Pornos schaut, während Dean (Jensen Ackles) und Sam daran arbeiten, Crowleys Location zu finden – awesome. (Könnte man nicht darüber nachdenken, Mini-Webisodes mit Castiels Analysen von Pornostreifen zu filmen… ?) Von Dean (aka little bitch) lernen wir jedenfalls die korrekte Art, Pornos zu schauen: ohne andere Leute im Zimmer und ohne darüber zu sprechen. Samuel: “This is what you boys do, sit around watching pornos with angels?”
Cas: “We’re not supposed to talk about it.” Nice one, Cas! Und nice move etwas später – vermutlich vom pizza-guy aus dem Film gelernt: Im Angesicht des Todes, in Gestalt der Höllenhunde, macht Cas mit Meg herum. Man hat Cas schmerzlich vermisst. Oder, wie Crowley es passend formuliert: Castiel, I haven’t seen you all season!

Crowley (Mark Sheppard) scheint sich seiner Sache sicher – und behält zum großen Teil Recht. Denn sein Deal mit Samuel (Mitch Pileggi) bringt den Großvater dazu, die Brüder zu hintergehen: Crowley hat ihm versprochen, seine Tochter – Deans und Sams Mutter – zurückzubringen. Dean jedoch, desillusioniert, macht Samuel klar, dass diese Deals letztendlich nichts Gutes bringen. Für Dean gibt es nach Samuels Verrat nur eine Antwort: Er kündigt an, den Großvater beim nächsten Zusammentreffen zu töten!

Wie gesagt: Erstaunlicherweise überlebt Meg (aka bitch) diese Episode, und es ist interessant zu erfahren, was die Autoren noch mit ihr vorhaben. So kommen wir zur großen Überraschung der Episode, die die Fans mit gemischten Gefühlen zurückgelassen haben dürfte: Crowley stirbt – von Castiels Hand. Keine Gespräche, keine Deals und kein Hin und Her. Er kann Sams Seele nicht zurückholen, also ist er laut Castiel nicht mehr zu gebrauchen.

Man muss den Supernatural-Produzenten eines lassen: diese Episode haben sie sehr geschickt konstruiert. Die erste Szene mit Crowley, der den Alpha-Shapeshifter (als Crowley!) foltert und anschließend köpft, spiegelt die Handlung selbst. Crowley selbst stirbt im buchstäblichen und übertragenen Sinne: am Anfang und am Ende der Episode – und der Kreis schließt sich. Zwar verliert die Serie einen grandiosen Bösewicht, aber sie verliert ihn mit Würde, wenn man es so ausdrücken darf…
Was wird jetzt nach Crowleys Tod geschehen? Wie wird die Suche nach dem Purgatorium ablaufen? Was ist mit den Alphas? Wer wird King of Hell? Was geschieht zwischen Sam und Dean?

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