Supernatural: Exile on Main Street (6×01)

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Supernatural wollte nicht enden. Obwohl Eric Kripke als Showrunner ausstieg, wird die Erzählung fortgesetzt. “Endings are hard, but then again nothing ever ends, waren die letzten Worte von Chuck, bevor er verschwand. Ein Gott verschwindet? DER Gott? Supernatural hat uns mit den letzten Episoden der fünften Staffel gezeigt, dass ihre Mythologie zwar biblische Züge hat, aber dennoch die Grenzen des Christentums überschreitet.

Als Dean in Chicago auf Death trifft, erfahren wir, dass Gott auch ein Opfer ist bzw. sein kann. Er ist auch sterblich. Es gibt Wesenheiten, die viel älter sind und in diesem Sinne als kosmische Kräfte zu sehen sind. Für solche Kräfte sind die Menschen nichts weiter als kleine unwichtige Insekten. Wirklich? Aber diese Insekten können die beste Pizza des Universums bereiten! Stimmt das, Death? Also, sollen sie nicht vernichtet werden. Das Ende der letzten Staffel bietet einen der besten Abschiede und eine der besten Erklärungen über die Arbeit der TV-Schaffenden, der Götter in dem eigenen Serien-Universum. Die TV-Geschichtenerzähler versuchen immer ihre Fans zufrieden zu stellen, lose Enden zu verknüpfen und irgendwann einen Schlusspunkt zu setzen. Aber genauso wie in Supernatural Gott nicht die letzte Instanz ist, sind es in ihrem Geschäft die TV-Autoren auch nicht.

Das TV-Universum liegt in den Händen von anderen Wesenheiten (Sender), die nicht wollen, dass etwas endet. Sie wollen, dass die kleinen Insekten (TV-Fans) bei der Sache bleiben. Denn in diesem Universum gibt es nichts Schöneres als die Liebe der TV-Fans zu einer Serie. Wenn diese Liebe finanzielle Früchte für die Sender bringt, dann ist das Universum ausbalanciert. So geht Supernatural in die sechste Staffel und wir erfahren, dass genauso wie die Serie selbst am Leben erhalten wurde auch gewisse Kräfte innerhalb der Supernatural-Erzählung Sam wieder belebt haben. Aber nicht nur Sam, sondern gleich auch den Großvater der Winchesters Samuel Campbell (Mitch Pileggi).

Die Episode mit dem Titel des vielleicht besten Rolling Stones-Albums, Exile on Main Street, zeigt uns wie Dean ein normales Leben führt. Normales Leben? Sehr schön ist die Eröffnungssequenz aus den von warmen Farben dominierten Bildern (Deans Alltag) und den schwarz-weißen Bildern (Deans Erinnerungen): Salz auf das Omelette ist nicht dasselbe wie Salzstreuen als Maßnahme gegen Dämonen. Zerbrochenes Glas und blauer Titel: Supernatural. Reue, Kälte, Melancholie, Entfremdung sind die dominierenden Gefühle dieser ersten Episode, die uns zeigt, dass die Vergangenheit immer einen einholt. Die Monster der Woche, die Dean und seine Familie bedrohen sind zwar nichts Besonderes, aber sie holen Deans schlimmste Alpträume an die Oberfläche. Wir erfahren, dass nach der Sache mit der verhinderten Apokalypse alle Wesen sich untypisch, gar komisch, zu verhalten scheinen und die Welt von neuen, noch nie gesehenen Monstern heimgesucht wird. Wie erfahren das von Sam & Sam.

Deans Bruder und sein Großvater helfen ihm und Dean muss mit Entsetzen erfahren, dass Sam schon ein Jahr lang zurück ist und alle (inklusive Bobby) bis auf ihn es gewusst haben. Warum sie es ihm nicht gesagt haben? Damit er normales Leben führen darf. Dean ist aber nicht dankbar dafür. Die Verbitterung darüber ein Jahr lang im Glauben gelassen worden zu sein, Sam wäre tot, überschattet die Freude des Wiedersehens. Sam möchte die Jagd wieder aufnehmen, aber Dean geht nicht mit. Wer mit der Reunion der beiden Brüder gerechnet hat, muss sich noch gedulden. Was denkt ihr? Wer ist für die Auferstehung verantwortlich und was führt Samuel im Schilde? You can’t outrun your past – welche Dämonen der Vergangenheit im buchstäblichen und übertragenen Sinne werden die Brüder heimsuchen?
Melancholischer und bittersüßer Anfang der neuen Staffel.

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