Supernatural: Like a Virgin (6×12)

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I made it through the wilderness, somehow I made it through, didn’t know how lost I was until I found you… So lauten die ersten Zeilen aus Madonnas „Like a Virgin“ – und genauso heißt die neue Supernatural-Episode. Die Winterpause schien ebenso endlos wie Sams Tage ohne Seele. Aber sie waren gezählt: In Like a Virgin kehrt der alte, wieder beseelte Sam (Jared Padalecki) zurück.

Sams Zeit also wird zurück gedreht zu einem Like a Virgin-Zustand: ein Neuanfang, den Jared Padalecki hervorragend inszeniert. Sam wacht auf – und weiß nichts von den anderthalb Jahren, in welchen er als Robo-Sam schlachtend durch die Gegend marschierte. Kurz zuvor hat Cas (Misha Collins) Dean (Jensen Ackles) mitgeteilt, dass Sams Seele sich wie „bei lebendigem Leibe gehäutet“ angefühlt habe. Aber Dean will nichts von Castiels und Bobbys (Jim Beaver) Bedenken hören: Deaths Mauer scheint ja zu halten, und Dean möchte so lange wie möglich den jungfräulichen Status Quo beibehalten. Was gibt es da Besseres als einen neuen „Job“ für die beiden Brüder?

„Like a Virgin“ ist zwar keine Episode, die den Zuschauer mit offenem Mund sitzen lässt, aber sie gewährleistet einen sehr soliden Wiedereinstieg nach der Pause. Vor allem die Entscheidung der Autoren, nicht wieder dem altbekannten Dilemma „Dean und Sam verbergen etwas vor einander“ zu verfallen, finde ich sehr gut. Bis zum Ende von „Like a Virgin“ erfährt Sam die Wahrheit, die Dean ihm zunächst vorenthält. Damit wird sehr schnell eine dramatische Fragestellung für die zweite Hälfte der Staffel etabliert, nämlich Sams Hadern mit dieser Wahrheit.
Das wiederum knüpft an die Vergangenheit der Figur an: die Frage nach Sams „böser Seite“ war durchgehendes Thema, geriet aber durch Deans Vorrücken in den Mittelpunkt (der letzten zwei Staffeln) ein wenig in den Hintergrund. Wie die Autoren diese Problematik handhaben wollen – zusammen mit der Bedrohung, dass die von Death errichtete Mauer Risse bekommen oder gar fallen könnte -, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall steht uns ein neuerlicher Balanceakt zwischen dem Melodramatischen und dem emotional Berührenden bevor: und so etwas weiß die Supernatural-Crew ja in der Regel zu meistern.

Wenden wir uns aber dem Humorvollen in dieser Episode zu: dem Element, das meines Erachtens wirklich gut gelungen ist. Deans Vorlesen aus dem Tagebuch einer Jungfrau (I think I delivered it!) bringt es tatsächlich, genauso wie seine Antwort auf Sams Frage „What thing likes virgins and gold?“ Dean: “P. Diddy?” Nicht nur ‚an sich’ sind Deans One-Liner witzig: Mit Hilfe des Slapsticks demonstriert man geschickt, wie sehr Dean die Rückkehr seines Bruders herbeigesehnt hat. Ihm fällt ein Stein vom Herzen – und gleichzeitig hat er in Like a Virgin mit einem Stein zu kämpfen.

Da in einer Gegend plötzlich Jungfrauen und goldene Gegenstände verschwinden, kommen die Brüder zu der Schlussfolgerung, dass Drachen involviert sein müssen. Der Verdacht bestätigt sich; Dean macht sich auf zu einer alten Flamme von Bobby, die allem Anschein nach das einzige Mittel besitzt, Drachen zu töten: Ein altes Schwert, das in Drachenblut geschmiedet wurde. Das Problem: Genau wie Excalibur steckt das Schwert in einem Felsbrocken. Der tapfere Ritter Dean schreitet zur Tat! Bei den Versuchen, das Schwert herauszuziehen, beweist Jensen Ackles wieder einmal sein komödiantisches Talent. Nach Schweiß treibenden Von-Hand-Aktionen, die kläglich misslingen, will Dean keine halben Sachen mehr machen und jagt den Stein in die Luft. Das Ergebnis ist… ein halbes Schwert: mehr als genug immerhin, denn die Drachen legen einen leicht enttäuschenden Auftritt hin. Kann man ein paar Typen in Lederjacken überhaupt als Drachen bezeichnen?

Irgendwie hat es der Auftritt nicht wirklich in sich und verrät sich deutlich als Mittel zum Zweck, um möglichst schnell den großen Bösewicht der zweiten Staffelhälfte einzuführen.
Hierzu bedarf es eines alten Buches aus Menschenhaut, einer Jungfrau (warum wurden eigentlich so viele gesammelt?) und der richtigen Höhle. Der Alpha-Vampir sagte damals zu Dean, dass alle Kreaturen eine Mutter hätten. Die nun holen die Drachen aus dem Purgatorium; im Körper der geopferten Jungfrau setzt sie den Fuß auf die Erde. Es bleibt spannend, den Grund für ihre Präsenz zu erfahren: Welchen mythologischen Hintergrund werden die Autoren liefern? Hat das Ganze mit dem Krieg im Himmel und Gottes Abwesenheit zu tun? Soll die Welt in den jungfräulichen Zustand zurück versetzt werden, als die Monster über sie herrschten?

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