Supernatural: Love Free or Twihard (6×05)

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Ich werde das Risiko auf mich nehmen, passend zur Thematik der Episode wie ein Fanboy zu klingen: Love Free or Twihard ist eine verdammt gute Episode. Sie feuert an allen Fronten und bietet ein Wechselbad der Gefühle – Supernatural’s Finest! Angefangen mit den satirischen intertextuellen Referenzen zu Twilight über Horror, Splatter und Action zu Betroffenheit und Trauer.
Ein harter Mystery-Kern steckt in alledem, über den wir in der neuen Season immer mehr erfahren. Es scheint, als würden sich die unterschiedlichen Kreaturenarten der Supernatural-Welt auf einen Krieg vorbereiten. Wir haben schon gesehen, dass die Formwandler sich mit einem extremen Tempo vermehren. Love Free or Twihard zeigt uns, dass auch Vampire ein Alpha haben und damit beschäftigt sind, eine Armee zu bilden. Aber gegen wen wollen die Kreaturen antreten? Kann es sein, dass jetzt, wo Himmel und Hölle versagt haben und geschwächt sind, die bösen Mächte um eine neue Ordnung kämpfen?

Nun: bevor wir uns solchen wichtigen Fragen widmen, präsentiert uns die neue Episode mit einem humorvollen Seitenhieb, wie tief die Vampire im neuen Jahrhundert gefallen sind. In früheren Zeiten waren sie Monster – und gehörten zu den ältesten und grausamsten. Aber die Dracula-Legende mit ihrem romantischen Erzählkern – dem Grafen, der seine geliebte Frau verlor – hat sich inzwischen in billige Groschen-Romanzen über bleiche Teenager verwandelt, die traurig in der Gegend herumhübschen und sich Leid tun. Zum Glück waren die Vampire in Supernatural immer schon scheußlich. Aber sie haben auch gelernt, die Twilight-Obsession für sich zu nutzen! Dean und Sam bekommen es zu tun mit einem Vampirnest, dessen Bewohner junge Frauen austrinken und offenbar Größeres vorhaben.

Die Episode eröffnet mit besagtem Seitenhieb. Wir sehen, wie ein attraktiver junger Mann, zerrissen von Schuldgefühlen und Fragen über … alles Mögliche, ein schüchternes Mädchen verführt. Er bringt sie zu … dem dicken Boris mit der Fettfrisur. An dem Punkt ist schlagartig Schluss mit Romantik! Sam und Dean nehmen sich des Falles des verschwundenen Mädchens an. In ihrem Zimmer entdecken sie ein Team Edward-Paradies. An dieser Stelle gäbe es Einiges zu zitieren, vor allem aus Deans Mund… aber lieber selbst noch einmal schauen und anhören. Obwohl: These aren’t vampires, man. These are douchebags.

Zurück zum ersten Teil: Dean und Sam machen die Vampire in der Gothic-Bar ausfindig (Dean: You go with Efron. I’ve got Bieber!), aber die Sache läuft schief, denn Boris taucht auf und zwingt Dean, sein Blut zu trinken, während Sam… tatenlos und gebannt zuschaut und die Kamera im extremen Close-Up ein kleines, lüsternes Lächeln in seinem Mundwinkel zeigt.
Diese Szene ist vermutlich die schrecklichste innerhalb des Schlachtfestes, zu dem die Episode dann mutiert. Die Brüder hatten immer ihre Beziehungskrisen – aber das? In diesem Moment zeigt uns Supernatural, dass „anders“ wirklich „anders“ bedeutet. Für mich steht diese Szene in Verbindung mit Deans späteren Halluzinationen. Als er nach und nach zum Vampir wird, ruft er Samuel Campbell zu Hilfe, weil er Sam nicht zutraut, ihn zu töten. Falsch gedacht?

Samuel jedenfalls hat nicht vor, Dean zu erledigen, sondern besitzt das Rezept für ein Heilmittel, wofür Dean allerdings noch Blut von Boris beschaffen muss. Nun beginnt das erwähnte Schlachtfest, in dessen Laufe Vampir-Dean das komplette Vampirnest inklusive Boris enthauptet. Wir sehen und hören allerdings, dass es einen Alpha-Vampir gibt – hinter dem Sam und Samuel vermutlich her sind.

Sehr eindrucksvoll und für die Entwicklung der Supernatural-Welt bezeichnend wirkt es, wie die Vampire den Alpha Vater nennen: mit Blick nach oben, Richtung Himmel. Das Gebäude besitzt Oberlicht: eine gläserne Decke, geschmückt mit Malereien, die sehr an eine Kirche erinnern. Noch eindrucksvoller und faszinierender ist Deans Traumsequenz geraten: Der Vater macht alle Vampire durch eine Art Flüstern bewusstlos, das durch die leuchtende Glasdecke dringt. Dean beginnt zu halluzinieren. Die surrealen Bilder zeigen uns vor allem zwei Mädchen, Zwillinge, immer wieder – und außerdem Aufnahmen einer Zellteilung.

An der Stelle habe ich mich gefragt: spielt dies auf Sam an? Ist er zwei? Anders? Ein zweiter Sam? Ein Gefangener seines Blutes?  Die Information, mit der Dean aus der Schlacht zurückkehrt, lautet: Alpha bildet eine Armee – und hat keine Angst mehr vor den Huntern. Als Dean zurückverwandelt wird, sehen wir mit seinen Augen alle Ereignisse bis zu Boris’ Attacke rückwärts laufen, wie in einem zurückspulenden Film. Dieser Film stoppt schließlich an einer Stelle: Sams Lächeln…

In gewissem Sinne weiß Dean jetzt Bescheid. Samuel aber auch! Mich hat es gewundert, dass auch Samuel Sams Andersheit jetzt registriert. Er fragt ihn, warum er Dean tatenlos zum Vampir werden ließ? Offenbar kannte Sam das Rezept für die Heilung! Er leugnet das zwar – „you must have talked to Christian or someone“ -, aber Samuel ist misstrauisch. Er erinnert sich genau daran, mit Sam über das Rezept gesprochen zu haben. Die Geheimniskrämerei war also keine gemeinsame Sache zwischen Sam und den Campbells… ?

Es scheint, als wisse keiner so recht, was mit Sam los ist. Vielleicht fällt euch Lesern und Supernatural-Fans etwas ein? Alles in Allem gefällt mir, wie die neue Staffel Fahrt aufnimmt – und man darf gespannt sein, was wirklich in der Supernatural-Welt vorgeht und wie die Brüder damit zurechtkommen werden.

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