Supernatural: Mommy Dearest (6×19)

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Dean und Sam retten ein junges Bruderpaar. Als die Jungs hinten im Impala sitzen und von Sam und Dean zu ihren Verwandten und damit in Sicherheit gebracht werden, wird man irgendwie nicht nur an die Winchester-Kinderzeit erinnert, sondern auch an alte Supernatural-Zeiten, als zwischen Freund und Feind eine relativ klare Linie gezogen wurde. Früher stand die Welt nicht auf der Kippe: Monster existierten neben Menschen und mussten welche töten, um ihre Existenz zu sichern, während die Hunter die Monster jagten, um das zu unterbinden. Die Parteien hatten sich miteinander arrangiert; keiner pochte auf Endgültigkeit. Aber alles hat sich verändert. Der Feind ist nicht mehr klar zu identifizieren.

Ganz egal, ob man es kommen spüren konnte oder nicht: Ich finde die Wendung, die Mommy Dearest präsentiert, sehr zufrieden stellend. Nicht nur bringt sie einen „sympathischen“ Bösewicht zurück, sondern sie macht einen sympathischen Helden zum Bösewicht. Oder ist Castiel (Misha Collins) etwa keiner? Auf diese Frage werden wir bis zum Finale eine Antwort bekommen müssen.

Alle haben  mittlerweile bemängelt, dass Eve, die böse Mutter und Feind Nr.1 in der laufenden Staffel, viel zu selten auftritt und die Geschichte nicht wirklich vorankommt, dass gar das Ganze ziellos erscheint. In Mommy Dearest machen sich Dean (Jensen Ackles), Sam (Jared Padalecki), Bobby (Jim Beaver) und Castiel, bewaffnet mit Phönix-Asche, auf den Weg nach Grants Pass, Oregon, wo sich Eve befindet. Die nötige Info bekommen sie von der Vampirin Lenore, die wir seit der zweiten Staffel nicht mehr gesehen haben und die zu den „friendly monsters“ zählt. Sie hat Eves Ruf bisher widerstanden, aber dennoch – wie für Frauenfiguren in Supernatural üblich – endet ihr Weg hier. Allerdings wird sie auf eigene Bitte von Castiel getötet.

Seit der Krieg im Himmel begonnen hat, ist Castiel sowieso schnell am Abzug. Als die Truppe in Grants Pass auf eine Menge toter Menschen und Monster stößt, will Dean zwei noch menschliche Jungs zu ihrem Onkel bringen, mitten in der Suche nach Eve. Castiel ist dagegen, kann Dean aber nicht aufhalten, da Eve seine Engelskräfte in Oregon suspendiert hat. In Castiels Augen sind aber nicht nur Unverständnis („Pardon me for highlighting their crippling and dangerous empathetic response with sarcasm.“), sondern immer wieder Scham zu lesen, wie schon in den letzten Episoden. Es ist so, als könne er durchaus Deans Tun verstehen: sein Bestreben, einer Sache oder einer Tat Sinn zu verleihen, auch den kleinsten Erfolg zu feiern. Aber Cas befindet sich in einer Situation, die ihm dieses „einfache“ Handeln nicht mehr erlaubt. Er scheint überfordert, hin- und hergerissen zwischen Entscheidungen und den damit verbundenen Gefühlen – denn auch menschliches Fühlen hat ihm Dean nahe gebracht: Letztendlich hat vor allem Deans Einfluss Castiel das Engelsleben schwer gemacht.

Nun, die Winchesters machen sich wie immer selbst das Leben schwer und laufen direkt in Eves Falle. Schwer wird es für die Brüder, Eve zu bekämpfen, da sie die ganze Stadt in Monster verwandelt hat – sogar in Hybrid-Monster, die Dean sofort als Jefferson Starships betitelt: Because they’re horrible and hard to kill. Im Diner treffen sie letztendlich auf Eve in Person und erfahren, dass sie nicht aus Gier nach dem Weltuntergang handelt, sondern aus Liebe: Sie ging durchaus konform mit der alten Supernatural-Welt, die ich am Anfang des Artikels beschrieben habe – bis Crowley (Mark Sheppard) King of Hell wurde und auch ihre ältesten Kinder zu foltern und zu töten begann.

Um Dean davon abzuhalten, sie „bitch“ zu nennen, und ihren Worten mehr Gewicht zu verleihen, verwandelt sich Eve in Mary Winchester (Samantha Smith). Sie will ihre Kinder vor Crowley retten, der offenbar seine Macht mit dem Besitz von immer mehr Seelen vergrößern will. Genauso wie Eves Eintreffen uns Zuschauer in die Irre führte, kann nun Dean Eve täuschen, so dass sie letztendlich getötet wird. Aber das gelungene Hybrid-Monster-Experiment ist noch da draußen: ausgerechnet der kleinere der beiden Brüder, die Sam und Dean retteten.
Aber die Monster-Seuche ist nicht ausgebrochen, denn Dämonen haben den Jungen getötet. Das bringt das Winchester-Team dazu, doch an Crowleys Überleben zu glauben – und damit an Eves Worte. Cas verschwindet, angeblich um das Ganze sofort zu überprüfen. Doch auch wenn Dean an Cas‘ Aufrichtigkeit glauben will, sehen wir Zuschauer in der letzten Szene, wie Crowley und Castiel aufeinander treffen und Crowley sich darüber beschwert, ständig hinter Cas aufräumen zu müssen.

Der King of Hell arbeitet also zusammen mit dem… King of Paradise? Die Episode endet wie sie anfing: mit „Miracles“. Während am Anfang Hot Chocolates „You Sexy Thing (I believe in Miracles)“ erklingt, schließt man mit Jefferson Starships “Miracles“. Durch welches Wunder ist Crowley noch am Leben – und welche Wunder will er zusammen mit Castiel bewirken?

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