Supernatural: Unforgiven (6×13)

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In der letzten Episode ist der dramatische Kontext für die Ereignisse bis Ende der Staffel kreiert worden. Auf der einen Seite gilt es, „Mutter“ zu stoppen – was auch immer Ihre Hoheit vorhat. Auf der anderen Seite schwebt die emotionale Welt der Winchester-Brüder erneut in großer Gefahr: Wenn die Mauer in Sams Kopf und Seele fiele, könnte er in einen Zustand geraten, aus dem der Gnadenschuss den einzigen Ausweg böte.

Unforgivens Ende bestätigt diese Bedrohung mit Hilfe eines erschreckenden Augenblicks. Aber muss man davon wie von einer Unausweichlichkeit sprechen? Was Unforgiven interessant macht, ist nicht so sehr der Fall der Woche (der meiner Meinung nach schwach ausfiel, so wie die Drachen letzte Woche), sondern das Dilemma, vor dem die Brüder stehen. Natürlich freut sich sowohl die echte als auch die fiktionale Welt darüber, dass Sam (Jared Padalecki) seine Seele zurück hat. Aber Sam scheint in einer paradoxen Situation zu stecken, deren Kompliziertheit sich aus dem Widerspruch zwischen Logik und Gemütszustand ergibt.

Sam muss, wie er nun einmal ist, wissen, was mit ihm passiert ist. Er will ‚wieder gut machen‘. Rein logisch gesehen schuldet er den Menschen jedoch gar nichts: Letztendlich ist ja er in die Hölle gegangen, um diese Welt zu retten! Dean (Jensen Ackles) versucht ihm diese Tatsache als „das warst nicht du!“ zu verkaufen – aber Sam ist wieder der Sam, den wir seit der ersten Supernatural-Stunde kennen: „the big picture“ ist in dem Augenblick, da er durch eigene Fehler verursachtem Leid begegnet, nicht mehr relevant.

Und so gerät Sam in dieser Episode in zwei Fallen, deren erste den Schritt zur zweiten bedeutet. Sam bekommt einen anonymen Hinweis, dass in Bristol, Rhode Island, plötzlich Frauen verschwänden. Das löst in ihm erste Erinnerungen aus: Vor einem Jahr haben Samuel und er schon einmal einen Job dort erledigt. Als die Brüder sich auf den Weg machen, werden die Flashbacks länger und intensiver. Wie könnte Sam auch die Welt vergessen, wenn die sich an ihn erinnert? Wie kann man die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen, wenn sie einen hartnäckig einholt?

Es erweist sich, dass nur diejenigen Frauen entführt werden, mit welchen der seelenlose Sam damals geschlafen hat – und dass das Monster (eine altertümliche Riesenspinne) ihn damit zu locken versucht, um ihm das Monströse seiner eigenen Tat vor Augen zu führen. Sam hat nämlich, zu Samuels Entsetzen, allen fünf damaligen Opfern den Gnadenschuss verpasst. Nur hatte die Spinne nicht alle von ihnen vergiftet, sondern einige in Monster verwandelt… Eines davon: Sheriff Roy Dobbs, den Sam vor einem Jahr als Köder benutzt hat. Im Grunde demonstrieren die Spinnenstory und Sams Zusammenbruch (erstes Loch in der Mauer?) die unmögliche Situation: Wiedergutmachung kommt geradezu der Suche nach dem Gnadenschuss gleich. Oder kann Sam auf andere Art und Weise erlöst werden? Vielleicht nur von Gott selbst?

Ab nächster Woche wird das Supernatural-Review einen neuen „Sendeplatz“ bekommen: am Montag um 12 Uhr. Um dem morgen drohenden Valentinstags-Wahn zu entkommen, sind die Winchester-Brüder aber diesmal schon am Sonntag zu „lesen“!

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