Supernatural: Weekend at Bobby’s (6×04)

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Wenn man eine Figur aus Supernatural auswählen müsste, bei der die Autoren alles richtig gemacht haben, dann ist es definitiv Bobby (Jim Beaver). Als ich die Vorschau und den Titel dieser Episode sah, hoffte ich geradezu, dass Weekend at Bobby’s eine typische Supernatural-Bobby-Episode werden würde… Und so war es dann auch!
Was heißt hier ‚typisch’? Nun: Geschickt widmen die Supernatural-Autoren in jeder Staffel eine Episode ganz Bobby, die nicht nur Bobbys Wichtigkeit für Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) demonstriert, sondern auch die Figur selbst weiter entwickelt. Klar, die Winchester-Brüder stehen ständig in Kontakt mit Bobby; doch zumeist ist  seine Präsenz unaufdringlich – er ist immer nur für kurze Zeit zu sehen oder zu hören. Aus diesem Grund sind Episoden wie Weekend at Bobby’s für die Serie als Ganze sehr wichtig: Sie vervollständigen die Supernatural-Welt, kreieren den Eindruck, dass jede Figur in dieser Welt ihr Leben weiterlebt und mit Problemen fertig werden muss – auch wenn wir sie nicht so oft sehen wie die Hauptfiguren.

In Weekend at Bobby’s nehmen nun irgendwie alle Kontakt mit Bobby auf – ausgerechnet an einem Tag, da er etwas für sich selbst erledigen will. Aber die Supernatural-Welt – sei’s Mensch, sei’s Kreatur – lässt ihn nicht. Im Täglich grüsst das Murmeltier-Style klingeln Bobbys Telefone unablässig – und jedes Mal, wenn er sich hinsetzt, klopft jemand an die Tür…
Zwar macht die Episode beim handlungsübergreifenden Erzählstrang keine Fortschritte,  und Sams und Deans Fall der Woche verläuft zum größten Teil offscreen. Trotzdem gehört die Episode für mich zu Supernatural’s Finest: mit der typischen Mischung aus selbstreflexivem Humor, einem Tropfen Drama und von Blut tropfenden Details!

Wir wissen, dass Bobby seine Seele an Crowley (Mark Sheppard) verkauft hatte und dass dieser sie nicht zurückgeben will. Bobbys Jahre bis zur Verdammung sind jedoch gezählt – und der will er definitiv entgehen. Also arbeitet er einen Plan aus, um Crowley die Seele wieder zu entlocken. Dieser Plan involviert das Foltern von heißen (in jeder Hinsicht, wie bei Supernatural üblich) weiblichen Dämonen, einen Einbruch in die Universitätsbibliothek zu den Klängen von Kenny Rogers „The Gambler“ und … die Zusammenarbeit mit Alt-Hunter Rufus Turner.

Rufus und Bobby, deren Chemie den Unterhaltungseffekt der Episode extrem steigert, bilden in dieser Episode eine Art Gegenpärchen zu den Winchester-Brüdern. Das wird vor allem während der heftigen Auseinandersetzung am Telefon zwischen Bobby und den Brüdern deutlich: Dean beschuldigt Bobby, egoistisch zu sein und einen anderen Anruf annehmen zu wollen, während er ihm von Sam und seiner Veränderung erzählt. Daraufhin bekommen die beiden Brüder von Bobby zu hören, was für egoistische Jammerlappen sie selbst eigentlich sind.
Bobby hat nicht die Zeit, herumzusitzen und emotionale Zustände zu bejammern: Ständig muss er jemandem helfen! Es klingelt, es klopft, es beißt … und bringt Kuchen. Bobbys Nachbarin Marcy möchte ihn näher kennen lernen und lädt ihn sogar zum Scary-Movie-Filmabend ein…
Marcy: Hey, have you seen Drag Me To Hell? Bobby: Trying to avoid it.

Zum Date kommt es doch noch, aber nur, weil Rufus eine Kreatur mitgebracht und mit Bobby auf dessen Hof vergraben hat. Vergraben möchte sie nicht bleiben… Es kommt zum Showdown an Marcys angeblich kaputter Häckselmaschine, in welcher der Dämon dank Bobby endet. Die mögliche Romanze zwischen Bobby und Marcy endet damit leider auch, bevor sie begonnen hat.
In der Zwischenzeit haben es Sam und Dean mit einer Lamia zu tun, einem schlangenköpfigen Geschöpf aus der griechischen Mythologie. Ich finde es sehr gelungen und zur Episode passend, dass dieser Job zum größten Teil offscreen abläuft – dabei aber für klassisch-amüsante kleine Supernatural-Szenen sorgt: Dean ruft Bobby an, um ihm mitzuteilen, dass es mit dem Ausschalten der Lamia leider nicht so ganz geklappt hat – und im Hintergrund sehen wir, wie Sam durch die Gegend bzw. das Bild hin- und hergeschleudert wird…

Aber es ist tatsächlich an der Zeit für die Winchester-Brüder, im Gegenzug einmal Bobby zu helfen. Denn er hat zu tun mit… dem offiziellen King of Hell! Ja, Crowley ist aufgestiegen – aber wie wir erfahren, bringt ihm die Chefposition nicht allzu viel Freude, denn Dämonen sind unzuverlässige Mitarbeiter. Mit Hilfe von Sheriff Jody Mills kann Rufus Bobby einen Ring bringen, mit dem der den Geist von Crowleys verstorbenem Sohn beschwören kann. Dieser erzählt Bobby interessante Details über den King of Hell.

Crowleys echter Name lautet Fergus MacLeod, und Bobby erfährt auch, wo seine Knochen vergraben liegen. Denn offenbar kann man einen Dämon komplett auslöschen, wenn man die Knochen verbrennt – wie bei einem x-beliebigen Geist. Das ist allerdings neu! Der Deal lautet also: Knochen gegen Seele. Und darauf muss Crowley eingehen.
So kann sich Bobby am Ende dieser Episode (bei der Jensen Ackles zum ersten Mal Regie führte) endlich hinsetzen und ein Stück Marcy-Kuchen genießen. Oder auch nicht, denn… das Telefon klingelt.

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