Supernatural: You Can’t Handle The Truth (6×06)

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Während FOX in Lie to Me mit Cal Lightman (Tim Roth) einen Spezialisten für Lügen und Wahrheit hat, verfügt CWs Supernatural über Gottheiten, die diesen Job übernehmen. Im Zentrum von You Can’t Handle The Truth steht der Versuch der Erzählung mit den Lügen aufzuräumen und Klarheit zwischen Sam und Dean walten zu lassen. Dieser Versuch entpuppt sich, wie in guten Supernatural-Episoden, als eine humorvolle und gleichzeitig traurige Angelegenheit. In Calumet City, Illinois, sehen wir wie eine Kellnerin plötzlich von jedem Menschen dem sie begegnet oder mit dem sie spricht die Wahrheit über sich erzählt bekommt – was andere von ihr denken. Und es sind keine schönen Gedanken.

Letztendlich kann sie nicht mehr diese Wahrheit aushalten und begeht Selbstmord direkt unter dem Etablissement-Schild „The Happy Place“, das vom Blut bespritzt wird. Die Inszenierung mit der Gedanken hörenden Kellnerin erinnert natürlich an Anna Paquins Sookie aus True Blood, mit dem Unterschied, dass Sookie Geschöpfe in ihrer Nähe hat, deren Gedanken sie nicht hört und somit hin und wieder ihre Ruhe genießen kann. Außerdem haben Vampire in True Blood Gefühle. Nun, wie wir in dieser Episode erfahren, hat Sam keine mehr. Er weiß nicht mal, was er ist! Bevor es zu dieser Erkenntnis kommt, haben wir   die Ehre eine weitere Gottheit aus der Supernatural-Welt kennen zu lernen, namens Veritas (Die Königin der Wahrheit), die alle in der Kleinstadt dazu zwingt die Wahrheit zu sagen. Wer die Wahrheit nicht ertragen kann, verliert sein Leben und Veritas ernährt sich von den Überresten.

Das ist nicht metaphorisch gemeint, denn in einer Halloween absolut würdigen Szene können wir zusehen, wie sie einer Leiche die Zunge herausreißt und dann verspeist. Generell wartet auch diese Episode mit „schönen“ Splatter-Inszenierungen, wie die, als der Zahnarzt seinen Patienten mit dem Zahnarztbohrer erledigt. Neben den blutigen Szenen gibt es auch ein paar humorvolle, wie das Telefonat zwischen Dean und Bobby, als Dean mehr Wahrheit erfährt, als es ihm lieb ist, wie zum Beispiel, dass Bobby Tory Spellings Show gerne schaut und sich hin und wieder Pediküre machen lässt. Aber die Minuten der humorvollen Ablenkung sind schnell gezählt. Lisa macht mit Dean Schluss am Telefon, indem sie ihm sagt, dass solange diese Probleme zwischen ihm und Sam weiter gehen, er nie andere Familie haben und nie glücklich sein kann.

Viel schockierender für Dean ist aber dann die Feststellung, dass Sam ihm gegenüber als einziger gelogen hat. Als Dean ihn über sein verhalten ausfragt, als Dean gebissen wurde, sagt Sam dass er einfach in dem Augenblick einfror und es ihm leid täte.   Aber Veritas, die beide Brüder später gefangen hält, stellt schockiert fest, dass Sam es schafft ihr gegenüber zu lügen. Da kein Mensch das kann, bedeutet das, Sam sei nicht menschlich. Nachdem die beiden Veritas töten, kommt der wirkliche Moment der Wahrheit. Gestellt buchstäblich vor Deans Messers Schneide gibt Sam zu, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist, aber er weiß nicht was. Er ist so guter Hunter, weil er nichts fürchtet und generell nichts mehr fühlt. Er nimmt alles in Kauf auch Deans Vampirverwandlung, um ans Ziel zu kommen. Sam bittet Dean um Hilfe. Dean legt zwar das Messer weg, aber dann – und das ist eine der härtesten Szenen der Supernatural-Geschichte – schlägt er Sam bewusstlos zusammen. Der Bildschirm verdunkelt sich. Supernatural hinterlässt uns nicht nur mit der Frage, was Sam ist, sondern was Dean machen wird?

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