Monthly Archives: January 2013

Supernatural: Appointment in Samara (6×11)

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Es war eigentlich eine Frage der Zeit, bis wir Death wieder zu sehen bekommen. In Appointment in Samara kommt es zu einem Treffen zwischen ihm und Dean. Die Episode, mit der sich die Serie in die Winterpause verabschiedet, fällt positiv aus – aus mehreren Gründen. Ich weiß nicht, ob es an meiner Vorliebe für die Bücher Terry Pratchetts liegt, aber Death als Figur einer fiktionalen Erzählung empfinde ich als sehr interessante Angelegenheit. Außerdem jedes Mal, wenn Supernatural sich der eigenen Mythologie widmet, arbeitet die Serie auf mehreren Ebenen, was den Zuschauer – falls er sich darauf einlässt – zum Nachdenken bringt. Supernaturals Entscheidung Death als letzte Instanz eines Universums, in dem es von Übernatürlichem nur so wimmelt, zu postulieren, finde ich sehr passend.

Wir erinnern uns an Two Minutes To Midnight, als Death zu Dean sagte, dass er sogar Gott ein Ende setzten könnte, falls das Schicksal es erfordert. Hier in Appointment in Samara wird über einen natürlichen Verlauf der Dinge geredet, über die natürliche Ordnung, über eine Liste, mit der Death arbeitet und auf der steht, wer als nächstes sterben soll. Aber wie kam diese Liste zustande? Kann man dem Schicksal nicht entkommen? Kann man die Ordnung durcheinander bringen? Supernatural hat immer schon mit der Opposition Schicksal vs. Freien Willen gearbeitet und in dieser Episode kommt es genau zu einer Gegenüberstellung beider Seiten. Dean glaubt nicht an das Schicksal bzw. will nicht daran glauben und bekommt von dem Gream Ripper gesagt, dass alles schon vorherbestimmt ist und das jeder Versuch der Änderung verheerende Konsequenzen haben wird und eine Kettenreaktion auslöst, die letztendlich dafür sorgen wird, dass alles sich wieder zurecht setzt und der vorbestimmte Weg gegangen wird.

Der Titel der Episode bezieht sich, meiner Meinung nach, direkt auf die alte Überlieferung über das Treffen in Samara. Die Geschichte lautet folgendermaßen: Der Diener eines reichen Kaufmanns aus Bagdad stößt auf dem Markt mit dem Tod zusammen, der ihn böse anzublicken scheint: erschrocken kehrt er nach Hause zurück und erzählt seinem Herren: ‚Der Tod verfolgt mich, in der Nacht will er mich holen; leihe mir, o Herr, dein Pferd, ich will Tag und Nacht reiten und morgen in Samara sein. Dort wird mich der Tod gewiß nicht finden.‘ Der Herr leiht ihm also sein Pferd und geht dann selbst zum Markt. Dort sucht er den Tod auf und spricht ihn an: ‚Warum hast du meinen Diener so böse angeschaut?‘ Der Tod aber antwortet ihm: ‚Es muss sich wohl um ein Missverständnis handeln, dein Diener hat meinen Blick ganz falsch gedeutet: keineswegs wollte ich ihm drohen, ich war nur verwundert, ihn hier zu sehen, da ich doch morgen mit ihm in Samara verabredet bin!’ Die falsche Deutung, der Verdacht schaffen erst die Voraussetzungen für das Zustandekommen einer Wahrheit, die schon im Verdacht implizit enthalten war. Die Wahrheit wird durch das Verkennen konstituiert. Hier greift, mit dem Philosophen Jacques Derrida gesprochen, die Logik des „gewesen sein wird“: Die Illusion der Subjekte besteht darin, dass sie vergessen, ihre eigene Tat dazuzurechnen, dass sie folgendes nicht sehen: Es zählt, es ist gezählt und in dem Gezählten ist das Zählende schon darin. (Lacan)

In den ersten Minuten der Episode sehen wir Dean (Jensen Ackles) zu einem gewissen Dr. Robert (Robert Englund, der hier definitiv zu wenig zu tun bekommt) gehen, mit einer Bitte: Zu sterben! Aber nur für ein paar Minuten, so lange, dass er kurz mit Death sprechen kann und ihn um einen Gefallen bitten. Dean will den Deaths Ring zurückgeben, wenn Death Sams Seele zurückholt. Death (Julian Richings) geht auf den Deal ein, aber unter einer Voraussetzung – Dean soll den Ring für 24 Stunden tragen und Deaths Job verrichten. Und er soll sich entscheiden, wer gerettet werden soll – Sam oder Adam? Oh, Adam, ich hatte ihn fast vergessen! An dieser Stelle nehmen wir, schätze ich, endgültig Abschied von ihm, denn die Serie fand nicht wirklich eine interessante Verwendung für den dritten Bruder. Also sagt Dean in Sekundenschnelle: Sam. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber Deaths Erscheinungsbild schien mir verändert. Es ist so als würde er müde davon geworden sein (ich weiß, er wird nicht müde), wie die Sterblichen immer wieder in seine Geschäfte eingreifen – vor allem die Winchester-Brüder. Aber – wie schon gesagt – die falsche Deutung konstruiert die Wahrheit! Death will, dass Dean und Sam weiterhin die Balance stören, damit sie herausfinden, was überhaupt vor sich hin geht.

Die Mitte der Erzählung dieser Episode mit Dean und Tessa (der Reaperin aus “Death Takes a Holiday” und “My Time Of Dying”), die Deaths Liste abhacken, hatte zwar nicht die erwartete emotionale Schwere (fühlte sich für mich nicht so an) und war vorhersehbar, aber passte sehr gut in das Gesamtbild, das diese Episode malt. Alles ist vorhersehbar. Sogar Deans Rebellion ist mit eingerechnet. Es gibt kein Entkommen – wir sind gezählt und der freie Wille macht zwar das Zählen komplizierter, aber die Gleichung hat immer dasselbe Ergebnis. Scheint so, als würden in Deaths Augen die Auferstehungen von Dean und Sam nur Mittel zum Zweck sein, um die Balance der großen Gleichung zu sichern. Etwas geht vor sich hin, sagt Death zu Dean und es hat mit den Seelen zu tun. Wir erinnern uns, dass Balthazar (Sebastian Roche) dabei war Seelen „aufzukaufen“. Dazu haben wir die sich komische verhaltenden Monster, die Alphas, Crowleys Suche nach dem Purgatorium. Wie ist alles miteinander verbunden? Der Vampir-Alpha sagte: We all have our mothers? Versuchen die Mütter die Herrschaft über das Universum der Väter zu übernehmen, während Gottes Abwesenheit und des Zerfalls himmlischer und höllischer Ordnungen?

In Appointment in Samara rebelliert nicht nur Dean gegen das Schicksal, sondern auch Sam. Er will seine Seele nicht wieder haben und mit Balthazars Hilfe die Wiederkehr verhindern. Dafür muss er aber das Blut seines Vaters beschaffen, also einer Vaterfigur, wie Balthazar ihm erklärt. Sam macht sich tatsächlich daran, Bobby über die Klinge springen zu lassen, aber es funktioniert nicht ganz… Am Ende sehen wir, wie Death Sams Seele zurückbringt. Er baut, wie Dean versprochen, eine Wand vor dem schrecklichen Trauma des Höllenaufenthalts. Aber wie lange wird sie halten? Wird Sam Erinnerungen haben? Wird er der alte Sam sein? Das alles erfahren wir erst Ende Januar und bis dahin ist jedem Zuschauer überlassen, sein TV-Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

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Supernatural: Caged Heat (6×10)

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Frauenfiguren neigen bei Supernatural in der Regel dazu, sich auf die Seite des Bösen zu schlagen – und sich nicht lange aufzuhalten. Frauen die mit den Winchester-Brüdern zu tun haben, ganz egal ob gut oder böse, leben prinzipiell nicht lange. Aus diesem Grund wirken Megs (Corin Nemec) Rückkehr und ihr Überleben dieser Episode überraschend!
Wenn schon im Himmel Krieg zwischen den unterschiedlichen Parteien herrscht, finde ich es nur plausibel, ein Spiegelbild auf der bösen Seite zu zeigen. Dort sind nicht alle glücklich über Crowleys Aufstieg. Luzifers Anhänger, darunter auch Meg, befinden sich anscheinend im Exil und wollen Crowley tot sehen. Nun: die Winchesters wollen letztendlich dasselbe, nachdem sie Sams (Jared Padalecki) Seele zurückbekommen haben. Als Meg mit ihren Dämonenhelfern auftaucht, sieht vor allem Sam nur einen Ausweg: Zusammenarbeit! Über diese sechste Staffel kann man nur sagen: Supernaturals Wege sind unergründlich.

Caged Heat wartet mit mehreren Überraschungen auf, was ein Urteil darüber, wie es mit der Erzählung weiter geht, schwer macht. Das ist gut… und schlecht zugleich: Es hängt vom jeweiligen Blickwinkel ab und von den Erwartungen des einzelnen Zuschauers. Während man in der letzten Staffel spüren konnte, wie die Spannung wächst und sich alles auf eine große Konfrontation zu bewegt, fehlt dieses Gefühl in der sechsten Staffel: Wir wissen nicht, was demnächst passiert und welchen Höhepunkt wir zu erwarten haben. Wir wissen nicht einmal, was auf dem Spiel steht – abgesehen von Sams Seele. Worum geht es? Die Macht an sich zu reißen? Eine neue Apokalypse zu starten?

Diese Ungewissheit spiegelt natürlich das Chaos wider, das im Himmel, in der Hölle und auf Erden herrscht, nachdem die Mächte ihre Führung verloren haben. Außerdem lässt sich Supernatural damit viele Möglichkeiten für spannende Wendungen offen und versucht, aus der Vorhersehbarkeit zu fliehen. Die Frage ist, ob die Serie Gebrauch von diesen Möglichkeiten machen wird? Genau hieraus ergibt sich derzeit die Spannung: aus der Ungewissheit. Auflösung und keine Lösung – so kann man Caged Heat beschreiben.
Fangen wir mit Megs Wiederkehr an und mit der Auflösung der Geschichte um Crowley: Es stellt sich heraus, dass Crowley Sams Seele nicht wieder beschaffen kann. Sie ist das einzige Spielzeug, mit dem sich Luzifer und Michael im Käfig die Zeit vertreiben können. Man sollte sie also besser überhaupt nicht zurück holen, denn sie könnte irreparabel beschädigt sein, was Sam unbeschreibliche Qualen bereiten könnte. Das sagen sowohl die Guten als auch die Bösen!

Castiel taucht wieder auf und wird nahezu gezwungen, den Brüdern im Kampf gegen Crowley zu helfen. Wie immer bereichert Misha Collins’ Präsenz die Episode: sowohl mit emotionaler Schwere als auch mit humorvollen Momenten. Die Szene mit Castiel, der Pornos schaut, während Dean (Jensen Ackles) und Sam daran arbeiten, Crowleys Location zu finden – awesome. (Könnte man nicht darüber nachdenken, Mini-Webisodes mit Castiels Analysen von Pornostreifen zu filmen… ?) Von Dean (aka little bitch) lernen wir jedenfalls die korrekte Art, Pornos zu schauen: ohne andere Leute im Zimmer und ohne darüber zu sprechen. Samuel: “This is what you boys do, sit around watching pornos with angels?”
Cas: “We’re not supposed to talk about it.” Nice one, Cas! Und nice move etwas später – vermutlich vom pizza-guy aus dem Film gelernt: Im Angesicht des Todes, in Gestalt der Höllenhunde, macht Cas mit Meg herum. Man hat Cas schmerzlich vermisst. Oder, wie Crowley es passend formuliert: Castiel, I haven’t seen you all season!

Crowley (Mark Sheppard) scheint sich seiner Sache sicher – und behält zum großen Teil Recht. Denn sein Deal mit Samuel (Mitch Pileggi) bringt den Großvater dazu, die Brüder zu hintergehen: Crowley hat ihm versprochen, seine Tochter – Deans und Sams Mutter – zurückzubringen. Dean jedoch, desillusioniert, macht Samuel klar, dass diese Deals letztendlich nichts Gutes bringen. Für Dean gibt es nach Samuels Verrat nur eine Antwort: Er kündigt an, den Großvater beim nächsten Zusammentreffen zu töten!

Wie gesagt: Erstaunlicherweise überlebt Meg (aka bitch) diese Episode, und es ist interessant zu erfahren, was die Autoren noch mit ihr vorhaben. So kommen wir zur großen Überraschung der Episode, die die Fans mit gemischten Gefühlen zurückgelassen haben dürfte: Crowley stirbt – von Castiels Hand. Keine Gespräche, keine Deals und kein Hin und Her. Er kann Sams Seele nicht zurückholen, also ist er laut Castiel nicht mehr zu gebrauchen.

Man muss den Supernatural-Produzenten eines lassen: diese Episode haben sie sehr geschickt konstruiert. Die erste Szene mit Crowley, der den Alpha-Shapeshifter (als Crowley!) foltert und anschließend köpft, spiegelt die Handlung selbst. Crowley selbst stirbt im buchstäblichen und übertragenen Sinne: am Anfang und am Ende der Episode – und der Kreis schließt sich. Zwar verliert die Serie einen grandiosen Bösewicht, aber sie verliert ihn mit Würde, wenn man es so ausdrücken darf…
Was wird jetzt nach Crowleys Tod geschehen? Wie wird die Suche nach dem Purgatorium ablaufen? Was ist mit den Alphas? Wer wird King of Hell? Was geschieht zwischen Sam und Dean?

Supernatural: Clap Your Hands If You Believe (6×09)

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Was soll ich sagen: Clap your hands if you believe! Die sechste Supernatural-Staffel fühlt sich bisher durchweg dunkel und hoffnungslos an, obwohl die Apokalypse abgewendet wurde. Dafür nahm die Beziehung zwischen den beiden Winchester-Brüdern apokalyptische Züge an. Wer sich gewundert hat, warum der Supernatural-Titel in blauer Schrift diese sechste Staffel schmückt, weiß es spätestens seit You can’t handle the truth: Sam ist seelenlos. Deswegen die blaue Kälte des Titels. Sams Innenleben ist abgekühlt, er fühlt nichts mehr und Dean muss damit zurecht kommen, während die beiden Crowleys Mitarbeiter werden, um Sams Seele zurückzuholen.

Ich hatte mich schon gefragt, ob die Supernatural-Autoren diese Staffel tatsächlich ohne Slapstick-Episode beenden würden. Aber am letzten Freitag wurde ich eines Besseren belehrt: denn wieder einmal durfte sich Ben Edlund bei Supernatural austoben! Tatsächlich hat der Autor der CW-Serie seinen Stempel aufgedrückt, und Episoden von seiner Feder wecken bestimmte Erwartungen. Ich weiß nicht warum: aber bezüglich Ben Edlund muss ich immer an die Szene aus Wishful Thinking denken, als sich der große sprechende Plüschbär den Kopf wegschoss. Auch die Ghostfacers sind den Supernatural-Fans natürlich in Erinnerung geblieben.

Zwar übertrifft diese Episode jene Edlund-Arbeiten nicht, aber amüsant ist sie schon. Was haben Feen, Aliens und andere übernatürliche Geschöpfe gemeinsam? Sie tauchen genau dann auf, wenn man sich ein schönes Konzept von „Realität“ zusammengebastelt hat, stören und neigen manchmal zur Gewalt. Denn sie sind einander sehr ähnlich. Die Welt von früher, vor den Aliens, kannte alle möglichen übernatürlichen Störenfriede. Aber je mehr die Technologie fortschritt, desto mehr gerieten sie in Vergessenheit und wurden in alte Bücher verbannt. Sie mussten das Feld räumen für die neuen Störenfriede: die Aliens.

Während die übernatürlichen Wesen als Metapher für das menschliche Unbewusste, für das komplizierte Innenleben des Menschen gesehen werden können, suchen uns die Aliens von einem anderen, uns fremden Ort aus heim. Warum die Kehrtwendung? Weil es… leichter ist, mit Aliens umzugehen. Sie sind die Gefahr von außen und nicht von innen. Sie sind auch nicht wirklich gemein und kennen uns nicht so gut wie andere Geschöpfe. Kein Wunder, dass einige der ältesten übernatürlichen Geschöpfe, die Feen, als Aliens posieren, um in aller Ruhe die Vorzüge der menschlichen Welt zu genießen.

Genau das geschieht in Clap your hands. Die Episode eröffnet mit einer The X-Files-Referenz, sogar der Vorspann wurde entsprechend abgeändert. In der Episode schließlich kam David Bowies ‘Space Oddity’ zum Einsatz…
In den Maisfeldern verschwindet ein junger Mann – ein heller Lichtstrahl vom Himmel verschluckt ihn. Aliens in Supernatural!? Nicht wirklich – es sind Feen, die junge Menschen entführen. Warum? Damit diese dem Feenkönig bestimmte Dienste erweisen, mit besonderer Betonung auf „bestimmte“? Sogar Dean (Jensen Ackles) wird für kurze Zeit entführt.
Generell muss hier einmal die Performance von Jensen Ackles gelobt werden. Schon seit Dark Angel war ich mir bezüglich seines Potentials als Comedy-Darsteller sicher – und hier bekommt er Gelegenheit, es auszuspielen. Die Szene, als er, mit Handy am Ohr und Sam am anderen Ende, vom Licht durch die Maisfelder verfolgt wird – Close Encounter! Close Encounter! – ist Comedy-Gold. Seine Beschreibung des Erlebten, als er aus der Feenwelt zurückkehrt: It was a little… glowing… hot… naked lady with… nipples. And she hit me. Nun: was für eine Fee sollte auch sonst einen Dean Winchester entführen?

Während Dean weg ist, hat auch Sam einen Close Encounter: mit einer Hippie-Alien-Gläubigen im Bett. Ich finde es sehr gelungen, wie die Supernatural-Autoren an Sams Zustand demonstrieren, wie man ohne die Zwänge von Moral und Emotionen handelt und wie dadurch, von außen gesehen, menschliches Benehmen manchmal geradezu absurd wirkt. Viele kleine Details im Leben sind, so gesehen, unsinnig – aber wir kommen nicht drum herum. Dean versucht, Sam „seelenvolles“ Benehmen beizubringen, obwohl Sam in seinem jetzigen Zustand mehr Erfolg zu haben scheint als der empathische Sam… Supernaturals Mischung aus Slapstick und ernsthaften Untertönen funktioniert in dieser Episode sehr gut.

In True Blood haben wir gesehen, dass Feen schöne und gutmütige, vom Licht durchdrungene Wesen sind, während sie in Supernatural richtige Mistbienen…  oder, nun ja: eben douche bags sind. Auch Kobolde sind dabei. Deren Anführer (Picardo, Star Trek) bietet Sam einen Deal an: er verspricht, ihm seine Seele zurück zu geben, wenn Sam… Aber Sam geht darauf nicht ein. Warum eigentlich nicht? Weil, wie Sam selbst richtig anmerkt, Deals in der Supernatural-Geschichte bisher nur für mehr Ärger gesorgt und nie etwas Gutes gebracht haben.
Aber Dean hat Zweifel. Sams Erklärung hinterlässt einen faden Beigeschmack. Obwohl: Dean ist natürlich auch völlig erschöpft von der Feen-Action. Es fordert einem Einiges ab, eine Fee in die Mikrowelle zu manövrieren oder aber einen hinterlistigen Verfolger zu verprügeln, der zum unschuldigen Kleinwüchsigen wird – und sich deswegen auch noch verhaften lassen zu müssen….
… oh: ich muss Schluss machen. Close Encounter! Close Encounter!!!

Supernatural: All Dogs Go To Heaven (6×08)

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Nach den großen Enthüllungen aus der letzten Episode fühlt sich All Dogs Go To Heaven an wie eine Lückenfüller-Episode – aber eigentlich passt sie, dramaturgisch gesehen, sehr schön ins Schema. Sie gibt den Zuschauern Zeit zum Luftholen und erinnert alte Zeiten mit guter alter Supernatural-Jagd.
Eigentlich referiert sie direkt auf die Episode „Heart“, die zu den besten der Serie zählt. Die Verbindung besteht nicht nur darin, dass es sich um Werwölfe bzw. Skinwalker handelt, sondern dass die Frage nach Sams Herz und Seele gestellt wird: In Hearts mussten Dean und Sam die Frau töten, in die Sam sich verliebte und die ein Werwolf war…

Oft haben die Monster in Supernatural, wie die Menschen, keine Wahl: sie sind, was und wie sie sind, haben sich ihr Schicksal nicht ausgesucht und folgen ihren Instinkten. Das macht in gewissem Sinne den Job der Winchesters leichter, denn die Monster sind, streng genommen, keine Personen. Aber der Fall der Woche um den Skinwalker Lucky, der als Familienhund ‚undercover’ lebt und sich aufrichtig um diese ‚seine’ Familie sorgt, erinnert daran, dass die Grenzen zwischen Monster und Person zuweilen fließen. Genauso war es ja immer mit den Dämonen: genauer gesagt, mit ihren Gefäßen, die als Werkzeug benutzt werden und deren Seelen – das, was sie als Personen definiert – gefangen gehalten werden.
Manchmal muss man die Person opfern, um das Monster zu beseitigen. Nach seiner Rückkehr hat Sam viele solche Opfer in Kauf genommen – will sagen: unschuldige Menschen getötet, wie er Dean am Ende der Episode wissen lässt. Der andere Sam, der neue Sam erinnert Dean indirekt an das moralische Dilemma ihres Jobs: Gezwungen von Veritas, sagte Dean die Wahrheit – I am a killer…

Ich wage zu behaupten, dass die sechste Supernatural-Staffel das Handeln der Winchester-Brüder in Frage stellt wie nie zuvor, indem sie immer wieder seine ‚Grauzonen’ anspricht. Sams Seelenlosigkeit ist Mittel zum Zweck, um eine essentielle Frage zu stellen: Ist das Leben in Supernatural entsetzlich tragisch oder tragisch entsetzlich?
Diese Frage wird in All Dogs Go To Heaven in der Gestalt von Lucky betont: Er ist ein Monster, aber er tötet – aus freiem Willen, entgegen seinen Anweisungen! -, um die Familie zu beschützen. Trotzdem sind und bleiben es Morde, die er verübt – ganz abgesehen von der Frage: „Gerechtfertigt oder nicht?“

Die Winchester-Brüder erfahren von Luckys Attacken durch… Crowley, ihren neuen Chef. Er will den Alpha-Werwolf haben – und würde dann Sams Seele zurückgeben. Obwohl Dean immer noch dagegen ist – Crowley is so far up our asses we’re coughing sulphur -, scheint dies der einzige Weg zu sein. – Übrigens ist mir die Sache mit der Seelenlosigkeit nicht ganz klar: nach welchen Prinzipien funktioniert das Ganze? Es sieht so aus, als würde Sam trotz fehlender Seele körperlichen Schmerz spüren. Aber warum schläft er nie? Wird sein Körper rein physisch gesehen nicht erschöpft? Dean hat die passende Bezeichnung für seinen Nicht-Bruder parat: „Robocop“! Obwohl Sam den Verlust seiner Seele nicht als solchen empfindet, da er durch diesen Verlust eben gar nichts fühlen kann, ist ihm der Unterschied zu vorher bewusst, denn er hat noch Zugang zu Sams Erinnerungen. „It was kinda harder.“ Dennoch will er zurück zum alten Sam – wobei: „wollen“ kann er auch nichts mehr. „I think I should go back to being him.“

Es gelingt Supernatural in dieser sechsten Staffel, die Positionen der Brüder umzukehren: Sam ist „badass“ und Dean „softy“. Exemplarisch dafür steht Sams Gesichtsausdruck, als Lucky ihn „dick“ nennt – eine Bezeichnung, die Menschen und Monster in der Regel für Dean benutzen! Was denkt ihr über diese Verdrehung der Winchester-Welt… und über die Skinwalker-Schläferzellen? Gründet jede übernatürliche Art eine Armee? Als Schutz vor Crowley? Und: wie gefiel euch Scharfschützen-Dean? Scheint es mir nur so, oder macht es sich diese Staffel zur Regel, pro Episode ein Blutbad zu liefern?

Supernatural: Family Matters (6×07)

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„Wer leitet’ euch? Wer leuchtet’ euren Wegen, Daß ihr entstiegt den Schatten tiefer Nacht, Die, ewig schwarz, der Hölle Thäler hegen?“ Mit diesem Zitat aus Dante Alieghieris Göttlicher Komödie betreten wir die neue Supernatural-Episode Family Matters.
Sie gehört zu denjenigen Episoden, die nur im Zusammenhang mit der handlungsübergreifenden Erzählung genossen werden können. Family Matters ist kein Stand-Alone-Ereignis, aber ereignisreich ist sie: Wir erfahren nicht nur, was mit Sam passiert ist, sondern auch, welches Geheimnis der Großvater der Winchester-Brüder hütet.

Warum habe ich ein Dante-Zitat gewählt? Nicht nur, weil Cas (Misha CollinsI wieder mit von der Partie ist – wenn auch nur kurz -,  sondern weil das große Geheimnis der sechsten Supernatural-Staffel Purgatorium (Fegefeuer) heißt. In der letzten Episode sahen wir, wie Dean (Jensen Ackles) Sam (Jared Padalecki) ohnmächtig prügelte. Nahtlos scheint es mit der Szene weiter zu gehen: Sam wacht auf – und mit seinen Augen sehen wir Castiels Gesicht. Obwohl im Himmel Bürgerkrieg herrscht, ist Cas gekommen, um zu helfen. Nachdem er auf seine Art Sams „Innenleben“ überprüft hat – ihm also die Hand in den Bauch geschoben, so wie bei dem Kind in Episode … – steht fest: Sam hat keine Seele. Sie muss in Luzifers Käfig gefangen geblieben sein.

Aber ist das von selbst geschehen? Sam und Dean suchen Samuel auf, und nach Antworten zu suchen. Cas stellt fest, dass der Großvater seine Seele noch hat – aber dennoch scheint er etwas zu verbergen. Samuels Hunter-Gang befindet sich im Aufbruch, um den Alpha-Vampir zu erledigen. Aber Dean kann heimlich beobachten, wie sie den Alpha nur gefangen nehmen und nicht köpfen.

Erneut stellt Dean Sam zur Rede. Der beichtet ihm nur so viel, dass Geschöpfe von Samuel eingefangen werden, um sie auszuhorchen, anscheinend mit Hilfe von Folter; Sam beteuert jedoch, nichts über den Ort und den Zweck des Geschehens zu wissen. Die Brüder folgen also Samuel und seinen Leuten.
An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich mir von dem Alpha-Vampir mehr erhofft hatte. Zwar ist die Figur durchaus charismatisch (auf Vampir-Art) – doch wenn dies der älteste Vampir auf Erden sein soll, dann ging alles irgendwie viel zu einfach. Und zu schnell – ohne dass wir wirklich mehr erfahren hätten.

Immerhin: Das Wichtigste teilt er den Brüdern mit. Samuel will wissen, wo sich das Purgatorium befindet, der Ort, wohin die toten Monster gehen (und nicht etwa Legoland, wie Dean rät). Es sieht so aus, als müssten Sam und Dean Dantes Reise der „Göttlichen Komödie“ in Supernatural ‚nachexerzieren’: Sie waren in den letzten zwei Staffeln beide in der Hölle und im Himmel. Jetzt fehlt nur noch das Purgatorium. Zwar stimmt die Reihenfolge der Reiseziele nicht so ganz, aber eine Göttliche Supernatural-Tragikomödie ist es schon…

Wer zieht aber die Fäden, wer übernimmt die Dramaturgie? Die Antwort lautet: Crowley (Mark Sheppard). Der King of Hell ist Samuels direkter Befehlshaber, und er war es auch, der Sam und seinen Großvater aus der Hölle holte. Sams Seele ist eine Art Leverage: Angeblich beabsichtigt Crowley, mit seinem Geschäft (der Hölle) zu expandieren. Durchaus interessant in Supernaturals Welt moralischer, idealistischer und anderer hoher Werte einen Gegenspieler für die Winchesters zu haben, der nicht nur äußerst trickreich und klug ist, sondern rein pragmatische Ziele vor Augen hat. Obwohl natürlich nicht davon auszugehen ist, dass Crowley die reine Wahrheit sagt. Will er vielleicht nach dem Purgatorium auch die Macht über den Himmel beanspruchen, der vom Bürgerkrieg der Engel erschüttert ist?

Dantes Reise Richtung Himmel führt durch den Läuterungsbereich (das Purgatorium), in dem die Seelen derer verweilen, die für ihre Sünden durch entsprechende Buße noch Vergebung erlangen können. Interessanterweise befinden sich in Supernaturals Mythologie ausgerechnet die Monster im Purgatorium. Können sie Vergebung erlangen?
“So, me Charlie, you angels“, sagt Crowley zu den Brüdern und zu Samuel. Sam ist bereit, den Großvater zu erschießen, aber Dean stoppt ihn. Warum? Weil Samuel Familie ist? Weil man nur als Familie die Reise durchstehen kann?  Was hat Crowley als Leverage, damit Samuel alles tut, was ihm gesagt wird? Das möchte Sam zusammen mit Dean herausfinden: Are you with me, Dean?
Die Kamera zeigt Deans Gesicht: Es kommt keine Antwort. Schnitt. Um mit Dante abzuschließen: Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens…

Supernatural: You Can’t Handle The Truth (6×06)

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Während FOX in Lie to Me mit Cal Lightman (Tim Roth) einen Spezialisten für Lügen und Wahrheit hat, verfügt CWs Supernatural über Gottheiten, die diesen Job übernehmen. Im Zentrum von You Can’t Handle The Truth steht der Versuch der Erzählung mit den Lügen aufzuräumen und Klarheit zwischen Sam und Dean walten zu lassen. Dieser Versuch entpuppt sich, wie in guten Supernatural-Episoden, als eine humorvolle und gleichzeitig traurige Angelegenheit. In Calumet City, Illinois, sehen wir wie eine Kellnerin plötzlich von jedem Menschen dem sie begegnet oder mit dem sie spricht die Wahrheit über sich erzählt bekommt – was andere von ihr denken. Und es sind keine schönen Gedanken.

Letztendlich kann sie nicht mehr diese Wahrheit aushalten und begeht Selbstmord direkt unter dem Etablissement-Schild „The Happy Place“, das vom Blut bespritzt wird. Die Inszenierung mit der Gedanken hörenden Kellnerin erinnert natürlich an Anna Paquins Sookie aus True Blood, mit dem Unterschied, dass Sookie Geschöpfe in ihrer Nähe hat, deren Gedanken sie nicht hört und somit hin und wieder ihre Ruhe genießen kann. Außerdem haben Vampire in True Blood Gefühle. Nun, wie wir in dieser Episode erfahren, hat Sam keine mehr. Er weiß nicht mal, was er ist! Bevor es zu dieser Erkenntnis kommt, haben wir   die Ehre eine weitere Gottheit aus der Supernatural-Welt kennen zu lernen, namens Veritas (Die Königin der Wahrheit), die alle in der Kleinstadt dazu zwingt die Wahrheit zu sagen. Wer die Wahrheit nicht ertragen kann, verliert sein Leben und Veritas ernährt sich von den Überresten.

Das ist nicht metaphorisch gemeint, denn in einer Halloween absolut würdigen Szene können wir zusehen, wie sie einer Leiche die Zunge herausreißt und dann verspeist. Generell wartet auch diese Episode mit „schönen“ Splatter-Inszenierungen, wie die, als der Zahnarzt seinen Patienten mit dem Zahnarztbohrer erledigt. Neben den blutigen Szenen gibt es auch ein paar humorvolle, wie das Telefonat zwischen Dean und Bobby, als Dean mehr Wahrheit erfährt, als es ihm lieb ist, wie zum Beispiel, dass Bobby Tory Spellings Show gerne schaut und sich hin und wieder Pediküre machen lässt. Aber die Minuten der humorvollen Ablenkung sind schnell gezählt. Lisa macht mit Dean Schluss am Telefon, indem sie ihm sagt, dass solange diese Probleme zwischen ihm und Sam weiter gehen, er nie andere Familie haben und nie glücklich sein kann.

Viel schockierender für Dean ist aber dann die Feststellung, dass Sam ihm gegenüber als einziger gelogen hat. Als Dean ihn über sein verhalten ausfragt, als Dean gebissen wurde, sagt Sam dass er einfach in dem Augenblick einfror und es ihm leid täte.   Aber Veritas, die beide Brüder später gefangen hält, stellt schockiert fest, dass Sam es schafft ihr gegenüber zu lügen. Da kein Mensch das kann, bedeutet das, Sam sei nicht menschlich. Nachdem die beiden Veritas töten, kommt der wirkliche Moment der Wahrheit. Gestellt buchstäblich vor Deans Messers Schneide gibt Sam zu, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist, aber er weiß nicht was. Er ist so guter Hunter, weil er nichts fürchtet und generell nichts mehr fühlt. Er nimmt alles in Kauf auch Deans Vampirverwandlung, um ans Ziel zu kommen. Sam bittet Dean um Hilfe. Dean legt zwar das Messer weg, aber dann – und das ist eine der härtesten Szenen der Supernatural-Geschichte – schlägt er Sam bewusstlos zusammen. Der Bildschirm verdunkelt sich. Supernatural hinterlässt uns nicht nur mit der Frage, was Sam ist, sondern was Dean machen wird?

Supernatural: Love Free or Twihard (6×05)

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Ich werde das Risiko auf mich nehmen, passend zur Thematik der Episode wie ein Fanboy zu klingen: Love Free or Twihard ist eine verdammt gute Episode. Sie feuert an allen Fronten und bietet ein Wechselbad der Gefühle – Supernatural’s Finest! Angefangen mit den satirischen intertextuellen Referenzen zu Twilight über Horror, Splatter und Action zu Betroffenheit und Trauer.
Ein harter Mystery-Kern steckt in alledem, über den wir in der neuen Season immer mehr erfahren. Es scheint, als würden sich die unterschiedlichen Kreaturenarten der Supernatural-Welt auf einen Krieg vorbereiten. Wir haben schon gesehen, dass die Formwandler sich mit einem extremen Tempo vermehren. Love Free or Twihard zeigt uns, dass auch Vampire ein Alpha haben und damit beschäftigt sind, eine Armee zu bilden. Aber gegen wen wollen die Kreaturen antreten? Kann es sein, dass jetzt, wo Himmel und Hölle versagt haben und geschwächt sind, die bösen Mächte um eine neue Ordnung kämpfen?

Nun: bevor wir uns solchen wichtigen Fragen widmen, präsentiert uns die neue Episode mit einem humorvollen Seitenhieb, wie tief die Vampire im neuen Jahrhundert gefallen sind. In früheren Zeiten waren sie Monster – und gehörten zu den ältesten und grausamsten. Aber die Dracula-Legende mit ihrem romantischen Erzählkern – dem Grafen, der seine geliebte Frau verlor – hat sich inzwischen in billige Groschen-Romanzen über bleiche Teenager verwandelt, die traurig in der Gegend herumhübschen und sich Leid tun. Zum Glück waren die Vampire in Supernatural immer schon scheußlich. Aber sie haben auch gelernt, die Twilight-Obsession für sich zu nutzen! Dean und Sam bekommen es zu tun mit einem Vampirnest, dessen Bewohner junge Frauen austrinken und offenbar Größeres vorhaben.

Die Episode eröffnet mit besagtem Seitenhieb. Wir sehen, wie ein attraktiver junger Mann, zerrissen von Schuldgefühlen und Fragen über … alles Mögliche, ein schüchternes Mädchen verführt. Er bringt sie zu … dem dicken Boris mit der Fettfrisur. An dem Punkt ist schlagartig Schluss mit Romantik! Sam und Dean nehmen sich des Falles des verschwundenen Mädchens an. In ihrem Zimmer entdecken sie ein Team Edward-Paradies. An dieser Stelle gäbe es Einiges zu zitieren, vor allem aus Deans Mund… aber lieber selbst noch einmal schauen und anhören. Obwohl: These aren’t vampires, man. These are douchebags.

Zurück zum ersten Teil: Dean und Sam machen die Vampire in der Gothic-Bar ausfindig (Dean: You go with Efron. I’ve got Bieber!), aber die Sache läuft schief, denn Boris taucht auf und zwingt Dean, sein Blut zu trinken, während Sam… tatenlos und gebannt zuschaut und die Kamera im extremen Close-Up ein kleines, lüsternes Lächeln in seinem Mundwinkel zeigt.
Diese Szene ist vermutlich die schrecklichste innerhalb des Schlachtfestes, zu dem die Episode dann mutiert. Die Brüder hatten immer ihre Beziehungskrisen – aber das? In diesem Moment zeigt uns Supernatural, dass „anders“ wirklich „anders“ bedeutet. Für mich steht diese Szene in Verbindung mit Deans späteren Halluzinationen. Als er nach und nach zum Vampir wird, ruft er Samuel Campbell zu Hilfe, weil er Sam nicht zutraut, ihn zu töten. Falsch gedacht?

Samuel jedenfalls hat nicht vor, Dean zu erledigen, sondern besitzt das Rezept für ein Heilmittel, wofür Dean allerdings noch Blut von Boris beschaffen muss. Nun beginnt das erwähnte Schlachtfest, in dessen Laufe Vampir-Dean das komplette Vampirnest inklusive Boris enthauptet. Wir sehen und hören allerdings, dass es einen Alpha-Vampir gibt – hinter dem Sam und Samuel vermutlich her sind.

Sehr eindrucksvoll und für die Entwicklung der Supernatural-Welt bezeichnend wirkt es, wie die Vampire den Alpha Vater nennen: mit Blick nach oben, Richtung Himmel. Das Gebäude besitzt Oberlicht: eine gläserne Decke, geschmückt mit Malereien, die sehr an eine Kirche erinnern. Noch eindrucksvoller und faszinierender ist Deans Traumsequenz geraten: Der Vater macht alle Vampire durch eine Art Flüstern bewusstlos, das durch die leuchtende Glasdecke dringt. Dean beginnt zu halluzinieren. Die surrealen Bilder zeigen uns vor allem zwei Mädchen, Zwillinge, immer wieder – und außerdem Aufnahmen einer Zellteilung.

An der Stelle habe ich mich gefragt: spielt dies auf Sam an? Ist er zwei? Anders? Ein zweiter Sam? Ein Gefangener seines Blutes?  Die Information, mit der Dean aus der Schlacht zurückkehrt, lautet: Alpha bildet eine Armee – und hat keine Angst mehr vor den Huntern. Als Dean zurückverwandelt wird, sehen wir mit seinen Augen alle Ereignisse bis zu Boris’ Attacke rückwärts laufen, wie in einem zurückspulenden Film. Dieser Film stoppt schließlich an einer Stelle: Sams Lächeln…

In gewissem Sinne weiß Dean jetzt Bescheid. Samuel aber auch! Mich hat es gewundert, dass auch Samuel Sams Andersheit jetzt registriert. Er fragt ihn, warum er Dean tatenlos zum Vampir werden ließ? Offenbar kannte Sam das Rezept für die Heilung! Er leugnet das zwar – „you must have talked to Christian or someone“ -, aber Samuel ist misstrauisch. Er erinnert sich genau daran, mit Sam über das Rezept gesprochen zu haben. Die Geheimniskrämerei war also keine gemeinsame Sache zwischen Sam und den Campbells… ?

Es scheint, als wisse keiner so recht, was mit Sam los ist. Vielleicht fällt euch Lesern und Supernatural-Fans etwas ein? Alles in Allem gefällt mir, wie die neue Staffel Fahrt aufnimmt – und man darf gespannt sein, was wirklich in der Supernatural-Welt vorgeht und wie die Brüder damit zurechtkommen werden.

Supernatural: Weekend at Bobby’s (6×04)

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Wenn man eine Figur aus Supernatural auswählen müsste, bei der die Autoren alles richtig gemacht haben, dann ist es definitiv Bobby (Jim Beaver). Als ich die Vorschau und den Titel dieser Episode sah, hoffte ich geradezu, dass Weekend at Bobby’s eine typische Supernatural-Bobby-Episode werden würde… Und so war es dann auch!
Was heißt hier ‚typisch’? Nun: Geschickt widmen die Supernatural-Autoren in jeder Staffel eine Episode ganz Bobby, die nicht nur Bobbys Wichtigkeit für Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) demonstriert, sondern auch die Figur selbst weiter entwickelt. Klar, die Winchester-Brüder stehen ständig in Kontakt mit Bobby; doch zumeist ist  seine Präsenz unaufdringlich – er ist immer nur für kurze Zeit zu sehen oder zu hören. Aus diesem Grund sind Episoden wie Weekend at Bobby’s für die Serie als Ganze sehr wichtig: Sie vervollständigen die Supernatural-Welt, kreieren den Eindruck, dass jede Figur in dieser Welt ihr Leben weiterlebt und mit Problemen fertig werden muss – auch wenn wir sie nicht so oft sehen wie die Hauptfiguren.

In Weekend at Bobby’s nehmen nun irgendwie alle Kontakt mit Bobby auf – ausgerechnet an einem Tag, da er etwas für sich selbst erledigen will. Aber die Supernatural-Welt – sei’s Mensch, sei’s Kreatur – lässt ihn nicht. Im Täglich grüsst das Murmeltier-Style klingeln Bobbys Telefone unablässig – und jedes Mal, wenn er sich hinsetzt, klopft jemand an die Tür…
Zwar macht die Episode beim handlungsübergreifenden Erzählstrang keine Fortschritte,  und Sams und Deans Fall der Woche verläuft zum größten Teil offscreen. Trotzdem gehört die Episode für mich zu Supernatural’s Finest: mit der typischen Mischung aus selbstreflexivem Humor, einem Tropfen Drama und von Blut tropfenden Details!

Wir wissen, dass Bobby seine Seele an Crowley (Mark Sheppard) verkauft hatte und dass dieser sie nicht zurückgeben will. Bobbys Jahre bis zur Verdammung sind jedoch gezählt – und der will er definitiv entgehen. Also arbeitet er einen Plan aus, um Crowley die Seele wieder zu entlocken. Dieser Plan involviert das Foltern von heißen (in jeder Hinsicht, wie bei Supernatural üblich) weiblichen Dämonen, einen Einbruch in die Universitätsbibliothek zu den Klängen von Kenny Rogers „The Gambler“ und … die Zusammenarbeit mit Alt-Hunter Rufus Turner.

Rufus und Bobby, deren Chemie den Unterhaltungseffekt der Episode extrem steigert, bilden in dieser Episode eine Art Gegenpärchen zu den Winchester-Brüdern. Das wird vor allem während der heftigen Auseinandersetzung am Telefon zwischen Bobby und den Brüdern deutlich: Dean beschuldigt Bobby, egoistisch zu sein und einen anderen Anruf annehmen zu wollen, während er ihm von Sam und seiner Veränderung erzählt. Daraufhin bekommen die beiden Brüder von Bobby zu hören, was für egoistische Jammerlappen sie selbst eigentlich sind.
Bobby hat nicht die Zeit, herumzusitzen und emotionale Zustände zu bejammern: Ständig muss er jemandem helfen! Es klingelt, es klopft, es beißt … und bringt Kuchen. Bobbys Nachbarin Marcy möchte ihn näher kennen lernen und lädt ihn sogar zum Scary-Movie-Filmabend ein…
Marcy: Hey, have you seen Drag Me To Hell? Bobby: Trying to avoid it.

Zum Date kommt es doch noch, aber nur, weil Rufus eine Kreatur mitgebracht und mit Bobby auf dessen Hof vergraben hat. Vergraben möchte sie nicht bleiben… Es kommt zum Showdown an Marcys angeblich kaputter Häckselmaschine, in welcher der Dämon dank Bobby endet. Die mögliche Romanze zwischen Bobby und Marcy endet damit leider auch, bevor sie begonnen hat.
In der Zwischenzeit haben es Sam und Dean mit einer Lamia zu tun, einem schlangenköpfigen Geschöpf aus der griechischen Mythologie. Ich finde es sehr gelungen und zur Episode passend, dass dieser Job zum größten Teil offscreen abläuft – dabei aber für klassisch-amüsante kleine Supernatural-Szenen sorgt: Dean ruft Bobby an, um ihm mitzuteilen, dass es mit dem Ausschalten der Lamia leider nicht so ganz geklappt hat – und im Hintergrund sehen wir, wie Sam durch die Gegend bzw. das Bild hin- und hergeschleudert wird…

Aber es ist tatsächlich an der Zeit für die Winchester-Brüder, im Gegenzug einmal Bobby zu helfen. Denn er hat zu tun mit… dem offiziellen King of Hell! Ja, Crowley ist aufgestiegen – aber wie wir erfahren, bringt ihm die Chefposition nicht allzu viel Freude, denn Dämonen sind unzuverlässige Mitarbeiter. Mit Hilfe von Sheriff Jody Mills kann Rufus Bobby einen Ring bringen, mit dem der den Geist von Crowleys verstorbenem Sohn beschwören kann. Dieser erzählt Bobby interessante Details über den King of Hell.

Crowleys echter Name lautet Fergus MacLeod, und Bobby erfährt auch, wo seine Knochen vergraben liegen. Denn offenbar kann man einen Dämon komplett auslöschen, wenn man die Knochen verbrennt – wie bei einem x-beliebigen Geist. Das ist allerdings neu! Der Deal lautet also: Knochen gegen Seele. Und darauf muss Crowley eingehen.
So kann sich Bobby am Ende dieser Episode (bei der Jensen Ackles zum ersten Mal Regie führte) endlich hinsetzen und ein Stück Marcy-Kuchen genießen. Oder auch nicht, denn… das Telefon klingelt.

Supernatural: The Third Man (6×03)

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Back to normal? Ich bin sicher, dass nach dieser dritten Episode viele Fans diese Frage mit einem „Ja“ beantworten werden.
The Third Man lenkt uns Zuschauer wieder in vertraute Bahnen: Wir erfahren mehr über den mythologischen Stand der Ereignisse, die Sam-Dean-Beziehung rückt deutlich in den Vordergrund – und die beiden arbeiten an einem Fall. Ohne die Campbells. Dafür: mit Castiel (Misha Collins). Er ist wieder da! Der Lieblingsengel der TV-Zuschauer ist zurück – und hat natürlich ein paar sagenhafte One-Liner parat…

Bevor wir uns den Ereignissen in The Third Man widmen, möchte ich erwähnen, dass rückblickend die Entfremdung der ersten zwei Episoden für mich einen positiven Effekt hat: nämlich Sams Entfremdung zu demonstrieren, in uns das Gefühl zu erwecken, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wir erfahren, dass sich die Welt von Supernatural verändert hat – und dass Sam verändert zurückgekehrt ist. Für mich bleibt das Ganze, ob bewusst oder unbewusst, eine Metapher über das Schicksal der Serie selbst: Die drohende Apokalypse, die es abzuwenden galt, war Supernaturals Absetzung – und sie wurde abgewendet, die Serie ist auf die Bildschirme zurückgekehrt. Aber: verändert. Für uns Zuschauer heißt das: wir müssen für die neue Staffel selbst ebenso Geduld aufbringen wie für Sam (Jared Padalecki) – wir müssen abwarten, was die Veränderungen mit sich bringen.

The Third Man heißt ein britischer Filmklassiker aus dem Jahre 1949. Er spielt im Nachkriegs-Wien und erzählt die Geschichte zweier Freunde. Einer von ihnen, Harry Lime, lädt den anderen zu sich nach Wien ein und stellt dann seinen Tod, weil er monströse Verbrechen begangen hat. Sein Freund deckt das Ganze auf, findet Harry schließlich und tötet ihn: Harry selbst war der dritte Mann.

Die Referenz im Episodentitel eröffnet uns interessante Spekulationsmöglichkeiten. Ist Samuel Campbell The Third Man? Wird Dean gezwungen sein, ihn umzubringen? Oder mache ich mir zu viele Gedanken, und The Third Man bezeichnet einfach Cas’ Auftritt in dieser Episode? Bezieht sich das „Third Man“ auf Sams Andersheit? Ist er ein anderer?
Diese Episode weist uns und Dean zumindest in diese Richtung: Sam Winchester beim Workout mit glänzendem Oberkörper und in weiblicher Begleitung! Neue Freundin? Nein – es handelt sich um eine Prostituierte, die er anschließend bezahlt. Diese Szenen am Anfang der Episode bekommen wir im Parallelschnitt zu sehen mit Bildern, in denen Dean nach einem Lisa-Traum im Impala aufwacht und sich nur kurz draußen räkelt, während Sam aufwändiges Workout betreibt.

Nach einem kurzen Telefongespräch nehmen die Brüder einen neuen Job auf. An dieser Stelle erinnert uns Supernatural – mit Hilfe der drei Morde an den drei Polizisten – an die eigenen Ursprünge im Horrorgenre, indem man sich visuell ausgiebig grauenvoll-blutigen Details widmet. Die Brüder brauchen einen dritten Mann, um den Fall zu lösen, nämlich Castiel. Sam hat vergeblich versucht, ihn zu kontaktieren – doch Dean braucht ihn nur einmal zu rufen, da taucht er auch schon auf mit der Erklärung, zwischen ihm und Dean gäbe es einen „more profound bond“…

Cas erzählt den beiden, dass im Himmel absolute Anarchie herrsche und jemand sich mit einem Großteil des göttlichen Waffenarsenals davon gemacht habe. Eine von diesen fürchterlichen Waffen ist Moses’ Stab, der für die Morde an den Polizisten verantwortlich zu sein scheint. Cas: I think we can rule out Moses as a suspect.
Ein kleiner Junge, der Rache für seinen Bruder nehmen will, befindet sich im Besitz eines Stabteils. Gegeben hat er dafür seine Seele! Aber deren Abnehmer ist… ein Engel. Cas vermutet richtig einen alten Freund hinter der Geschichte: Balthazar. Balthazars Erklärung: Cas’ Rebellion habe ihn dazu angeregt, sich gewissermaßen selbständig zu machen. Engel und freier Wille? Interessant!

Raphael jedenfalls scheint den unbedingten Willen zu demonstrieren, die Apokalypse wieder in Gang zu setzen und über Himmel und Erde zu herrschen. Wird er der große Gegner in dieser Staffel sein? Auf jeden Fall wird (auch) er verändert zurückkommen – denn in dieser Episode vernichtet Balthazar Raphaels Gefäß. Was aber steckt in Sam?

Die Episode schließt in alter Tradition mit einem etwas längeren Gespräch zwischen den Brüdern, bevor sie in den Impala steigen. Impala? Ja – Sams Auto wurde während des Engelzweikampfs zerstört! Was aber ist, so muss sich Dean fragen, in Sam zerstört worden? Als Informationen über Balthazar gebraucht werden, erklärt sich Sam ohne mit der Wimper zu zucken einverstanden, dass Cas den kleinen Jungen im gewissen Sinne foltert, um an die Informationen heranzukommen! Diese Tatsache alarmiert Dean. Seit der zweiten Staffel und Deans Deal driften die Brüder auseinander, auch wenn sie sich immer wieder zusammenfinden, um gegen die großen Probleme aufzutreten. Wird dieser Prozess eine Lösung oder einen Schlusspunkt finden? Oder beides?

Supernatural: Two and a Half Men (6×02)

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Zwei Männer und ein Baby? Die Film- und Fernsehgeschichte hat uns gelehrt, dass diese Konstellation Komödie bedeutet. In den meisten Fällen ergeben sich tatsächlich humorvolle Situationen – aber nicht in Two and a Half Men: Sam ist auf den Spuren eines Mörders, der Familien tötet und ihre Babys mitnimmt. Es handelt sich um einen Formwandler. Nur: was wollen Formwandler mit Babys?

Sam braucht Dean, um das herauszufinden – nachdem er ein Baby gerettet hat. Bobby John allerdings – wie die beiden den Kleinen aus der Not heraus nennen – ist kein normales Baby…  Die Szenen mit den hilflosen Winchester-Brüdern und dem Baby sind zwar amüsant – vor allem Deans „Smoke and the Water“ Gutenachtlied –, aber insgesamt wirken die Baby-Komikeinlagen doch recht lahm.

Kurz bevor man in „Was soll das“-Tiraden ausbricht, nimmt die Episode  jedoch eine überraschende Wendung und schafft es irgendwie, die Baby-Story thematisch mit der großen Erzählung  um Dean und Sam zu verbinden. Bobby John ist ein Formwandler-Baby, und dessen „Vater“ will es unbedingt wieder haben. Sam besteht darauf, das inzwischen farbige Baby zu Samuel (Mitch Pileggi) zu bringen. Samuel und der Rest des Klans wollen das Baby behalten und groß ziehen. Aber Dean spürt, dass mit der Sippe etwas nicht in Ordnung ist…

Für Auseinandersetzungen bleibt keine Zeit: der Formwandler-Vater taucht auf. Und mit Vater ist DER VATER gemeint. Wie wir erfahren, haben alle Wesensarten einen ‚Alpha’, den Ersten ihrer Art, den Vater aller Nachgekommenen: Nicht nur bei den Campbells und den Winchesters geht es um die Familie. Während der letzten Season bekamen wir die „himmlische“ Familie mit ihrem abwesenden Vater zu sehen. In der neuen erleben wir, wie andere Wesen, andere Väter, um ihre Familien kämpfen. Haben auch Dämonenfamilien „daddy issues“?
Auf die Parallelen zu John Winchester und seiner Familie braucht man nicht hinzuweisen, denn sie liegen auf der Hand. Two and a Half Men handelt von Verantwortung: Wer übernimmt Verantwortung für Formwandler-Babys? Wer übernimmt Verantwortung für Lisa und Ben? Wie kann Dean Verantwortung übernehmen, ohne dabei die geliebten Menschen zu ersticken mit seinen Sorgen und dem Drang, sie zu beschützen? Two and a Half Men artikuliert Deans Angst davor, der zweite John Winchester zu werden.

Ich vermute, dass diese Episode die zwei Lager der Supernatural-Fans weiterhin gespalten halten wird. Wie man die Entwicklung der Serie nach Kripkes Ausstieg empfindet, ist tatsächlich rein subjektiv. Auf der einen Seite kann man durchaus Kritik daran üben, dass Dean allzu rasch wieder in den Impala gesetzt und Lisa einfach so aus dem Weg geräumt wird. Deans zwickmühlenartige Situation ist zudem letztlich irrelevant – denn im Grunde hat er ohnehin keine Wahl: Supernatural kann ja nicht weiter gehen, wenn er nicht weiter macht. Seine triumphal-pathetisch inszenierte Rückkehr zum Hunter-Leben unter den Klängen von „Smoke on the Water“ stand also von vornherein fest.

So gesehen, hätte man sich die ganze Story mit seiner Zerrissenheit schenken können. Andererseits aber arbeitet die Serie weiterhin an ihren Figuren und lässt sie nicht einfach weiter machen. Nicht nur redet Dean offen über seine Angst, so wie John zu werden, sondern er kann sogar Lisas Rat annehmen und als den besten Weg in seiner Situation akzeptieren. Was Lisa betrifft, schafft es Supernatural, die Identität der Figur beizubehalten. Man macht sie weder zur Hunterin noch lässt man sie einfach sterben, sondern sie hat ihren eigenen Willen und kann eine Entscheidung treffen. Sie will Dean in ihrem Leben haben – egal auf welche Art und Weise.

Jared Padalecki bringt es in den bisherigen zwei Episoden der Staffel fertig, in den Zuschauern subtil, aber überzeugend das Gefühl zu erwecken, dass mit Sam etwas nicht stimmt. Mit den Campbells stimmt definitiv so Einiges nicht, denn sie haben Geheimnisse vor Dean – und vielleicht sogar vor Sam. Wir hören Samuel am Telefon mit jemandem sprechen und erfahren jetzt mit Sicherheit, was wir letzte Woche schon ahnten: Die Campbells wollen unterschiedliche Wesen fangen und – nicht töten. Wozu, fragen wir uns? Und damit ist der rote Faden für die sechste Staffel geknüpft – verflochten mit der Frage, wie Samuel und Sam zurückgekommen sind.