Supernatural: How To Win Friends And Influence Monsters (7×09)

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The Rise of Dick oder Dick is coming: So könnte die neue Supernatural-Episode auch heißen, denn sie widmet sich dem Leviathan-Erzählstrang und zeigt uns, was für ein „dick“ Dick ist. Sam, Dean und Bobby müssen die leidige Erfahrung machen, dass Crowley mit „hate this dick“ (oder so ähnlich) keine generelle, sondern eine sehr spezifische Aussage getroffen hat. Bei mehrköpfigen Gegnern wie den Leviathanen besteht immer Gefahr, sich in der undurchsichtigen Bedrohung zu verzetteln; aber Supernatural war immer schon gut darin, einem Gegner „Gesicht“ zu verleihen: spezifische Charakterzüge, die ihn zwar übermächtig, aber gleichzeitig psychologisch zum Anfassen nah gestalten.

Man denke an den gelbäugigen Dämon, an Luzifer oder eben jetzt an Dick Roman, den Anführer der Leviathane. Übrigens würde es mich interessieren, nach welchen Kriterien eine hierarchische Ordnung unter uralten Monstern zu Stande kommt! Mal abwarten, ob die Serie noch ein paar Details dazu parat hat. Zurück zu Dick Roman als Oberbösewicht: Der Vorsicht halber möchte ich nicht gleich behaupten, dass er seine Rolle perfekt erfülle – dafür haben wir trotz dieser Episode bislang zu wenig von ihm gesehen. Aber das Gesehene stellt mich vorerst zufrieden! Dick Roman wirkt wie eine Kombination aus Dexters Jordan Chase und Terminator. Bei ihm spürt man tatsächlich etwas Gnadenloses unter der Oberfläche lauern, so dass es überhaupt nicht nötig ist, das wahre Leviathan-Gesicht zu zeigen, um Wirkung zu erzielen. Diese Wirkung gerät umso stärker, als es Supernatural gelingt, uns Zuschauer in den ersten zwanzig Minuten der Episode erfolgreich in die Irre zu führen.

Als Bobby, Dean und Sam untersuchen, wie tödlich „Sounds of nature“ in Pine Barrens, Jersey sein können, finden sie heraus, dass „alte“ Bekannte hinter den Morden in den Wäldern stecken. Ich muss bekennen, dass in dieser neuen Staffel meines Erachtens das Trio bisher besser funktioniert als das Duo: nicht weil Sam und Dean unbedingt eine väterliche Bezugsperson brauchen, sondern weil durch Bobbys Figur eine Mischung aus Direktheit, Humor, Melancholie und unermüdlichem Kampfgeist in die Sache hineinkommt. Bestes Beispiel: die zwei Konversationen, die Bobby mit Dean (Jensen Ackles) und Sam (Jared Padalecki) über ihre „Probleme“ führt. Nicht nur fühlen sich die Gespräche wie eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dem Thema an, sondern immer wieder kann Bobby (Jim Beaver) die beiden auf humorvoll-väterliche Art dazu bringen, konkrete Probleme ins Auge zu fassen –wodurch er sie daran hindert, sich allzu sehr in passiven Ende-der-Welt-Selbstmord-Gedanken (Dean) oder in glückseliger Akzeptanz der eigenen „freak nature“ (Sam) zu ergehen. Denn Bobby weiß, wie sehr die Brüder davon zerfressen werden können, so dass am Ende nichts mehr übrig bliebe. You die before me and I’ll kill ya, sagt Bobby zu Dean.

Im Zuge solch kannibalistischer Anspielungen landen wir im lokalen Diner, wo sich Dean und Sam Informationen von Ranger Rick holen… und Dean dem Angebot der Woche, dem Turducken-Burger, nicht widerstehen kann. So ein Burger kann einen direkt ins Nirwana versetzen. Da wir nun aber Deans fröhliche Beziehung zum Fast Food kennen, fällt uns sein unbekümmerter Zustand zunächst nicht auf – bis Bobby und Sam feststellen, dass jemand die komplette Bevölkerung unter Drogen setzt, und zwar (Dean inklusive) mit Hilfe der Burger. Unter die schlimmste Droge, die sie sich vorstellen können: die Leviathan-Droge. Nach Deans Kaltentzug verfolgt das Trio die Spur bis zu einem Lagerhaus: einer Art Labor, wo unser alter Bekannter, der Leviathan-Doktor, ein Experiment durchführt. Wie es aussieht, gelingt den Leviathanen auch nicht immer alles: Sie haben mit Nebeneffekten des Experiments zu kämpfen. Nicht nur ist Edgar (Benito Martinez) vor Ort, sondern man erwartet überdies den Boss: den Dick, der höchstpersönlich das Programm einstellen will, da die „Ausrutscher“ zu viele Schlagzeilen in der Presse verursachen. Worum aber geht es dem Experiment eigentlich?

Die betroffenen Personen sollen in einen glückseligen, unbekümmert-willenlosen Zustand versetzt werden – nicht aber sich in kannibalistische Fressmaschinen verwandeln. Genau das jedoch ist in mehreren Fällen geschehen. Also lautet die Strafe für den Doktor: Friss dich selbst! Als Dick Bobby gefangen nimmt, bekommen wir einen kleinen Einblick in die Pläne der Leviathane, die viel praktischer orientiert zu sein scheinen als die Ende-der-Welt-Wünsche bisheriger Bösewichte. Die Leviathane wenden die Welt – so, wie sie eben ist – gegen sich selbst, um von ihr Besitz zu ergreifen. Daher die Ironie, dass Bobby während seiner Flucht mit Sam und Dean ausgerechnet von einer Kugel verletzt wurde; vielleicht gar tödlich. Als Dean und Sam nach ihm rufen, bekommen wir nur den dunklen Bildschirm als Antwort, der uns voller Spekulationen verabschiedet – bis zur nächsten Episode in zwei Wochen.

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