Supernatural: Plucky Pennywhistle’s Magical Menagerie (7×14)

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Thematisch bedingt, muss ich mich schon zu Anfang dieses Reviews outen und zugeben, dass ich nicht zu den Clown-Liebhabern zähle. Clowns haben bei mir immer Aggressionen anstatt Fröhlichkeit und Amüsement geweckt. Vielleicht stimmt mit mir etwas nicht? Oder eher mit den Clowns? Wie Supernaturals Langzeit-Fans wissen, gehören Clowns für Sam Winchester (Jared Padalecki) zu der Kategorie „Persönliche Monster“. Vermutlich können nicht einmal der gelbäugige Dämon und Luzifer dieses Privileg für sich beanspruchen… Obwohl Luzifer zu Beginn dieser Staffel auf dem besten Wege dahin war, aber dann verschwand er mehr oder weniger spurlos.

Damit machte er Platz für den neuen großen Gegner, für die Leviathane – aber auch von Dicks Leuten fehlte zuletzt jede Spur. Eigentlich ist es weder etwas Neues noch komplett abwegig, wenn Supernatural ein paar Episoden mit abgeschlossener Handlung in Folge anbietet. Gegenwärtig aber entsteht durch Bobbys Abwesenheit – und auch Cas’, der sich im Hintergrund mit dem Feind auseinandersetzt – das Gefühl, die Autoren hätten die Leviathan-Story einfach links liegen lassen, um sie in den finalen Episoden um so wirkungsvoller reaktivieren zu können. Bis dahin füllt man die Zeit mit ein paar Fällen und versucht, die frühere Balance zwischen Horror, Humor und Emotionen wiederherzustellen. Das jedoch gelingt immer seltener.

Amüsant darf sich diese Episode freilich nennen – dank etlicher gelungener Slapstickeinlagen. Und überhaupt, wir wollen der Serie nicht Unrecht tun und korrigieren hiermit: Einer arbeitet, wie wir von Dean am Anfang der Episode erfahren, definitiv an der Dick-Geschichte, nämlich… Dick. So we have Dick on Dick? fragt Sam seinen Bruder. Kein Dick-Witz ist einer zuviel. Aber für Sam ist das Ganze bald nicht mehr lustig. Denn in medias res sehen wir ihn in erbittertem und panischem Kampf gegen gleich zwei Clowns der besonders grässlichen und grünhaarigen Art. Dann erscheint die 24-Style-Uhr und teilt uns mit, wie lange wir noch ausharren müssen, bis die Kampfszene endet… Während „hot chicks“ sich langsam zu Deans Alptraum entwickeln, waren Clowns immer schon Sams Horror. Als die beiden eine Mordserie in einer Kleinstadt in Kansas untersuchen, führt die Spur zu dem Indoor-Spielplatz „Plucky Pennywhistle’s Magical Menagerie“.

Dort werden Kinder-Alp-Träume wahr. Buchstäblich. Die Philosophie des Kinderparadieses besteht darin, die kleinen Besucher ihre Alpträume zeichnen zu lassen, damit sie sich davon befreien. Einer der Mitarbeiter ist der Meinung, dass der größte Alptraum der meisten Kinder die Eltern seien, und sorgt mit Zaubersprüchen und anderen magischen Utensilien dafür, dass manche Väter von Riesenkraken, einem Einhorn (es sah aus, als ließe das Zaubergeschöpf einen Regenbogen fahren) und sogar einem Hai (beste Szene der Episode!) erledigt werden. Dass Sam und Dean dem eifrigen Mitarbeiter auf die Schliche kommen, heißt: Zwei feindselige Clowns werden auf Sam gehetzt. Dean als Sams Glücksfee ist natürlich nicht untätig und sorgt dafür, dass sich die roten Pappnasen in Glitzerstaub auflösen. Plucky Pennywhistle’s Magical Menagerie bietet also durchaus amüsante Momente… Aber: Supernatural ist gegenwärtig doch irgendwie eine Grimasse seiner selbst.

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