Supernatural: Repo Man (7×15)

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Im Vergleich zu manch einer Episode dieser siebten Staffel – und es gab mehrere, die uns an frühere Supernatural-Staffeln erinnerten und erinnern wollten – trifft Repo Man mehr meinen Geschmack. Mag sein, dass ich einfach viel zu sehr an den Supernatural-Zeiten hänge, in denen es um die Brüder und die Dämonen ging… Diese Zeiten bleiben meiner Meinung nach die stärksten! Repo Man gehört wiederum zu den stärksten Episoden der laufenden Staffel. Nach wie vor gibt es in der Leviathan-Story keine Entwicklung zu verzeichnen, aber hier tut das kaum etwas zur Sache. Denn die Autoren kehren zu Luzifer zurück. Wie Luzifer selbst bemerkt, als er und Sam in der Bibliothek sitzen: Es sind Monate vergangen, seit sie zuletzt Kontakt hatten. Dieser Umstand bildete einen Teil meiner Kritik an Supernatural in den letzten Wochen. Ich weiß, dass es schwer ist – und nicht einmal immer nötig -, uns in jeder Episode sämtliche Handlungsstränge inklusive die kleinen und großen Nebenhandlungen vor Augen zu führen, aber dazu im Stande zu sein, gehörte immer zu Supernaturals Stärken.

So fühlt sich auch die erzählte Welt ‚voller‘ an, reicher an unterschiedlichen Figuren und Geschichten. Außerdem beschert uns das den Genuss schauspielerischer Leistungen wie Mark Pellegrinos als Luzifer höchstpersönlich. Übrigens: Auch Crowley (Mark Sheppard) vermissen wir schmerzlich! Die Mitarbeiter der Hölle waren immer schon interessante Figuren. Zurück zu ihrem Chef oder besser gesagt Ex-Chef. Die Dämonen, die man rief, hausen stets in einem selbst, sagt uns Repo Man. Und wenn das auch auf den ersten Blick trivial erscheinen mag, ist die Ausführung der Episode meiner Meinung nach gut gelungen – auch die kleinen humorigen Einlagen. I was nothing without my demon, sagt ein gewisser Jeffrey (Russell Sams) gegen Ende der Episode zu Dean (Jensen Ackles). Jeffrey war ein einfacher Postbeamter, bevor er vor vier Jahren von einem Dämon besessen wurde; er verübte eine Serie brutaler Morde an Frauen, bis ihm Sam (Jared Padalecki) und Dean das Handwerk legten, wie wir in der Rückblende sehen.

Eigentlich aber waren die Brüder hinter diesem Dämon her, um ihm Hinweise auf Lilith zu entlocken, die er ihnen unter grausamer Folter letztendlich auch gab. Sie schickten ihn in die Hölle zurück, wo er als Verräter einen nicht unbedingt angenehmen Status genießen sollte… Doch nun scheint dieser Dämon zurückgekehrt zu sein, denn eine neue Mordserie trägt seine Handschrift. Some demons tend to be sentimental, sagt Sam. Nicht die Enthüllung als solche ist hier wichtig, sondern die Tatsache, dass Jeffrey der Mörder ist – als Aussage darüber, was die eigenen Dämonen anrichten können und dass man oft außer Stande ist, sie wegzuschicken. Dadurch entsteht eine schöne Verbindung zu Sam und seiner gemeinsamen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit Luzifer. Mit Luzifers erneutem Auftritt kehrt Supernatural selbst zu der dunklen Farbpalette, dem sparsamen Lichtgebrauch und den gelb-rötlichen Wandfarben zurück, die wie im höllischen Feuer zu schmelzen drohen – so wie die Wände in Sams Kopf, die ihn vor dem Abgleiten ins Nichts bewahren.

Im Verlauf der Supernatural-Erzählung wurde immer wieder angedeutet, dass Sam vielleicht mehr von der dunklen Seite in sich trägt, als ihm lieb ist, und dass dies Kreaturen wie Luzifer den Zugang zu ihm erleichtert. Dank Jeffreys Geschichte und Sams allmählich gewachsener „Zusammenarbeit“ mit Luzifer wird dies wieder zum Thema, und ich bin gespannt, wie die Autoren damit umgehen werden. Als Supernatural-Zuschauer wissen wir, dass die von Dämonen besessenen Menschen immer anständige, ‚gute‘ Personen sind. Als Dean auf Jeffrey trifft, der nach den damaligen Ereignissen vollkommen eingebrochen zu sein scheint, verläuft die Handlung so, als wäre Jeffrey nicht nur den Dämonen, sondern auch Dean und Sam selbst zum Opfer gefallen, obwohl sie Jeffrey damals geholfen haben. Indem sich aber herausstellt, dass der Dämon Jeffrey gleichsam die willkommene Möglichkeit bot, sein eigenes Begehren in die Tat umzusetzen, nimmt alles eine interessante Wendung und rundet Supernaturals Beschäftigung mit den inneren Dämonen ab. Kann es für Sam und Dean eine Rettung geben?

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