Supernatural: Shut Up, Dr. Phil (7×05)

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Lieber Sam, lieber Dean,
eure Beziehungsprobleme und Sachen-verschweigen-Spielchen sind ja erst schlappe sechs Staffeln alt. Also könnt ihr immer noch dazu lernen – zum Beispiel von einer bereits 800 Jahre währenden Beziehung zweier Hexen… oder von einer anderen übernatürlichen Serie…

Nein – nicht ernst gemeint, nur um der Referenz Willen sage ich das. Ich will keinen Krieg der Buffy-Supernatural-Rosen in den Kommentaren. Shut Up, Dr. Tinchev!
Shut up, Dr. Phil bringt die beiden Serien allerdings tatsächlich zusammen – ja, es gibt sogar eine Buffy-Reunion zu feiern! Charisma Carpenter und James Masters (zuletzt bei Hawaii Five-0) schlüpfen in die Rollen eines Hexen-Ehepaars, dessen Beziehungsprobleme zu mehreren Todesfällen führen. Eigentlich ist das Ganze nichts Weltbewegendes, aber wenn man nicht offen und ehrlich miteinander spricht und keine Entschuldigung über die Lippen bringt, dann kann ein Kleinkrieg ausbrechen.

Obwohl die Episode den Leviathan-Plot nicht wirklich voran bringt, ist der Fall der Woche sehr amüsant – und die Episode als Ganzes hat ihre Momente. Dean (Jensen Ackles) bekommt die seinen, die ihn in Schuldgefühlen und Selbstmitleid zu ersticken drohen; doch man schafft es, die Grenze zum Überdruss nicht zu passieren. Rechtzeitig gibt es Ablenkung: und die lohnt sich, angefangen mit dem Summen eines „beehive hair dryers“ und endend mit demjenigen eines echten, wenn auch gehexten Bienenschwarms. Dazwischen verpackt, wie ein Herz in einem Muffin, ist die Liebesgeschichte zweier Hexen: Maggie (Charisma Carpenter) und Don Stark (James Masters).

Die beiden haben sich getrennt, als Maggie von einem Seitensprung ihres Mannes erfuhr. Wie Dean und Sam (Jared Padalecki) sehr schnell feststellen, rächt sich Maggie nun an jedem, der in Prosperity, Indiana auch nur annähernd mit der Affäre ihres Mannes zu tun hatte. Das führt zu überaus blutigen Bildern, vor allem im Falle der Nagelpistole… Die Szenen zwischen Masters und Carpenter sind so unterhaltend, wie sie sein sollen, vor allem für jemanden wie mich, der Buffy-geschädigt ist. If they can work things out, why can’t we?
In Episoden dieser Art jedoch wirkt der typische Austausch zwischen den Brüdern, bei dem sie sich gegenseitig vergeblich befragen, wie es dem anderen geht usw., irgendwie deplatziert. Solche Dialoge werden dazwischen geschoben, weil sie einfach zur Serie gehören, fügen sich aber nicht recht in den Ton der Episode ein. Viel amüsanter sind die Versuche von Lance Armstrong und Dr. Phil, auf der Schnellstraße des Hexen-Gefühlsaustausches mitzuhalten. Dr. Phil ertränkt die eigenen Gedanken im Alkohol, während Lance ihnen wegzujoggen versucht. („BIKING, Dean.“) Aber wisst ihr was: Sie sind beide ok, wie immer!

Nicht ok finden Don und Maggie zunächst den abschließenden Versuch der Winchester-Brüder, eine spontane Beziehungstherapie an ihnen durchzuexerzieren. Und doch: Wenn ein Mann seiner Ehefrau schon den Beischlaf mit Columbus und die Frau ihrem Ehemann das bunte Treiben zu Renaissance-Zeiten verzeihen konnte, dann findet man immer wieder zueinander. Happy End?
Eigentlich schon – wenn sich nur nicht wieder die Frage nach der Winchester-Hunter-Moral stellen würde. Sie lassen das Hexenpaar laufen, nachdem es so viele Menschen brutal erledigt hat? Tötet man nur die Monster, die nicht so viel Widerstand leisten – oder will man Deans Mord an Amy noch schwerer ins Gewicht fallen lassen? Amys Tötung stellt sich so als bewusst gegen Sam gerichtete Handlung Deans dar, als Racheakt – aber wofür? Oder zwang sich Dean damit unbewusst selbst in den Abgrund der Schuldgefühle? Denn wie er am Ende zu Sam sagt, macht ihn eben dies aus – sich an allem schuldig zu fühlen…

Dass der gewohnte brüderliche Austausch der Winchesters am Ende der Episode überhaupt zustande kommt, haben sie Don zu verdanken. Denn sie werden von ihrem Leviathan-Verfolger angegriffen, und erst Don, der in ihr Zimmer kommt und Maggies Münzen unter ihren Matratzen einsammelt, kann ihn außer Gefecht setzen. Nun können Dean und Sam eines mit Sicherheit annehmen: Die Jagd auf sie ist offiziell eröffnet! Sie werden mehr brauchen als Lance Armstrongs Fahrrad und einen Flachmann, um zu entkommen…

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