Supernatural: The Girl Next Door (7×03)

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Wenn Lars Ulrich dreimal klingelt: so könnte diese Episode heißen. Nur dass Lars Ulrich nicht klingeln, sondern an die Tür hämmern würde – bis endlich… Lemmy Kilmister aufmacht! Diese Referenzen auf die Heavy-Metall-Götter Metallica und Motörhead gehören zu den gelungenen Aspekten der neuen Supernatural-Episode und haben Fans der beiden Bands (wie mir) definitiv ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert. Denn die Supernatural-Autoren wussten beide Referenzen geschickt zu platzieren: Die Kreditkarte, die Sam benutzt, wurde auf den Namen Lemmy Kilmister ausgestellt, und Dean ist auf Sams Handy als Lars Ulrich gespeichert. Aber die Leviathane scheinen sich mit Heavy Metall auszukennen: Nicht nur hat Edgar das Heavy Metall in Form des Autos überlebt, das Dean auf seinen Kopf fallen ließ, sondern über Sams Kreditkarte bekommen die Leviathane einen Hinweis darauf, wo sich die Brüder befinden. Fragt mich nicht, wie. Vermutlich weil sie wissen, dass Lemmy Kilmister seine Lieblingsbar in Los Angeles nur dann verlässt, wenn er ins Studio geht, und sich nicht in der tiefsten Provinz herumtreibt…

Spaß bei Seite: Der Anfang der Episode ist Heavy Metal – doch später geht sie in eine schwache Variante von Girls Interrupted über bzw. verwandelt sich in eine Telenovela. Nach zwei starken Auftakt-Episoden läuft The Girl Next Door nicht wirklich rund und lässt für meinen Supernatural-Geschmack zu wünschen übrig nach dem schon erwähnten temporeichen Anfang, als Dean im Krankenhaus mit Gipsbein aufwacht und plötzlich Bobby vor ihm steht. Bobby lebt also noch und beeilt sich, die Brüder aus dem tödlichen Krankenhaus herauszuholen, bevor die Leviathane realisieren, wen sie da serviert bekommen haben. Man muss Jensen Ackles ein Lob für seine Leistung in dieser Episode aussprechen – vor und hinter der Kamera. Die ersten Minuten sehen wir größtenteils mit Deans Augen, der vollgepumpt mit Morphium zu fliehen versucht und es in letzter Sekunde auch schafft. Aber ihn erwartet beinah Schlimmeres als Leviathane: nämlich in einemHäuschen in der Einöde tatenlos auf der Couch vor dem Fernseher zu sitzen, damit sein Bein heilt. Obwohl Telenovelas seinem Gesichtsausdruck nach ergreifend zu sein scheinen…

Nun, Supernatural hat auch eine Telenovela-Story zu erzählen: von früher, als Jung-Sam in der Bibliothek ein Mädchen namens Amy traf. Damit wendet sich die Episode ziemlich abrupt von der Leviathan-Story ab und verwandelt sich in einen Fall der Woche, der seine Kraft mehr aus Sams Erinnerungen bezieht als aus den gegenwärtigen Ereignissen. Wir bekommen eine Menge Flashbacks zu sehen, in welchen Colin Ford als Jung-Sam zu brillieren weiß. Die Erinnerungen stellen sich ein, als Sam in der Tageszeitung einen Bericht über einen Serienmörder liest. Er erinnert sich an eine Kreatur (ein Kitsune, wenn ich mich nicht täusche), die er damals zunächst als die schüchterne Amy kennen lernte. Wie gesagt: Die Flashbacks sind gut ausgeführt – und noch schöner ist die Tatsache, dass die erwachsene Amy, die Sam ausfindig macht, von Fireflys Jewel Staite gespielt wird.

Leider bekommt sie wenig zu tun, und ebenso wenig Neues trägt der Handlungsstrang zur Supernatural-Erzählung bei; vielmehr macht er einen halbherzigen Schritt zurück zu den “Sam is a Freak”-Geschichten früherer Staffeln, anstatt bei Sam Interrupted zu bleiben. Wie so viele Frauen vor ihr, lässt Supernatural Amy nicht am Leben: Ohne Sams Wissen stirbt sie von Deans Hand. Aber warum tötet Dean nicht auch gleich ihren Sohn, wenn es doch darum geht, in Zukunft Menschenleben vor dem Hunger der Kitsune zu schützen? Es sieht so aus, als würde man sich den Jungen als kleines As im Ärmel aufsparen und außerdem einen zusätzlichen emotionalen Bruch zwischen den Brüdern erzwingen wollen – wobei ich mir nicht sicher bin, ob der wirklich nötig ist. Bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze entwickelt – aber um zu Motörhead zurück zu kommen: The Ace of Spades, so wie die ersten beiden Episoden, war diese hier nicht…

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