Supernatural: Time after Time (7×12)

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That’s the Chicago way! Diesen geflügelten Satz aus dem Film The Untouchables kann man für unsere Zwecke in That’s the Supernatural way! umformulieren, denn die neue Episode der CW-Serie setzt die Tradition der Zeitreisen innerhalb des Supernatural-Universums fort; auch diesmal traditionsgemäß mit dem Ziel, Verluste und emotionale Krisen zu kommentieren. Die Episode wurde anscheinend nach dem Film Time After Time benannt, der auch von Zeitreisen handelt. Selbstverständlich gibt es auch etliche Zurück-in-die-Zukunft-Referenzen – aber dazu kommen wir gleich. Zunächst muss klargestellt werden, dass die Zeitreise un/glücklicherweise nicht darauf abzielt, Bobby von den Toten zurückzubringen. Der Schrägstrich drückt meine Unentschlossenheit aus: Auf der einen Seite hätte ich Bobby (Jim Beaver) natürlich gern wiedergesehen – auf der anderen gefällt es mir auch in dieser Episode, wie über seinen Verlust reflektiert wird.

Die Tragödie kreiert eine Art melancholischer Balance zwischen den beiden Brüdern. Sie wählen zwar unterschiedliche Ansatzpunkte, um das erdrückende Gefühl des Verlustes zu bewältigen (Sam: Little more anime, or are you strictly into D(d)ick now?), aber beide akzeptieren das und lassen sich dadurch nicht gegeneinander aufbringen. Die emotionale Kluft zwischen den Brüdern, mit der schon so oft gespielt wurde, wird hier nicht erneut vertieft. Dennoch trägt der Fall der Woche zur Melancholie bei – und nicht nur wegen der Zeitreise, sondern durchaus auch Bobbys wegen. Es kommt eine Figur ins Spiel, die Bobby nahe stand. Ging es letzte Woche um Frank – obwohl von einer engen Beziehung zwischen ihm und Bobby kaum die Rede sein kann -, so weist diese Woche Sheriff Jody Mils die Brüder auf einen übernatürlichen Fall hin.

Obwohl Frank kein enger Freund Bobbys war und wir nicht genau wissen, wie nahe sich Jody und Bobby mittlerweile standen, verkörpern beide Figuren irgendwie Teile von Bobby – als stünde er über sie mit Sam und Dean in Verbindung. Aus genau diesem Grund passt die Figurenkonstellation, die wir hier erleben. Während letzte Woche Dean mit Frank zu tun hatte, hat jetzt Sam mit Jody zu tun, die die Brüder – ohne es zu wissen – auf keinen Geringeren als Chronos ansetzt, den antiken Gott der Zeit. Dieser erhält sich in den letzten Jahrzehnten durch menschliche Energie am Leben, die ihm nicht wie früher bereitwillig gestellt wird, sondern die er sich gewaltsam nehmen muss, wobei er natürlich Morde begeht. Diese führen zurück ins Jahr 1944: Als Dean versucht, Chronos bei einem Mord in der Gegenwart zu stoppen, reist er gezwungenermaßen zusammen mit ihm in die Vergangenheit. Dort trifft Dean auf… Eliot Ness (gespielt von Nicholas Lea), der ebenfalls ein Hunter ist. Die Auslassungspunkte stehen für Deans offenen Mund, mit dem er der ikonischen Figur aus The Untouchables begegnet!

Dieser anfänglichen Sprachlosigkeit folgen zahlreiche Untouchables-Referenzen. Wenn man sich wundert, warum Supernatural so gern Dean für Zeitreisen einsetzt, dann liegt die Antwort hier auf der Hand: Jensen Ackles bringt die Referenzen mit dem passenden Humor rüber… und die Kleidung vergangener Zeiten steht ihm tatsächlich! Währenddessen versuchen Sam und Jody (Kim Rhodes), Dean in die Gegenwart zurückzubringen. Eigentlich geschieht das am Ende dank… Zurück in die Zukunft! Genau wie im Film schickt Dean Sam eine Botschaft aus dem Jahr 1944. Außerdem scheint Chronos Geld zu machen, indem er auf zukünftige Sportevents wettet, deren Ausgang er schon kennt. Ness und Dean finden jedoch heraus, dass Chronos seine Morde und Zeitreisen aus Fringe-Gründen ausführt: nämlich aus Liebe,  unsterblicher Liebe zu einer Frau namens Lila.

Diese Enthüllung trägt zur melancholischen Note der Episode bei und bringt eine Komponente ins Spiel, die Supernatural viel zu selten berücksichtigt, nämlich die so genannten „Monster“. Diesmal allerdings ist Chronos‘ Zeit abgelaufen. Sam und Jody können Dean zurückbringen, aber Ness’ Worte sind es, die Dean vielleicht aus der Verzweiflung und Verbitterung über das Geschehene herauszuholen vermögen: Everybody loses everybody and then one day, boom. Your number’s up. But at least you’re making a difference. So enjoy it while it lasts because hunting is the only clarity you’re going to find in this life. Und dieses Leben könnte sich als kurz erweisen: nicht nur Deans, sondern alles Leben. Denn bevor Chronos stirbt, teilt er den Brüdern etwas über die Zukunft mit, in der er nur eine schwarze Masse und Trostlosigkeit erblickt. Wird man es tatsächlich schlimm ausgehen lassen für die Supernatural-Welt? Ich glaube es kaum – aber wo Zeitreisen möglich sind, ist alles möglich. Oder versucht man mit dieser Aussage einfach nur die Dramatik für die kommenden Episoden anzuziehen?

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