Category Archives: Bones

Bones: The Bones on the Blue Line (5×15)

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The Bones on the Blue Line ist eine erschütternde Episode oder eine Episode der kleinen aber feinen Gefühlserschütterungen, wie ihr wollt. Das Erdbeben am Anfang der Episode ist die metaphorische Beschreibung dieser Erschütterungen bzw. es ist der Auslöser einer Kettenreaktion, die zu einem knienden Sweets (John Francis Daley) mit einem Verlobungsring in der Hand führt. Der Fall der Woche mit dem blinden Opfer Martin Aragon, der zu Lebenszeiten sein tägliches Brot damit verdiente, Briefe für andere zu verfassen, sei es Behördenbriefe, sei es aber Liebesbriefe, unterstreicht noch mehr die emotionalen Untertöne, die eigentlich in jeder Bones-Episode mitschwingen.

Martin hat an sich keinen gefährlichen Beruf, aber das Land der Liebesbriefe erweist sich als eine seismische Zone. Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen – das Verfassen Liebesschriftstücke im Auftrag anderer kann schnell aus einem Blue Line ein Thin Red Line machen. Aber genug Abschweifungen, zurück zur Episode und zur Problematik des zwischen den Zeilen Geschriebenen. Denn das ist, was zwischen all den interessanten wissenschaftlichen Fakten die japanische Reporterin Riku Iwanaga (Seiko Matsuda) in Bones’ (Emily Deschanel) neuem Buch liest und Bones danach befragt, da Riku ein ausführliches Review zum Bestseller verfassen möchte.

Und so erfahren wir, im Zuge von Rikus „Ermittlungen“, dass Angela (Michaela Conlin) Bones bei all den emotionalen und sexuellen Abschnitten große Hilfe leistet. Ich erwähne es nur einmal, obwohl es in der Episode öfters vorkommt: Page 187! Es geht um Hodgins (TJ Thyne) „thing“ oder mit seinen Worten „The thing, that I do!“ Scheint ein faszinierendes „thing“ zu sein, über das jetzt die ganze Welt erfährt und somit Angela Hodgins nie los wird, es sei denn, wie er selbst sagt, sie ist zusammen mit jemandem, der nicht lesen kann.

Irgendwie schaffen es die Autoren in dieser Autoren-Episode jedes Jeffersonian—Mitglied (abgesehen leider von Cam) in den Vordergrund zu heben. Sogar die Laboraushilfe Daisy Wick (Carla Gallo). Carla Gallo liefert eine großartige Performance und zusammen mit John Francis Daley bekommen sie definitiv einen Platz in der TV-Galerie der „besonderen“ Pärchen. Obwohl so pathetisch, erweicht der Moment, in dem Sweets auf den Knien Daisy einen Heiratsantrag macht, einem das Herz. Genauso das die Episode abschließende Gespräch zwischen Bones und Booth (David Boreanaz) über die Suche des Menschen nach seiner besseren Hälfte.

The Bones on the Blue Line ist der überführende Beweis, dass Bones sich von einer Serie über die toten Körper und ihre Geschichten zu einer über die Geschichten des noch schlagenden Herzens entwickelt hat.

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Bones: The Devil in the Details (5×14)

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Was fällt einem als Erstes ein, wenn eine Leiche mit Hörnern auf dem Altar einer Kirche brennt? Supernatural-Crossover? Eine mögliche Antwort. Die Bones-Protagonisten bevorzugen aber Hellboy oder Satan. Der Fall der Woche scheint von satanischen Kräften gebrandmarkt zu sein: Jedes Detail der Untersuchung am Tod des schizophrenen Neal Lowery, des Menschen mit Schwanz und Hörnern, scheint mit Himmel und Hölle in Verbindung zu stehen.

Himmel und Hölle spielen sich meistens im eigenen Kopf ab. Deswegen führt uns die Untersuchung in eine Psychiatrie, wo Lowery buchstäblich ins Geschäft mit dem Teufel involviert war: nämlich in Drogenkonsum und -handel. In eine der besten Psychiatrie-Szenen lernt Brennan den Psychiater Phillip kennen. Beide scheinen einige Ansichten zu teilen – Brennan: “I thought we had quite a lot in common.” Warum ‚dachte’? Weil hier das Täuschungsmanöver absolut gelungen ist: sowohl für Bones als auch für uns Zuschauer. Phillip nämlich ist gar kein Mitarbeiter, sondern ein Patient!

Nun werde ich den Teufel tun, hier den Mörder zu verraten. Nur so viel: Nach langer Abwesenheit kehrt Arastoo als Laborant der Woche zurück – und gerät prompt in Teufels Küche. Sein Satz „I see the devil every day!“ wird das zum Anlass, die Panik-Cam der Woche zu erleben, die sich Gedanken darüber macht, ob er mit „The Great Satan“ nicht vielleicht Amerika gemeint hat. Wie immer ist alle Panik umsonst: er meint sich selbst.

Während seines Dienstes als Übersetzer im Irak hat er in Selbstverteidigung einen Menschen getötet. Na: endlich erfahren wir auch über diesen Laboranten der Woche mehr! Danke, Autoren! Das war aber noch nicht alles: Während eines Nunchaku-Experimens, bei dem Hodgins sich beinahe selbst ausknockt, sehen wir, dass Aristoo einiges an Erfahrung mit dieser Art von Waffe hat… sollte er tatsächlich, mit Hodgins gesprochen, so etwas wie ein „Persian Ninja“ sein? Aristoo verneint das nicht, lustigerweise.

Das Thema der Episode ließ Einiges an Booth-Bones-Unterhaltung über Religion und Wissenschaft erwarten. Die gab es auch – aber eher in Richtung „Zum Teufel mit den Differenzen“! In einem niedlichen Gespräch im Diner einigen sich beide darüber, dass wir an unserem Glauben (an Gott, Logik, Menschen, Wissenschaft), obwohl manche Dinge ihn tagtäglich erschüttern, festhalten – “because the sun will come up, and tomorrow’s a new day.” Und zwei plus zwei macht vier, fügt Bones hinzu.

Bones: The Dentist in the Ditch (5×13)

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Ja, in dieser Episode kribbelte und krabbelte es gewaltig. Alles fing mit den kleinen schwarzen Spinnen an und endete mit einem Toast auf die Liebe. Lost in Transition? Nicht im Geringsten, denn so kompliziert war die Sache doch nicht. Alle waren einfach auf der Suche nach den magischen Worten: Mr. Nigel-Murray (ich mag ihn wirklich) sehnte sich nach Bones’ „Good Job!“ und Jared Booth nach dem „I am in!“ seines großen Bruders.

Und Cam? Sie sehnte sich danach, alle Spinnen zu beseitigen um anschließend: I am gonna burn all these clothes… and my hair! Während die Jeffersonian-Einheit damit beschäftigt war, Spinnen von Leichen zu entfernen und den Mörder des homosexuellen Zahnarztes zu finden, mussten wieder mal die beiden Booth-Brüder Differenzen ausfechten. Übrigens: Es war kein Mord aus Leidenschaft, wie man vermuten mag, sondern aus … Dummheit.

Jared Booth ist zurück aus Indien! Und er ist frisch verliebt und will heiraten. Tolle Neuigkeiten! Na ja, das Erste, was Booth in den Sinn kommt, ist einen Backgroundcheck an Padme Dalaj durchzuführen um festzustellen, dass bevor Padme Lehrerin wurde, sie als Escortdame tätig war. Als Bones Booth an seine Tausende “true love”-Erklärungen erinnert, dreht er den Spieß plötzlich um und behauptet, er hätte von ihr gelernt rational zu sein: “The heart is just a muscle. Was meint Sweets dazu? Wollte keiner wissen.

Interessant, wie die Bones-Autoren in letzter Zeit die Bones-Booth-Positionen im Gefühlsbereich vertauschen und dadurch nicht nur die Beziehung zwischen den beiden stärken, sondern auch Booths Angst davor zeigen, dass Bones vielleicht „soweit“ ist, aber überraschenderweise er selbst immer noch nicht…

“When Booth and I first met, I didn’t believe that such a thing as love existed. I maintained that it was simply brain chemistry. But perhaps Booth is correct. Perhaps love comes first and then creates the reaction. I have no tangible proof…but I’m willing to accept Booth’s premise.”
So lautete Bones Toast auf die Liebe am Ende, als Booth seinem kleineren Bruder das Ja-Wort zum „best man“ gab.
Cheers!

Bones: The Proof in the Pudding (5×12)

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Vier Man in Black tauchen in Jeffersonian auf und bringen einen Skelett mit. Im Auftrag der Regierung wird ein Lockdown ausgeführt und Bones & Co. erhalten die befehlende Bitte, die Todesursache zu ermitteln. Allerdings mit dem Verbot Experimente mit den Knochen durchzuführen oder nach der Identität des Opfers Untersuchungen anzustellen. Es dauert aber nicht lange bis Bones, Cam, Angela, Sweets und Hodgins davon überzeugt sind, dass die Knochen dem amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy gehören.

Und wo ist Booth?  Ihm wir der Zugang von Mr. White (Richard T. Jones) und seinen Männern verweigert. Nach kurzer Absprache mit seinem Boss, kehrt Booth zurück, schießt die Tür in Scherben und Voila – drin ist er. Mr. White nimmt ihn dementsprechend sofort gefangen und jetzt haben wir die komplette Crew zusammen. Und ein relativ gemeinsames Problem! Nein, damit ist nicht JFK gemeint, sondern eine Schwangerschaft. Cam findet einen positiven Schwangerschaftstest, der nur ihr, Bones, Angela oder Michelle gehören könnte, da kein Anderer Zugang zu dem Raum hat.

Also Cam ist es nicht, Bones verneint auch, sowohl auch Angela. Michelle? Es ist immer großartig Tamara Taylors Darstellung von der ironischen oder panischen Cam zu sehen. In diesem Fall ist es die zweite. Michelle schwanger? Angela gibt aber letztendlich zu. Wendell als Vater? No way! Dasselbe denkt auch Angela, da sie sich den jungen Laboranten nicht als Lebensgefährten vorstellen. Aber nicht vergessen – Hodgins ist auch da! In einer rührenden Rede bietet er ihr jede Hilfe beim großziehen des Kindes an. Und wie das so ist, erweist sich der Test am Ende doch als negativ, aber Angela und Hodgins gehen Arm in Arm von dannen.

Die Moral von der Geschichte: Immer verhüten! Und zweitens: Die Bones-Autoren wollen anscheinend die beiden wieder zusammen bringen? Von mir aus, aber es war hier eher die plumpe Art. Zurück zum lustigen Teil, zu JFK. Nach einem Schussexperiment, das Booth wohl der Job kosten wird, kommt die Crew auf den Gedanken, dass Kennedy von zwei Schützen erledigt wurde. Booth ist absolut erschüttert, denn wenn die Regierung da gelogen hat, dann können sie ja über alles gelogen haben. Hat er mehr als 50 Menschen im Auftrag dieser Regierung getötet? Um Booths Seelenfrieden zu wahren, entschließt sich Bones noch ein Experiment durchzuführen und Kennedys Knochen in Pudding reinzustecken. Wie war es noch mal? Verbot an den Knochen herumzuexperimentieren.

Nun Booth kümmert sich Ninja-Style (wie Sweets es ausdrückt) um Mr.Whites Crew und kettet alle an. So kommt auch die FBI-Hilfe zu spät. Bones meint festgestellt zu haben, dass die Knochen nicht JFK gehören. Booth ist glücklich und wir bekommen von Cam zu hören, dass Bones ein bisschen an der Wahrheit herumgebastelt hat. Wow, das ist neu! Wir beenden das Ganze mit der Crew, die im Dinner sitzt und alle wundern sich, ob es ein test war, denn die Regierung hatte vor Kennedys Überreste wirklich exhumieren zu lassen. Was auch immer es gewesen ist, der Test über Loyalität, Freundschaft und Liebe ging positiv aus und Booth bewies, dass er … Michael Jackson Moves drauf hat. Sehenswert!

Bones: The X in the File (5×11)

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The X-Files? Location: Roswell, New Mexico. Wieder eine Parodie einer meiner Lieblingsserien dieses Universums? Falsch. Die Referenzen zu The X-Files glichen eher einer liebevollen Erinnerung, einem nostalgischen Seufzer nach den Zeiten, als die Wahrheit da draußen war. Ich weiß nicht, wie es mit euch ist, aber ich hab mich köstlich amüsiert beim Zuschauen von The X in the File. Das X ist eine mumifizierte weibliche Leiche, die ein UFO-Gläubiger in der Wüste findet.

Ursula Lapine (aka “El Crazerita”) war eine einheimische UFO-Jägerin, die glaubte Aliens gefilmt zu haben, aber es kam ganz anders. Die Aufnahmen, die Bones auf einer Memory Card in Ursulas Bauch findet, erweisen sich am Ende als Beweise über das Entsorgen von radioaktivem Müll seitens eines amerikanischen Konzerns. Übrigens: Welchen Klingelton hatte ihr Handy? Korrekt – DEN Klingelton.

Und während Bones und Booth zuerst an der Alientheorie zu kämpfen haben, entfachen andere Leidenschaften innerhalb des Jeffersonians. Angela und Wendell sind Feuer und Flamme füreinander und während Cam natürlich über alles Bescheid weiß, muss Hodgins, Wendells Meinung nach, von ihm über die Beziehung erfahren: Wir sind Freunde etc. Obwohl Hodgins behauptet, es sei alles in Ordnung, muss er Sweets Hilfe suchen, da gar nichts in Ordnung ist und er unter Angelas Verlust immer noch schwer zu leiden hat und sich allein und unglücklich fühlt, wie wir an der Szene zum Ende der Episode sehen. Bin gespannt, wie sich dieser Beziehungskonflikt entwickeln wird.

Zurück zum tatsächlichen X in dem File der Episode, zu B & B:
Booth: “Can you imagine if we found an alien? A real one?” Brennan: “You mean someone who slipped into the country illegally?”
Diese Episode glich einer Schatzkiste voller Bones-Humor und voller überzeugender Nebendarsteller, wie die UFO-Bloggerin. Aber der erste Preis geht an den Sheriff, der im Laufe der Episode Booths Rolle komplett übernimmt und mehr oder weniger die Untersuchung führt. Ich fand es zum Totlachen, wie er Booth ständig ins Wort fiel und im selben Wortlaut dann die Fragen stellte, was Booths anfängliche Bewunderung in Resignation umwandeln ließ.

Eine der besten Szenen war die MRI-Untersuchung (Magnetresonanztomographie), als die Leiche plötzlich ein Magnetfeld kreierte und plötzlich „aufstand“. Wie Bones ihre Hände vor dem Mund zusammenklappte und anfing zu schreien, während  Booth die Waffe zog, die aber Richtung Magnetfeld flog: Großartig!

Booth: “I won’t say anything about the scream if you don’t say anything about the gun.” Brennan: “Those terms are satisfactory.”
Und der Mörder ist der Inhaber des „intergalaktischen“ Cafes, den man als Langly aus Lone Gunmen erkennen kann!!!
Brennan: “You are definitely a moron! Well, not literally, figuratively. It’s very satisfying to use an insulting colloquialism, even when it isn’t accurate.” Booth: “Right, it’s even better when they resist arrest and you get to hit ’em.”

Wie kann so eine Episode enden? Mit Booth und Brennan, die auf dem SUV liegen und den Sternenhimmel beobachten und über die Möglichkeit spekulieren, dass Bones als ein „advance anthropologist scout“ von den Aliens geschickt wurde, bis plötzlich ein undefinierbares Geräusch zu hören ist und auf einmal alles still wird … Ta-da-da-da-da… Schnitt.

Bones: The Goop in the Girl (5×10)

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Das größte Geschenk, das uns Bones bescherte, waren die ersten zehn Minuten von The Goop on the Girl. Damit ist natürlich nicht der in die Luft gesprengte Santa-Bankräuber wider Willen gemeint, sondern die „Ausziehszene“ zwischen Bones und Booth. Sie war gelungen, aber gleichzeitig repräsentierte sie schon wieder einen Seitenhieb in Richtung Erwartungshaltung der Zuschauerschaft. Nun, mittlerweile erwartet aber keiner mehr, dass eine „echte“, physische Szene zwischen den beiden stattfindet.

Bones-Autoren, wie wären richtig überrascht, wenn uns genau so eine echte Szene präsentiert wird! Trotzdem war sehr amüsant zuzusehen, wie Bones, nachdem Santa vor Booths Augen in die Luft ging, Beweismaterial an Booths Körper sicherstellt. David Boreanaz in Boxershorts – da muss einiges an weiblichen Herzen aufgegangen sein. Während den männlichen Zuschauern genauso erging wie Hodgins: “Where’s your chest hair?” Booth: “I’m highly evolved.” Brennan: “His pubic extension is entirely within normal…”

Aber das Lustigste in der Szene geschieht bevor Bones Booth, nur in Shorts und Socken, auf einer Liege durch die Laborräume schiebt. Nämlich als Bones gerade dabei ist vor Booth zu knien und seine Hose herunterzuziehen. Cam herein kommt. Ihr Gesichtsausdruck ist … Cam eben. Sie durfte in dieser Episode nicht nur voller Verständnis und einem gleichzeitigen „Nicht-wissen-wollen“ über die expliziten (Sweets und Daisy – grandios wie sich Emoticons kommunizierten) und impliziten (Bones und Booth) sexuellen Avancen ihrer Crew breit „grinsen“, sondern auch ihre sensible Seite einer besorgten Mutter, voller Unsicherheit und Liebe, darstellen. Tamara Taylor, wie immer, exzellent!

Der Rest war ziemlich christlich-pathetisch und deswegen lasse ich es gut sein und beende alles mit Bones sehr passender Weihnachtsrede:
“Thank you, everyone, for coming. Let’s eat.”
Und genauso wie Max zu Bones sagt, dass die zwei Sätze kein wirklicher Weihnachtstoast waren, muss ich mich auch ausbremsen und noch etwas hinzufügen. Das andere Geschenk, das uns die Autoren vorbereitet hatten, war Bones Schwester Zooey Deschanel, die hier Bones Cousine Margaret verkörperte. Aber abgesehen von dem Running-Gag „You’re practically sisters“ konnte ich ihrer Anwesenheit in der Episode nicht viel abgewinnen. Mal sehen, ob die Autoren weiterhin Gebrauch von ihr machen werden oder sie eine einmalige Weihnachtserscheinung  verbleiben wird.

Bones: The Gamer in the Grease (5×09)

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Die Bones-Produzenten bekamen die Idee für den Avatar-Plot vom Avatar-Produzenten Jon Landau, der Bones als die ideale Serie für so ein zweifelhaftes Marketing-Projekt sah, da Bones sich selbst nicht so ernst nehmen würde. Außerdem bot sich diese faszinierende Crossover-Episode im Grunde von selbst an: Joel David Moore, den wir bei Bones als einen der rotierenden Assistenten namens Fisher kennen, spielt auch im neuen Cameron-Film.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich habe nichts gegen product placement in TV-Serien, wenn es relativ unauffällig abläuft. Sogar in V gibt es für das aufmerksame Auge Apple-Werbung zu entdecken. Am Raumschiff-Empfang, in der letzten Episode, arbeitet die V-Angestellte mit einem iMac – statt des Apfels ist ein Apfel-ähnliches V-Symbol zu sehen. Aber eine komplette Episode in den Dienst der Filmwerbung zu stellen, kann zu viel des Guten sein. In der Episode war nicht nur alles voll von Avatar-Bildern, sondern auch die Figuren mussten sich Sätze über die Lippen kommen lassen wie: This is so much more than a movie. O.k.: man kann das von der komischen Seite betrachten.

Dadurch wirken solche Aussagen und die ganze Konstruktion als Ironisierung des künstlich von FOX kreierten Avatar-Hype: Unter anderem erschien diese Woche, wenn auch im Hintergrund, auch bei Lie to Me ein Avatar-Hinweis. Das Problem ist, dass die ganze Sache eben nicht als Slapstick gemeint war. Und damit der Verschnitte nicht genug: Der Fall der Woche, der Mord an einem Gamer, basiert auf dem Dokumentarfilm The King of Kong: A Fistful of Quarters.

Auch hier handelt es sich um einen ermordeten Gamer, der außerdem Betrüger war. Crossover, Hommage etc. beiseite: viel wirkungsvoller als Avatar war der Fund am Anfang, mit dem Bones sein hohes Niveau an Ekel erregenden Bildern wieder einmal unter Beweis stellte. “Punky Pong” heißt das Spiel, um das sich die Untersuchungen drehen und welches von einem autistischen Kind perfekt gespielt wurde – den Weltmeister-Titel aber bekam jemand anders, der das Kind beim Spielen abfilmte.

Während Bones und Booth sich darum streiten, welcher Wettbewerb als Sport bezeichnet und anerkannt werden darf und welcher nicht, lädt Fisher Sweets und Hodgins zur Erstaufführung von Avatar ein, da er drei Tickets bei Ebay ersteigern konnte. Oh, fast vergessen: In der Bones-Werbepause findet man einen Avatar-Werbespot.  Nur so zu Information. Oh, und Sweets schafft es fast, “to pitch a tent” (wie Hodgins ES nennt) – mit einem unbekannten tätowierten Mädchen, das er an der Schlange vor dem Kino kenn lernt. Oh, und Hodgins hat ein großes Angela-Tatoo an seinem Arm, dessen Entstehen ihrem Vater zu verdanken ist. Angela will, dass er es entfernt, vor allem damit er nicht über ihr Gesicht schwitzt. Oh, und vielleicht das lustigste (abgesehen von Avatar): Booths “Bow chika wow wow” als Bezeichnung von „ to pitch a tent“.

Bones: The Foot in the Foreclosure (5×08)

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Die Spoiler-Spezialisten hatten es schon lange angekündigt: In dieser Season werden wir Booths Opa kennen lernen. Trotz aller Aufwärm-Begeisterung hätte ich nie gedacht, dass das Hinzufügen  einer neuen und (wenn auch für kurze Dauer) wichtigen Figur so gelungen verlaufen würde. O.k.: es ist November, und die Networks müssen mit dem Besten aufwarten, was sie haben. Letzte Woche war es Gordon Gordon und jetzt Hank, der Opi.

Der Fall der Woche? Nicht wirklich wichtig! Man erinnert sich (wieder einmal) nur an Cams wechselndes Outfit in (fast) jeder Szene. Zurück zum Wichtigen! Booths Opa trifft ein und muss bei seinem Enkelsohn unterkommen, da er vom Heim rausgeschmissen wurde: Er hat einer männlichen Krankenschwester eine verpasst. Awesome?! Beste Szene: Als Hank im Royal Diner eintrifft, ist er von Bones begeistert und fragt, ob Sweets ein Freund von Parker wäre.

Als er mit Sweets mitfahren soll, fragt er ihn, ob er auf dem Fahrrad Platz für das Gepäck hätte.  Definitiv awesome! Hank ist der nächste in einer langen Reihe, der Booths Heterosexualität in Frage stellt, nachdem Booth ihm versichert, er hätte nichts mit Bones. Hank: “She’s a keeper. You should listen to me. I warned you about Rebecca being a waste of time, didn’t I?” Und es geht weiter – in Bones Anwesenheit: „She’s got talent, charm, beauty, money. And you’re just friends? I didn’t raise you very well.” Es ist ein schöner Bones&Booth-Moment, wie die beiden einander anschauen, nachdem Hank das gesagt hat.

Das Problem ist, dass Hank nicht wirklich auf sich aufpassen kann und ständig Probleme verursacht: beim Kochen zündet er Booths Wohnung an. Dafür war die Tanzszene in der Disko einfach zum Totlachen. Kann man nicht beschreiben, deswegen selbst gucken! Durch Hank erfahren wir aber (er teilt es Bones unter vier Augen mit), dass damals Booths Vater nicht weggegangen ist, sondern von ihm rausgeworfen wurde, nachdem er ihn dabei ertappt hatte, wie er Seeley verprügelte. Hank lässt Bones ihm versprechen, dass sie Booth das im richtigen Moment erzählen wird. Und ich glaube, dass genau dieses Wissen Bones Booth noch näher gebracht hat.

Bones: The Dwarf in the Dirt (5×07)

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An erster Stelle muss ich mich bei den Bones-Fans für dieses verspätete Review entschuldigen, aber die Schweine-Grippe kennt keine Gnade. Spaß beiseite: Wegen einer hartnäckigen Erkältung konnte ich den Artikel nicht wie gewohnt am Freitag verfassen. Das war schade, denn The Dwarf in the Dirt hat echt Spaß gemacht, vor allem das Zusammenspiel zwischen (Chef) Gordon Wyatt (Stephen Fry) und Sweets (John Francis Delay). Ich fand es sehr gelungene Idee seitens der Bones-Autoren, die Figur des Ex-Psychiaters zurück zu bringen.

Denn die Chemie zwischen Gordon und Booth (David Boreanaz) führt zu exzellenten Szenen, die gleichzeitig humorvoll sind aber auch die typische ernsthaft-romantische Bones-Note enthalten. Der Fall der Woche befasste sich mit dem Mord an einem Kleinwüchsigen (auch Zwerg genannt). Fällt es nur mir auf oder behandelt jeder Krimi-Procedural heutzutage in mindestens einer Episode Zwergenmorde? Diesmal handelt es sich um einen ziemlich kräftigen Zwerg. Und nein, es ist nicht Gimli aus The Lord of the Rings. Das Opfer ist The Iron Leprechaun, ein “midget wrestler”! Wow, das gibt es auch!

Im Zuge der Untersuchung sieht sich Booth gezwungen in den Ring zu steigen und gegen den „Fake Leprechaun“ zu kämpfen. Nachdem Booth seinen ungleichen Gegner ausknockte, wurde er vom Publikum (inklusive Bones) ausgepfiffen und gerechtfertigte sich mit dem Satz: What did you expect me to do? He came at me like a rabid ferret! Trotzdem ist Booth nicht wirklich Booth: Auf dem Schießstand trifft er plötzlich nur noch daneben und kann über seine Probleme weder mit Bones reden, die seine Aussage “had a bad day on the range” als “cowboy metaphor” interpretiert, noch mit Sweets, um nicht seine Position als FBI-Angestellter zu komprometieren.

Also stattet er Gordon Gordon einen Besuch ab. Dieser arbeitet nach dem Niederlegen seines Psychiater-Jobs nun als Chefkoch. Bei dem Wort muss ich immer an South Park denken, aber war es nicht tatsächlich hier eine Referenz? Denn Booth sagt zu Gordon: Chef, I need some advice! Sweets ist zwar traurig, dass Booth nicht zu ihm gekommen ist, aber Gordon schafft nicht nur dieses Problem aus der Welt, sondern hat ein sehr interessantes Gespräch mit Angela, die meiner Meinung nach, am besten Booths Gefühlsleben beschreibt, indem sie sagt, er hätte Heimweh nach der Welt und dem Leben zusammen mit Bones aus seinem Komma-Traum.

Chefkochs Schlussfolgerung Booth gegenüber: You’re in love with her. You’re building a world around her. A family. Sein Rat: May I counsel patience on this front? Hope and patience.
Am Ende nimmt (auch einem weiteren Rat von Gordon befolgend) Booth Bones mit zum Schießstand und ihre Anwesenheit löst die „Schiess-Blokade“, hinter welcher, wie wir aus dem Gespräch von Gordon und Sweets erfahren, ganz was Anderes steht.
Beifall für den Chefkoch!

Bones: The Tough Man in the Tender Chicken (5×06)

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Ja, über die Episode wussten wir schon lange und auch über Emily Deschanels Abneigung gegenüber Hühnerhaltung und dass man als Vegetarier ein besserer Mensch ist und die Welt besser macht etc. Ich fand es schön, dass die ganze Geschichte, trotz einer Unmenge an Dokumentarbildern aus echten Chickenfarms, und die Pro und Contra-Seiten einfach auf die Schippe genommen wurden. Dadurch entstand eine amüsante Bones-Episode, in der wir erfuhren, warum der Bedarf 500 Dollar für ein Schweinchen zu spenden (damit es nicht zum Bacon wird – was ja keine schlechte Idee ist) mit dem sexuellen Trieb etwas zu tun hat.

Denn letztendlich ging es darum, was ein Mensch für seine(n) beste(n) FreundIn machen würde, auch wenn es dem Verstand und den eigenen Ansichten zuwider läuft. Da Bones Angelas Besorgnis um das Schweinchen (ist echt ein niedliches Foto – viel hübscher als Baconpackung bei Penny) nicht nachvollziehen kann, kommt es zur Zerwürfnis zwischen den beiden und während Sweets Angela rät, ihre Enthaltsamkeit früher abzubrechen (was sie auch tut), will Booth anfangs mit der Sache nichts zu tun haben:
Listen, Bones, I would do anything for you. I would die for you, I would kill for you. But I am NOT getting in between two best friends.

Guter Vorsatz, ganz abgesehen davon, was der echte Grund dafür ist, den Booth Sweets zum größten Amüsement des letzteren ihm verrät…
Schade eigentlich, dass der erste rote Faden sich als der falsche erwies: Geheime Militärexperimente, um einen “super chicken soldier” zu erschaffen. Statd´tdessen handelt sich bei dem Opfer um den Manager von Clucksten Farms, der durch die langjährige Arbeit und dem Einfluss von physische Verstümmelungen davon trug (die Hühnernase zum Beispiel). Die PETA-ähnlichen Aktivisten haben natürlich (und leider) nicts mit der Sache zu tun, aber sie schaffen es Bones und Booth in ein Hühnerprächen zu verwandeln (sah man Bones dabei lachen?). Letztendlich erweist sich der eine Wachmann als derjenige, der dem Manager den Hals umgedreht hat. Und Angelas Schweinchen ist gerettet, sowohl das tatsächliche als auch das innere. Denn Bones Booths Rat befolgend überwindet ihre Logik und macht es wieder gut bei Angela.

Wendell, der sich als “unapologetic meat eater” outet, bietet Angela genau zum richtigen Zeitpunkt seine einzigen 25 Dollar für die Rettung des Schweinchens, was in eine leidenschaftliche Affäre mündet (also Angela befolgt Sweets Rat). Ich finde immer sehr amüsant Cams sarkastische Reaktionen auf die Gefühls- und Emotionsspielchen ihrer Untergebenen, da sie alles zu registrieren scheint und zu Hodges meint: I don’t twirl the interns. Perhaps Angela could do it…

O.k. und am Ende? Wie konnte es auch anders sein: Bones und Booth stoßen mit ihren Gläsern und gucken einander in die Augen für die Dauer einer ganzen Episode! Cheers!