Category Archives: Hawaii Five-0

Hawaii Five-0: Lapa’au (2×08)

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Hawaii Five-0 scheint die Lektion aus der ersten Staffel gelernt zu haben und sieht davon ab, die prominenten Gaststars einer Episode jedes Mal am Ende als Täter zu präsentieren. Denn je öfter das passiert, desto mehr gewöhnen sich die Zuschauer daran, und dieser Gewöhnungseffekt raubt die Spannung. Wie ich finde, gelingt in Lapa’au (Healing) das Spiel mit diesen Erwartungen. Ich gestehe: Die ganze Zeit über habe ich erwartet, dass Greg Grunberg, der hier die Rolle des ICE-Agenten Jeff Morrison übernimmt, die Finger in dem faulen Spiel hat. Falsche Spur für den Zuschauer! Hawaii Five-0 scheint jedenfalls Geschmack an intramedialen Referenzen gefunden zu haben.

Letzte Woche waren es eine Menge Filme, und auch diese Episode fängt mit einem Film an: mit Enemy Mine, den Danno (Scott Caan) in seiner heruntergekommenen Übergangswohnung alleine auf dem Sofa schaut. Nicht einmal der hineinschleichende Steve (Alex O’Loughlin) kann ihn aus seinem zu Tränen gerührten Zustand herausholen. So sieht sich Steve gezwungen, mitzuschauen… und äußerst unsensibel auf die Ereignisse im Film zu reagieren, bevor er realisiert, wie bewegt Danno wirklich ist.

Was der natürlich verneint. You are moved. You are crying. I’m NOT!!! Bestimmt nicht beabsichtigt – aber ich musste schon wieder an das exakt gleiche Gespräch aus der ersten Beavis & Butthead-Episode der neuen Staffel denken… Cultureless animal lautet die Bezeichnung (wenn ich mich nicht verhört habe), die Danny für Steve parat hat. Hiermit gibt er uns Zuschauern auch den Tipp für den Fall der Woche. Tiere stehen im Mittelpunkt der Handlung, aber das Team realisiert es fast zu spät. Five-0 trifft auf Agent Morrison, als dessen Kollegin Monica Jennsen nach einem Flugzeugabsturz tot im Ozean aufgefunden wird.

Im Laufe der Untersuchung werden Steve und Danny von Monicas jetzt herrenlosem Hund begleitet, den Danno sich weigert abzugeben. Steve muss hinten sitzen, während der Hund vorn Platz nimmt. Als Max auf Agent Morrison trifft, bekommen wir den ultimativen Insider-Joke: Max behauptet, Jeff von irgendwo zu kennen… und das stimmt auch. Aus der Serie Heroes, wo Masi Oka (Max) und Greg Grunberg gemeinsam spielten! Nun, Grunbergs Auftritt erschöpft sich mehr oder weniger mit diesem Witz, denn ansonsten gleicht er dem Hund: Er folgt dem Team und guckt zu.

Abgesehen von einer klischeehaften Konversation mit Lori, die er von früher kennt und die die Autoren auch in dieser Episode nur dazu gebrauchen können, jemandem erfolglos Trost zuzusprechen: Monica reminded me a lot of you. Aber es ist gut, das komplette Team bei dem Fall mitarbeiten zu lassen und vor allem zu sehen, dass die Lage zwischen Kono und Chin wieder zur Normalität zurückfindet. Außerdem erleben wir den Super-Steve-Stunt der Woche, ohne den es von mir immer ein Sternchen weniger geben würde! Für ein halbes Sternchen mehr lasse ich mich wiederum gern blenden von Max’ neuem gelbem Camaro mit dem Nummernschild Warp 9…

Hawaii Five-0: Ka Iwi Kapu (2×07)

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Hawaii Five-0 präsentiert eine Halloween-Episode, die eigentlich alles enthält, was eine Halloween-Episode enthalten soll, inklusive Geister: nämlich die aus berühmten Horror-Produktionen… und natürlich den Five-0-Teamgeist. Außerdem führt die Serie den neuen Trend der CBS-Corporation-Procedurals fort: Die Cops mieten Tatort-Wohnungen, weil sowieso keiner mehr hinein will und man sie folglich billiger bekommt. Gestern Debra Morgan (Jennifer Carpenter) in Dexter, heute Danno (Scott Caan) in Hawaii Five-0… naja, fast! Wenn die Geister nicht wären.

Die Geister, die Danno rief. Allerdings sind die nicht so sehr Fans von Ghostbusters Titelsongs, sondern vom heiligen Hawaii-Boden. Man kann sagen, dass die Serie mit The Blair Witch Project anfängt und dann auf Freddy Krüger trifft, um mit  The Sixth Sense zu enden. Ein Pärchen, das einen Amateurfilm dreht, wird plötzlich angegriffen; später werden beide tot aufgefunden. Obwohl diese Beschreibung nicht der Wahrheit entspricht. Beide werden in heiligem Boden begraben, so dass sich nur eine Hand aus der Erde streckt. Die Nacht der lebenden Toten lässt grüßen! Und ratet mal, wem der einzige Fingerabdruck an den Opfern gehört?

Einem Toten. Nachdem Danno ohne Erlaubnis des heimischen Priesters den Boden des Tatorts betreten hat, ereignen sich seltsame Vorfälle, die Fensterscheiben seines Autos betreffend. Neo aber – Entschuldigung: ich meine natürlich Max – hat Einblick in die Matrix, also in die zwei Welten der Lebenden und der Toten, und erklärt Steve und Danno, dass es kein Zombie gewesen sein kann. Denn dem Toten, dem die Fingerabdrücke gehören, wurde der Kopf weggeblasen! Als noch mehr Leichen entdeckt werden, deutet alles auf einen Serienmörder hin: auf den obdachlosen Mann in den Wäldern, der von keinem Geringeren als Robert Englund verkörpert wird und mit einer blutigen Machete auf Danno und Steve losgeht.

Damit enden die Nightmares on Hawaii-Street für Danno noch immer nicht – dem kleinen Lichtblick in Gestalt von Dr. Gabrielle Asano (Autumn Reese) zum Trotz. Er lädt „Gabby“ sogar zu einem weiteren Date ein, vor den Augen von Steve, Lori und Kono! Da der Obdachlose nicht der Täter ist, muss das Team weiter und tiefer graben, bis man … auf einen leeren Sarg stößt.  Es ist aber keine Zombie-Hand im Spiel, sondern eine ganz gewöhnliche, gierige Menschenhand. Nicht Hunger nach Fleisch, sondern nach Geld aus Organverkäufen hat den Täter getrieben. Die Auflösung? Wie enden solche Geschöpfe der Nacht? Meistens auf dem Scheiterhaufen. Am Ende einer amüsanten Episode fragt sich nur, ob Danno die passende Wohnung gefunden hat. Da müsst ihr die nette Dame mit dem Hund fragen – und die Treppe nehmen, da der Fahrstuhl außer Betrieb ist.

Hawaii Five-0: Ka Hakaka Maika’I (2×06)

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Diesmal beginne ich mit einer Frage an euch: War das nicht mal eine richtig gute Hawaii Five-0-Episode? Nachdem nun alle Teammitglieder wieder vereint wurden, haben sie etliche Kämpfe auszutragen. Kämpfe für das Gute, wie der Titel der Episode schon verrät – aber werden sie gut enden?

Nach etlichen missglückten Episoden stimmt in dieser alles: die Action, der Humor, das Tempo und… die Action. Zu den Klängen von AC/DCs Thunderstruck sehen wir Super-Steve in den MMA-Ring steigen: in medias res, nachdem Lori ihm mit Expertenkenntnis die Hände bandagiert hat. Go Steve, go?! Nicht ganz: Stattdessen bekommt er einen brutalen Schlag ins Gesicht, und der Bildschirm wird weiß. Aber die weiße Überblende  versetzt uns zum Glück nicht ins Krankenhaus, sondern 48 Stunden zurück – und in das Haus eines Unbekannten, der gerade tot und an einen Stuhl gefesselt in den Pool geworfen wird.

Ab diesem Zeitpunkt geht es wirklich Schlag auf Schlag für das Five-0-Team – und nicht nur für es. Zuerst führen die Spuren die Ermittler zu einer Räuberbande; die Auseinandersetzung mit ihr beschert Danny (Scott Caan) endlich die Möglichkeit, auch einen Steve-Stunt zu vollführen. Die Kämpfe sind damit noch lange nicht vorbei, denn die Räuber sind nicht die gesuchten Mörder! Fast gleichzeitig müssen sowohl Steve als auch Joe White Kämpfe mit ebenbürtigen, wenn nicht sogar überlegenen Gegnern austragen.

Am Anfang der Episode sehen wir, wie Steve auf die NCIS-Agentin Kensi Blye (Daniela Ruah) trifft. Obwohl sie aus einer anderen CBS-Serie (NCIS Los Angeles) kommt, kann man den Auftritt nicht als Crossover bezeichnen, denn er dauert knappe drei Minuten! Schon oft trat CBS auf das Werbepedal mit Gaststar-Gesichtern, um sie dann bloß für ein paar Minuten zu zeigen – ohne jegliche Relevanz für die Handlung. Langsam wird das zum Running Gag… oder möchten die Produzenten es einfach anders machen als die meisten Procedurals, bei welchen immer die Gaststars die Täter sind? Wie auch immer: Häufig kommt nichts dabei heraus als Verschwendung von Schauspielern. Immerhin hält sich Annie Wershing (24) in ihrer Gastrolle etwas länger auf dem Bildschirm, trägt aber auch nicht wirklich zur Handlung bei.

Eigentlich ist es auch ganz unnötig, irgendetwas beizutragen, denn der Rest der Episode wäre mit „die Post geht ab“  untertrieben beschrieben. Wie aus dem Nichts – wie immer eigentlich – taucht Wo Fat in Joes Wohnung auf. Beide liefern sich einen spektakulären Kampf, den Joe mit Mühe überlebt. Anscheinend sind Steve und Joe mit ihrer Untersuchung in die Nähe des Ziels geraten, und Wo Fat will als erster zuschlagen: um ein bestimmtes Geheimnis zu schützen, in das ausgerechnet Steves Vater involviert war. Der alte Japaner ist Fats nächstes Opfer, und dieser Vorfall ruft erneut Joes Bedenken auf den Plan, mit der Untersuchung zu viele Kollateralschäden zu verursachen.

Am Ende der Episode kehren wir mit Steve zurück in den Ring  der Anfangsminuten, wo er für einen wohltätigen Zweck auf den echten MMA-Kämpfer Chuck Liddell trifft und bald Bekanntschaft mit dem Boden macht. Aber auch wenn man auf den Boden geschickt wird, gibt es für Super-Steve kein Aufgeben. Sowohl im Ring als auch im Wo-Fat-Fall – obwohl sich Joes Worte langsam bewahrheiten…

Hawaii Five-0: Ma’ema’e (2×05)

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Nachdem zwei Wochen lang von allen Seiten Kritik auf Hawaii Five-0 herunterhagelte, kann sich die CBS-Serie nun in meinen Augen mit Ma’ema’e steigern. Vor allem Krisengebiet Nr. 1, die Handlung um Kono, findet zu einem zufrieden stellenden Ende: nicht überraschend, aber trotzdem gut! Niemand hat sich dahin gehend täuschen lassen, dass Kono auf die „dunkle Seite“ gewechselt wäre – die Frage war nur, wie man dahinter kommen würde, was sie eigentlich macht. Die Verbindung zwischen Konos Geschichte und dem Fall der Woche scheint mir durchaus gelungen. Allerdings: Die viel dringendere kritische Frage lautete, warum Kono – abgesehen von Chins Bemühungen, mit ihr zu reden – vom Rest des Teams für längere Zeit ‚vergessen’ wurde. Diese Frage wird umso relevanter, als Kono bei Five-0 in Untersuchungshaft sitzt.

Aber bevor wir die Auflösung dieser Geschichte ins Auge fassen, machen wir zwei Schritte zurück: zum Fall der Woche, in dem ein beliebter Volleyball-Coach tot aufgefunden wird. Zunächst scheint alles auf einen Mord aus Leidenschaft hinzudeuten, bis das Team schließlich eine Verbindung zum organisierten Verbrechen findet – genauer: Geldwäsche. Die Familie Karl und Trisha Joyner steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten und versucht zu fliehen. Karl schafft es nur bis zu seinem Auto, wo ein Scharfschütze ihn aus dem Verkehr zieht, während von Trisha jede Spur fehlt.

Dieses Mal sind alle vier derzeit aktiven Teammitglieder pärchenweise in die Untersuchung involviert – wobei wir am Anfang der Episode überflüssig ausführlich zu sehen und zu hören bekamen, dass es zwischen Kono und Malia wieder gefunkt hat und die beiden so gut wie zusammen sind. Trotzdem gut, Reiko Aylesworth (24) wieder zu sehen! Je mehr Nebenfiguren bei Hawaii Five-0 auftauchen, desto mehr Möglichkeiten für Nebenerzählungen eröffnen sich der Serie und können das Ganze komplexer gestalten.

Komplexer im Vergleich zu den vorherigen wird auch diese Episode, als in einem Hotelzimmer, wo Chin und Lori auf Trisha warten, plötzlich ein bewaffneter Unbekannter auftaucht und dann per Auto fliehen kann, nachdem Lori ihn während der kurzen Verfolgung angeschossen hat. Hinterm Steuer sitzt… Kono! Übrigens fand ich die Szene zwischen Lori und Chin im Hotelzimmer wirklich amüsant, als er ihr mitteilt, wie ähnlich sie Steve sei, und sie Chin tollpatschig mehr über Steves Privatleben zu entlocken versucht. Als sie dann die Verfolgung aufnimmt, hat sie tatsächlich den Super-Steve-Blick drauf!

Etwas später werden wir nach viel zu langer Pause wieder mit Super-Steve-Faustaction verwöhnt, was immer willkommen ist. Gar nicht korrekt findet Steve nach Konos Verhaftung die Tatsache, dass Kono und Fryer über ihren Undercover-Einsatz im Dunkeln gelassen wurden. Aber wo waren sie denn zuvor, all die Teamkollegen Konos? Steve spricht davon, Kono nicht mehr beschützen zu können – aber hat er das vorher tatsächlich getan? Na ja, ich habe den Zweck der Sache schon kapiert: Hauptsache, Steve aufregen, so dass er nicht nur kurze Zeit später einem der korrupten Cops eine verpasst, sondern auch Fryer zum Abschied beinahe ausknockt. Keiner solle sein Team aufmischen, teilt er ihm mit.

Und endlich ist es tatsächlich wieder ein Team – und die Anzahl seiner Mitglieder entspricht seinem Namen: Five-0. Die Serie unterstreicht diese Tatsache mit der letzten Einstellung, in der wir alle fünf geschlossen zusammen weggehen sehen. Zwar etwas pathetisch das Ganze, aber, wie gesagt, letztendlich zufrieden stellend. Go go Five-0!!!

Hawaii Five-0: Mea Makamae (2×04)

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Mea Makamae bedeutet zwar eine Steigerung im Vergleich zur letzten Woche, aber zum zweiten Mal in Folge gelingt es Hawaii Five-0 nicht, die Atmosphäre der ersten beiden Episoden zu kreieren – schon gar nicht die der finalen Episoden aus der ersten Staffel. Vielleicht liegt es an den Veränderungen, die hier von Statten gehen? Neue Gesichter betraten die Bühne, nur verläuft ihr Einfügen nicht reibungslos. Außerdem funktioniert irgendwie das Team als Ganzes nicht. Während Danny (Scott Caan) in letzter Zeit kaum auftauchte, bekommt man langsam den Eindruck, nur Chin (Daniel Dae Kim) erinnere sich überhaupt noch an Konos (Grace Park) Existenz. Auch in dieser Episode bekommen wir ihn eigentlich nur bei Hausbesuchen bei Kono zu sehen, während Steve, Danny und Lori dem Fall der Woche nachgehen.

Wie es scheint, beabsichtigen die Autoren sowohl Steve als auch Danny neu zu verkuppeln. Wir sehen Catherine und Steve mehr oder weniger Abschied nehmen, da sie versetzt wird. Danny trifft im Laufe der Untersuchung auf eine gewisse Dr. Gabrielle Asano (Autumn Reeser), die er später tatsächlich um ein Date bittet – mit Erfolg! Steve / Lori und Danno / Dr. Asano? Was denkt ihr?
Chin findet heraus, was Kono getan hat, aber sie bleibt bei ihrer ablehnenden Haltung und muss sich jetzt auch noch um Chin kümmern, da seine Nachforschungen Frank Delano kein bisschen erfreuen.

Der Fall der Woche wiederum bringt zu wenig Super-Steve-Action und statt dessen eine mögliche Schatzsuche ins Spiel, die sich jedoch als etwas ganz Anderes erweist. Die Spur um den möglichen Fund eines vor Jahrhunderten versunkenen spanischen Schiffes sollte wohl doch nur dazu dienen, Danno zu Dr. Asano zu bringen…

Autumn Reeser in Asanos Rolle ist eine von mehreren Gastdarstellern in dieser Episode. Die Hawaii-Bühne betreten außerdem Patty Duke und Peter Fonda. Während Dyke als die an Alzheimer erkrankte Mutter des toten Tauchers mehr Screentime bekommt, macht die Serie von Peter Fonda als Blakes Schwindlerboss leider wenig Gebrauch. Nichtsdestotrotz fand ich die Wendung im Fall der Woche nicht schlecht.

Zwar ist es schade um die Schatzsuche, aber die Enthüllung, dass Blake seiner an Alzheimer erkrankten Mutter zu einer Art Abschluss verhelfen wollte, in dem er die Überreste des toten Großvaters findet, ist zufrieden stellend. Falls aber die Autoren damit Lori mehr Präsenz geben und in einer gefühlsbetonten Situation so präsentieren wollen, dass die Figur den Zuschauern „näher gebracht“ wird, scheitert dies in meinen Augen: Lori wirkt nach wie vor blass.

Blass wird auch Steve, als er erfährt, dass Joe Informationen zurückhält und das Video entgegen seinen Beteuerungen nicht abgeschickt hat. Wie sind Joes Worte zu verstehen, als Steve ihn damit konfrontiert? Hoffentlich geht die Antwort mit einer Steigerung der CBS-Serie einher!

Hawaii Five-0: Ua Lawe Wale (2×02)

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CBS hat mit Terry O’Quinn kräftig für die neue Staffel geworben, aber die Jagd mit seinem Namen nach Zuschauern wird in einer anderen Episode fortgesetzt: In Ua Lawe Wale ist O’Quinn nicht mehr da, spurlos verschwunden ohne weitere Erklärungen. Die müssen ja auch nicht sein. Denn ich persönlich habe nicht damit gerechnet, dass Lt. Commander Joe White bei Five-0 bleiben würde. Seine Figur ist eher an die handlungsübergreifende Erzählung um Wo Fat gebunden – und die ist nicht Thema in Ua Lawe Wale.

Auch Steve und Danny sind nicht der Dreh- und Angelpunkt der Episode, sondern die Frauen in Hawaii Five-0. Da es bei Kono (Grace Park) nicht danach aussieht, als würde sie bald zum Team zurückkehren, und Jenna sich anscheinend für die dunkle Seite entschieden hat, braucht das Team weibliche Unterstützung. Allerdings: Nicht hauptsächlich deswegen dürfen wir Officer Lori Weston (Lauren German) kennenlernen.

Weston arbeitete als Profiling-Spezialistin sowohl beim FBI als auch bei der Homeland Security, bevor der Gouverneur sie nach Hawaii holte. Aus welchem Grund? Um ein Auge auf Steves Leute zu haben! In einer amüsanten Szene treffen Steve (Alex O’Loughlin) und Lori erstmalig aufeinander: Im Warteraum beim Gouverneur sieht man Steve interessiert die Zeitschrift Woman’s Day durchblättern – ich sagte ja schon: es ist eine Frauenepisode -, bis zwei lange Beine auf hohen Schuhen den Raum betreten. Wieso Beine? Weil unser Blick an Steves Blick gekoppelt ist, der von oben nach unten schwenkt, bis er und wir auf Loris Blick treffen.

Er ist also nicht der einzige, der seine Augen auf die Reise schickt. Mit Lori Weston scheinen die Autoren nicht so sehr einen Gegenpol zu Steve in die Mischung zu bringen, sondern diese noch explosiver zu machen. Denn Lori ist genauso heißblütig wie ihr neuer Vorgesetzter! Ergo: noch mehr Sorgen für Danny (Scott Caan), wenn diese beiden auf Verbrecher losgelassen werden. Ob sie ein ‚love interest’ für Steve sein wird? Vermutlich – aber zunächst einmal sollten wir abwarten und uns dem Fall der Woche widmen.

Der bietet die Entführung einer jungen Frau inklusive Verfolgungsjagd zu Pferde. Gekidnappt wurde ein Mädchen vom eigenen Großvater (Bruce Davison): Er ist Anführer einer Sekte und will das tot geglaubte Enkelkind zurück haben, das von seiner Mutter Rhea Carver (Emily Bergl) heimlich zur Adoption freigegeben wurde.

Nach einigen Meinungsverschiedenheiten befinden sich Lori und McGarrett “on the same page”. Sowohl die Szene im Café als auch der Ritt zum Sektendorf vermitteln das Gefühl, dass Lori immer schon zum Team gehörte: Dont you just hate that? The top-off. Ya know, you get just the right mix going coffee, cream, sugar, all working in perfect harmony and then when you’re not looking, waitress comes, tops you off. Ruins a perfectly good cup of coffee; its why I switched to tea. They don’t mess with that. Das Hinzufügen Loris bedeutet für den Hawaii Five-0-Kaffee meiner Meinung nach kein Ruinieren der guten Mischung, sondern ein passendes Topping! Die nächsten Episodem bleiben natürlich abzuwarten; ich bin schon gespannt, wie Lori mit Kono zurecht kommen wird und wie die Teamdynamik dann aussieht.

Aber bis Kono wieder mitmacht, wird es eine Weile dauern, denn sie wird in dieser Episode von Internal Affairs verhört und anschließend aus dem Polizeidienst entlassen. Auf sie wartet noch eine Gerichtsverhandlung, wie der Captain of Internal Affairs (gespielt von Tom Sizemore) verkündet: Noch ein neues Gesicht, das man nach dem kurzen Auftritt nicht wirklich zuordnen kann. Es bleibt spannend, wie sich die Geschichte um Kono weiter entwickelt und ob ihre Freunde ihr aus der Malaise heraushelfen können.

Nachdem Super-Steve in einem beispielslosen Ritt hinter einem Flugzeug (und wie cool wäre es erst gewesen, wenn er das Flugzeug mit dem Pferd gerammt hätte…) das entführte Mädchen gerettet und Lori ihre Kampfqualitäten unter Beweis gestellt hat, verliert das Team eine weitere Frau, nämlich Jenna Kaye. Wie sie Steve mitteilt, hat die CIA Beweise dafür, dass ihr Verlobter noch am Leben sei; sie müsse sich der Sache widmen. Sagt sie Steve damit nicht noch mehr? Hat Wo Fat sie doch zur Unterstützung erpresst? Offenbar hat Five-0 derzeit viel zu tun mit „seinen“ Frauen.

Hawaii Five-O: Ha’i’ole (2×01)

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Nach dem Cliffhanger mit Steves Verhaftung im Finale der ersten Staffel erwartet man zum Auftakt von Hawaii Five-Os zweiter Staffel nichts Anderes als… Action! Und die bekommt man in den ersten fünf Minuten, eine große Dosis sogar. Die Kamera zeigt uns im Push-Up-Tempo, wer womit beschäftigt ist, bevor sie Richtung Gefängnis wandert. Während Kono surft und Danny am Flughafen einen Unbekannten in Militäruniform willkommen heißt, befindet sich Chin, der bei der HPD befördert wurde, bei Gouverneurin Jamesons Begräbnis und trifft dort auf keinen Geringeren als Wo Fat (Mark Dacascos), mit dem er kurz Höflichkeiten austauscht, nur um während des kurzen Schlagabtausches mit Fats Wachleuten eine Brieftasche zu stehlen…

Zurück zu den Push-Ups. So nämlich kehrt ein Steve McGarett (von mir stets liebevoll Super-Steve genannt) auf den TV-Bildschirm zurück! Aber die Freude aller Fan-Girls wird schnell unterbunden, denn er hat einen Besucher: Danny (Scott Caan). Es braucht nur zwei Sätze, um sich wieder daran zu erinnern, was Hawaii Five-O so unterhaltend macht, nämlich die Chemie zwischen den beiden. Danny ist allerdings nicht gekommen, um Scherze über seine nicht vorhandene Krawatte zu ertragen; vielmehr will er Steves ehemaligen Ausbilder Commander Joe White (Terry O’Quinn, Lost) zu ihm führen. Danny zu Chin: He trained Steve. Chin: Oh, so it’s his fault. Joe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Steve auf jede erdenkliche Weise zu helfen.

In den folgenden Minuten aber liefert die CBS-Serie ihre erste Überraschung der Episode: Steve wird von Victor Hesse (James Marsters) auf dem Gefängnishof angegriffen; dieser verpasst ihm eine Stichwunde, nur um ihm nachher etwas ins Ohr zu flüstern. Hesse wollte, wie er Danny und Chin später gesteht, Steve eine Fluchtmöglichkeit verschaffen, damit er Wo Fat erledigt, bevor dieser Victor erledigt. Angeblich will Wo Fat einen letzten großen Deal über die Bühne bringen und dann für immer verschwinden. Victor – und ebenso wir Zuschauer – kennt Super-Steve gut genug, um zu wissen, dass eine Stichwunde ihn daran nicht hindern wird, zwei Sanitäter ohnmächtig zu schlagen, aus dem rasenden Krankenwagen zu springen und dann durch die Gegend zu rennen.

Ich betone noch einmal: In Hawaii Five-O ist es vollkommen egal, ob das Geschehene in der Realität möglich wäre oder nicht. Wichtig sind Spaßfaktor und Action. Meine kleine Kritik an der Episode betrifft dementsprechend weniger Super-Steves Aktionen als vielmehr die größte Überraschung am Ende. Folgen wir aber zunächst den Ereignissen: Steves (Alex O’Loughlin) Flucht endet in der Wohnung von Dr. Max Bergman (Masi Oka, Heroes), der in den nächsten Szenen für nerdiges Amüsement sorgt (war das ein Star Trek-Schlüsselanhänger?) und Steves Wunde pflegt.  Nicht so gepflegt geht der gerade eingetroffene Danny mit Steve um, aber es bleibt kaum Zeit für längeres Einander-Anschreien. (Außerdem nennt Danny Max “Kermit“.)

Es ist ein Auto-Tausch angesagt, um die Polizei von Danny abzubringen, damit der Steve zu Joe fahren kann. (Max’ Auto übrigens entzieht sich jeder Beschreibung.)
An Jennas (Larisa Oleynik) Pinnwand findet Joe einen Hinweis, ein Foto einer Medaille, das ihn wiederum zu einem alten Japaner führt. Ja, Jenna ist immer noch da und versucht zu helfen, ebenso wie Kono.  Letztere macht nicht nur Wo Fat ausfindig, sondern auch einen gewissen Kurt, mit dem er den Deal abschließen will. Während der Fahrt zu Joe findet Steve heraus, dass auch Dannys Privatleben in letzter Zeit unter keinem guten Stern steht, denn das Baby ist nicht seins, sondern Stans  – und Rachel kommt zurück nach Hawaii, um wegen der Kinder einen frischen Start mit Stan zu versuchen.

Einen solchen Neustart unternimmt auch Sam Dennings (Richard T. Jones, Terminator: The Sarah Connor Chronicles), der neue Gouverneur, und zwar mit Five-O. Die Beweise, die John McGarrett (William Sadler) hinterließ, zeigen, dass er eine versteckte Kamera in Jamesons Büro installiert hatte. Da die immer noch da ist, kann Steves Unschuld bewiesen werden. Jetzt heißt es nur noch Wo Fat erwischen, bevor er abhaut! Während Kono und Joe Kurt unschädlich machen, rasen Steve, Danny und Chin hinter Fats Yacht her, finden aber nicht Wo Fat, sondern nur das Geld von dem Deal vor. Auch Victor Hesse ist nicht mehr da: Wo Fat sorgt persönlich dafür.

Vorher erzählte Kamekona spaßeshalber Jenna, wie sie ihre Undercover-Arbeit meistern solle. Allerdings scheint sie keine Ratschläge zu brauchen, denn am Ende der Episode sitzt sie hinterm Steuer von Wo Fats Auto. Nun sind wir bei meinem Kritikpunkt: Diese Wendung ist zwar durchaus überraschend, tut aber vielleicht der Überraschung zu viel – wenn man bedenkt, was wir über Jenna wussten und wie sie sich gab… ? Aber vielleicht sollten wir vor dem Urteilen abwarten, welche Erklärung die Autoren liefern werden. Außerdem bleibt die Frage offen, ob Steves Vater auch korrupt war oder nicht.
Zwischen Schein und Sein liefert Hawaii Five-O einen guten Einstieg in die neue Staffel.

Hawaii Five-0: Oia’i’o (1×24)

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Was soll man über dieses Finale schreiben? Eigentlich reicht ein Satz im Kamekona-Style: Cool, bro! Erst nachdem jeder die Ninja-Maske abgenommen und sich der Adrenalinpegel auf ein relativ normales Niveau gesenkt hat, können die Ereignisse in ihrer Mannigfaltigkeit betrachtet werden. Denn es geschah Einiges im Finale der natürlich für eine zweite Staffel verlängerten CBS-Serie.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, habe ich dieses Finale nicht erwartet. Von einer gewissen Explosivität durfte man ausgehen, aber dass das Five-0-Team so geschickt in Bedrängnis und moralische Dilemmata manövriert und für alle der Einsatz erhöht wurde, überraschte mich sehr positiv. Nicht, dass man es den Autoren oder der Serie nicht zugetraut hätte: Man muss es ihnen hoch anrechnen, auf die für Procedural-Serien typische Showdown-Befriedigung verzichtet zu haben.

Wir bekommen keinen Showdown zwischen Steve (Alex O’Loughlin) und Wo Fat (Mark Dacascos). Letzterer ist sogar nur für ein paar Sekunden zu sehen. Aber die Serie schafft es, den Spieß komplett umzudrehen und aus den Verfolgern Verfolgte zu machen. Außerdem zahlen sich nun sämtliche Nebenhandlungsstränge der Staffel aus – von Konos (Grace Park) kurzer Begegnung mit der alten Dame, als Five-0 das Geld entwendete, bis zu Chins (Daniel Dae Kim) Story mit seinem Onkel.

Natürlich liegt die große Überraschung dieses Finales in der Beteiligung der Gouverneurin Jameson (Jean Smart) an Wo Fats Spielchen. Durch den Tod von Jamesons Assistentin Laura Hills (Kelly Hu) in einer Autoexplosion und mit Hilfe der letzten anonymen Sendung kommt Steve auf Jamesons Spur. Aber Steve Versessenheit darauf, sie zu überführen und die Wahrheit dahinter herauszufinden, macht ihn blind für die Falle, in die nicht nur er, sondern das ganze Team tappt. Kono wird wegen des vom Team entwendeten Geldes verhaftet. Danno (Scott Caan) und Chin wiederum scheinen vor einem Abschied von Five-0 zu stehen.

Chin bekommt das Angebot, wieder bei der Polizei zu arbeiten und sogar befördert zu werden, und Danno erfährt von Rachel (Claire van der Boom), dass sie schwanger ist und zurück nach New Jersey will. Wir sehen Chin, wie er Five-0 seine Familie nennt und das Angebot ablehnt, während Danno dort sein muss, wo seine Frauen sind.

Selbstverständlich aber gibt es keinen Danno ohne Steve – und umgekehrt. All those that think that’s a certifiably demented idea, please raise your hand, bittet Danno, als Steve darauf besteht, die Gouverneurin zu untersuchen. Alle heben die Hand und… machen mit. Jenna Kaye (Larisa Oleynik) zeigt sich von der „Verrücktheit“ des Teams begeistert, aber sie bekommt wieder einmal herzlich wenig zu tun; ich weiß nicht, was Autoren wirklich mit ihr vorhaben.

Steve, der Five-O als “benevolent dictatorship“ und nicht als Demokratie beschreibt, tut, was er für richtig hält. Es bleibt ihm auch nichts anderes übrig, da ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt wird und jemand ihm den Mord an Laura in die Schuhe zu schieben versucht. Was gibt es Besseres als einen Steve außerhalb von Regeln und Gesetzen, außer Rand und Band? Die Szene, als Danno zu Steve nach Hause geht und fast von diesem erschossen wird, gehört zu den besten im Finale: What’s with the ambush? Why are you dressed like a ninja? Äußerst amüsant wirken die kurzen Ausschnitte, in denen Danno Steve immer wieder zu beruhigen versucht und auf ihn einredet. An dieser Stelle sei noch einmal gesagt, dass die Chemie zwischen den beiden Figuren in dieser Staffel das Herz von Hawaii Five-O bildete!

Die Bilder von Steve auf Rache- und Gerechtigkeitsmission im schwarzen Mercury Marquis bringen die erwünschte Coolness, bevor man herausfindet, in welche Falle sich Steve begibt. Als er die Gouverneurin Rede und Antwort stellt, kommt wie aus dem Nichts Wo Fat (very Ninja!), verpasst ihm einen Elektroschock, erschießt kaltblütig seine Komplizin und steckt die Waffe in Steves Hand. So findet ihn dann die Polizei, und ausgerechnet Chin verhaftet ihn. Also hat Chin doch das Angebot angenommen? Denkt man. So denkt auch Danno, aber wie wir Chin erlebt haben, nutzt er vermutlich eher die Chance, Steve und seinem Team von innen aus zu helfen.

Wie geht es weiter? Werden Rachel und Grace wieder nach Hawaii zurückkommen? Wird Wo Fat erst einmal untertauchen und auch in der zweiten Staffel wie eine dunkle Bedrohung im Hintergrund bleiben?

Hawaii Five-0: Ua Hiki Mai Kapalena Pau (1×23)

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Die neue Hawaii Five-0-Episode legt einen fulminanten Start hin. Über der temporeichen Action vergisst man sich beinah zu fragen, wie es dazu kam, dass Steve & Co. plötzlich vor Wo Fats Tür stehen. Aber wie ich schon mehrmals geschrieben habe, schaut man Hawaii Five-0 nicht in erster Linie, um von unfassbaren Wendungen überrannt zu werden. Wenn die Interaktion zwischen den Figuren und vor allem zwischen Danno (Scott Caan) und Steve stimmt und die Action nicht zu kurz kommt, dann bin ich persönlich mit der CBS-Serie zufrieden.

Anscheinend also lief die Wo-Fat-Untersuchung offscreen auf vollen Touren, denn in den ersten Sekunden sehen wir, wie Five-0 sein Safehouse stürmt – nur um in eine Bombenfalle hineinzulaufen und im Haus auf Sang Min (Will Yun Lee) zu stoßen, der alles Andere als bereit ist, aufzugeben. Nach einer schön inszenierten Verfolgungsjagd entwischt er. Übrigens: Agent Kaye (Larisa Oleynik) ist wieder mit von der Partie! Ich hatte sie fast vergessen, da sie nach ihrer Einführung verschwunden blieb. In dieser Episode nun leistet sie dem Team entscheidende Hilfe, denn indirekt rettet sie Danno das Leben.

Danno in Lebensgefahr? Geschickt vollziehen die Autoren einen schnellen Wechsel von der Wo-Fat-Story zu einer auch für Steve persönlichen Danno-Geschichte, was diese Episode vom Hawaii Five-0-Durchschnitt dieser ersten Staffel abhebt. Während der Verfolgungsjagd gerät Danno durch Zufall in ein Haus, wo er eine Leiche vorfindet. Im nächsten Moment torkelt er hinaus und kann nicht mehr atmen. Kaye stellt fest, dass er in Kontakt mit irgendeiner Biowaffe gekommen sein muss. Man kann fast sagen, dass McGarett in Panik gerät!

Während Danno sich im Krankenhaus erholt, verfolgen seine Kollegen die Spur zu einer möglichen Terrorzelle. Aber der Grund für den Einsatz von Biokampfstoffen erweist sich als viel trivialer als gedacht. Dennoch gefiel mir diese Wendung besser als die Fälle der letzten Episoden.

Steve bringt Grace zu ihrem Vater ins Krankenhaus. Langsam kommen wir zum Kern der Episode, nämlich der Beziehung zwischen Danno und Rachel: Ungefähr in der Mitte der Staffel wurde angedeutet, dass sich die beiden wieder näher kommen – aber dann ließ man uns im Dunkeln, die Entwicklungen liefen offscreen weiter. Soll diese dramaturgische Maßnahme uns Zuschauern das Gefühl geben, dass die Figuren ihr Leben auch dann weiterleben, wenn wir nicht zuschauen?

Wie dem auch sei: Offenkundig sind wir nicht die einzigen, die über den Stand der Dinge zwischen Rachel und Danno nichts wussten. Steve ist genauso überrascht, als sein Partner ihm mehr oder weniger bestätigt, dass zwischen ihm und Rachel wieder Einiges zündet. Die Szenen im Krankenhaus mit Danno, Rachel und Grace sind liebevoll inszeniert, aber nicht weniger liebevoll ist der Auftritt von Kamekona mit zwei Eimern voller Hähnchenfleisch, da er die Essensrationen im Krankenhaus für zu knapp hält.

Während ich mir nicht sicher bin, wie ich einer möglichen Beziehung zwischen Steve und Kaye gegenüber stehe – man hat das Gefühl, die Autoren würden es schon vorbereiten – bin ich definitiv zufrieden damit, wie der Nebenplot um Chins Falschaussage bei Internal Affairs beendet wurde. Anstatt die Sache so kurz vor dem Finale weiter zu vertiefen und sich in eine unglaubwürdige Sackgassen-Situation zu begeben – Chin kann ja nicht ins Gefängnis wandern – wird er frei gesprochen, denn die IA findet heraus, dass er für seinen Onkel eingesprungen ist.

Am Ende der Episode stellt sich Sang Min, der die Bombe im Haus für Wo Fat gelegt und auf ihn gelauert hat. Er fleht Five-0 um Schutz vor Wo Fat an. Können Steve & Co. ihn beschützen? Oder müssen sie sich selbst beschützen? Denn die Nachricht von Wo Fat an Steve lautet, dass er seinetwegen kommt… Hoffen wir auf ein explosives Finale nächste Woche!

Hawaii Five-0: Ho’ohuli Na’au (1×22)

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Im Prinzip erwartet man von Hawaii Five-0 keine ausgeklügelten Verschwörungstheorien oder gar Oscar-reifes Charakterdrama. Die CBS-Serie hat in dieser ersten Staffel mehrmals gezeigt, dass Witz, Charme und eine Prise Action ausreichen, um den Zuschauer zu unterhalten. Die Fälle der Woche sind nicht etwa verschachtelt oder Ähnliches, aber Hawaii Five-0 macht einen guten Job dabei, auch plumpe Wendungen und langweilige Fälle mit der erwähnten Kombination aus Steve-Danno-Witz und rasantem Handlungsverlauf vergessen zu machen.

Leider gelingt das diesmal nicht. Der Fall der Woche handelt von dem Tod des berühmten Modefotografen Renny Sinclair (Gastauftritt von Rick Springfield), der in seinem Wohnwagen lebendig verbrannt wird und, wie die Untersuchung zeigt, große Wettschulden angehäuft hat. Wenn ich ehrlich bin:  Hätten Steve (Alex O’Loughlin) und Danno (Scott Caan) die Wettmafia auseinander genommen, hätte mich das zufriedener gemacht als die Variante, sich einen soapigen Hintergrund zusammenzuschustern und alles (wie immer) auf die Assistentin zu schieben.

Dagegen sind die Aufnahmen von Steve und Danno, die wie ein altes Ehepaar auf der Bank sitzen, oder aber Dannos Reaktion auf die Bemerkung zu seiner Krawatte seitens des Buchmachers absolute Höhepunkte! Und Kamekona wird in nächster Zeit nicht mehr wetten, es sei denn mit Steve und Danno.

Aber vielleicht kommt die Wettmafia zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr so leicht davon, denn zum Ende hin baut die Serie einen kleinen Cliffhanger auf und verbindet die beiden Plots miteinander. Der zweite Plot diese Woche dreht sich um Chin (gute Performance von Daniel Dae Kim), seinen Onkel und das entwendete Geld. Noch einmal entscheidet sich Chin, für seinen Onkel den Kopf hinzuhalten, und erzählt Internal Affairs, dass doch er selbst das Geld entwendet habe. Obwohl dieses Drama etwas erzwungen wirkt, gibt es doch immerhin Daniel Dae Kim etwas mehr zu tun.

Auch seine Cousine Kono (Grace Park) erhält eine kleine Story, die sich vielleicht zu einer Liebesgeschichte entwickeln könnte. Im Laufe der Untersuchung trifft sie auf den Laboranten Charlie Fong und versucht sich zu erinnern, woher sie ihn kennt. Wie kann man eigentlich seinen ersten Kuss vergessen? Die persönlichen Geschichten der Teammitglieder zu vertiefen, scheint mir übrigens eine gute Entwicklung – besser später als nie.

Bezüglich der restlichen Episoden bleibt abzuwarten, ob die Auseinandersetzung mit Wo Fat ausgetragen oder auf eine mögliche zweite Staffel verschoben wird. Steve erhält auch in dieser Episode einen Umschlag – mit einem Schließfach-Schlüssel darin. Was wird er dort finden? Und wo bleibt eigentlich seine FBI-Unterstützung? Ich bin gespannt, wie die Autoren die letzten Episoden gestalten wollen.