Category Archives: Human Target

Human Target: Christopher Chance (1×12)

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Es war einmal ein Mann. Er hieß Christopher Chance (Mark Valley) … In Flashbacks von Chance & Co. kommt in dieser Episode die bisher nur häppchenweise angedeutetene Ereignisse aus Chances Vergangenheit an die Oberfläche. Das Finale erzählt seine Geschichte anhand einer sehr gut orchestrierten Mischung aus Action und ruhigen Momenten, aus gegenwart und Vergangenheit, als in den ersten Sekunden das Büro von Chance & Co. gestürmt wird. Es sind alte Bekannte, die unser Trio nach einem Human Target-Style komisch-spannenden Schlagaustausch gefangen nehmen.

Der Bösewicht, ein damaliger Kunde von Chances altem Boss möchte die wahre Geschichte um Katherine Walters Tod und den nicht ausgeführten Auftrag hören. Und hier ist sie, die wahre Geschichte mit den wahren Namen der darin vorkommenden Figuren. Oder doch nicht? Dem Spielchen mit dem Namen Christopher Chance, das Human Target seit ihrer ersten Episode spielt, findet im Finale seine Auflösung. Nein, Christopher Chance ist nicht der richtige Name unseres Helden. Sein richtiger Name ist … Junior. Nein, das ist nicht sein richtiger Name. So wurde er von seinem alten Boss (The Old Man) und den Kollegen genannt.

Wie ist dann sein richtiger Name? Nur FOX kann uns helfen diesen zu erfahren, wenn eine zweite Staffel bestellt wird. Und dieses mit Gaststars reichlich geschmückte Finale stellt die Weilchen dafür! Aber bevor wir Katherine Walters und Lavern kennen lernen, verbleiben wir bei dem Namen Christopher Chance. Dieser Name ist, wie wir vom alten Bodyguard Christopher Chance (Lee Majors), einer, den nur diejenigen tragen, die Menschen in Not helfen, wenn keiner mehr da ist, der helfen kann. Der Name wird immer weiter gereicht. Er bezeichnet eine Art fließende, übertragbare Identität, wenn man so will. Er weist nicht so sehr darauf hin, wer man ist, sondern was man tut.

Wenn man ihn einmal angenommen hat, hat man auch die Pflichten, die damit verbunden sind angenommen. Aber bevor unser Held sich mit dem, was hinter Christopher Chance, anfängt sich zu identifizieren, lernen wir ihn als Junior, dem Lieblingsauftragskiller des alten Mannes kennen. Und er lernt zwei Menschen kennen, die diese Tatsache zum ersten Mal als nicht wichtig erscheinen lassen. Oder ist es nicht das erste Mal gewesen? Denn obwohl es, Hollywood-Style, Chance von der Liebe auf den ersten Blick anscheinend führen lässt, muss man auf das Flüstern der Nebensätze lauschen, die uns mitteilen, dass Chance schon seit einer Weile, nach einem bestimmten Vorfall, den Glauben an seine Vaterfigur und den Sinn seines Jobs anfing zu verlieren.

In diesem Kontext ist die Bekanntschaft mit Katherine Walters (gespielt von der wundervollen Amy Acker) nur der entscheidende Stoß, auf den Junior gewartet hat, um Christopher Chance zu werden. Aber diese Verwandlung wirkt wie der Stoß eines Dorns in das Auge alter Verbündeten. Baptiste, der Lehrling, der ihn wie einen großen Bruder verehrt, nutzt die Gelegenheit erste Geige spielen zu dürfen, indem er den „Vater“ (The Old Man) nicht im Stich lässt und Chance Auftrag zu Ende bringt. Er tötet Katherine, aber schafft es damit auch nicht den Auftrag zu erfüllen, denn was der Kunde (Tim Omundson) – der Mann, der in der Gegenwart unser Trio gefangen hält – will, ist ein Buch, in dem anscheinend Geheiminformationen verschriftlicht sind, die die Welt aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

Und dieses Buch ist ohne Spur verschwunden. Genauso wie Katherine oder hat sie jemand wirklich sterben sehen? Nicht wirklich! Dafür sehen wir, was für Schläge Guerrero (Jackie Earle Haley) austeilen kann in einer faszinierenden Kampfsequenz mit seinem damaligen Kollegen Junior. Also Guerrero war auch Auftragskiller, wie Chance und Baptiste? Aber wenn eine zweite Staffel kommt, dann werden wir definitiv mehr über ihn erfahren. Man denke nur an Baptistes Worte aus der gleichnamigen Episode! Da wir beim Thema Namen sind, kommt noch einer – Lavern Winston (Chi McBride)! Wie konnten uns die Autoren diesen Spaß bis zum Finale vorenthalten? Spaß beiseite: Chi McBride ist wieder einmal exzellent, auch in den ernsteren Momenten, die die keimende Freundschaft zwischen ihm und Chance vor sechs Jahren beleuchten.

Thema Namen: Chances Hund Carmine (genannt nach dem Co-Schöpfer des Human Target Comics Carmine Infantino) hat Chance von Katherine. Das war ihr kleiner Velpe. Süßes Detail. Nicht so süß ist die Tatsache, dass Winston am Ende entführt wird und Chance mit seinem alten Mann (Armand Assante), den wir endlich zu Gesicht bekommen, zusammenarbeiten muss, um das Buch zu beschaffen und Winston zu retten.

Ich finde es großartig, dass am Ende Human Target es schafft uns einen viel versprechenden Anfang zu präsentieren und ganze zwei Bösewichter einzuführen und dabei Chances Old Man sogar ambivalent darzustellen. Denn am Ende der Episode rettet er Chances Leben und sein Blick strahlt Überraschung und sogar Trauer aus, als Chance dann auf zielend abdrückt (Magazin ist aber leer)! Die Human Target-Autoren schaffen es lose Enden zu binden, aber gleichzeitig tun sie das mit Edwards Scherenhänden. Human Target mag übertrieben, Hollywood-Mainstream-Feeling verbreitend sein, aber die Serie macht nach wie vor Spaß und ich hoffe, dass sie eine zweite Staffel bekommt.

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Human Target: Victoria (1×11)

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Eigentlich habe ich eine Vorbereitung des Finales nächste Woche erwartet, aber die Human Target-Autoren haben sich für eine weitere Procedural-Episode entschieden. Nichtsdestotrotz hat Victoria durchaus etwas mit der übergreifenden Handlung zu tun. Nein, die Episode macht keine großen Enthüllungen, sondern sie unterstreicht sehr stimmungsvoll, vor allem anhand der letzten Bilder, was wir schon vermutete haben: Chance kann immer noch nicht über Katherine hinweg kommen.

Vor allem anhand der letzten Szene kann man diese Episode trotz typischer Human Target-Leichtigkeit als traurig bezeichnen. Christopher Chance (Mark Valley) wird von einem alten Freund kontaktiert, Gerard (Erick Avari), der ihn bittet die walisische Prinzessin Victoria (Christina Cole) vor Auftragsmördern zu beschützen und somit ihre Romanze mit dem einfachen Rettungssanitäter Tony (Rey Valentin). Der Auftraggeber ist der Victorias Mann selbst, der dieser Liebesbeziehung überhaupt nicht positiv gegenüber steht. All you need is love!

Das realisiert Chance, während er mit Victoria an der Hand auf den New Yorker-Straßen Zuflucht vor den ihrem Prinzen treuen Security-Leuten sucht. Aus diesem Grund vielleicht gibt es diese Woche so gut wie keine „sexual tension“ zwischen Chance  und dem BotW Victoria. Während in Chance vergrabene Gefühle hervorkommen und er gezwungen ist die Hilfe vom zwielichtigen Connor Mackenzie (ich wünsche mir Christopher Heyerdahl würde noch mehr Auftritte bekomen) anzunehmen, genießt Winston (Chi McBride) die GPS-Anweisungen seines neuen schicken Autos.

Und diese genussvollen Momente kann nur einer versauen, NY-GPS-Nr.1 Guerrero (Jackie Earle Haley) auf dem Beifahrersitz. Das Zusammenspiel der beiden ist wieder einmal sehr amüsant, man denke and as Gespräch über das Daten von Adligen:
Winston: A stripper in a tiara does not constitute royalty.

Die beiden schaffen es, wenn auch unter Scharfschützenfeuer – aber Guerrero kümmert sich darum -, Tony heil zu Victoria zu bringen, damit die Sache ihr Happy End hat. Die Frage ist, was für ein Ende wir nächste Woche haben werden und ob es reichen wird, damit FOX der Serie eine zweite Happy-Staffel ausgibt?
Auf jeden fall wird im Staffelfinale Gaststar Amy Acker zu sehen sein, sowohl auch Chances Nemesis Baptiste. Also nächste Woche könnte einiges enden…

Human Target: Tanarak (1×10)

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Christopher Chance (Mark Valley) und die Frauen: ein Spin-Off in sich. Seht ihr das auch so: wer auch immer Babe of the Week ist, die Chemie zwischen ihr und Chance ist sofort da. Das nenne ich perfektes Casting. Oder liegt es an Mark Valley…? Nicht nur Moon Bloodgood als Doctor without Borders Jessica Shaw im Badeanzug (oder war es Unterwäsche?) gefällt mir in Tanarak sehr gut, sondern auch die erhöhte Screentime für Guerrero und Ty Olssons Einsatz als Bösewicht in Alaska. Men in Trees lässt grüssen!

Richtig awesome ist der Faustkampf zwischen ihm und Chance auf dem riesigen Laster: schon wegen der perfekt ausgeführten Kopfnüsse, aber auch wegen der Tatsache, dass Olssons Figur aus Men in Trees Sam the Plow Guy war und sich für große LKWs begeisterte. Ich wiederum lasse mich stets für die Zusammenarbeit zwischen Winston (Chi McBride) und Guerrero (Jackie Earle Haley) begeistern, die in Tanarak wieder auf höchstem Niveau funktioniert, auch wenn die Episode die fortlaufende Chance-Story, die in den letzten beiden im Mittelpunkt stand, nicht wieder aufnimmt.

Klar: es gibt melancholische, von Musictrack unterstützte Anklänge an Chances Vergangenheit, aber sie dienen hier dazu, das BotW zu erweichen. Mit Erfolg! Doctor Jessica Shaw (Moon Bloodgood) verfällt Chances Charme in Alaska, während beide vor den Auftragsmördern eines großen Konzerns in Alaska fliehen. Nein, zwischen den beiden geschieht nichts (und das ist Human Target zu Gute zu halten) – bis auf den Sprung ins kalte Wasser, zu dem die Drehbuchautoren sie zwingen, damit sie anschließend mit persönlichen Geschichten und Körpertemperatur einander wärmen können.

Wie ich schon oft sagte – manche mag das nerven, aber -: für eine überzeichnete Bond-Style- Geschichte ist sowas genau das Richtige. Ebenso die Szene, in der Chance seinen muskulösen, schwer bewaffneten Escort niederringt. Das Schöne daran ist, dass der Typ zu Chance sagt, er solle nicht versuchen, es mit ihm aufzunehmen. Chance zuckt die Achseln. In der nächsten Sekunde fällt der Mann (aus dem Off – wir sehen ja nicht, was passiert) bewusstlos auf den Boden. Awesome!

Zurück zu Chance und den Ladies. Irgendwie bekommen es die Produzenten hin, dass man sich jede von den BotWs als wiederkehrende Figur vorstellen kann. So auch Moon Bloodgood: ihre Doctor Shaw ist unabhängig, besitzt Erfahrung in brenzligen Situationen sowie einen gesunden Geist in einem gesunden Körper, neigt zum Nomadentum und hat keine Scheu vor unmöglichen Herausforderungen. Mal sehen, ob sie wieder aufkreuzt.

Neben Guerreros entspannt-subtiler Art, Menschen zu erpressen, liefert Winstons Szene in der Limousine die perfekte Mischung aus Humor und Coolness, die man dank diesen beiden Figuren in Human Target so sehr genießt. Ich hoffe, dass Winston und Guerrero im Zuge der Entwicklung des übergreifenden Handlungsstrangs ihre Episoden bekommen werden. Denn Tanarak ist eine solide, unterhaltsame Episode, aber keine wie die letzte (Baptiste). Trotzdem – im Ganzen  kann man wieder einmal sagen: Beautifully Mixed Up, Autoren.

Human Target: Corner Man (1×09)

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In Corner Man muss Christopher Chance (Mark Valley) an einem Kickboxturnier teilnehmen, um den Kopf vom Kämpfer Edie (Dash Mihok) zu retten, der dem „Geschäftsmann“ Hugh Prentiss (Peter Wingfield, 24) einiges an Geld gekostet hat. Dabei gibt es in bekannter Human Target-Manier dies ganze Episode lang einen Plan hinter dem Plan, oder wie Guerrero es nennt: Steps! Die Episode fängt mit Chance in dem Ring, der gerade einen schlimmen Schlag auf den Kopf bekommt und … Vier Tage früher.

Um seinen Plan durchzuführen, braucht Chance die Hilfe von einem alten Feind, einem anderen „Geschäftsmann“, namens Tony Belvilacqua (Kenneth Welsh), dessen größter Feind der besagte Hugh Prentiss ist. Komplizierter wird das Ganze, als die Babe of the Week die Bühne betritt. Diesmal ist es Grace Park (Battlestar Galactica) als Prentiss’ Assistentin Eva, die von einem engen Outfit in einen Badeanzug und dann wieder in das nächste enge Outfit schlüpft.

Nicht nur ihr Anblick und Chances Begehren sie aus Prentiss’ Krallen zu befreien, bringen die Pläne durcheinander, sondern Chances plötzliche Aussetzer beim Kämpfen. Sie sollen Folge seines Gemütszustandes sein, das vom Angstgefühl dominiert wird. Nein, Chance hat keine Angst vor einem Gegner, da dank Guerreros Kontakte und Recherche, die Kämpfe sowieso getürkt sind. Ich fand es übrigens die richtige Entscheidung seitens der Autoren diesmal Chance trotz Heldentum nicht einfach die besten Kickboxer der Welt aus eigenem Vermögen platt machen zu lassen.

Die getürkten Kämpfe sind eine überraschende und erfrischende Idee, da man brutale Mann-gegen-Mann Auseinandersetzungen mit Chance als Sieger erwartet und nicht Gegner, die ihm zuzwinkern oder vom Schiedsrichter (Grüß Guerrero von mir!) gar nicht so erfrischende Injektionen bekommen. Das Erfrischendste an dieser Episode neben dem Plan hinter dem Plan ist das Verrücken des Blickwinkels mehr auf die Freundschaft zwischen Winston (Chi McBride) und Chance, denn Chance Angst ist keine davor, dass sein alter Boss ihm was antut, sondern dass er seinen Nächsten und in diesem Fall Winston was antun könnte. In diesem Zusammenhang ist die schönste Szene am Ende (nicht weil Chance mit BotW wegfährt), als Winston Chance versucht zu sagen, dass er sein Freund ist. Winston the Cornerman…

Human Target: Baptiste (1×08)

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Baptiste ist definitiv die beste Human Target-Episode bis zum heutigen Datum. Endlich erfahren wir mehr über Chances (Mark Valley) Vergangenheit, ein Babe of the Week kehrt zurück, das Chance-Team bekommt ein neues Mitglied und das alles wird sehr schön zu einem soliden Ganzen anhand der Vor-und Zurückspulen-Erzählweise zusammengeführt. Die Episode fängt an auf einem Bahnsteig in Washington, DC. Ein anscheinend verletzter, blutverschmierter Mann sitzt auf einer Bank. Chance, ebenso verletzt, setzt sich zu ihm. And the story begins…

Der Mann, namens Baptiste, IST Chances Vergangenheit. Er ist im Grunde genommen die Verkörperung der Dämonen, die aus Chances Vergangenheit nach ihm greifen. Nein, das ist nicht sein Ex-Chef. Viel schlimmer: Dieser brillante Auftragsmörder ist Chances Kreatur, Chance hat ihn erschaffen, er war sein Freund und Ausbilder. Somit wissen wir, was für einen Job Chance früher hatte: Auftragskiller. Nur bei einem Auftrag hat Chance versagt – Katherine.

Er verliebte sich und konnte sie nicht töten. Dafür aber Baptiste (Lennie James, Jericho), der damals Chances Job zu Ende brachte. Kein Wunder, dass Winston (Chi McBride) zu Chance sagt: I know what this guy took from you, and I know what you want to do to him. Chance: But? Winston: No „buts“. Whatever you want. In mehreren Flashbacks sehen wir, wie es zu diesem Treffen der beiden auf dem Bahnsteig kam. Baptiste ist dabei in Washington sein nächstes Ziel zu eliminieren und Chances Team versucht ihn zu stoppen, mit der Hilfe von ganzen zwei Frauen. Ja, Emma Barns (Emmanuelle Vaugier, Embassy Row) ist zufriedenstellenderweise zurück und Guerrero (Jackie Earle Haley) bekommt im IT-Bereich Unterstützung von Layla (Autumn Reeser) – oder mit Guerreros Worten „the new girl“ -, der wir auch schon begegnet sind (Lockdown).

Es ist ziemlich lustig, wie Chances Team, allen voran Chance, Emmas Wohnung „stürmt“, um dort ihre vorübergehende Basis einzurichten. Dabei hat sie gerade ein Date, aber der Milchbubi verschwindet schnell aus dem Bild. Hier haben die Human Target-Autoren, wie so oft in der Serie, wieder geschickt ein Klischee bedient: Die hübsche Frau, die sich weigert anzuerkennen, dass sie sich für den charmanten, gefährlichen Unbekannten interessiert und es hinter Dates mit Leuten, die sich auch mit 30 nicht rasieren müssen, verbirgt.

Wie auch immer: In Human Target wirkt das alles statt nervig eher verspielt, da die Chemie zwischen Valley und Vaugier nur so den Bildschirm ausfüllt. Zurück zum Bahnsteig: “The people you cared most about saving, they’re the ones who got hurt the worst“, sagt Baptiste zu Chance. Es ist sechs Jahre her, seitdem Chance alles geschmissen hat. Aber dieser Satz von Baptiste bezieht sich auch erschreckenderweise auf Emma! Was mit ihr passiert ist, erfahren wir im nächsten Flashback: Baptiste, obwohl Chance ihn mit einem Messer ordentlich bearbeitet, schafft es ein Gebäude in die Luft zu jagen, in dem sich nicht nur die Zielperson, sondern auch Emma Barns befindet.

Anscheinend kann Baptiste nichts vom Ziel abhalten, nicht mal Guerrero, der mit einem Telefonat Zeit und Informationen zu schinden versucht. Baptiste aber bezeichnet Guerrero als family man und erkundigt sich hämisch nach seinem Nachwuchs. Wow! The episode of revelations! Auf dem Bahnsteig gibt Baptiste Chance nach wie vor keinen Grund für einen gerechtfertigten Schuss: “Is it true that no one deserves to die, frat Baptiste, “or is that always decided by the guy who holds the gun?”

Langsam reicht es Chance und als er auf Baptiste tatsächlich zielt, taucht … Emma auf. Ich bin sicher, wäre sie wirklich nicht merh am Leben, hätte Chance abgedrückt! Was denkt ihr? Werden wir Baptiste wieder sehen und wird es mit dem ersten Date zwischen Emma und Chance klappen? Nicht nur ist Baptiste gut inszeniert, sondern die Episode referiert sehr geschickt auf fast alle vorherigen Episoden der Serie und fügt somit manche Puzzleteile zusammen. Ich sag es nur: Guerrero als Vater!

Human Target: Salvage and Reclamation (1×07)

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Doug: Um, I’m new to this. Is this rescue going well?
Chance: Better than some. Not as well as others.
Exzellente Beschreibung dieser Episode! Guilty Pleasure-Serie und Klischees hin oder her – ich habe Human Target vermisst. Salvage & Reclamation beschert uns eine genussvolle TV-Stunde: In dieser mit Indiana Jones-Zitaten und Inszenierungen voll gestopften Episode gibt es keine In medias Res-Erzählung mehr. Sie fängt mitten in der Action an und vergeudet nicht eine Sekunde, um uns Kunden und Kundengespräche, Vorbereitung und Anfang der Mission zu zeigen.

O.k., stimmt nicht ganz: In Salvage & Reclamation wählen die Human Target-Autoren ein anderes Hollywood-Erzählschema, da es verstärkt um die romantische Note des Ganzen geht: immer wieder wird die romantische Vorgeschichte dazwischen geschaltet. Stop & Go, wenn man so will. Action, action, action. Stopp. Ein Kuss? Doch nicht. Weil: Action, action, action. So hört sich das an:
Maria: What wasn’t easy for you?
Chance: Leaving. Honestly… I felt… not good about it.
Maria: Not good?
Chance: Yeah. Yeah, not good.
Maria: Care to expand on that?
Chance: How?
Maria: You said two words.
And Action!

Klar ist das nichts Neues und/oder Weltbewegendes, aber müssen Serien das immer sein, um Spaß zu machen? Für mich nicht. Nachdem ich mir in der letzten Episode nicht im Klaren darüber war, wer Babe of the Week sein sollte – wie einer unserer Leser richtig anmerkte, vermutlich … -, lässt man in Salvage & Reclamation keinen Zweifel aufkommen: Maria (Leonor Varela)! Fast fällt uns Ricky Martin ein: Ella es una mujer especial… Und was für eine! Sie ist eine alte Flamme von Chance aus dem Guerilla-Krieg in Südamerika, schließlich von ihm verlassen, und bittet ihn nun um Hilfe.

Er soll Doug, einen US-Anthropologen, aus der Militärgefangenschaft befreien, da er durch Zufall den Standort der seit Jahren vermissten Staatskasse gefunden hat. Reines Gold! Nicht nur hat Maria noch mehr vor – así es María! -, sondern ein bemerkenswerter Gegner betritt die Bühne. Nicht erst seit Sons of Anarchy bin ich ein großer Fan von Kim Coates und war deswegen höchst erfreut, ihn an Bord von Human Target zu sehen: als Bertram, CEO von Salvage & Reclamation – mit Chances Worten: ein Pirat, der dort auftaucht, wo es Gold gibt –, leistet er Großartiges. Da er die Folge überlebt, bleibt zu hoffen, dass es nicht sein letzter Auftritt in Human Target gewesen ist. Solche ambivalente Widersacher tun audiovisuellen Erzählungen immer gut!

Was den eigentlichen Spaß bei Human Target bereitet und uns über Klischees und vorhersehbare Handlung hinwegsehen lässt, ist die immer mitschwingende Ironie innerhalb der Serie. Zum Beispiel das Close-Up von Chances selbstzufriedenem Gesicht, als er Doug verkündet, Maria würde sich freuen, ihn zu sehen. Mark Valley schafft es, die liebevolle Ironie zu der von ihm gespielten Figur perfekt rüberzubringen. Obwohl ich das Zusammenspiel aller unserer Hauptfiguren genieße, entschieden sich die Human Target-Autoren auch diesmal, sie voneinander zu trennen, und ließen Chance die Geschichte vorantreiben, während Winston (Chi McBride) und Guerrero (Jackie Earle Haley) das Back-Up gewährleisten.

Diesmal ist Chance auf dem Boden (der romantischen Tatsachen) und die beiden in der Luft. Ja, ich sage absichtlich „in der Luft“ anstatt „im Flugzeug“, denn die Beschaffenheit des fliegenden Apparats und seines Piloten lässt einen, wie damals in Indiana Jones, eher an freien Fall denken. In dem befinden sich Winston und Guerrero zwischenzeitig tatsächlich, was zu folgendem Dialog führt – ich kann ihn euch nicht vorenthalten:
Guerrero: I think this could be it. In which case, I got some things I need to confess.
Winston: No. Oh, no. Hell, no!
Guerrero: Dude, that’s not cool, man.
Winston: I don’t give a flying Fig Newton if we are about to die. I’m not gonna spend the last minutes of my life listening to all the heinous, repugnant stuff you’ve done! And furthermore, I know a lot more about your amoral ass than you think I do. What do you think I do in this company? What do you think, I’m a night watchman or something? Yeah, the fire at the orphanage. Yeah, I know about that. The nun in Montreal–I know about that too. Well, see, I’ve already got a head that’s a stopped-up toilet full of Guerrero as it is. There’s no vacancy. No room at the inn. Lot full, no waiting. So if you start with this confession, I swear either me or you are gonna be the next thing to get out of this plane. All right, do you wanna test me? Go ahead. Go ahead, say one word. One word…
Alberto: Senor! Senor! (stabilisiert das Flugzeug)
Guerrero: Just for the record.. I think you could’ve handled that a little better.

Und auf dem Boden der romantischen Tatsachen? Ein Kuss und ein Abschied: Diese Episode ist ein absolut abgerundetes Ganzes. Ein Hollywood-Mini-Movie, das sich selbst nicht zu ernst nimmt!

Human Target: Run (1×05)

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Ich hatte schon erwähnt, dass ich den animierten James Bond-Chuck-Vorspann von Human Target sehr mag, aber vergessen habe ich den gelungenen Musik-Score. Bear McCrearys (Terminator: The Sarah Connor Chronicles) Musikthemen markieren in gewohnter Manier, angelehnt an Vorbildern wie Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“, entweder Figurenauftritte (z.B. die Chance-Melodie, die die Vorspannklänge aufgreift) oder bestimmte emotionale Zustände.

Da wir gerade den Western-Bereich angeschnitten haben, wird der Leser, der mir sagen kann, welchen Western sich Chance am Anfang der Episode ansieht, ein Geschenk bekommen! BotW (Bab of the Week) ist diesmal Kristin Lehman, die als Anwältin in Schwierigkeiten gerät, da sie einen massiven Korruptionsfall aufbauen will, in dem mehrere Polizisten und Richter involviert sind. Allysons As im Ärmel: Ihr Vater aus der kriminellen Unterwelt Whitey Doyle (William B. Davis).

Ihr Problem: Die komplette korrupte Polizei in der Stadt (übrigens die Stadtaufnahmen stammen sowohl aus Vancouver – die grünen Balkons – als auch aus San Francisco) und ein GPS-Sender in ihrem Bauch! Ihre Hoffnung: Christopher Chance … und Guerrero. Und ihr habt richtig gelesen: William B. Davis, The Cigarette Smoking Man (The X-Files) – an der Stelle werden vergessene Gefühle wieder wach. Und er sieht so aus, als hätte er tatsächlich auch nach dem Ende von The X-Files bis zur heutigen Tage ununterbrochen geraucht. Scherz beiseite, zurück zur ernsten Situation. Guerrero hat zwar eine Idee wie man den GPS-Sender rausholen kann, nachdem Chance es schafft Allyson im Grunde genommen einen Stripp im Auto zu vollziehen (der Sender könnte ja in den Klamotten versteckt sein!), aber diese „chirurgische“ Variante missfällt allen Beteiligten.

Also macht sich Guerrero auf der Suche nach einer anderen Lösung. Diese Suche endet auch erfolgreich, mit nur wenigen Kollateralschäden – er sieht sich gezwungen einen „random guy“ einen Stromschlag ins Herz zu verpassen. Mit Herzstillstand und Strom hat er ja schon Erfahrung (Episode …). Die Autofahrt bzw. die Autoverfolgungsjagd mit Chance und Allyson läuft in der Zwischenzeit weiter. Ich fand es amüsant, dass während sie verfolgt werden die Action immer wieder für ein paar Augenblicke so zu sagen „suspendiert“ wird, damit die beiden sich unterhalten können.

Oh, fast vergessen: Mit den beiden korrupten Polizisten liefert sich Chance einen schönen Faustkampf (plus Kopfnüsse vom Feinsten) auf engem Raum, bevor er sie dazu bringt das Verkehrsmittel zu verlassen. Abgesehen von den wiederholten Faustkämpfen auf engem Raum, fällt noch etwas bei Human Target auf, nämlich die Halb-Schwenks der Kamera in Gesprächssituationen. Dadurch entsteht eine Pendelbewegung, die das ganze Gespräch nicht wie einen Tempowechsel auf dem Hintergrund der actionreichen Handlung erscheinen lässt, sondern wie einen Anlauf auf das nächste Ziel. Gefällt mir.

Was mir nicht gefällt, sind die Ratings, seitdem man die Serie auf einen anderen Sendeplatz geschoben hat, aber es bleibt zu hoffen, dass sie sich stabilisieren und dass Human Target demnächst ernsthaft mit dem Hintergrund von Chance & Co. vorankommt und vielleicht manche wiederkehrende Figuren hinzufügt.

Human Target: Sanctuary (1×04)

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Sanctuary ist nicht nur voll gestopft mit Popkultur-Referenzen, wie Indiana Jones-ähnlichen Stunts oder Comicbuchdiskussionen (“Crisis on Infinite Earths”), sondern begibt sich auch in Chances dunkle Vergangenheit. Der Fall der Woche findet diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: in einem Kloster in den Bergen, zu dem man nur mit Hilfe eines Lifts gelangen kann.

Während Chance (Mark Valley) und Winston (Chi McBride) versuchen, John Grey (Sam Huntington) vor seinen ehemaligen Gangsterkollegen zu schützen (sehr gut: William Mapother als Mastermind-Psychopath Sam Fischer), scheint Guerrero (Jackie Earle Haley) einem anderen Job nachzugehen. Aus diesem Grund verweigert er auch Winston seine Hilfe.

Und nun sehen wir, was ein verärgerter Winston anstellen kann. Go, Winston, go! Zuerst knockt er einen der Typen aus, um anschließend einen anderen vor den Augen aller Mönche mitten in der Kirche zu erschießen – natürlich nur, um alle davor zu bewahren, in die Luft gejagt zu werden. Dabei erfahren wir auch Einzelheiten über Winstons Vergangenheit: Er war früher ein Cop. Die Action-Szenen mit Chance braucht man nicht zu erwähnen: sie sind einfach zum Genießen. Der Kampf in der Bibliothek: Awesome!

Zurück zu Guerrero, der für einen unbekannten Mann den File des allerersten Chance-Winston-Jobs entwendet. Alles endete damals tödlich; eine gewisse Katherine kam ums Leben. Guerrero will von dem Mann wissen, wer hinter dem Auftrag steht; da dieser ihm keine Antwort gibt, schießt ihm Guerrero in den Rücken. Die letzten Worte des Unbekannten: es sei nicht vorbei, und Chance könne nicht gerettet werden vor den Konsequenzen dessen, was er getan hat. Interessant!

Für solche Aussagen hat Guerrero nur eins übrig: Eine zweite Kugel. Kurz vor dieser finalen Szene hören wir Winstons Voice Over (das uns über weite Strecken dieser Episode begleitet hat) darüber sinnieren, dass Chance nie über Katherine hinweg gekommen sei. Wer ist bzw. war Katherine? Wer ist an diesem Fall so interessiert? Und was wird unser Trio als Nächstes unternehmen?

Human Target: Embassy Row (1×03)

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Da gerade von Firefly die Rede war, muss man erwähnen, dass Fireflys Sean Maher in Embassy Row eine der Gastrollen übernimmt. Sein Bruder Denny, den, wie sich erweist, eine jahrelange Freundschaft mit Chance verbindet – im Kosovo rettete Denny Chance das Leben – wird ermordet.

Denny war so etwas wie ein Spy-Jäger, aber diesmal war der von ihm gesuchte russische Agent leider schneller. Wir erfahren, dass Chance eine eigene Telefonnummer für „friends and family“ besitzt, die nur gewählt werden soll, wenn Lebensgefahr besteht. Dann nämlich eilt unser Held herbei! So auch hier: denn wer außer Christopher Chance könnte es mitten in der russischen Botschaft mit den Russen aufnehmen? Herrlich, wie diese Episode uns das Agentengeschäft im Cold War-Style präsentiert, wo es nur so von grimmigen Russen wimmelt.

Im Vergleich zu den bisherigen Episoden ist Chance hier weniger auf Beschützermission als auf Rachefeldzug. Erstmalig steht in dieser Episode die Chance-Vorgeschichte auf der Tagesordnung: Nicht nur, dass er im Kosovo war, sondern er hat offenbar Freunde in hohen Positionen (der US-Regierung), wie hier den Secretary of Defense. (Winstons Erklärung: Er war nicht immer Secretary of Defense.) Natürlich habe ich Chances BotW (Babe of the Week) nicht übersehen. Wie könnte man auch: Emmanuelle Vaugier (CSI: NY) im knallroten Kleid…? Sie begleitet Chance zum Empfang in der russischen Botschaft.

Zusammengefasst: Unser Held hat wenig Zeit, um: a) den Spy zu entdecken, b) Dennys Leben zu retten, c) sein eigenes Leben zu retten (da auch er mit dem Gift infiziert wurde) und d) den Verkauf von Geheiminformationen zu unterbinden. Außerdem erweist sich die Femme Fatale als FBI-Agentin, mit der er sich eine ausgezeichnet choreographierte Tango-Kampfeinlage liefert. Winstons (Chi McBride) Kommentar: “Did the hooker just punch you in the face?”

Was will man mehr? Hier darf man sich ruhig wie ein Vierzehnjähriger fühlen – und es genießen.
Übrigens:  Guerreros (Jackie Earle Haley) kleine, aber feine Auftritte – etwa in der Szene „Feeding the Cat“ oder der Boyscout-Konversation mit Winston – : Herrlich!

Wollt ihr wissen, wie alles endet? Es endet perfekt! Mark Valley und Emmanuelle Vaugier schaffen es, mit Handschellen aneinander gekettet und nach einer großartigen Motorradverfolgungsjagd alles zu einem guten Ende zu bringen. Nun: die FBI-Agentin will mehr über den charmanten Unbekannten wissen… und er hinterlässt für sie (und dadurch auch für uns) einen Fingerabdruck. Als sie ihn durch die Datenbank jagt, erscheint der Name John Doe mit Hunderten von Aliases! Ich möchte glauben: ein sehr schön inszeniertes Vorspiel zu einer langfristigeren Katz- und-Maus-Einlage, sowohl für die beiden als auch für uns Zuschauer.
Chance: Do you think I would risk everything for a woman? What am I, fourteen?
Das werden wir sehen…

Human Target: Rewind (1×02)

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Guilty Pleasure hin oder her: Human Target macht einfach Spaß. Die Idee, ein Linienflugzeug auf dem Rücken fliegen zu lassen, muss hier honoriert werden:
Wow, they flew the moother fuucking plane upside down!

Außerdem: Chi McBride im Außendienst, weitere Battlestar Galactica-Gäste (hier Alessandro Juliani), Courtney Ford wieder einmal in tödlicher Flirtlaune und ein Hinweis auf Chances Vergangenheit: das alles war absolut unterhaltsam.
Aber zum Auftrag der Woche: Der Hacker namens Casper besitzt einen „digital skeleton key“, der Zugang zu jedem Passwort und zu jeder verschlüsselten Information im Internet liefern kann. Zu so einem „device“ wird automatisch eine große Zielscheibe für den eigenen Rücken mitgeliefert. Damit der unbekannte Hacker und sein Schlüssel in sichere Hände geraten, müssen Chance & Co. die Entführung verhindern.

Das erfordert Einsatz nicht nur von Chance (Mark Valley) an Bord des Flugzeugs, in dem Caspar und die vermeintlichen Entführer sitzen, sondern auch den von Winston (Chi McBride) als Steward. Währenddessen versucht Guerrero (Jackie Earle Haley), natürlich von Winstons Büro aus, die Drahtzieher ausfindig zu machen, indem er Tee trinkt und auf seine sehr expressive Art und Weise einen Hackerkollegen dazu bringt, alles herauszufinden. Bei Guerrero genügen nach wie vor ein nachhaltiger Blick und eine NICHT bedrohliche Frage, um Menschen aus dem Konzept und zum Reden zu bringen, während Chance sie ohne viele Worte aus dem Weg räumt.

Und wenn’s mit einer Plastikgabel gehen muss… Es sei denn, es handelt sich um das Babe of the Week (BotW), wie hier die von Courtney Ford gespielte Stewardess. Für sie findet Chance immer Zeit und Worte, sogar wenn sie Böses im Schilde führen. Das Gelungene daran ist nicht nur das BotW, sondern dass man damit stückchenweise und sehr unaufdringlich Chances Vorgeschichte zu enthüllen beginnt. Mich hat es übrigens gewundert, dass man Fords Figur so schnell beseitigte.

Ich hatte an so etwas wie „episodenübergreifende Gegenspielerin mit Gemeinsamkeiten“ gedacht. Andererseits, wie schon beim Piloten erwähnt: die drei Jungs es erst mal alleine krachen zu lassen, scheint eine gute Idee, denn Human Target mag zwar vorhersehbar und unglaubwürdig sein, aber die Chemie zwischen Winston, Guerrero und Chance ist von der ersten Minute da und die Fälle sind sehr solide (wie hier in medias res) und unterhaltsam erzählt. Looking for the next vehicle, Chance?