Category Archives: In Plain Sight

In Plain Sight: A Priest Walks into a Bar (3×13)

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In Plain Sight ist wirklich hart zu mir. Wo ich gerade mit der Serie Schluss machen wollte, liefert sie so eine Episode, die mich mehr wünschen lässt. Es ist wie mit Marys Männerbeziehungen. Interessantes Thema für heranwachsende Medienwissenschaftler: Die TV-Serie, die die parasoziale (Verhältnis zwischen Medienfigur und Rezipient) Beziehung mit sich selbst inszeniert. A Priest Walks into a Bar fühlt sich – bis auf die letzte Szene – nicht so sehr wie ein Abschied an, sondern wie ein Anfang. Eigentlich geht jetzt erst los.

Aber vermutlich ist es zu spät, denn die Serie wurde noch nicht für eine vierte Staffel erneuert und wenn man die USA-Programmpolitik kennt, dann ist es ein deutliches schlechtes Zeichen. In Plain Sight ist zwar eine der Königinnen des langsamen Erzählens, aber so langsam und ziellos, wie es in der dritten Staffel war, führt nicht unbedingt zur Zufriedenheit, auch unter den Langzeitfans. Aus diesem Grund wirkt alles, was im Finale passiert, irgendwie überhastet und hinterlässt den Zuschauer mit dem Gefühl, dass man hier alles richtig machen wollte. Die Produzenten wollten Entwicklung bieten und gleichzeitig aber das Ganze als ein mögliches Serienfinale funktionieren lassen.

Brandi zieht mit Peter zusammen und jeder versucht durchgehend Mary zu überzeugen, dass sie Urlaub braucht. Letztendlich gibt sie auf und befolgt den Ratschlag. Sie macht Urlaub mit einem Mann. Gespürt? Fühlt sich wie eine Staffelmitte-Episode. Vom Agent Mike Faber (Steven Weber), mit dem Mary im Urlaub ist, machte man in der zweiten Hälfte der Staffel leider zu wenig Gebrauch. Die Konstellation Faber-Mary-Marshall liefert eigentlich die besten Voraussetzungen für Beziehungsdramatik.

Wie dem auch sei, in A Priest Walks into a Bar passt alles. Nicht nur funktioniert der Fall der Woche, um den Pfarrer (Joe Spano), der Zeuge des Mordes an einer Stripperin wird, sondern auch alle Figuren sind „top“. Während Mary Shannon (Mary McCormack) den äußerst geduldigen, aber eigensinnigen Pfarrer, mit One-Liner wie “You’re taking the word of a stripper on the lam!” bombandiert, läuft die Sache aus dem Ruder und es kommt zu einem Shootout. Nein, diesmal verzichten die Autoren auf einen Cliffhanger mit verletzter Hauptfigur, sondern lassen das Ganze begleitet von den Strahlen der untergehenden Sonne ausklingen. Wenn es ein Abschied sein sollte, dann ist dieser ein versöhnlicher.

In Plain Sight: Witsec Stepmother (3×12)

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Wer wird In Plain Sight ins Zeugenschutzprogramm aufnehmen, denn es sieht nicht danach aus, dass die Serie im Programm von USA bleiben wird. Diesmal haben Mary und Marshall mehr Screentime zusammen, was der Serie bekanntlich gut tut, aber der Fall B, an dem vorwiegend Marshall arbeitet, fühlt sich so belanglos an, dass man sich fragen muss, ob die Aufteilung Sinn ergibt.

Wie auch immer: Der Fall A handelt von einem jungen Mädchen, das im Zeugenschutzprogramm ist, aber ihre Mutter bleibt außerhalb, da sie einen zu wichtigen Job hat. Die Erzählung läuft darauf hinaus, dass Mary die Mutterrolle (wenn auch für kurze Zeit) für Sabrina (die Zeugin) übernimmt. Eigentlich keine so schlechte Entscheidung der Autoren, denn bisher hat sich Mary eher dagegen gestemmt, in so eine Rolle – auf welche Art und Weise auch immer – wieder zu geraten.

Sie damit zu konfrontieren, der Figur zu zeigen, dass sie vor sich selbst nicht weglaufen kann, ist das Positive, was man an Witsec Stepmother abgewinnen kann. Der Rest sind einfach Bruchteile, die man sich bemüht zusammen zu setzen, aber sie Bruchteile bleiben. Brandi muss ins Krankenhaus, weil Scott zusammengeschlagen wurde. Als man denkt, dass hier die Story auf einen Konflikt hinausläuft oder einfach sich entwickelt, wird plötzlich am Ende der Episode alles damit beendet, dass Brandi Scott das Geld doch gibt und zeigt Zuversicht, dass er sich bessern wird. Also es sieht so aus, als würde man auch diese Familienmitglied einfach links liegen lassen. Es ist wirklich schade, dass In Plain Sight mehrere Storymöglichkeiten andeutet und aus keiner das Potential ausschöpft und die Richtung bis zu Ende verfolgt.

In Plain Sight: The Born Identity (3×11)

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The Born Identity bestärkt den Eindruck, den ich im Review von letzter Woche geäußert habe. In Plain Sight plätschert vor sich hin. Damit meine ich, dass die USA-Produktion in letzter Zeit die Balance zwischen den Seifenoperelementen und den spannenden Fällen der Woche, nicht mehr zu halten vermag wie am Anfang der Staffel. Im Moment hat man als Zuschauer nicht unbedingt eine Vorstellung davon, wohin uns die Serie führt.

Die Reflektionen über das Alleinsein und den Verlust der Familie sind zwar schön, aber wenn sie nicht zu offensichtlich dem Zuschauer immer wieder vor der Nase gehalten werden. Das Positive an dieser Episode ist die Entscheidung der Autoren endlich Mary und Marshall zusammen an dem fall der Woche arbeiten zu lassen. Und dieser dreht sich um einen Obdachlosen, der ins Zeugenschutzprogramm kommt.

Er hilft dabei eine Terrorattacke zu verhindern, indem er beobachtet, wie zwei verdächtig aussehende (weiße) Männer ein Päckchen in einen Mülleimer deponieren. Er muss gegen eine berüchtigte Terrorzelle aussagen, aber viel wichtiger – nach mehreren Gesprächen mit Mary – wird ihm seine Familie wieder zu kontaktieren. Nach etlichen melancholischen Szenen kommt die Episode zu dem gewünschten Punkt und Marshall schlägt Mary vor, nach ihrem Vater zu suchen. Aber, wie man sie so kennt, verweigert sie das Angebot.

In Plain Sight: Her Days are Numbered (3×10)

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Her Days are Numbered könnte locker als eine Aussage über den Zustand der USA-Serie gesehen werden. Denn sie wird sich als wahr erweisen, wenn die In Plain Sight weiterhin auf der Stelle tritt. Nachdem Mary (Mary McCormack) ihre Beziehung mit Raph beendet hat, scheint In Plain Sight nicht zu wissen, was man als Nächstes machen soll. Nicht mich missverstehen, ich mag die leise und unaufdringliche Art der Serie sehr, aber im Moment habe ich das Gefühl, dass die Luft raus ist.

Und dass die Autoren sich nicht entscheiden können, was sie aus der Partnerschaft zwischen Mary und Marshall (Fred Weller) zu machen. Denn es fällt auf, dass die beiden in den letzten Episoden getrennt werden und ihre Fälle A und B alleine bearbeiten, nur um kurz für ein paar sarkastische One-Liner (wie Marshallpedia) aufeinander zu treffen. Diese dramaturgische Entscheidung zwei Fälle der Woche einzuführen gefällt mir persönlich nicht, denn für mich funktioniert sie nicht vor allem aus dem Grund, dass man auf die Dynamik zwischen den beiden weitgehend verzichtet.

Und auf der Familienfront weiß man nichts Besseres als mit Brandi (Nichole Hiltz) und ihren Gefühlen zu jonglieren. Der Fall der Woche um die Zeugin mit Asperger-Syndrom, die in ihrem Kopf alles mit Zahlen anstellen kann, benutzt man – allerdings gelungen – als ein verweis auf die Gambling-Probleme von Scott und die Episode schließt damit ab, dass er von Brandi doch Geld leihen will. Es ist genau das Geld, mit dem sie sich entschlossen hat ein eigens Geschäft anzufangen.

Und das an dem Punkt, wo Mary vielleicht bereit ist, sich auf ihn als Familie einzulassen. Denn, ihrem Voice-Over nach, handelt es sich beim Vertrauen um ein Glücksspiel und wenn man nicht riskiert, wird man nicht gewinnen: Folding is for losers!
Marys Voice Over rundet die von Pokermetaphorik durchdrungene Episode ab: Bluff, raise, call, stand…
Ich würde sagen, es ist langsam Zeit, dass In Plain Sight All In geht.

In Plain Sight: Death Becomes Her (3×09)

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Es ist klar, dass In Plain Sight nicht zu den Serien gehört, die versuchen neue Zuschauer zu gewinnen. Daran ist ein nichts auszusetzen, aber man soll aufpassen diese, die man hat, nicht zu verlieren. Diese Aussage klingt schlimmer, als sie tatsächlich ist, aber nachdem In Plain Sight einen Aufwärtstrend in der neuen Staffel aufwies, sickert ab Mitte der Staffel und Richtung Staffelende eine Unentschlossenheit durch. Dabei bin ich der Letzte, der von der USA-Produktion Action und rasante Entwicklung erwartet.

In Plain Sight zeichnet sich gerade durch ihre nachdenkliche Erzählart aus. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass etwas fehlt. Es fehlt die Richtung, in die man, was handlungsübergreifende Story betrifft, gehen könnte. Will man einen neuen Lebenspartner für Mary finden? Soll sich ein Witsec-Fall zu etwas Größerem entwickeln? Passiert etwas zwischen Mary und Marshall? Bezüglich der letzten Frage ist festzustellen, dass in den letzten Episoden die Autoren Mary und Marshall immer wieder andere Arbeitaufgaben erteilen und somit von einander trennen. Vielleicht bekommen wir doch Marys Vater zu Gesicht, anstatt uns mit anderen Verwandten abspeisen zu lassen? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht.

Diese kleine kritische Ausführung ist durchaus liebevoll gemeint, denn In Plain Sight ist, wie ich schon immer behauptet habe, wie ein kleines Buch, bei dem man versuchen soll die Seiten nicht zu knicken. Death Becomes Her ist ein Paradebeispiel für das kleine Problem, das, meiner Meinung nach – gerade weil ich In Plain Sights langsame Erzählweise mag – zurzeit hat: Die Geschichte um die kurze Freundschaft zwischen der todkranken Mia (der Witsec-Zeugin) und Mary gleicht einem Versuch, der zum Scheitern verurteilt und zu hektisch und schnell für die Verhältnisse der Serie über die Bühne geht.

Trotzdem so sehr auch eine „wichtige“ Story in der Serie im Moment fehlt und In Plain Sight Sachen auszuprobieren scheint, so gut arbeitet sie weiterhin daran, auch die kleinsten Facetten ihrer Hauptfigur zu entblößen und zu thematisieren. Während die Nebenstorys in dieser Episode, um Marshall und das schwule Witsec-Pärchen und Jinx’ Treffen mit Scott, eher tatsächliche Lückenfüller sind, enthält die Freundschaft auf den ersten Blick zwischen Mary und Mia eine wichtige Betrachtung in sich. Und vielleicht ist es das, was die Autoren uns zu sagen versuchen: Mary versucht einen Anhaltspunkt zu finden, aber scheitert immer wieder. Sie findet keinen Neustart, nicht sobald sie nicht ihren Vater trifft, der sie so aus dem Gleichgewicht des Lebens damals warf.

Man sieht wie schwer es ist, bei In Plain Sight etwas als Problem zu bezeichnen, denn gleichzeitig könnte es Teil der bedächtigen Erzählweise sein. Klar ist In Plain Sight Marys Geschichte, aber die Serie hat gezeigt, dass es sehr gut funktioniert, sie mit Hilfe der Nebenstorys und den Beziehungen zwischen den Nebenfiguren „bunter“ zu gestalten. Was ich damit sagen will, ist, dass die Zuschauer etwas Ablenkung brauchen, mehr Story-Luft zum Atmen, zum Füllen der bunten Heißluftballons (in einer der ersten Szenen der Episode im Hintergrund zu sehen), um weiterhin über Albuquerque schweben zu können.

In Plain Sight: Son of Mann (3×08)

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Seth Mann (Geoff Pierson), ein legendärer Marshal trifft in ABQ ein. Ja, der Name ist kein Zufall. Es handelt sich um Marshall Manns Vater, mit dem Marys Partner eine mindestens genauso komplizierte Beziehung zu haben pflegt, wie Mary selbst mit all ihren Verwandten. Apropos Verwandte: Diese Episode setzt einen drauf und präsentiert uns Marys Bruder (Aaaron Ashmore)! Er war der Grund für Brandis Lügen und Geheimnistuerei und jetzt bringt sie ihn einfach nach Hause. Also es gibt anscheinend eine Menge Shannons. Marys Vater hinterlässt nirgendwo Spuren, abgesehen von Kindern.

Für meinen Geschmack finde ich die Storyline etwas zu viel des Guten! Nachdem schon eine bisher unbekannte Schwester der beiden auftauchte und genauso schnell der Handlungsstrang aufgegeben wurde, was bezweckt man jetzt mit der Einführung eines Bruders. Mehrere Fans werden, vermute ich, enttäuscht sein, denn alle haben daran geglaubt, endlich den Vater kennen lernen zu dürfen und jetzt bekommen wir einen Ersatz. Vielleicht ist es früh zu urteilen, aber meiner Meinung nach, hat es die Entwicklung der Serie in dieser dritten Staffel überhaupt nicht nötig, sich solche zusätzliche Verkomplizierungen anzutun. Aber ich will jetzt kein „final judgment“ machen.

Denn Seth ist der zuständige für solche Sachen. Das teilt Marshall Mary mit, unangenehm von der Teilnahme seines Vaters an dem Fall der Woche. You make him sound like Darth Vader, sagt Mary. Da Seth bald in Rente gehen wird, befürchtet Marshall, dass er gekommen ist, um die Arbeit des Sohnes einem letzten Urteil zu unterziehen, wie er es sein ganzes Leben lang getan hat. Während Mary anfangs das Vater-Sohn-Durcheinander nur genießt, nimmt sie bezüglich der Arbeit eindeutig Marshalls Seite und schafft es sogar das Leben von Marshalls Vater zu retten. Das Ende vom Lied: Marshall hatte eigentlich nie sich beweisen müssen. Das verrät ihm die kleine Zeichnung, die sein Vater in der Brieftasche seit Marshalls Kindheit mit sich trägt – gemalt natürlich vom kleinen Marshall für seinen Papa. Es vielleicht sogar umgekehrt… In Plain Sight schafft es weiterhin auf eine bedächtige Art eine Leskost über Familienbeziehungen als über Strafverfolgung zu sein.

In Plain Sight: Love’s Faber Lost (3×07)

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Nachdem wir uns endgültig von Raph verabschiedet haben, stellt sich die Frage, in welche Richtung In Plain Sight gehen wird? Wird man die „Mainstream“-Richtung wählen und alles auf die Karte „Kriegen sich Mary und Marshall oder nicht?“ setzen oder die Beziehungs- und Storyspannung auch anders aufbauen? Anscheinend, und in diesem Fall glücklicherweise, hat man sich fürs Zweite entschieden. Love’s Faber Lost ist eine der In Plain Sight-Episoden, die die USA-Produktion sehenswert machen.

Der spannende Fall um die Immobilienbetrügerin Natalie Vickers (Alexandra Lydon) bringt den FBI-Agent Mike Faber (Steven Weber) nach ABQ, den wir schon als den einzigen Mann kennen gelernt haben, der Mary „kitten“ nannte und überlebte. Albuquerque WITSEC bekommt Natalie als immens wichtige Zeugin in einem großen Betrugsfall, der mehrere Banken und die russische Mafia involviert. Das Problem: Die Liebe. Natalie begeht all die Verbrechen um ihrem geliebten Freund zu helfen, der bei der Mafia tief in den Schulden steckt.

Aus diesem Grund erzählt sie Mary und Faber, sie würde ihn nicht kennen und unter dem Deckmantel des Zeugenschutzes versucht sie weiter zu machen. Für ihn. Währenddessen kommt es natürlich zu Schwierigkeiten zwischen Witsec und FBI, sprich zwischen Mary und Faber. Aber eigentlich zeigen uns die sprachlich sehr schön konstruierten Auseinandersetzungen, dass die beiden auf derselben Seite stehen und irgendwie sich aneinander zu näher zu kommen versuchen.

Mary: …check fraud, grand theft, forgery–just couldn’t squeeze in murder or prostitution?
Mike: Maybe she was going alphabetically?

Hat Mary in Mike einen gefunden, der mit ihrem Zynismus umgehen kann? Vielleicht liegt es daran, dass das Laben immer öfter Marys zynische Lebensweisheiten wahr macht? Genauso wie sie Mike voraussagt, dass Natalies Freund sie nur manipuliert. Faber erkennt, dass Marys Haltung genau das ist, was sie so gut in ihrem Job macht und gleichzeitig so viele Probleme in ihrem privaten Leben verursacht. Die Frage ist: Wird der Zeitpunkt kommen, an dem sie beides in Einklang bringt? Vielleicht mit Mike? Oder mit Marshall?

In Plain Sight: No Clemency for old Men (3×06)

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Ich finde Peter, Brandis Freund und geduldigster Mensch auf der Welt, ist vielleicht deswegen so geduldig, weil er Frauen sehr genau beobachten und „lesen“ kann. Nein, er ist bei Leibe kein „Frauenflüsterer“, aber aufmerksam genug, um festzustellen, was für ein Auto am besten zu Marys Charakter passt. Denn ihr Probe gibt den Geist auf und sie taucht bei Peter auf, um herauszufinden ob eine Reparatur etwas bringen würde. Er bietet ihr als Ersatz einen Ford Mustang (1966). Mary, ganz ehrlich, hättest du „Nein“ gesagt, hättest du auch kein Review mehr bekommen. Zu diesem Auto kann man nicht „Nein“ sagen. Außerdem auf metaphorischer Ebene ist es DAS Auto für Mary, die wie ein aufgescheuchter Mustang über die Prärie von ABQ rast und nie Ruhe findet.

Und das neue Auto passt mindestens, was sein Geburtsjahr betrifft zum fall der Woche, bei dem Mary den frisch aus dem Gefängnis entlassene Bankräuber Frank Jergens (..) betreuen muss. Das Interessante: Der Raubüberfall liegt vierzig Jahre zurück. Damals ging alles den Bach runter, weil der eine Komplize von Frank einen Herzinfarkt erlitt und Frank alles abbrach und sich stellte, um einen Krankenwagen zu bekommen. Also ein liebenswürdiger Bankräuber, vielleicht wie … Marys Vater? Nach vier Jahrzehnten im Gefängnis muss Frank entsetzt feststellen, wie sich die Gesellschaft technisch zwar weiter entwickelt hat, aber seelisch verkommen ist.

Frank ist aber nicht der einzige in No Clemency for old Men, der ein Problem mit seinem „neuen“ Leben hat. Lois, in ihrem früheren Leben eine erfolgreiche Dichterin, findet auch nach sechs Jahren ihres neuen Lebens keine innere Ruhe. Sie kann und will sich nicht an ihr neues Leben gewöhnen und auch nicht an Mary und Marys Art mit ihren Schützlingen umzugehen. Aus diesem Grund bittet sie darum, dass Marshall ihre Betreuung übernimmt.  Übrigens durch ein Telefonat erfahren wir, dass Marshall ein Trekkie ist. Kein Wunder! Aber wie wir wissen, ist er auch ein Kunstliebhaber. Während er Lois ihre eigenen Werke rezitiert und sie zu überzeugen versucht, einen Job als Literaturlehrerin anzunehmen, werden Mary und Frank in eine Kneipenprügelei verwickelt und schaffen es einen Banküberfall zu verhindern.

Aber nicht ohne Verluste. Franks bester Freund kommt im Laufe der Geschichte ums Leben und lässt ihn so gesehen alleine zurück. Mary ist diejenige, die es schafft, Frank davon abzubringen wieder ins Gefängnis zu gehen und sich mit seinem neuen Leben anzufreunden. Und Marshall gelingt das nicht, denn Lois tritt freiwillig aus dem Zeugenschutzprogramm um zu ihrem alten Leben zurückzukehren, wo vielleicht dann der Tod durch die Mafia auf sie wartet. Sie lässt eine Marshall zurück, dessen Gesicht uns Bände erzählt. Er fühlt sich so als hätte er bei ihr versagt. Versagt hat Brandi, was ihre New Jersey-Lügen betrifft, denn Mary findet heraus, dass sich Schwesterherz eigentlich in Miami aufhält. Was sie dort tut und mit wem sie dort ist, bleibt nach wie vor ein Geheimnis.

In Plain Sight: Fish Or Cut Betta (3×05)

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Hat Mary mit Raph Schluss gemacht? Während die Zuschauer diese Tatsache sehr schnell und manche sehr gern verinnerlicht haben, kann Mary (Mary McCormack) selbst damit nicht wirklich zu recht kommen. Und es ist ein sehr kluger Schritt von den In Plain Sight-Autoren in Fish Or Cut Betta Mary Hadern mit sich selbst und mit den vorhandenen Gefühlen für Raph (Cristian de la Fuente) zu demonstrieren und anhand des Falls der Woche ihren Gemütszustand zu „überprüfen“!

Denn nach diesem ewigen Hin und Her zwischen den beiden Raph einfach die Umzugskisten in die Hand zu drücken und sich von Allem innerhalb kürzester Zeit zu verabschieden würde der Natur unserer Hauptfigur nicht entsprechen. Außerdem würde ein schnelles „move on“ viele Episoden Erzählzeit, in welchen wir der Beziehung der beiden Zeugen wurden, nichtig machen. Was für Mary das Ganze umso schlimmer macht, ist die Tatsache, dass während sie denkt, alles ist vorbei, scheint Raph sich wirklich neu orientiert zu haben. Oder doch nicht?

Mary und Marshall (Fred Weller) müssen diese Woche den Ex-Mafiaauftragsmörder Dominic (Louis Lombardi) Ratschläge in Sachen Liebe geben, da er in seinem neuen Witsec-Leben zum ersten Mal verliebt ist und fest daran glaubt ein anderer Mensch zu sein. Mary ist zwar anderer Meinung, aber vielleicht aufgrund ihrer persönlichen Gefühlszustände, entscheidet sich an das Gute zu glauben und ihm zu helfen. Während ihrer Betreungsaktion in Sachen Romantik sieht sie Raph mit einer anderen Frau und ist selbst davor überrascht, getroffen zu sein.

Was zu einer wilden Nacht mit Raph führt. Während man als Zuschauer an dem Punkt mit dem Bitte-nicht-alles-von-vorne-Gedanken spielt, ist es für Mary eine Art tatsächlicher Abschied, um wirklich zu realisieren, dass es vorbei ist und dass jeder andere Schritt sie auf das Und täglich grüsst das Murmeltier-Möbiusband bringen würde. Ihr Voice Over bestätigt uns die Erkenntnis dieser Episode, dass jeder Mensch der ist, der er ist. Genauso wie Dominic letztendlich mit einer Bombe seine Geliebte umzubringen versucht, weil sie „nein“ zu ihm sagt. So viel zum Thema „Menschen ändern sich“. Oder kann man die versteckten Töne der Hoffnung in Marys Stimme hören, die uns verraten, dass damit ein Mensch sich ändert, muss in sei Leben der- oder diejenige eintreten, die die größte Verantwortung dafür tragen, wer man geworden ist. In diesem Fall wartet Mary auf ihren Vater.

In Plain Sight: Whistle Stop (3×04)

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Whistle Stop präsentiert das, was In Plain Sight am besten kann, nämlich das Tempo und die Grundstimmung den Gefühlskonflikten der Hauptfigur Mary anzugleichen. Denn nach dem Ende der Beziehung mit Rapha kann Mary am wenigsten einen großen Fall oder große Familienauseinandersetzungen gebrauchen. Sie braucht einfach einen Marshall, der das Auto fährt und „useless trivia“ von sich gibt.

Aber als Marshall über die Trennung mitbekommt, ist er … sprachlos. Die Frage ist: Vor Freude oder vor Mitgefühl? Ich glaube, beides. Die flüchtigen Seitenblicke, die die Kamera dann in Close-Ups von kleinen Details übersetzt, verraten alles. Mit dieser Episode wird wiederum verraten, dass Mary zum romantischen Abschuss wieder freigegeben ist. Mindestens so denkt sich das der FBI-Agent Faber, mit dem die US-Marshalls zusammen den Fall der Woche bearbeiten müssen.

Und er nennt Mary tatsächlich „kitten“! Ich musste zurückspulen um mich zu vergewissern. Agent Faber hat Glück, dass Mary im Moment etwas melancholisch durch den Alltag spaziert und eher darauf bedacht ist ihm eine kleine aber feine Lektion über den Umgang mit Familienproblemen zu erteilen. Was ich an Whistle Stop schön finde, ist die Tatsache, dass man endlich Stan die Möglichkeit gibt, ohne Mary und Marshall und außerhalb des Büros zu handeln. Der Nebenplot um den Boxer aus einem alten Witsec-Fall rundet auf der Gefühlsebene alles in dieser Episode ab und lässt sie als die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm erscheinen.