Category Archives: True Blood

True Blood: And When I Die (4×12)

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Wie schon der Titel verspricht, bekommen wir wieder einmal ein blutiges Finale aufgetischt, das viele Fragen… nicht beantwortet, sondern aufwirft. Darunter auch diejenige, wer wirklich dran glauben musste und wer auf die eine oder andere Weise zurückkehren könnte.

And When I Die ist definitiv ein versöhnliches Finale nach dem großen Hin und Her dieser Staffel. Gut, meistens mehr „Hin“ – mehr schlecht als recht. Aber das Finale legt einen recht soliden Grundstein für die nächste Staffel und räumt zugleich gewisser Maßen auf. Auf King Russels Rückkehr darf man sich schon freuen, und viele True Blood-Zuschauer würden sich mit Sicherheit wünschen, dass Sookies Hilfeschreie am Ende – wegen Tara – unbeantwortet blieben… Könnten die Autoren tatsächlich den Zuschauerwunsch erfüllt und Tara für immer aus dem Weg geräumt haben?

Der Weg, dem die Serie folgt, war jedenfalls nicht frei von Hindernissen – und auch das Finale hat keine Bestnote verdient. Vor allem das Dreieck Bill-Sookie-Eric betreffend weiß man nicht, was man denken soll. Vielleicht bin ich mittlerweile einfach zu alt dafür, aber diese Hundeblicke und romantische Händchenhalterei zwischen den dreien werden mir langsam zu viel, und die Beziehungen drohen jeden Charme und Witz zu verlieren. Auch der „komplette / ganze“ Eric, hineingeworfen in die Dreiecksbeziehung, scheint verloren. Pam bringt es in ihrer Verzweiflung, von Eric weggestoßen worden zu sein, auf den Punkt: Fuck Sookie!

Fuck Jason: das wäre nun wiederum ein passender Ausruf zu dieser Episode. Denn zuerst gesteht Jason Hoyt die Sache mit Jessica und bekommt eine Tracht Prügel, um dann von Jessica als Rotkäppchen für Erwachsene (Little Red Riding Jessica) überrascht zu werden. Genauso überrascht ist Jesus, als sein Geliebter Lafayette ihm plötzlich die Gabel in die Hand rammt. Zu spät erkennt Jesus Marnie in ihm: Sie will seine Magie, sie will im metaphorischen Sinne die teuflische Brujo-Maske aufsetzen. Was ihr auch gelingt – aber auf Kosten von Jesus’ Leben. Danach befördert Marnie Bill und Eric auf einen Scheiterhaufen, um im letzten Moment von Sookie, Tara und Holly aufgehalten zu werden – mehr allerdings noch von Antonia selbst und von… Sookies Oma.

Nach dieser Walking-Dead-Veranstaltung, die mit Marnies Abschied endet, ist die Zeit der Entscheidungen gekommen. Sookie wünscht in Zukunft weder mit Bill noch mit Eric zusammen zu sein. Nan wiederum möchte mit den beiden gemeinsame Sache gegen die Vampirautoritäten machen, aber Bill und Eric schicken sie in die Ewigen Vampir-Jagdgründe.  Ab diesem Zeitpunkt – und weil in Bon Temps ja Helloween ist – häufen sich nicht nur die Leichen, sondern manche kommen wieder zurück. Jesus besucht Lafayette und verspricht: “Everything’s temporary”; Rene (Michael Raymond-James) warnt Arlene vor Terry, dessen Kriegsfreund gerade zu Besuch gekommen ist; Sam bekommt Werwolfbesuch; Russel ist wieder frei; Debbie sucht Sookie heim. Aber es ist Tara, die sich eine Kugel einfängt, um Sookie zu retten. Die nächste Kugel geht dann durch Debbies Kopf.

Die Staffel endet mit Sookies besagtem Schrei nach Hilfe, wobei sie Taras unbeweglichen Körper in den Armen hält. Nach dieser vierten Staffel aber braucht wohl auch die HBO-Serie selbst Hilfe – von Autorenseite, um das Zuschauerinteresse am Leben zu erhalten.

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True Blood: Soul of Fire (4×11)

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Es ist das Licht, worum es hier geht. Sei es das einer unüberwindbaren Barriere, einer Erleuchtung oder aber einer Explosion. Die nämlich erwarten wir als Zuschauer eigentlich, nachdem wir letzte Episode das Vampir-Einsatzkommando vor Marnies Shop verließen. Aber, wie schon erwähnt: Die von Marnie aufgebaute Barriere ist unüberwindbar. Außerdem erinnert Jason Bill & Co. daran, dass sich Sookie drinnen befindet. Also wird das Bombardement verschoben.

Auch Marnies Barriere um Antonia herum scheint unüberwindbar: Antonia versucht, Marnie zu verlassen, nachdem Marnie Casey mit einer Handbewegung ein Messer in den Oberkörper gerammt hat. Marnie aber lässt nicht los – und dieses Mal zwingt sie Antonia wieder „hinein“, direkt vor Lafayettes Augen, der die Konfrontation als Einziger sehen kann. Währenddessen spitzt sich die Werwolf-Formwandler-Konfrontation zu, als Luna zu Sam gerannt kommt, weil Marcus Emma entführt hat. Marcus hadert mit Debbie, die festgestellt hat, Alcide noch zu lieben, und daher nicht mit Marcus weglaufen will.

Dem allerdings werden sowieso bald die Beine gebrochen – oder besser gesagt, das Genick. Zuerst verpasst ihm Sam eine Tracht Prügel, und dann platziert Alcide den entscheidenden Schlag – um danach Debbie mitzuteilen, dass sie ihm für immer aus den Augen gehen solle. Ich vermute aber, dass man Debbie nicht so leicht verabschieden kann… Nichtsdestotrotz: Schnell und schmerzlos wäre damit ein belangloser und langweiliger Handlungsstrang einigermaßen beendet.

Viele Zuschauer haben sich wie ich letzte Woche gefragt, woher Marnies plötzlicher Wandel zum Bösewicht kam. Hier nun die Antwort: Sie wolle nicht ihr Leben lang unterdrückt und herumgeschubst werden, erklärt sie Holly und Sookie. Alles klar. (Danke, Autoren!) Sookies Versuch, Marnie zur Vernunft zu bringen, gehört definitiv zu den schlechtesten Szenen dieser Staffel. Um so bizarrer – bevor wir mehr wissen, nennen wir es so – erscheint Andys Schicksal: Während er mit sich selbst redend durch die Wälder nach Hause läuft – Don’t go all ‘lost in nature’ retarded -, widerfährt ihm eine Begegnung der dritten Art. Gut, bei so vielen Arten in True Blood ist es nicht wirklich die dritte, aber was die „Hauptarten“ dieser Staffel betrifft, vielleicht doch: Eine Fee wirft ihn mittels Licht bewusstlos zu Boden, nur um ihn dann zu besteigen. Ihr Name ist Mirella, und sie bindet ihn mit einem Schwur, sie für immer zu beschützen, bevor sie weiter macht…

An der Vampirfront sind Eric und Bill bereit für das größte Opfer aller Zeiten, denn Antonia fordert ihr Leben für Sookies. Der Rest ist eine Explosion aus Close-Ups mit weinenden Augen, bevor eine echte Explosion diese pathetisch-unspannende Szene beendet. (Danke, Pam!) Pam versucht es mit dem Raketenwerfer, aber Antonias Sperre hält – stattdessen erledigt sie beinah Jason. Jessica ist jedoch zur Stelle und rettet ihn. So haben die beiden einen Grund, wieder zueinander zu finden. Ebenso Bill und Eric: Eigentlich finden in dieser Episode alle zueinander als Resultat einer Cliffhanger-Kette, wo jede/r für ein paar Minuten in Gefahr schwebt und jede/r jede/n rettet.

Als Sookie Marnie bei der nächsten Magie-Übung unterbricht, die die Vampire draußen in Richtung Feuerschranke zieht – dabei bewegen sich alle wie in einer schlechten Variante von Michael Jacksons Thriller -, versucht Marnie, Sookie zu verbrennen. Aber Jesus kann Sookie retten und Antonia dabei unterstützen, Marnie für immer zu verlassen. Die Szenen mit Jesus fand ich dieses Mal durchaus gelungen. Ob der Cliffhanger als gelungen bezeichnet werden kann, ist fraglich – aber das erfahren wir nächste Woche im Finale, das hoffentlich eine Steigerung bringt…

True Blood: Burning Down the House (4×10)

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Die neue True Blood-Episode startet gut und endet einigermaßen gut, während das Dazwischen nach Zeitschinden riecht. True Bloods gegenwärtige Staffel scheint aus Hit-or-Miss-Episoden zu bestehen, und voilà: Mit Burning Down the House liegt uns die Miss-Variante vor! Die Ereignisse und ihre Strukturierung bilden irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Damit sind nicht nur der zusammengeschusterte Shapeshifter-Werwolf-Plot um Alcide, Sam und Marcus oder der um Andy und Terry gemeint, sondern auch die zentrale Erzählung.

Aber fangen wir mit dem Kampf um King Bill an. In letzter Sekunde wird Bill von Sookie (Anna Paquin) gerettet, nämlich mit Hilfe ihrer Feenkräfte – à la „Eric aus dem Fluch befreien und ihm seine Erinnerungen zurückgeben“. Auch bei Antonia / Marnie scheint sich etwas verändert zu haben, als sie die Szene verlässt. Und die Lösung von Erics Problem lag wohl die ganze Zeit mit ihm im Bett… Aber es ist ja die Liebe zu Bill, die Sookies Kräfte entfacht – also versucht sie dem „ganzen“ Eric (neuem plus altem) den Traum von letzter Woche zu verkaufen. Ohne großen Erfolg.

Währenddessen reicht es Jessica mit Jasons Post-Schuldgefühlen, und sie fliegt auf der Suche nach etwas Essbarem davon. Was soll Jason jetzt tun? Ihm bleiben eigentlich eine mit Hass erfüllte Jessica und ein furzender Hoyt, der sich bei ihm einquartiert hat. Nicht wirklich reizvolle Optionen. Auch bei Andy übrigens sind Optionen Mangelware, denn Terry konfrontiert ihn in mehreren, viel zu langen und äußerst langweiligen Szenen in dieser Episode mit seiner V-Abhängigkeit.

Viel besser sind die King-Bill-Szenen. Ich gehörte immer zu den Kritikern der Figur, vor allem wegen der Sookie-Romanze. Aber mit dieser Staffel haben ihn die Autoren wirklich aus dem Romanzensarg herausgeholt und Stephen Moyer dadurch die Möglichkeit gegeben, mehr zu tun, als nur traurig-verliebt hinter Sookie herzuschauen. In dieser Episode widersetzt sich Bill Nans Befehlen und beschließt, Marnie und ihre Jünger zu erledigen. Und das mit Feuer: Burning Down the House!

So kommen wir langsam zu einer in meinen Augen problematischen Wendung, die die True Blood-Autoren eingebaut haben. In einem Gespräch zwischen Marnie und Antonia finden wir heraus, dass Marnie jetzt diejenige ist, die die Vampire vernichten will und auch Menschenopfer in Kauf zu nehmen bereit ist, während sich Antonia auf den ursprünglichen Verwendungszweck ihrer Kräfte besinnt: nämlich andere zu retten und zu heilen. Etwas später, als Jesus die von Antonia errichtete magische Barriere vor dem Haus durchbricht und unter dem Vorwand, wieder mitmachen zu wollen, mit Marnie sprechen kann, bestätigt sich, dass Marnie schon längst die treibende Kraft ist. Warum Antonia den Rückzieher macht, erscheint letztlich unwichtiger als die Frage, was eigentlich Marnies Hass speist – angesichts des Wissens, das wir über die Figur haben.

Die Episode endet mit Bill, Eric, Pam und Jessica, die mit Feuerwerfern bewaffnet auf Marnies Laden zugehen. Wird wieder Antonia im Feuer untergehen – oder die Vampire? Kann eine andere Lösung gefunden werden?

True Blood: Run (4×09)

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Kill Bill! So lautet Antonias Anweisung für Eric, mit dessen Kopf in dieser vierten True Blood-Staffel tatsächlich Hexenspiele gespielt werden. In dieser Episode nun sind die Sinne sämtlicher Beteiligten wie verhext und spielen verrückt. Sie sind nicht sie selbst! Oder doch? Run wirft nicht nur die Frage nach Identitäten auf, sondern auch nach Toleranzgrenzen, nach Akzeptanz von Identitäten und Tatsachen.

Run ist eine schnelle Episode, sie zirkuliert von Plot zu Plot und von Ereignis zu Ereignis in einem Herzschlag. King Bills Blut soll vergossen werden. Und das Blut kocht in Run. Blut verbindet in True Blood, gibt den Figuren Kraft – und manövriert sie gleichzeitig in komplizierte Situationen. Sie müssen Entscheidungen treffen. Aber macht es sie zu Monstern, wenn sie sich gegen gewisse Dinge entscheiden? Bringt das Vampirblut die Figuren direkt zu solchen Entscheidungen – oder gibt es ihnen nur den Mut, sich zu überwinden und  den Schritt zu tun? Warum bezeichnen wir Andere als Monster: wegen ihrer Natur, ihrer Identität oder weil sie uns Schmerz zugefügt haben? Ist Jessica ein Monster, weil sie Hoyt verließ oder weil sie ein Vampir ist? Ist Antonia ein Monster, weil sie alle Vampire vernichten will, oder wurde sie von Monstern zu diesem Monster gemacht? Welche Monster muss man tolerieren und welche nicht?

True Blood bringt diese Fragen zu einem Höhepunkt, als Antonia, Eric und die anderen Sheriffs, die sie zu willenlosen Lämmchen gemacht hat, die von Nan und Bill organisierte Toleranz-Konferenz angreifen. Aber bevor es zu diesem furiosen Ende kommt, rasen wir noch einmal zurück zum Anfang, an dem eine verzweifelte Jessica Nan ihr Herz ausschüttet. Nans Figur bekommt für meinen Geschmack zu wenig zu tun in True Blood, denn ihre Interaktion mit King Bill sorgt immer für sehr gute Szenen. Hier nun muss sie auf den King erst einmal warten. Warum? Weil er dabei ist, Sookie zu retten. Halt: war das nicht Alcide? Eigentlich ja, aber die übernatürlichen Kreaturen in True Blood reichen bzw. reißen sich Sookie in die / aus den Hände(n) wie bei einem Staffellauf.

Bill gibt Sookie Blut zu trinken, und die Sache ist erledigt. Aber nicht in ihrem Kopf und ihrem Herzen. In einer Traumsequenz setzt sie sich endlich mit der Staffellauf-Story auseinander… und findet die Lösung, in blutroter Unterwäsche vor den Augen der Rivalen Bill und Eric: Sie liebt beide und will beide! Also haben sie die Wahl, sich Sookie zu teilen und den jeweils anderen zu tolerieren oder zu gehen. Damit müssen Bill und Eric eine Entscheidung treffen, wenn auch vorerst nur in Sookies Traum. Die Frage ist: Wird Sookie auch im Wachzustand die Männer in ihrem Leben in den Griff bekommen?

Debbie wiederum hat sich nicht mehr im Griff. Als sie sieht, wie Alcide immer zu Sookie rennt, beschließt sie, dasselbe zu tun. Nachdem sie erneut mit V angefangen hat, taucht sie bei Sookie auf und versucht sich ihr zu nähern: sie wolle ihr helfen. Sookie liest nichts Anderes in ihren Gedanken und nimmt das Angebot an. Beide versuchen, Eric von Antonia zu befreien, aber der Versuch geht schief. Nun, nicht ganz. Sookie lauscht Taras (absichtlichen) Gedanken mit Antonias Pläne ab und eilt zu Hilfe.

Hilfe benötigen unterdessen Arlene und Terry, denn Lafayette aka Mavis (der Geist der verstorbenen Frau) entführt das Kind und verschanzt sich in Hoyts Haus, nachdem er / sie Hoyt mit geladener Waffe aus dem Haus zwingt. Jason und Andy (auf V) sind gefragt. Jason zum herbeigeeilten Jesus: When you guys role play, does Lafayette ever turn into a woman named Mavis? Jesus: I’m gonna forget you ever said that and head on in.

Dank Jesus kann Mavis wieder Frieden finden, und Lafayette verwandelt sich zurück in sich selbst. Tommy kann nicht er selbst sein, er läuft gleichsam Amok gegen sich: Wieder nimmt er Sams Gestalt an und geht zu einem Treffen mit Markus, während der echte Sam mit Luna und ihrer Tochter zelten geht. Das Treffen endet blutig, wie vieles Andere in dieser Episode. Jessicas blutige Tränen allerdings sind am Ende vergessen, denn Jason kommt vorbei. Eigentlich nur, um ihr den von Hoyt als Monster Box betitelten Karton zurückzugeben (worin sich ihre Sachen befinden, darunter ein Twilight-Buch und Taylor Swifts CD). Aber wenn das Blut einmal kocht, kann man sich dem Bann nicht entziehen… und beide enden auf einander in Jasons Truck.

Ob Sookies Schrei zu Bill – Run! – am Ende zu spät kommt, als Eric sich auf ihn stürzt? Auf jeden Fall scheinen die True Blood-Figuren nicht vor Entscheidungen und Problemen davonzurennen; vielmehr unternehmen sie gegen Ende dieser Staffel Lösungsversuche.

True Blood: Spellbound (4×08)

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Pams frustrierte Worte gegenüber Bill am Ende der Episode lauten: This. Is. So. Fucking. Lame! Spricht sie etwa über Spellbound? Es wäre ein wenig übertrieben, denn so schlimm ist die Episode nun doch nicht. Aber: Bis auf das Treffen zwischen Bill und Antonia bleibt Spellbound tatsächlich dürftig. Wenn es im Märchen ans Wünsche-Erfüllen geht, dann hat man üblicherweise drei Wünsche frei. Die drei Wünsche, die man zum gegenwärtigen Zeitpunkt vielleicht gern für True Blood ausgesprochen hätte, gehen nicht in Erfüllung. Noch nicht. Ich meine Pam und Tara, Jason und Jessica, Sookie und Antonia… Vermutlich sparen sich die Autoren eine eventuelle Auseinandersetzung zwischen Sookie und Antonia fürs Finale auf.

Die letzte Episode hinterließ uns mit einem Cliffhanger, der in den ersten Minuten von Spellbound aufgelöst wird. Jason rettet Jessica in letzter Sekunde. Es dauert eine weitere Sekunde, bis sie zu sich kommt und ihn küsst, anstatt ihn zu beißen. Wie man sieht, können sie dieser Anziehungskraft kaum widerstehen – und Jessica zieht prompt die Konsequenzen und verlässt Hoyt. Zweimal: Das erste Mal im Traum, wobei sie ihn umbringt; das zweite Mal in Wirklichkeit, wobei jedoch Hoyt Gewalt anwendet und sie buchstäblich hinauswirft. Überraschenderweise wirft auch Jason sie aus seinem Haus! Wird man Jessica dazu bringen, die Zähne zu zeigen?

Während Jessica weiterhin unter Herzensangelegenheiten leidet, läuft es zwischen Sookie und Eric wie geschmiert. Für meinen Geschmack langsam zu geschmiert. Ich überlasse es euch, den Fantasy-Sex-Trip zu kommentieren, aber die Gespräche zwischen den beiden hören sich mittlerweile genauso an wie die zwischen Sookie und Bill… In der Sam-Luna-Beziehung hingegen zeigt tatsächlich jemand Zähne, allerdings der Anführer Markus, Lunas Ex. Das war nicht so schwer zu erraten, oder?

Die nebensächliche Handlung um Lafayette endet damit, dass der Geist der singenden Frau, die immer zu Arlenes Baby kommt, von ihm Besitz ergreift. Da wir beim Besitzergreifen sind, wenden wir uns dem interessanten Teil der Episode zu: Auf Bills Vorschlag hin findet ein Treffen auf dem Friedhof statt, um einen Friedenspakt auszuhandeln. Aber sowohl Bill als auch Antonia kommen nicht allein. Ich muss sagen, dass Bill mir in der Rolle des Kings immer besser gefällt – und man muss den Autoren hoch anrechnen, was sie mit seiner und Erics Figur in der neuen Staffel angestellt haben!

Die Verhandlungen münden in eine Auseinandersetzung ein, bei der sich Sookie und Tara auf unterschiedlichen Seiten vorfinden. Bill rettet zwar Taras Leben, aber wer wird Sookie retten? Denn in dem Nebel, den Antonia über den Friedhof fallen lässt, kann man Freund und Feind kaum unterscheiden, und Sookie wird von Bills Wachmännern angeschossen. Der Retter? Natürlich Alcide. Wo Eric ist? Er unterliegt erneut Antonia und kniet vor ihr – und die Kamera verlässt den Friedhof mit diesem Bild der beiden. Was mit Eric geschieht und wie die Auseinandersetzung fortgeführt wird, werden wir hoffentlich nächste Woche erfahren.

True Blood: Cold Grey Light of Dawn (4×07)

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Vampires are not immortal. They are only harder to kill, lauten Antonias Worte gegen Ende der Episode, als sie einen neuen Zirkel gründet mit Menschen, die den Vampiren den Krieg erklären wollen. Antonia will jeden Vampir auf der Erde in die Sonne schicken. Die Episode fängt mit ihrer Flucht aus Bills Gefängnis an und endet mit einer über der Erde schwebenden Antonia: mitten im Zirkel, die magischen Worte sprechend, um die Vampire aus ihren Schlafstätten ans Licht zu beschwören.

Cold Grey Light of Dawn ist durchaus eine spannende True Blood-Episode – bis auf die Nebenplots: um Alcide und Debbie; um Tommy und Sam, der herausfindet, was sein Bruder tat; um Lafayette, der, wie Jesus’ Großvater sagt, die Magie in sich trägt und die geheimnisvolle Frau sehen kann, die sonst nur für Arlenes Baby sichtbar ist… abgesehen davon also kann man sogar sagen, dass die vierte Staffel der HBO-Serie richtig Fahrt aufnimmt.

Abgesehen auch von der allgemeinen Unzufriedenheit mit den Nebenplots: Mir scheint die Erzählung um Lafayette und Jesus’ toten Magier-Onkel Tio Luca, der von Lafayette Besitz ergreift, die wichtigste unter ihnen. Sie steht im Moment nicht wirklich in Verbindung mit dem Haupterzählstrang, aber die Tatsache, dass nur Marnie und Lafayette als Medium funktionieren können, wird eine Rolle spielen – oder? Antonia kommt mit Rachegelüsten zurück in diese Welt, sie will zerstören, auslöschen, während die Geschichte über Luca sich so anhört, als wäre er ein Heiler. Wird am Ende ausgerechnet Lafayette / Luca die einzige Chance für die Vampire sein, weiter zu existieren? Denn wie man sehen kann, ist Antonia sehr machtvoll – und wird vermutlich immer mächtiger werden, je mehr Helfer sich der Sache anschließen.

Apropos Helfer: So kommen wir zur Auflösung des einen Cliffhangers von letzter Woche. Pam ist dabei, Tara zu töten, als sie plötzlich von etlichen Menschen fotografiert und auf Video aufgenommen wird. So sieht sie sich gezwungen, den Mord bleiben zu lassen. Vorerst! Und Tara? Sie schickt ihre Freundin weg, heult und säuft. Aber bevor wir wieder die Augen verdrehen in dem Wunsch, Pam hätte den Job erledigt, finden die Autoren endlich die richtige Aufgabe für sie, in der Tara vermutlich nicht allzu unangenehm auffallen wird: Antonia spricht sie an und gewinnt sie für den Krieg gegen die Vampire. Nach wie vor spielt Fiona Shaw ihre Rolle großartig und sorgt für Gänsehaut.

Genauso gut gefiel mir die Interaktion zwischen Bill und Jessica in dieser Episode. Um die Vampire vor Antonia zu schützen, ordnet Bill tagsüber das Anketten mit Silber an, ganz egal, wie schmerzvoll das sein mag. Wenn Bill in True Blood überhaupt mit jemandem die gewisse Chemie hat, dann mit Jessica! Die leider zu wenigen gemeinsamen Szenen lassen einen das fast vergessen. In dieser Episode aber werden die beiden in silberne Ketten gelegt, und die Serie nimmt die Möglichkeit wahr, ihnen Zeit zu geben. So liegen Jessica und Bill nebeneinander und sprechen aus, was auf ihren Seelen liegt. Jessica spricht über Hoyt und Liebe – während sich Bill mit seiner Meinung, wie es zu der Konfrontation mit Antonia kam, nahezu wie Godric anhört.

Auch Sookie und Eric, die die Hälfte der Episode über, unter und hinter einander verbringen, machen irgendwann – in Sookies Bett angekommen – Pause und reden. Eigentlich geht es hier um eine wichtige Frage: Wird Sookie Eric weiter lieben und wollen, wenn seine Erinnerungen zurückgekehrt sind? Aber die Ausführung ist nicht so gelungen: Der Dialog wurde so stark gezuckert, dass er ein flaues Gefühl im Zuschauermagen hinterlässt. Dennoch bleibt es spannend, wie sich diese Beziehung weiter entwickeln wird, wenn Eric wieder der „alte“ ist. Wird er überhaupt der alte sein können? Schließlich wird er sich auch an den „neuen“ Eric und dessen Zeit mit Sookie erinnern! Wie wird ihn das verändern?

Die Frage aber, mit der uns die Episode am Ende zurücklässt, lautet: Wird Jessica überleben? Denn sie befreit sich von dem Silber, öffnet die Türen… und das Licht lässt das Bild erstrahlen, bevor der Abspann läuft.

True Blood: I Wish I Was the Moon (4×06)

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Man muss den True Blood-Produzenten immer wieder das Kompliment aussprechen, dass es ihnen mit Sorgfalt und gleichzeitig mit spielender Leichtigkeit gelingt, eine heilige Dreieinigkeit aus dem Titel, dem Abspannsong und der Thematik der Episode zu kreieren. I Wish I Was the Moon lässt vom Anfang an nicht die geringste Täuschung darüber zu, dass es ruhig zugehen wird. Obwohl sich nach dem spektakulären Anfang der Erzählfluss kurz beruhigt, zieht man das Tempo ab Mitte der Episode ziemlich an und bewegt sich gegen Ende in Vampirgeschwindigkeit von einem Schauplatz und einem Erzählstrang zum nächsten. Was damit gemeint ist? Die kleinen Fragezeichen, eine Art Mini-Cliffhanger, mit welchen mehrere Szenen enden.

Aber bevor wir dazu kommen, müssen wir zuerst einen Blick in Sookies (Anna Paquin) Wohnzimmer werfen. Denn auf dem dortigen Sofa geht es heiß her zwischen Eric (Alexander Skarsgard) und Sookie! Die Situation wird um so heißer, als Bill (Stephen Moyer) das Zimmer betritt und in eine handgreifliche Auseinandersetzung mit Eric gerät, die nur  vor Augen führt, wie viel stärker Eric ist als sein „King“ Bill. Sookie verhindert Bills Tod, indem sie Eric die King-Sheriff-Verhältnisse erklärt. Der Rest der Story ist Bon Temps-Romantik unter dem Vollmond: Eric lässt sich von Bill gefangen nehmen, und Bill fordert von Nan „true dead“ für den ehemaligen Sheriff. Eigentlich wird nicht klar gemacht, ob sich Nan mit der Entscheidung der Vampirführung bei Bill zurückmeldet oder ob Bill einfach nicht abwarten kann, aber wir sehen ihn in der Bereitschaft, die Höchststrafe auszuführen.

Und Eric? Er sagt zu Pam, dass er nicht zu seinem früheren Dasein zurück wolle. Er ist bereit, „true dead“ zu empfangen, wenn Bill dafür verspricht, sich in seinem Namen bei Sookie dafür zu bedanken, dass Eric durch sie „true love“ erfahren konnte… Bill setzt zum tödlichen Schlag an und — Schnitt.

Nahezu jeder Plot endet ab sofort mit einem Cliffhanger.  Arlenes Baby und die unheimliche Puppe überleben den Hausbrand; mit den Augen des kleinen Mikey sehen wir eine Unbekannte, die ihm zuwinkt, bevor sie verschwindet. Tommy entdeckt seine neuen Formwandlerqualitäten und wird zu Sam, während Luna, die uns die Story über das Sichverwandelnkönnen in andere Menschen vermittelt hatte, nun selbst davon betroffen wird. Sie schläft mit Sam / Tommy und wird danach von ihm aus dem Haus geworfen, als die Wandlung wieder beginnt. Sam findet seinen Bruder bewusstlos. Noch am Leben?

Ob Tara am Leben bleibt – nun, auf diese Frage erhoffen sich viele Zuschauer ein Nein als Antwort. Ihre Freundin sucht sie in Bon Temps auf; der Rest ist Herzausschütten als Vorspiel. Dafür versteht Pam keinen Spaß mehr: Nachdem sie Bill auf Erics letzten Wunsch hin befreit hat, greift sie Tara an und — Schnitt.

Alcide und Debbie bleiben nach wie vor Randerscheinungen, während der andere Randplot um Jesus und Lafayette seinen Höhepunkt erreicht. Jesus’ Großvater sorgt dafür, dass Tio Luca ab sofort auf die beiden aufpasst. Who the f… is Tio Luca? Gute Frage, Lafayette! Nun, Tio Luca ist der Geist, der von ihm Besitz ergriffen hat. Damit sind wir bei dem zurzeit mit Abstand interessantesten Plot angelangt, nämlich der Marnie-Antonia-Erzählung. Das Timing der Autoren ist dieses Mal sehr gut; in dieser Episode ergreift Antonia endgültig Besitz von Marnie, nach Flashbacks, die uns Antonias Qualen und ihre Rache verbildlichen. Einer der Vampir-Sheriffs, den wir in der Rückblende Antonia vergewaltigen sahen, bekommt als Erster Antonias / Marnies Macht zu spüren. Fiona Shaw spielt nach wie vor sowohl Marnie als auch Antonia hervorragend, und ihr Lächeln auf dem Monitor lässt etliches Blut gefrieren – auch das von Vampiren.

Aber zurück zum heißen Teil. Die Episode fängt heiß an und endet auch so! Zunächst knistert es zwischen Jason und Jessica im Wald. Er verspürt Panik darüber, sich bei Vollmond in einen Werpanther verwandeln zu müssen, und Jessica bleibt an seiner Seite, um ihn zu beruhigen. Das Gespräch zwischen den beiden handelt davon, was es heißt, „special“ zu sein, anders zu sein – oder sich zu wünschen, jemand anders zu sein. Jessica würde das Vampirsein für ihr Menschenleben nicht aufgeben wollen, denn es macht aus ihr etwas Besonderes. Und Jason? Jessica teilt ihm mit, dass auch er besonders sei, weil… nun, weil jede Frau im Umkreis von mehreren Kilometern mit ihm schlafen wolle. Inklusive Jessica. Interessant, wie sich diese Beziehung weiter entwickeln wird.

Man könnte nun vorhersagen, wie sich die Geschichte zwischen Eric und Sookie entwickeln und wie sie enden wird – jetzt, da Bill Eric aus Liebe zu Sookie und / oder anderen melancholischen Gründen hat laufen lassen. Auch Eric und Sookie treffen im Wald aufeinander, dem Treffpunkt in dieser Episode… und sie endet unter dem Vollmond auf giftgrünem Rasen. Wird Eric für immer der neue Eric bleiben? Was wird aus der Beziehung, falls der frühere Eric zurückkehren sollte? To be continued…

True Blood: I Hate You, I Love You (4×05)

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I Hate You, I Love You: Nicht nur trifft der Titel dieser Episode die Beziehung, die so mancher Fan seit True Bloods Start mit der HBO-Serie zu führen pflegt, sondern sie ist in meinen Augen die bisher beste Episode der neuen Staffel. Obwohl die Nettozeit ganze 58 Minuten beträgt, verläuft sie wie im Vampir-Flug, und der Mix aus Slapstick, Emotion und Spannung ist hervorragend ausbalanciert. Dazu bekommen wir auch ein wenig mehr Informationen, die die Spannung speisen und den Einsatz für die kommenden Episoden erhöhen.

Natürlich kann man den kurzen Auftritt von Alcide als belanglos bezeichnen, aber anscheinend bereiten die Autoren einen künftigen Plot um die Werwölfe vor, der womöglich über Luna und ihre Tochter einen Bezugspunkt zu Sam haben wird. Sam hat in dieser Episode übrigens eine Menge zu tun, denn er muss seinem blutüberströmten Bruder Tommy helfen. Nein, es ist nicht Tommys Blut, sondern das seiner Eltern, die er in rasender Wut niederschlägt. Die beiden Brüder versenken die Leichen im Moor, und Sam lockt sogar die Alligatoren an – mit Hilfe von Marshmallows.

Es ist ein Traum, der Eric (Alexander Skarsgard) in Sookies (Anna Paquin) Schlafzimmer lockt. Dort trifft er auf Godrik und wird von ihm gezwungen, Sookie auszutrinken. Godrik erklärt Eric, er sei zur Liebe nicht fähig. Aus dem Traum erwacht, geht Eric zu Sookie und erklärt ihr, dass er schlecht geträumt habe, während sie sich von dem unsanften Aufwachen erholt. Etwas später legt er wie ein kleines Kind seinen Kopf in ihren Schoß.

An diesem Punkt steht zu befürchten, dass die Autoren Erics emotional-melancholische Reise überstrapazieren, bevor man zum Punkt kommt. Aber zum Glück setzt man diesen Punkt gegen Ende der Episode. Und mit Punkt meine ich: Kuss! Viele Fans haben mit Sicherheit gejubelt, als Sookies Lippen Erics berührten. Dabei raten den beiden ihre „Eltern“ aus dem Jenseits das Gegenteil! Zuerst Godric in Erics Traum – und dann bekommt auch Sookie eine Nachricht von ihrer Oma, dass sie sich nicht auf Eric einlassen solle. Obwohl: Nachricht ist nicht die richtige Bezeichnung. Sookie hört durch Marnie die Stimme ihrer Oma, mit der Marnie Kontakt aufnimmt.

Nach langer Zeit machen die Autoren endlich wieder einmal Gebrauch von Sookies Fähigkeit, die Gedanken Anderer zu lesen. So nimmt sie die Untersuchung von Erics Amnesie in die eigenen Hände und spielt das schusselige Blondchen, das zum Handlesen zu Marnie (nicht weniger schusselig) gekommen ist. Eigentlich liest dann aber Sookie Marnie und kann so mit ihrer Oma sprechen. Deren Rat: Run! Und Sookie befolgt diesen Ratschlag.

Auch Jesus (Kevin Alejandro) und Lafayette (Nelson Ellis) machen sich auf den Weg: nämlich  nach Mexiko, um Schutz bei Jesus’ Großvater zu suchen. Nach den Rückblenden mit Jesus’ Erinnerungen zu urteilen, ist der Großvater in spirituelle Machenschaften involviert – ob sie guter Natur sind, darf bezweifelt werden. Immerhin bedeutet dieses Flucht ein Ende des Trios Tara-Jesus-Lafayette, das in den letzten Episoden wie ein Haufen aufgescheuchter Hühner von A nach B lief! Tara beschließt, zu ihrer Freundin zurückzukehren, was der Serie gut tun wird – aber eine Rückkehr wird zwangsläufig viele Erklärungen nach sich ziehen, denn die Freundin findet an Tara adressierte Briefe.

Bill ist in dieser Episode ebenfalls durch mit Erklärungen und sieht sich gezwungen, Portia, die die Trennung nicht einsehen will, mit seinem Vampirblick zu bezaubern und anders fühlen zu machen. Marnie steht ein Treffen mit dem King of Lousiana bevor. Bill (Stephen Moyer) lässt sie in eine Zelle seines „Palastes“ einsperren, nur um mit Hilfe des Zauberblicks zu erfahren, dass sie tatsächlich nicht weiß, wie man den Fluch rückgängig macht. Doch was mit Antonia, der spanischen Hexe, geschah – das weiß Marnie!

Die hohen Vertreter der katholischen Kirche damals waren… Vampire. Was wir in Marnies Halluzinationen oder Träumen sehen, wird noch einmal bestätigt von einem der Lousiana Sheriffs, die Bill zur Beratung eingeladen hat: Antonia gelang es damals, mittels Magie alle Vampire im Umkreis von 20 Meilen in die Sonne und damit in den endgültigen Tod zu führen. Sie verbrannten, so wie Antonia selbst verbrannt wurde. Wie Bill zu unserem Amüsement erklärt, hatten Vampire stets ihre Finger in der Führung der Menschheit – damals in der katholischen Kirche, jetzt in Google und Fox News!

Einen weiteren Lacher bescherte mir Jasons Unterhaltung mit Hoyt und seine Reaktion auf Hoyts Versuch, seine Beziehungsprobleme mit Jessica zu thematisieren: Jessica raped you? Dazu kommt noch Jasons Traumsequenz von der in Unterwäsche auf ihm reitenden Jessica, die sich dann in Hoyt verwandelt – woraufhin sowohl Hoyt als auch Jason gleichzeitig völlig entsetzt aufwachen. Ich schätze, Jessicas Blut hat für eine interessante Verbindung gesorgt.

Über Pam hört Bill von der Verbindung zwischen Erics Verschwinden und Sookies ablehnender Haltung einer Hausdurchsuchung gegenüber und macht sich schleunigst auf den Weg.  Er kann sich aber nicht vorstellen, wie weit diese Verbindung schon voran geschritten ist. I Hate You, I Love You… True Blood-Fans werden dieser Episode sicher nur den zweiten Teil ihres Titels zuflüstern!

True Blood: I’m Alive And On Fire (4×04)

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True Blood setzt die Erzählung genau an dem Punkt fort, an dem wir Sookie (Anna Paquin) und Eric (Alexander Skarsgard) letzte Woche zurückgelassen haben. Der Erzählstrang um den gedächtnislosen Eric bleibt nach wie vor das Interessanteste in der vierten Staffel. Einen Teil dieses Erzählstrangs bildet der Hexenzirkel um Marnie – und an ihm wiederum ist Marnie selbst erwähnenswert, während Lafayette, Jesus und Tara als gestresste Beobachter den Hintergrund der Marnie-Szenen bilden. Übrigens: Man muss Alexander Skarsgard und Fiona Shaw ein großes Kompliment für ihre Leistungen aussprechen.

Erics Zustand sorgt sowohl für Komik als auch für eine gewisse Tragik, für tiefe Melancholie. Die erste Szene, als er quasi „high“ vom Feenblut fröhlich um Sookie herumschwirrt, ihr gar auf den Po klapst, steht in direktem Gegensatz zu einer späteren Szene, als er Sookie darum bittet, ihn in seiner Schlafstätte nicht allein zu lassen. Beide Szenen wirken wie die zwei Enden eines Seils, auf dem Eric ahnungslos über den Abgrund tanzt.

Bei diesem Tanz wird Sookie nach und nach zu seiner Partnerin und macht es sich zur Aufgabe, ihn nicht abstürzen zu lassen. So holt sie Alcide zu Hilfe und lässt ihn in Wolfsgestalt die Umgebung nach Eric durchsuchen. Tagsüber, wohlgemerkt! Denn Eric ist tatsächlich da draußen – oder besser gesagt, da drin. Er badet in der glühenden Sonne und scheint glücklicher als je zuvor. Wir erleben einen Eric, der lächelt – und dieses Lächeln hat mit dem gewohnten Sarkasmus nichts zu tun. Es ist rein, von Licht erfüllt, wie das Blut einer Fee. Ein Lächeln auf die Lippen vieler Fans dürfte die kleine Nackter-Oberkörper-Auseinandersetzung zwischen Alcide und Eric gezaubert haben!

Auch Anna Paquin in Sookies Rolle meistert die gemeinsamen Szenen mit Eric sehr gut, so dass sie dem Melodramatischen fern bleiben; das gilt für ihr Unterbinden des Du-weißt-schon-was-Messen zwischen Alcide und Eric ebenso wie für ihren schon erwähnten ‚Seiltanz‘ mit Eric – der übrigens beinah mit einem Kuss geendet hätte, wenn nicht Bill an der Türschwelle stehen würde. Sookie widersetzt sich seinen Versuchen, ihr Haus durchsuchen zu lassen bzw. selbst hineinzugehen. Vielleicht kommt Sookie ja doch noch aus ihrer Cheerleader-Rolle heraus?

Bill wiederum kann in seiner Rolle als Portias „Freund“ nicht umhin festzustellen, dass sie seine Ur-Ur-Urenkelin (so ungefähr) sein muss, und beendet die Beziehung kurzerhand. Da wir bei Enthüllungen sind: Bei Luna erwartet auch Sam eine. Luna hat eine kleine Tochter, und Lunas Ex ist ein eifersüchtiger Werwolf. Was hat man auch Anderes zu erwarten in Bon Temps? Und Sam dachte vor nicht allzu langer Zeit, er sei etwas Besonderes, Außergewöhnliches… Mittlerweile wäre es in Bon Temps außergewöhnlich, ein einfacher Mensch zu sein. Die Entdeckung, die Sams Bruder Tommy macht, erweist sich allerdings als deutlich schmerzvoller.
Auch Terry kann eine grausame Enthüllung nicht übersehen. Das Baby schreibt mit rotem Stift an die Wand: “baby not yours”, und Arlenes rote Haare stehen zu Berge…

Auch Jason scheint kein „einfacher“ Mensch mehr zu sein. Er schafft es, seinen Vergewaltigerinnen zu entkommen, aber Felton folgt ihm – nur um von Jason im Arnold-Schwarzenegger-Style im Wald erledigt zu werden. Jason flieht vor Crystal und hoffentlich auch vor der Belanglosigkeit. Sieht so aus, als würde er sich demnächst in einen Panther verwandeln! Jessica und Hoyt fahren zufällig die Straße entlang, an deren Rand Jason liegt, und können ihn bergen.

Nan ist wegen Erics Verschwinden ziemlich unzufrieden mit Bill, während er seine Besorgnis in Sachen Hexen nicht verbergen kann. Sie wiegelt jedoch ab mit der Erklärung, dass das letzte Problem, bekannt als „The Spanish Massacre”, ungefähr 400 Jahre zurückliege. Vermutlich genau dorthin werden wir, zusammen mit Marnie, in ihrem Traum versetzt: Marnie sieht die Frau, die in der letzten Episode auf ihre Beschwörung hin auftauchte. Sie wird gerade von der spanischen Inquisition verbrannt, und wie ein Echo wiederholt Marnie die letzten Worte der mächtigen Hexe.

Fiona Shaw meistert auch in dieser Episode perfekt den Wandel von rasender Wut (durch die Verbindung zur Hexe) in eine verwirrte ältere Dame, die hektisch nach dem passenden Buch sucht, um einen Fluch rückgängig zu machen – und die sonst einfach nur mit ihrem harmlosen Hexenzirkel in Ruhe gelassen werden möchte. Als sie von unsichtbarer Hand auf das richtige Buch hingewiesen wird, versucht sie den Fluch in Pams (Kristin Bauer) Anwesenheit aufzuheben. Als Marnies Augen mit den Flammen des Feuers aus ihrem Traum wieder Funken zu sprühen beginnen, bekommt es Pam auch ab: Ihre Haut beginnt sich von ihrem Gesicht abzulösen, und sie flieht in heller Panik. Man kann nur gespannt sein, wie es mit der Auseinandersetzung zwischen Vampiren und Hexen weiter geht: Werden wir erfahren, wo ihre Wurzeln liegen?

True Blood: If You Love Me, Why am I Dyin’? (4×03)

Standard

Der Titel der Episode ist gleichzeitig der Titel des Boxing-Ghandi-Lieds, das auch in der Szene zwischen Jesus, Tara und Lafayette zu hören ist. Die ersten Takte allerdings erklingen schon vor dem Schnitt in Sookies Haus. Auf den ersten Blick ist es eine traurig-melancholische Frage, aber die HBO-Serie schafft es, im echten True Blood-Style mehr aus ihr zu machen: Das ganze Beziehungschaos in Bon Temps wird mit einer Prise Humor zum genüsslichen Primetime-Schmaus gezuckert. Die Prise nun, die die Episode aus dem gelegentlichen True Blood-Einheitsbrei herauszaubert, heißt Eric Northman (Alexander Skarsgard).

Wie schon im letzten Review erwähnt, kann man an dem Erzählstrang über Erics Amnesie kritisieren, wie offensichtlich man ihn damit Sookie (Anna Paquin) näher bringen will. Nichtsdestotrotz beweist If You Love Me, Why Am I Dyin’?, dass diese Erzählung funktioniert. Die Szenen mit dem gedächtnislosen Eric sind durch und durch gelungen; Skarsgard erzeugt sowohl subtilen Situationshumor als auch einen Hauch von Trauer. Geschickt pendelt er zwischen dem Treuen-Hund-Blick und der Gier des Tieres hin und her, zwischen Verlorensein und der Möglichkeit, alles „neu“, anders zu sehen: ohne die Belastung der Erinnerungen.

I hate my life, sagt Jessica (Deborah Ann Woll) zu Bill, als sie seinen Rat sucht wegen ihrer „Untreue“ Hoyt gegenüber. Eric kann sein Leben gar nicht hassen, denn er kennt es nicht! Am Anfang erklärt er Sookie (oder besser gesagt – Snooki!), er wisse zwar, was er sei, aber nicht, wer. Außerdem ist der „neue“ Eric höflich… auf seine Art. In dieser Episode nimmt die Handlung um Erics Gedächtnisschwund die meiste Screentime ein, durchmischt mit den kleinen, aber feinen Auftritten von Jessica und Pam (Kristin Bauer) – was dem Ganzen gut tut. Man kann nicht umhin, Deborah Ann Woll und Jim Parrack (Hoyt) ein Kompliment für die Szene auszusprechen, in der sie ihm die Wahrheit sagt – und sie ihn dann wieder vergessen lässt. Die Szene korrespondiert direkt mit der Gefühlsmischung der Haupterzählung: Erinnern und vergessen.

Sookie hat einen Freund nicht vergessen, der ihr mehrmals geholfen hat. Die von den Fans erwartete Wiederkehr Alcides findet in dieser Episode statt, als Sookie ihn aufsucht und darum bittet, einen Unterschlupf für Eric zu finden. Die Positionen sind jetzt umgekehrt: Nun muss Sookie auf Eric aufpassen. Dasselbe sagt ihr Pam, als sie von der Sache mit Eric erfährt. Sie vermutet sogar eine Verschwörung, hinter der Bill stecken soll.

Alcide (Joe Manganiello) ist offenbar mit seiner Ex Debbie zusammen, die ihre Vergangenheit samt Sucht mit Hilfe der Religion hinter sich gelassen hat und ein besserer Mensch geworden ist. Nun, Sookie hat ein viel zu gutes Gedächtnis, was Debbie betrifft – und beendet schlagartig den Besuch.

Zum Glück macht True Blood, was Andys, Sams und Tommys Plots betrifft, nur kurze Abstecher, während Tara, Lafayette und Jesus etwas mehr zu tun bekommen, genauso wie Jason. Der Titel If You Love Me, Why Am I Dyin’? passt am besten zu Jasons Situation. Aber es ist nicht so, wie er denkt. Er liegt nicht im Sterben, sondern liegt da, um neues Leben zu erzeugen. Jason (Ryan Kwanten) war von der ersten True Blood-Minute an mit nacktem Oberkörper und in Frauengesellschaft zu sehen, aber das Schicksal kann ironische Wendungen nehmen. Jetzt liegt er gefesselt im Bett, auf dem Weg, sich in ein anderes Wesen zu transformieren und Vater vieler, vieler Hot Shot-Kinder zu werden!

Crystal darf sich als erste über ihn hermachen, während die restliche weibliche Hot Shot-Bevölkerung ungeduldig Schlange steht. Pam ist nicht so geduldig und gibt Tara, Lafayette und Jesus vierundzwanzig Stunden Zeit, um Marnies Hexenfluch rückgängig zu machen, ansonsten: If you don’t, I will personally eat, fuck, and kill all three of you. Bill wiederum ist hinsichtlich seiner neuen Position ziemlich aktiv, was Pams „heilige Dreifaltigkeit“ betrifft.

Ob Eric bald wieder zu seiner „Einheit“ zurückfindet – bzw. überhaupt finden will? In den letzten Minuten taucht Claudine auf und will Sookie ins Feenland zurückholen, nur um von Eric kurzerhand ausgesaugt zu werden: You just killed my fairy godmother! sagt Sookie.
Erics verlegene Antwort: Sorry… Für diese Episode aber braucht sich True Blood nicht zu entschuldigen.