Category Archives: White Collar

White Collar: Judgment Day (3×16)

Standard

Judgment Day ist als Finale tatsächlich ein Höhepunkt: nicht nur der dritten Staffel, sondern der USA-Serie insgesamt. Warum? Nicht wegen der Kombination aus allen Elementen, die eine Fall-der-Woche-Episode genießbar machen, sondern vor allem wegen der Situation, in die alle Figuren manövriert werden. Sie müssen sich entscheiden: aufgrund der kompletten Vorgeschichte ihrer Beziehungen. Also heißt es, alles Revue passieren zu lassen, um Konsequenzen ziehen, bevor es zu spät ist. Ich fand den Ablauf der Episode sehr gelungen, der hin- und herwechselt zwischen den Aussagen aller Personen aus Neals (Matt Bomer) Umfeld und der tatsächlichen Lage, in der sich Neal gerade befindet. Somit bilden die Gespräche bei der Anhörung eine Art Rahmen, innerhalb dessen das Gemälde im Minutentakt seine Farben ändert. Eigentlich hat die Bildmetapher für White Collar als Ganzes immer gut gepasst, und Judgment Day stellt das erneut unter Beweis.

Neal versucht eher, sich mit dem Rahmen seiner Vergangenheit zu arrangieren, als unbedingt aus ihm auszubrechen: Was er will, ist ein Stillleben. Und wie es Peter am Ende in seiner Aussage so schön fasst, muss man Neal die Möglichkeit geben, seine Farben zu zeigen. So lange er wie das Raphael-Gemälde in einem Karton “verpackt” bleibt, wird man sich nie das buchstäbliche Bild von ihm machen können. Agent Kramer allerdings hat sich dieses Bild schon ausgemalt. Wie er zu Peters Entsetzen im Gespräch gesteht, will er Neal weiterhin offiziell ans FBI “gebunden” halten, wie einen Hund an der Leine. Und der Hund soll ihm dienen und nicht Peter.

Im Grunde macht Kramer (Beau Bridges) einen ganz persönlichen Zug: Weil Peter die Beziehung zu seinem Informanten, Helfer und Mitarbeiter Neal anders erfährt, als es in Kramers Leben geschehen ist, versucht er Peter diese Freundschaft wegzunehmen. Jeder teilt hier mit jedem eine Geschichte, die die momentane Verfassung der Beteiligten und die daraus resultierenden Entscheidungen beeinflusst. Welche Geschichte teilt nun aber Neal mit einer gewissen Ellen Parker, die, wie wir erfahren, im Rahmen des Zeugenschutz-Programms auf der Roosevelt-Insel wohnt? Dort nämlich hat Neal das Raphael-Gemälde versteckt – und dorthin geht er jetzt, um es zu holen.

Denn um Neal Zeit zu verschaffen, versichert Sara Kramer, dass ihre Firma im Besitz des Gemäldes sei und Neal deswegen nicht belangt werden könne. Das schöne visuelle Bildmotiv zieht sich durch sämtliche Szenen zwischen Neal und Ellen. Als er sie umarmt, sehen wir die beiden im eingerahmten Spiegel, als ob sie selbst ein Gemälde darstellen würden. Auch später auf der Terrasse nähert sich die Kamera den beiden von innen nach außen durch ein Fenster, das sie zwischen allen Blumen einrahmt. Ein Stilleben der Vergangenheit? Viel über dieses Innen-Stilleben erfahren wir nicht, nur die Bestätigung, dass Neals Vater tatsächlich ein korrupter Polizist wurde, dass Neal unbedingt auf die Polizeiakademie wollte und dass Ellen seit Jahren nichts von Neals Eltern gehört hat.

Lustigerweise zeigt das Raphael-Gemälde St. George, und wie wir hören, ist George Neals zweiter Vorname… Der Inhalt rahmt den Rahmen ein! Nachdem Diana, Peter und Sara Neal aus der Klemme geholfen haben, findet Kramer einen anderen Umweg, um an ihn heranzukommen. Nur ist Neal dank Peters Warnung nicht mehr da! Er sitzt mit Mozzie im Flugzeug, und die Sonne streicht über seine unentschlossenen Gesichtszüge – ein Lächeln, Trauer, Ungewissheit, Erleichterung… Freiheit? Die Zukunft scheint definitiv kein Stillleben zu werden. Und mit diesem Ende macht White Collar für die kommende vierte Staffel alles möglich.

Advertisements

White Collar: Stealing Home (3×15)

Standard

Oft sieht es danach aus, als gehörten Sport und Kunst unterschiedlichen Welten an und trennten die Menschen voneinander, die sich leidenschaftlich für das eine oder das andere interessieren. Aber muss es tatsächlich so sein? Gibt es keine Möglichkeit der Verbindung? Ist Sport nicht auch Kunst? Besitzt ein strategisch geplantes und erfolgreich ausgeführtes Spiel, das Leidenschaft erfordert und die Zuschauer in Euphorie versetzt, nicht ebenfalls Schönheit? Dieselbe, die man etwa beim Betrachten eines Gemäldes empfinden kann?

Zu dahin gehenden Konversationen kommt es in dieser Epsiode zwischen Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay), als die beiden Gordon Taylor zu überführen versuchen, einen der berühmtesten Con-Männer. Taylor plant einen Überfall auf das Yankee-Stadium, aus dessen Museum er im Auftrag des reichen Baseball-Liebhabers Robert Withrow Jr. ein ganz bestimmtes Exponat entwenden soll. Taylor ist berühmt für sein Motto “nobody gets caught, everyone gets paid” – und dafür, dass sogar die Ausgeraubten Sympathie für ihn empfinden. Jemanden zu finden, der ihn verraten würde, ist folglich keine leichte Aufgabe! Es sei denn, man wird Teil seines Teams. Mozzie lässt sich eine solche Möglichkeit der Zusammenarbeit nicht entgehen und ist schon an Bord, bevor er Neal überhaupt gefragt hat. Dabei deutet diese Episode allerdings eine unausgesprochene Frage an: Falls Neal frei kommt und einem “normalen” Job nachgehen will – wird Mozzie dann bleiben?

Die Antwort überlassen wir dem Finale nächste Woche und geben uns für den Augenblick mit Gloria-Steinem- und Quentin-Tarantino-Zitaten zufrieden. Und Neal muss eine Runde Billard mit Taylor spielen, um seine Bereitschaft für den Job unter Beweis zu stellen. Denn nach Ansicht der Con-Männer erfährt man bei einer Runde auf dem grünen Filz am meisten über sein Gegenüber! Für Peter wiederum bedeutet das Ganze mehr als einen normalen Fall, denn wie wir und Neal erfahren, war Peter einmal Basketball-Profi, bevor er sich aus gesundheitlichen Gründen für einen anderen Beruf entschied. Peters kindliche Leidenschaft für den Sport ähnelt Neals Leidenschaft für Kunstobjekte. Auch als Ganze ist Stealing Home eine besondere Episode für Tim DeKay (Peter), denn sie markiert sein Regiedebüt und reiht ihn damit in die Kette von Schauspielern ein, die in White Collar bereits hinter der Kamera standen.

Nachdem Mozzie sich nicht überwinden kann und Taylor doch noch zum Entkommen verhilft, bekommt am Ende der Episode DeKays Figur vor der Kamera, Agent Peter Burke, ein ganz besonderes Geschenk von Neal, so dass er für kurze Zeit seine Sorgen vergisst. Diese Sorgen betreffen Neals kommende Anhörung. Zwar will Sarah zu Neals Gunsten aussagen, aber Agent Kramer hat anscheinend einen Weg gefunden, einen positiven Ausgang zu verhindern. Was verbirgt sich hinter den codierten Botschaften, die Neal damals in seinen Briefen an Kate verbarg? Hat er noch mehr Geheimnisse – oder will Kramer welche für ihn schaffen, damit Neal nicht frei kommen kann? Bleiben wir gespannt auf das Finale nächste Woche.

White Collar: Pulling Strings (3×14)

Standard

Neben dem strahlend blauen Himmel und der unverbindlichen Leichtigkeit der Erzählung war White Collar immer eine Geschichte über das Suchen und Finden von Vertrauen, über dessen Verlust und den Versuch, es wiederherzustellen. Dabei steht natürlich die Beziehung zwischen Peter und Neal im Vordergrund, aber durch die Ereignisse um den Nazi-Schatz zieht sich die Thematik im Laufe dieser Staffel durch die Beziehungen zwischen allen Beteiligten.

Neal scheint das Vertrauen in sich selbst gefunden zu haben, aber haben es andere? Lasst uns, mit Derrida gesprochen, den Spuren der Spuren dieser Gefühlsverwicklungen folgen. Wie schon in den Previews angekündigt, kehrt die Versicherungsermittlerin Sara (Hillary Burton) zurück, Neals – gegenwärtige – Ex. Die Figur scheint die Fan-Lager zu spalten: Manche sehnten sich nach ihrer Rückkehr, andere hätten sie gern für immer verabschiedet. Ohne Partei ergreifen zu wollen, kann ich nur sagen, dass Sara – beliebt oder nicht – für die angesprochene Vertrauensthematik eine wichtige Rolle spielt, hat doch Neal (Matt Bomer) nicht nur Peters (Tim DeKay) Vertrauen missbraucht, sondern auch Saras. Obwohl die Beziehungsgeschichte zwischen den beiden immer kompliziert war…

Aber da sich die Handlung in den derzeitigen Episoden auf Neals Anhörung und mögliche endgültige Freilassung zubewegt, gilt es für ihn, Vertrauen wiederherzustellen. Wie wir nun mitbekommen, kämpft nicht nur Neal darum, in den Augen Anderer anerkannt zu werden, sondern auch Peter selbst: Wegen Elizabeths Geburtstag steht der Besuch ihrer Eltern bevor. Währenddessen muss Diana, die einen Heiratsantrag von ihrer Freundin bekommen hat, sich mit der doch neuen Situation anfreunden, und Jones möchte Peter nicht enttäuschen, der ihm die Führung der Ermittlungen übergibt.

Der Fall betrifft eine verschwundene Stradivari. Saras direkter Vorgesetzter und Ex-Liebhaber McKenzie ist involviert; Neal und Sara müssen also zusammenarbeiten, was zu etlichen verbalen Auseinandersetzungen führt – aber auch zu der (unausgesprochenen) Erkenntnis auf beiden Seiten, dass ihre Beziehung noch lange nicht vorbei ist. Dank Mozzie, der wieder für die Highlights der Episode sorgt, kann sich Peter bei seinen Schwiegereltern in durchaus gutem Licht darstellen, auch wenn es viel Wein, Derrida und die Dekonstruktion von Elizabeths angeblicher Lieblingspuppe aus Kinderzeiten erfordert…

Als einziger Schatten am blauen Himmel erweist sich Agent Kramer (Beau Bridges), der nicht nur Neal, sondern auch den Rest des Teams vor der anstehenden Anhörung unter die Lupe nimmt und Bedenken hegt. Werden alle zusammenhalten – auch wenn es darum geht, nicht die ganze Wahrheit zu sagen?

White Collar: Neighborhood Watch (3×13)

Standard

Schon nach der Entführungsepisode sprachen wir über die gelungene Entscheidung der Autoren, Elizabeth aus ihrer passiven Position herauszuholen. Und es scheint so, als bliebe sie weiterhin Teil des Teams und nicht nur die Frau für ein paar Szenen pro Staffel. Vermutlich haben die White Collar-Autoren registriert, wie sehr den Zuschauern die Kombination Mozzie (Willie Grason) – Elizabeth (Tiffani Thiessen) ans Herz wächst. Und Neighborhood Watch ist im Grunde eine Elizabeth-Mozzie-Episode. Natürlich sind Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay) mit von der Partie, aber sie agieren eher im Hintergrund.

Als Peter einen Polizeiscanner aus seinem FBI-Überwachungsequipment in eingeschaltetem Zustand zu Hause vergisst, hört Elizabeth eine verdächtige Konversation ab. Da Neal und Peter zunächst dazu neigen, Elizabeths Hinweise auf ein mögliches Verbrechen als posttraumatische Stressreaktionen einzustufen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als den Mann zu kontaktieren, der für Verschwörung und Paranoia immer zu haben ist. Vielleicht fragt sich jemand, wie Elizabeth Mozzies Beteiligung an der Nazischatz-Story so leicht vergessen konnte?

Das passende Wort wäre hier zwar „verzeihen“ – aber: so leicht? Nun – wir Zuschauer dürfen nicht vergessen, dass zwischen den beiden eine besondere Verbindung besteht, die sehr geschickt schon in der zweiten Staffel etabliert wurde. In Neighborhood Watch kommt diese Verbindung definitiv zum Tragen, als sie herausfinden, dass die Stimme am Telefon Elizabeths und Peters Nachbar gehört. Also schreitet man zur Tat, um in Erfahrung zu bringen, was mit den Leuten auf der anderen Straßenseite nicht stimmt. Und tatsächlich: Dort haust ein… Werwolf mit seiner Gattin! Spaß beiseite: White Collar setzt hier auf die Kombination aus True Bloods Joe Manganiello in der Gastrolle und Matt Bomer als Schlüssel zu den (vermutlich vorwiegend) weiblichen Zuschauerherzen.

Hormone hin oder her, seinem Gastrollen-Status entsprechend bekommt Manganiello als Ex-Con Ben Ryan, ebenso wie seine Gattin (gespielt von Lola Glaudini, The Sopranos), wenig zu tun. Sie sind Mittel zum – guten – Zweck: Die Bankraub-Verschwörung, die das Pärchen vorbereitet und dann auch durchzieht, gibt Elizabeth die Möglichkeit, einen White-Collar-Insiderwitz zu platzieren, für den Mozzie verantwortlich zeichnet, indem sie undercover als FBI-Agentin auftritt. They don’t call me Mrs. Suit for nothing.

Ironischerweise muss auch Neal undercover, und zwar als er selbst bzw. als sein früheres Selbst, Nick Holden. (Der Trick mit dem Augen-Make-Up und der Serviette war ein genauso guter Treffer wie Mozzies geheimes Signal!) Als Ben am Ende verhaftet wird, sagt er Richtung Neal: Thought you were one of us. Das hat auch Neal selbst lange Zeit geglaubt. Vielleicht wird er es immer bleiben, – vor allem, wenn er die Cons auf der „richtigen“ Seite des Gesetzes ausführen darf, zusammen mit dem Team von Inspector Gadget? Mit dieser Episode scheinen alle auf dem besten Wege zu sein, das Keller-Trauma zu verarbeiten. Ob das so weitergeht?

White Collar: Upper West Side Story (3×12)

Standard

She walks in beauty, like the night
Of cloudless climes and starry skies;
And all that’s best of dark and bright
Meet in her aspect and her eyes:
Thus mellowed to that tender light
Which heaven to gaudy day denies.

Nach den hektischen letzten Episoden und den Gefahren, die die Protagonisten überstehen mussten, bringt White Collar mich persönlich wieder zurück zu dem ersten Grund, aus dem ich damals die USA-Serie zu mögen begann. Es geht um die romantische Leichtigkeit des Seins, mit der geflirtet wird, um den gepflegten Reim eines gelungenen Cons. Zwar sind die jüngsten Ereignisse nicht vergessen, aber es sind wieder alle Protagonisten gemeinsam an Bord, als es um Unterschlagung an einer privaten Eliteschule geht… und um Lord Byron oder die Liebe zu der Liebe. She is in love with love, sagt Neal über eine junge Schülerin, nachdem er aus der Not heraus als Literaturlehrer undercover gehen musste. Die fragliche Schülerin heißt Chloe, ihres Zeichens Tochter des Vorstandsmitglieds von Manhattan Prep, auf dessen Fährte Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay) von Chloes Mitschüler Evan gesetzt worden waren.

Nicht nur ist Chloes Vater Andy Woods (Dylan Baker Hall) ein alter Bekannter des FBI – er arbeitet mit einem Drogenkartell zusammen -, sondern er lässt nach Evans Untersuchungen neuerdings Stiftungsgelder in die eigene Tasche fließen. Upper West Side Story ist eine Episode, in der jeder jedem eine Lektion erteilt – und zwar nicht im Sinne einer Strafe, sondern im Sinne einer Chance. Das betrifft auch und vor allem die Beziehung zwischen Peter und Neal, die wieder heilen muss, wofür Neal alles tun will. Nimmt aber Peter die Wiedergutmachungsversuche an? Peter will keine praktische Wiedergutmachung durch Geschenke, sondern er will Neals endgültiges Bekenntnis zu ihrer Beziehung. Elizabeth taucht nur kurz auf, aber dafür in einer wichtigen Szene, die Peter klar macht, dass nicht nur Neal zu Peter stehen bzw. sich ändern muss, sondern dass auch Peter selbst seine allzu große Erwartungshaltung in Frage stellen sollte.

Ironischerweise ist es Peter, der sein „someone has great expectations“ auf Neal münzt. Dabei ist das im Kontext von Neals Literaturlehrer-Blitzkarriere nicht nur eine Referenz auf Dickens‘ berühmten Roman, sondern eine Aussage über Peter, Neal und ihre bisherige Haltung zum Leben. Evans Liebe Chloe wird als eine Romeo-und-Julia-Story (zunächst ohne Julias Wissen) präsentiert, aber passt dieses Modell nicht eher auf die Freundschaft zwischen Peter und Neal, die aus zwei unterschiedlichen, gar gegensätzlichen Welten zueinander fanden?

Eine Menge schön inszenierter Momente dieser Freundschaft hat die Episode zu bieten, wie die abendlichen Besprechung des Falls in Peters Büro – orchestriert als Kombination aus den ovalen Lichtflecken der Stehlampen und den Spiegelungen in den Glasoberflächen – oder den Augenblick, als Peter im Vorbeigehen durch das Fenster des Schulzimmers sieht, wie Neal den Literaturlehrer abgibt, und anschließend am Unterricht teilnimmt. An all den Renaissance-Verwicklungen nehmen auch Mozzie und Diana teil, indem sie in unterschiedlichen Liebesgeschäften mit Peter und Neal interagieren. Diana posiert als Peters Geliebte, als man Woods und seiner Freundin Amber einen Besuch abstattet.

Amber: I love Aspen, except for the snow. Nun, diese Bemerkung hat wohl etwas Postmodernes an sich… Währenddessen schlüpfen Neal und Mozzie in die Rollen zweier Liebes-Barden, die Chloe und Evan zu verkuppeln versuchen, so dass am Ende alle gewinnen – bis auf Chloes Vater. Auch Neal kann sich zu den Gewinnern zählen, denn Peter verschweigt seine Beteiligung an der Nazi-Schatz-Story. Somit steht dem neuen Leben in Freiheit nichts im Wege:

He walks in freedom, like the night
Of cloudless climes and starry skies…

White Collar: Checkmate (3×11)

Standard

Nach dem Cliffhanger mit Elizabeths Entführung im letzten Sommer kann man getrost behaupten, dass keiner der Zuschauer daran geglaubt hat, dass sie das Zeitliche segnen oder eine andere Hauptfigur ernsthaft zu Schaden kommen würde. Nein, der Cliffhanger funktionierte aus anderen Gründen: nämlich hinsichtlich der spannenden Frage, wie diese gefährliche Situation die Beziehung zwischen den Figuren beeinflussen würde. Checkmate liefert die Antwort: White Collar bringt diese Beziehungen im Grunde genommen auf die nächste Stufe.

Dabei setzt die USA-Produktion die Entführungssituation sehr geschickt ein. Nicht etwa im Sinne eines spannenden Laufs gegen die Zeit; wir wissen ja, dass Keller nicht gewinnen kann, dass Elizabeth gerettet wird und dass Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay) die Luft irgendwie reinigen werden. Die Entführung dient vielmehr als Vorlage für emotionale Konflikte. Es ist das Wie, das Checkmate zu einer guten Episode macht. Erstens gefällt es mir, Elizabeth sich allein befreien zu lassen, da sie das in eine aktive Position versetzt. Zweitens erscheint mir der Griff zur Brieftaube gelungen, um Mozzie (Willie Grason) zu kontaktieren – denn er scheint samt Schatz wie vom Erdboden verschluckt zu sein!

Übrigens: Tim DeKays  Darstellung eines von Angst, Frust, Enttäuschung und Ärger zerrissenen Peter kann überzeugen. Könnte er Neal und Mozzie überhaupt vergeben, selbst wenn Elizabeth nichts geschieht? Das hängt von ihrer Ehrlichkeit ab – und für Neal von seiner Entscheidung, die jetzt gefordert wird: nicht nur zu wählen, was für ein Mann er sein und was für ein Leben er führen will, sondern auch zu diesem Leben zu stehen. Und das tut Neal, indem er Peter die Gründe für sein Bleiben in New York mitteilt. Sehr geschickt untermauert die Serie Neals Worte, indem man die Beteiligten zur Zusammenarbeit zwingt, um den Schatz und Elizabeth unversehrt zurückzubekommen – Keller den Schatz und Peter seine Frau.

In den Zweier-Szenen zwischen Neal und Keller spürt, sieht und hört man, dass Neal dieses Kapitel für sich endgültig abgeschlossen hat. Die beiden haben sich in entgegengesetzte Richtungen entwickelt, und es gibt keinen Punkt, an dem sie sich wieder treffen könnten. Auch ein Nazi-Schatz im Wert von mehreren Milliarden Dollar kann kein solcher Punkt sein! Im Gegensatz dazu stehen die Szenen zwischen Neal und Peter: Neal ist bereit, alles auf sich zu nehmen, um Keller für immer eingesperrt zu sehen. Er ist bereit, sich für seine Wahl-Familie zu opfern. If you want a happy ending, meinte Neal am Ende von Countdown, … that depends, of course, on where you stop your story, ergänzt Mozzie das Orson-Welles-Zitat. Dieselbe Unterhaltung führen sie auch hier, nur fügt Mozzie nun hinzu: „Until the next chapter!“

Das Problem mit Keller ist nur halbwegs gelöst, denn er befindet sich in russischer Hand, wo er die Schuld – in Kellers Augen: das Verdienst – am Fund des Schatzes auf sich nimmt.  Neal braucht sich also nicht zu stellen. Aber seine Bereitschaft bedeutet in Peters Augen viel. Der Cliffhanger: Neal kann in drei Monaten ein freier Mann sein. Aber könnte er freier sein als jetzt? Was bedeutet das für Neal und für seine Beziehung zu Peter, zu Sara, zu Mozzie? Was denkt ihr, wie ein neues Kapitel dieser Geschichte aussehen wird?

White Collar: Countdown (3×10)

Standard

If you want a happy ending, meint Neal (Matthew Bomer) am Ende von Countdown…? … that depends, of course, on where you stop your story, ergänzt Mozzie (Willie Grason) das Orson-Welles-Zitat. White Collar stoppt seine Geschichte mit diesem Sommerfinale an einem Punkt, an dem Entscheidungen getroffen und Auflösungen geboten werden, aber gleichzeitig auch nicht. Alles bleibt in der Schwebe: die Freundschaft zwischen Neal und Mozzie, Mozzies Flucht, das Schicksal einer jeden Figur… und vor allem das von Peters Frau Elizabeth, die am Ende von Keller entführt wird. Mit dieser zehnten Episode krönt die USA-Serie eine sehr gute Staffelhälfte.

This is genetics. That shirt is a choice, merkt der Schwarzmarkt-Kunsthändler Rusty an, nachdem sich Mozzie eine kritische Bemerkung über Rustys Haar erlaubt hat. Ja, das Sommerfinale handelt davon, eine Wahl zu treffen oder aber überhaupt eine freie Wahl zu haben. Nahezu alle Beteiligten stehen vor einer Wahl – aber können die anstehenden Entscheidungen in freier Wahl getroffen werden, oder erzwingt sie ein Ultimatum? Ein solches bekommt zuerst Mozzie von Neal gestellt: 48 Stunden, um sich zu entscheiden, ob er bleibt oder mit Mozzie und dem Schatz zusammen flieht. Choose a side, Neal! Die Linie, die White Collar zwischen freier Wahl und erzwungener Wahl zeichnet, ist kaum als Trennlinie zu bezeichnen; man kann kaum entscheiden, was was ist. Genau wie bei einem echten Degas-Gemälde und einer perfekten Fälschung, die auch kaum zu unterscheiden sind.

Als Agent Kramer (Beau Bridges), Peters FBI-Mentor, nach New York kommt, um die White Collar-Division über den Degas-Verkauf (das Gemälde mit dem Namen “Entrance of the Masked Dancers”) zu informieren, läuft Neal und Mozzie die Zeit davon. Also ist es Zeit für eins der besten Täuschungsmanöver der White Collar-Geschichte, mit welchem Peter (Tim DeKay) tatsächlich in die Irre geführt wird: Schließlich glaubt er, den Schatz gebe es gar nicht! Denn mit Mozzies Hilfe gelingt es Neal, im Penthouse des Degas-Käufers eine Fälschung zu platzieren und das Original zu sichern. Mit Hilfe einer Bazooka und eines Fallschirms, wohlgemerkt.

Neal landet auf seinen Füßen und setzt den vor ihm in die Tiefe geflogenen Hut wieder auf. Aber wird es tatsächlich bei dieser Bilderbuchlösung bleiben? Ein Mann im schwarzen Anzug fällt hinter seinem schwarzen Hut her vom Himmel. Wieder einmal müssen wir an Magritte-Gemälde denken; und schließlich hat White Collar in dieser Staffel schon mehrmals auf die Werke des surrealistischen Malers referiert. Hier aber geht es nicht um malerische Referenzen, sondern um Neals Fall: Er selbst übersteht ihn unbeschadet. Was aber ist mit den Menschen, die ihm nahe stehen und die er mit seinen Handlungen in Gefahr gebracht hat? Keller nämlich gehört nicht zu den Leuten die loslassen, ihren Hut nehmen und verschwinden. Nein, er setzt ihn ebenso wie Neal auf und erscheint erneut im Bild.

Und am Ende der Episode wünscht sich Peter, das Bild vor seinen Augen möge eine Fälschung sein. Elizabeth wird von Keller entführt – und Peter steht vor der Wahl, Keller den Schatz zu geben oder seine Frau zu verlieren. Genauso wie Agent Matthews die Wahl hat, Kramer und Peter Neals Tun zu verraten und damit ihre eigene Karriere zu beenden – oder zu schweigen… Wie am Anfang schon angedeutet, steht eigentlich jede Figur vor einem Ultimatum.

Mozzies Ultimatum bekommt von Neal am Ende ein klares „No“. Er will nicht durch die Tür gehen und nie wieder zurückkehren können, sagt er zu Mozzie. Wir sehen, wie Mozzie in diesem Moment Neals Wohnung verlässt – Neal ist nur in der Türspalte zu sehen – und die Tür hinter sich schließt mit den Worten: I’ll see you around, Neal. You’re fooling yourself if you think this is who you really are. So schließt sich der Kreis – und wir stehen erneut, wie auch Neal selbst, vor der Frage: Wer ist Neal, und wer will er sein? Die sprichwörtliche Tür kann nicht geschlossen bleiben. Auch für Mozzie nicht. Denn letztendlich sind Mozzie und Neal für Elizabeths Entführung verantwortlich, und alle beide werden Peter nicht im Stich lassen können.

White Collar: On the Fence (3×09)

Standard

On the Fence könnte als Halbstaffelfinale durchgehen, denn das emotionale Chaos und die Spannung, die die Episode kreiert, bilden einen vorläufigen Höhepunkt des bisherigen Staffelverlaufs. An dieser Stelle der White Collar-Erzählung sind alle Figuren „von der Rolle“ – in dem Sinne, dass sie auf den ersten Blick „untypisch“ handeln. Und es braucht einen wiederkehrenden Bösewicht, um dieses emotionale Pulverfass zu zünden.

Ausgerechnet Neals Nemesis Matthew Keller taucht wieder auf und ist hinter dem Schatz her. Wie immer ist er bereit, jede Grenze zu überschreiten, um sein Ziel zu erreichen. Er tötet sogar Hale, Mozzies Freund und Con-Man der alten Schule. Man kann sagen, dass Kellers Auftauchen alle Beteiligten zu extremen Taten bewegt, aber letztendlich ist er nur Auslöser für die Befreiung angestauter Emotionen – Emotionen, die sowieso früher oder später zu einer Eskalation geführt hätten. Wenn jeder jeden belügt, kommt es irgendwann zu extremen Handlungen. Aber White Collar zeigt sich in genau solchen Situationen von seiner stärksten Seite.

Mozzie setzt kurzerhand sechs Millionen Dollar Kopfgeld auf Keller und verkauft dafür das Dega-Gemälde, ohne Neal ein Wort zu sagen. Sara verliert ihre Coolness, als Keller sie als angeblicher Interpol-Agent um Informationen angeht. Peter verschweigt Elizabeth, dass der Mann, der ihn entführte, wieder in der Stadt ist. Und für Neal gerät mehr oder weniger alles außer Kontrolle. Im Grunde hat seine Selbstfindungsreise zu alledem geführt: der Trennung von Sara, den Lügen gegenüber seinen Freunden Mozzie und Peter und dazu, dass er beinah von Keller erschossen wird. Keller (Ross McCall) kommt als angeblicher Interpol-Agent nur deswegen so leicht an Sara heran, weil ihr Neal nie etwas darüber erzählt hat.

In dieser Episode bekommt Neal jedoch mehr Interaktion mit einem Gaststar als mit Sara: Eliza Dushku übernimmt die Rolle der Fälscherin Raquel LaRoque, die in dieser Episode irgendwie extrem fehl am Platze wirkt. In jeder anderen Episode wäre ihre Noir-Klischee-Figur für den Fall der Woche und einen kleinen Flirt mit Neal sicher willkommen; nicht aber in dieser, da es für die Hauptfiguren um Leben und Tod, um Lügen und Vertrauen geht.

Aber das schmälert nur wenig den allgemeinen Eindruck von On the Fence – und ich bin gespannt auf das eigentliche Halbstaffelfinale nächste Woche.

White Collar: As You Were (3×08)

Standard

Diese Episode war längst fällig: Jones (Sharif Atkins) außerhalb des Vans – und des Schattens von Neal (Matthew Bomer) und Peter (Tim DeKay). As You Wish: Oft haben White Collar-Zuschauer den Wunsch nach einer Jones-Episode geäußert, und As You Were kann durchaus als eine solche bezeichnet werden, auch wenn Neals Wechselbad der Emotionen und sein Hadern gegen Ende Überhand nehmen. Allemal ist es gut, mehr über Jones zu erfahren und einen Fall zu erleben, in den er persönlich involviert ist. Es handelt sich um eine alte Freundschaft… und um die Liebe zu einer Frau.

Als Jones nach Hause kommt, erwischt er einen Einbrecher, der für einen einfachen Dieb ziemlich gut im Nahkampf ist. Der Dieb wollte einen Brief entwenden, den Jones von Jimmy bekam, seinem alten Kumpel aus Militärzeiten. In dem Brief sind Geheiminfos versteckt, die zu Verschwörungen und Manipulationen in höchsten Militärkreisen führen. Es handelt sich um eine private Sicherheitsfirma, die unter dem Schirm der Regierung operiert.

Als Jimmys Frau Isabel die Bühne betritt, kann sich Jones nicht mehr abschirmen gegen den Fluss der Erinnerungen. Genauso wie in der letzten Episode, als alle mit anhören konnten, wie Mozzie von Sallys Bett aus mit ihnen redet, tragen auch jetzt sowohl Diana als auch Neal und Peter jenes gewisse Schmunzeln im Gesicht. Denn die Gefühle zwischen Jones und Isabel, die Jones damals fast geheiratet hätte, stammen zwar aus längst vergangenen Zeiten, haben diese aber offenkundig überdauert! Die Frage ist: War Jimmy tatsächlich unwissend in kriminelle Machenschaften involviert – oder handelte er, um Isabel immer wieder zu beeindrucken und schließlich zu gewinnen? Denn wie wir hören, war Jones als Mann und Mensch immer eine Nummer zu groß für Jimmy – Domizil im Kellergeschoss hin oder her.

Generell beschäftigt sich As You Were mit der Frage nach Verrat und Vertrauen innerhalb der ‚Familie’ – leiblicher oder freundschaftlicher. Verrät Neal Peter oder Mozzie? Ganz egal, wie er sich entscheidet: Einen der beiden wird er verraten. Den ersten Verlust muss er allerdings schon kurz nach Anfang der Episode verkraften: Sara verlässt ihn. Die beiden sprechen nicht explizit über den Grund, aber die Kamera, gekoppelt an Neals und Saras Blicke, erzählt den Rest. Jeder der beiden weiß, wovon er nicht spricht.
White Collar verbindet geschickt beide Handlungsstränge in der besten Szene der Episode, als Neal Jones einen Besuch abstattet und beide einen trinken.

Sie sprechen über das Treffen einer Wahl, über Entscheidungen, die gleichzeitig auch Verzicht bedeuten; darüber, die eigene Situation abwägen und den Wert dessen, was man schon hat, gut einschätzen zu können. Es ist so, als wolle sich Neal in den letzten Episoden immer wieder die Bestätigung holen, dass die Menschen, die ihn umgeben, seine Freunde sind und ihn so nehmen, wie er ist. Er sieht auch Jones’ Bereitschaft, für ihm nahe stehende Menschen Grenzen zu übertreten. Nun, Jones geht nicht nur auf den Mann los, der Jimmy gefangen hält, sondern übertritt auch andere Grenzen… und erlebt mit seiner Ex einen innigen Augenblick, der in einen Kuss mündet.

Dafür riskiert später Neal sein Leben, um Jimmy bzw. Jones zu helfen. Zum ersten Mal sehen wir Neal ganz in Weiß, in der Uniform eines Marine-Admirals. Dieser Auftritt korrespondiert wiederum auf metaphorischer Ebene mit seinem Hadern: Wie kommt er mit einer weißen Weste aus der Situation heraus? Und mit ‚Situation’ ist diejenige gemeint, in die er sich nach und nach hineinmanövriert hat, weil er alles haben und auf nichts verzichten will. Lange hat Neal die Entscheidung hinausgezögert, ob er flieht oder bleibt. Er arbeitete zwar mit Mozzie an dem Fluchtplan, aber entschieden hat er sich nicht wirklich. So sehen wir ihn am Ende in Peters Wohnung einbrechen, während Mozzie (Willie Garson) Elizabeth als Ablenkungsmanöver ausführt und Peter im Van sitzen muss.

Neals Ziel ist das Manifest aus Peters Safe. Als er es in Händen hält, ruft ihn Peter an und beteuert ihm wieder einmal seine Besorgnis und seinen Wunsch, Neal zu einem wohl verdienten, guten Leben zu verhelfen. Die Szene hört sich zwar pathetisch an, aber Tim DeKay holt das Beste heraus und lässt sie überzeugend und warmherzig wirken, ohne over the top zu sein.
Daraufhin begeht Neal den nächsten Vertrauensbruch und erzählt Mozzie am Telefon, dass das Manifest nicht im Safe war. Jetzt scheint er im Niemandsland zu schweben. Welche Entscheidung wird er treffen? Oder hat er es schon getan?

Neal, you live in the clouds and I work on West 69th, sagt Sara am Anfang zu ihm. Andere sitzen sogar im Van. Vielleicht ist es für Neal an der Zeit, auf den Boden zu kommen? Denn von dort, umgeben von Freunden, fällt man nicht annähernd so tief wie aus den Wolken – ganz egal, worum es geht.

White Collar: Taking Account (3×07)

Standard

Taking Account pendelt zwischen „leer“ und „voll“, zwischen zwei Passwörtern, die Zugang zu Leere und zu Hülle und Fülle bescheren. Das erste Passwort, das Neal im Teaser der Episode richtig erraten kann, ist das für Saras Bankkonto. Und das ist leer: genauso wie die Konten vieler Kunden jener Bank. Jemand hat sich in ihre Computer eingehackt und über 100 Millionen Dollar entwendet. Jetzt liegt das Geld bei einer Schweizer Bank, und nicht einmal das FBI kann herankommen.

Aber wo Peters Hände gebunden sind, kann Neal seine „sticky fingers“ ausstrecken, wie Sara sie nennt. Pläne zu schmieden ist einfach, vor allem dann, wenn alle Teammitglieder zusammen wohnen. Vor Peters Augen und zu seinem Amüsement bietet Neal Sara an, bei ihm zu bleiben, bis ihr Geld wieder verfügbar ist. Sie nimmt das Angebot an… aber wie ging noch mal die Geschichte mit Partnerschaft, Vertrauen und Geheimnissen… ? Sara versucht im Grunde, die nächste Vertrauensstufe mit Neal zu erreichen, und spricht ihn auf den falschen Victor-Passport an, den sie hinter dem Gemälde fand. Neal belügt und beruhigt sie kurzerhand, aber ein fader Beigeschmack bleibt trotzdem. Auf der anderen Seite scheint Neal selbst immer mehr mit seinen eigenen Lügen zu hadern.

Er, Sara und Mozzie machen sich zunächst einmal an die Arbeit und schaffen es, das Geld wieder aus der Schweizer Bank loszueisen. Dieses Mal wird die Teamarbeit besser in Szene gesetzt, und der Trick wirkt spektakulärer als in der letzten Episode. Noch spektakulärer aber ist die Shopping-Tour, auf die sich Sara und Neal begeben, um innerhalb von 36 Stunden die komplette Summe loszuwerden und so den Hacker hoffentlich aus seinem Versteck zu locken. Wird Neal aber Sara von dem anderen Versteck und seinen Plänen erzählen? Während ihrer Unterhaltung nach der Shopping-Tour kommt es beinahe dazu, aber Neal lässt es bleiben. Er möchte Sara nicht in eine unmögliche Lage bringen, denn sie sagt ihm selbst, dass sie nie eine Grenze überschreiten will, wenn sie danach nicht zurück kann. Eine gemeinsame Flucht scheint also nicht möglich…

Wie sieht es bei Mozzie aus? Er war ja die ganze Zeit über Antreiber der Fluchtstory. Wie wäre es, wenn auch er einen Grund bekäme zu bleiben? Im Vergleich zu Dentist of Detroit ist Taking Account keine wirkliche Mozzie-Episode, aber er bekommt eine Menge zu tun. Und damit ist nicht nur sein Auftritt in der Bank gemeint (beim Hinausgehen nimmt er Hände voll Bonbons mit!) oder seine eifrige Antwort auf Saras Frage, was er auf dem Laptop schaut: Porn! Mozzie spielt die Schlüsselrolle. Er stellt die Verbindung zu dem Hacker Volture her, der für den Angriff verantwortlich sein soll. Hinter „Volture“ allerdings verbirgt sich eine Frau namens Sally.

In letzter Zeit übernehmen in TV-Serien mehr und mehr Frauen solche Hacker-Rollen. In diesem Fall spielt die Sally eine, die TV-Zuschauer sehr gut kennen, nämlich Lena Headey (Game of Thrones, Terminator: The Sarah Connor Chronicles). Beim ersten Treffen referiert sie auf Mozzie als „the handsome one“… Es scheint, als hätte sie ihr Partner, für den sie den Übergriff ausführte, aufs Kreuz legen wollen; er versucht sie sogar zu erschießen. Das bringt Mozzie in noch größere Besorgnis um sie – und letztendlich auch in ihr Bett. Nicht nur Neal soll „topless“-Szenen bekommen: Hier ist Mozzie an der Reihe! Das Telefonat zwischen ihm (im Bett mit Sally) und dem ganzen FBI-Team inclusive Neal per Lautsprecher ist awesome!

Sally und Mozzie als Team können Peter & Co. die nötige Hilfe anbieten, damit der eigentliche Verbrecher gefasst wird.  Ende gut, alles gut?  Aber bedeutet nun „voll“ auch „erfüllt“? Nicht wirklich, denn Saras Neugier treibt sie dazu, Neals Passwort zu knacken… und vor ihren Augen enthüllt sich das Leben, über das Neal vorher indirekt sprach. Der Account, zu dem ihr das Passwort Zugang verschafft, ist im Vergleich zu ihrem eigenen am Anfang der Episode wirklich so richtig „voll“. Wie wird Sara mit diesem Geheimnis umgehen? Definitiv wird sie sich nicht so abwimmeln lassen wie bei der Sache mit dem Pass.

Währenddessen versucht Neal am Ende der Episode -vorsichtig und zum ersten Mal -, Mozzie die Idee zu unterbreiten, das Ganze sein zu lassen und dazubleiben, denn jetzt hätte ja auch er eine Freundin in Sally. Mozzie lehnt rigoros ab. Wird ein Leben als Milliardär auf der Flucht ein leeres sein oder ein volles?