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Chuck: Chuck vs. the Fake Name (3×08)

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„Chuck vs. the Fake Name“ gehört zu den leider wenigen Episoden, in welchen Sarah ein bisschen mehr Raum bekommt – und ihn zu nutzen weiß: Yvonne Strahovski tat wirklich alles, damit wir Zuschauer uns fast schuldig daran fühlen, ja gar daran verzweifeln, dass sie und Chuck nicht zusammen sind. So gesehen, ist dieses herzbrechende Gefühl ein deutlicher Indikator dafür, dass die Chuck-Autoren die beiden nicht mehr lange voneinander fernhalten bzw. sie mit anderen Zweite Wahl-Figuren verkuppeln sollten.

Mir gefällt Chuck vs. the Fake Name, aber zu sehen, dass Chuck mit Hannah Schluss macht und Sarah hingegen ihre Beziehung mit Shaw vertieft, ist irgendwie nicht nachvollziehbar: denn bisher lieferte man uns gar keine besonderen Gründe dafür, warum Sarah mit Shaw eine Romanze beginnt. Weil er einfach da ist? Oder gibt es einen Grund, den wir noch nicht wissen und bald erfahren werden? Dass er so weit kommt, dass sie Shaw ihren eigentlichen Namen verrät, den noch niemand in Chucks-Serienwelt kennt – nicht mal Chuck selbst -, war gelinde gesagt überraschend.

Als zu einer anderen Stufe der Beziehung Chuck-Sarah hinführende kleine Ablenkung sind Hannah und Shaw in Ordnung – aber wird Shaw nicht langsam zu einer Zu-viel-des-Guten-Verwicklung? Der Eindruck mag der Tatsache geschuldet sein, dass ich den Trauriger-Hund-Blick nicht wirklich ertragen kann…
Wie auch immer: die Chuck-Sarah-Hysterie hat alles soweit gebracht, dass die Autoren den Figuren innerhalb der Serienrealität Meta-Referenzen zu der ganzen Geschichte erlauben:

“I hate those will-they-or-won’t-they things. Just do it already!” -Paulie Walnuts
“If you and this girl love each other so much, what’s keeping you apart?” -Skip
“It’s complicated.” -Chuck

Wie ich in meinem Pre-Olympia-Review schon erwähnt habe, lassen die Autoren Chuck in dieser dritten Staffel virtuos zur Fassade des Mannes werden, von dem er immer dachte, dass er Sarah gefallen würde: zu einem Super-Spy, der ein Doppelleben mit Lügen mühelos meistern kann. Aber Sarah vermisst den alten Chuck! Das Problem mit dem UST (Unresolved Sexual Tension) weitet sich dermaßen aus, dass weitere potentielle Glanzlichter einer jeden Chuck-Episode fast in Vergessenheit geraten: wie zum Beispiel… Casey!

Die Zusammenarbeit zwischen ihm und Chuck als Auftragskiller Rafe Gruber ist vielleicht das Beste, was Chuck vs. the Fake Name zu bieten hat. Apropos „Fake Name“ – was steckt hinter Caseys Alias Alex Coburn, als den ihn Paulie Walnuts wieder erkennt? Und Intersect 2.0 hat keine Information über Coburn? This can get ugly!

Übrigens – wir sind schon bei den Popkultur-Referenzen angelangt: der Name des Bösewichts Rafe Gruber ist zusammengesetzt aus Die Hards Hans Gruber und dem Namen des neuen Chuck-Autorenteam-Mitglieds Rafe Judkins (Survivor: Guatemala). Der „echte“ Rafe wird gespielt von Johnny Messner (The O.C.). Außerdem ist Chuck vs. the Fake Name durch und durch ein The Sopranos-Scherz mit Tony Sirico (aka Paulie Walnuts) und Louis Lombardi (aka Big Pussy’s FBI-Handler, Skip Lipari). An der Chuck-Musikfront: “Faces in the Dark” von The Generationals (Ellie redet mit Awesome), “A Sleep Be Told” von The Traditionalist (als Chuck Awesome verrät, dass nicht er das Abendessen zubereitet hat), “Living a Lie” von Daniel Zott (Chuck-Hannah-Trennung) und “Investigation of a Citizen Above Suspicion” von Ennio Morricone (Chuck als Rafe).

Chuck: Chuck vs. the Mask (3×07)

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Chuck vs. the Mask ist eigentlich kein Midseason-Finale, denn ursprünglich war keine Pause für die Serie vorgesehen. Deswegen sollte man als Zuschauer nicht erwarten, nach den letzten Sekunden mit offenem Mund da zu stehen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass diese Episode durchaus als Zwischenfinale funktioniert: Sie ist in mehreren Hinsichten entscheidend. Und bevor ich ausführlich auf den für Chuck-Sarah-Fans unangenehmen Punkt zu sprechen komme, nämlich die unterschiedlichen Liebesdrei- und Vierecke, fangen wir mit Chucks Spy-Entwicklung an:

Bereits Chuck vs. the First Class wurde als erste Solo-Mission unseres Helden bezeichnet, aber im Grunde genommen spielt er erst hier die wirklich aktive Rolle. Er rettet Shaws Leben zweimal, außerdem auch noch Sarahs und Hannahs. Mehr geht für eine Episode wirklich nicht! Um so wichtiger scheint mir – und das rechne ich den Chuck-Autoren hoch an – die weiterhin gelungene Balance zwischen Intersect 2.0 und dem Nerd Herder Chuck. Denn er rettet alle und alles nicht mit Hilfe von seinen neu erworbenen Kung-Fu-Künsten, sondern dank seiner Computerkenntnisse.

Also passt er durchaus zu Sarahs „hero type“, wie sie ihre Männerwahl am Ende etwas verbittert bezeichnet, nachdem Chuck Shaw (Brandon Ruth) einen „hero“ genannte hatte. Da wir bei „heroes“ sind, muss man erwähnen, dass die Buy More-Heroes Jeffster leider in dieser Episode nicht vorkommen – gemeinsame Abwesenheit mit Big Mike und Captain Awesome. Also nicht so awesome! Nach Morgans Auftrag von letzter Woche hätte ich erwartet, dass Jeffster sich wirklich ins Zeug legt, aber die Autoren bevorzugten, Morgan selbst (am Ende der Episode zusammen mit Ellie) die „Wahrheit“ über Chucks komisches Benehmen herausfinden zu lassen: Er hat eine neue Freundin, Hannah! Morgan und Ellie sehen die beiden knutschend im Buy More-„Wohnzimmer“. Schlecht für Morgan. Aber das war in medias res erzählt, deswegen schnell zurückspulen:

Man braucht kaum Worte über die Chemie zwischen Zachary Levi und Yvonne Strahovski zu verlieren. Darüber wissen wir alle Bescheid. Und auch wenn es schmerzt (denn ich gehören zu den Leuten, die sich die beiden sehnsüchtig zusammen wünschen), muss ich zugeben, dass Brandon Ruth und Kristin Kreuk sehr gut in Chucks Welt passen. Ich weiß, es ist das alte Leid – die beiden werden benutzt, um Chuck und Sarah voneinander fern zu halten, und das kennen wir zur Genüge. Aber es funktioniert immer wieder! Es stellt sich natürlich die Frage, wer als erste/r sich als etwas / jemand anderes erweist, als er/sie zu sein scheint: die neue Nerd-Herderin oder Superman? Apropos Superman: Ganze zwei Mal haben wir in Chuck vs. the Mask Superman-Referenzen.

Als Hannah im Museum Shaw mit Sarah sieht und Chuck nach ihm fragt, bezeichnet er Shaw als Superman-Type. Und am Ende, in der Szene, als Vasillis vor die Ringverantwortlichen tritt, gibt es eine Referenz auf Richard Donners Superman, allerdings mit Christopher Reeve in der Hauptrolle. Mindestens glaube ich das. Außerdem glaube ich, dass Chuck panisch versuchte, die richtige Vase zu finden – so wie Indiana Jones den Heiligen Gral. Man kann die Episode auch als  „this Night at the Museum is Mission Impossible“ bezeichnen.

Denn schon in den ersten Sekunden sehen wir die Abseilaktion mit Shaw, den (hier leider vergeblichen) Griff nach dem fallenden Gegenstand in Slow Motion etc. Umso lustiger ist es danach, als Chuck dasselbe wiederholt, aber die fallende Maske auffängt. Hätte er sie nachher auch noch aufgesetzt, wäre die Filmkulisse aus Jim Careys The Mask komplett.

Übrigens habe ich eingangs gelogen, als ich ankündigte, später ausführlich auf die Liebesviereckchen einzugehen. Das macht ihr, während ich mich bei iTunes auf die Suche mache: nach “Let’s All Die” von Jack Penate, Franz Ferdinands “Can’t Stop Feeling” (Chuck/Hannah und Sarah/Shaw, als sie für die „Mission“ packen) und Matt Costas “Astair” (Morgan und Ellie sehen Chuck und Hannah knutschen).

Chuck: Chuck vs. the Nacho Sampler (3×06)

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“Chuck vs. the Nacho Sampler” fängt genau mit der Szene an, von der aus vor drei Chuck-Jahren die Ereignisse ihren Lauf nahmen: der Vicki Vale-Szene aus dem Piloten. Der Plot dieser Woche spiegelt denjenigen aus Chuck vs. the Sandworm wider, aber unter umgekehrten Vorzeichen: Nun soll Chuck als frisch gebackener Spy Manoosh als „asset“ ausnutzen, genauso wie Sarah es mit Chuck machte. Wer nun denkt, es ginge um eine Auseinandersetzung zwischen Chuck und Manoosh, der irgendwie den Intersect rekonstruiert und in seine Sonnenbrille integriert hat, täuscht sich – denn diese Episode zeigt in erste Linie zwei andere wichtige Dinge auf: a) wie ausgereift und selbstsicher die Serie im Ganzen geworden ist und b) wie sich Chuck und Sarah seit diesen frühen Tagen verändert haben.

Chuck scheint mehr und mehr seine Unschuld und Gutherzigkeit zu verlieren, während Sarah immer „weicher“ wird und den Vicki Vale-Zeiten nachtrauert. Keine Sorge: es ist klar, dass Chuck nie zu einem Hardcore-Spy wird. Aber die gegenläufige Entwicklung, die beide durchmachen, bietet eine plausible Erklärung für ihr ständiges Aneinander-vorbei-Gehen, der dramaturgische Kern der „Sich-nicht-kriegen“-Problematik. Chuck vs. the Nacho Sampler inszenierte dies wie einen Hund, der sich in den Schwanz zu beißen versucht; darüber hinaus demonstriert sie den Einfluss von Chucks „Erwachsenwerden“ auf seine Nächsten.

Denn Chuck „verletzt“ nicht nur Manoosh in dieser Episode, sondern auch Freunde und Familie, die Menschen aus seinem realen Leben, das unter Sarahs besorgtem Blick langsam, aber sicher zu einem unechten, zu einem Fake wird. Diesbezüglich schien es mir sehr passend, dass alle bis auf Shaw anwesend waren. Dessen Abwesenheit übrigens sorgt ihrerseits für Caseys Rückeroberung der Operation Bartowski und für ein amüsantes Zusammenspiel von Adam Baldwin und Zachary Levi – Höhepunkt: die Szene mit dem Lasekugelschreiber, als Chuck mit den Zähnen den Kugelschreiber aus Caseys Brusttasche herauszuholen versucht: awesome. Caseys durchgehende One-Liner in dieser Episode waren ebenfalls awesome. Kostproben: Bringing a knife to a gun fight! (Popkultur-Referenz zu The Untouchables), oder: Cry me a river!

Da wir bei Referenzen sind: Chuck beeindruckt Manoosh mit seiner Buchwahl von Brian K. Vaughan und Pia Guerras “Y: The Last Man.” Und NATÜRLICH Sarahs bauchfreies “Frak Off”-T-Shirt, das Manoosh als Battlestar-Galactica-Fan in den Himmel treibt. In diesem Himmel (damit ist die Bettszene mit Sarah gemeint) ertönt Calvin Harris’ “Merrymaking at My Place”. An der Musikfront wurde uns außerdem geboten: Amarillions “Datarock” (als Hannah in Nerd Herd-Uniform Buy More betritt), “Danny Trejo” von Plastillina Mosh (Chuck und Manoosh), The Clashs “Rock the Casbah” (als alle in Dubai eintreffen) und “40 Day Dream” von Edward Sharpe and the Magnetic Zeros am Ende.

Das Lokal, in dem Chuck und Manoosh sitzen, heißt übrigens Two and a Half Amigos: Eine Anspielung nicht nur auf Two and a Half Men, sondern zugleich auf die ge-fake-te Freundschaft zwischen den beiden. Absolut awesome natürlich auch: Morgans ge-fakete Office-Einrichtung, um Hannah zu zeigen, wie sehr er auf europäische Kunst und Kultur steht. Schöner Seitenhieb auf die Europäer. Der französische Film, über den Morgan und Hannah reden und dessen Plakat wir an der Tür sehen, ist natürlich ge-fake-t – der Spaß verbirgt sich in der Tatsache, dass die Namen zweier Chuck-Autoren auf dem Plakat stehen (Matt Miller und Scott Rosenbaum).

Während Hannah auf Morgans Befehl hin von Jeffster (Jeff: “It’s my constitutional right to fornicate!”) gestalkt wird, gehen die Dinge an der Awesome-Family-Front den Bach runter, denn Devin kommt mit der ganzen Geheimniskrämerei nicht zurecht und Ellie wird mehr als ungeduldig. Captain Awesome als Couch Potato? Ellie: “It’s like I married Morgan!” Wow, not so awesome! Und es kommt noch viel schlimmer: Jeffster bekommen von Morgan (und indirekt auch von Ellie) den Auftrag, als Profi-Stalker Chucks Geheimnis zu lüften. Das dürfte höchst interessant werden…

“Chuck vs. the Nacho Sampler” war letztendlich keine feel good-Episode, aber – ich weiß, ich wiederhole mich – sehr wichtig für die Gesamtentwicklung der Serie. Sie endete mit einem Chuck, der, allein mit einer Flasche Johnny Walker (auf Caseys Empfehlung hin), über seinen Werdegang nachdenkt und mit seinen Schuldgefühlen ringt…
Nur noch eine Episode, bis Chuck wegen der Olympiade eine längere Pause einlegen wird. Frak Off, NBC!

Chuck: Chuck vs. The first Class (3×05)

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“Chuck vs. First Class” war nicht nur Spaß pur, sondern sie lieferte etliche Entwicklungen sowohl im romantischen Bereich, als auch was Chucks Transformation vom „stay in the car“-Trottel zum Spy der besonderen Art. Warum sage ich „der besondern Art“. Weil die Chuck-Autoren sehr geschickt mit Chucks neuem Leben umgehen. Viele haben befürchtet, dass Chuck mit all seinen neu erworbenen Fähigkeiten unter dem Kommando von General Beckman oder Agent Shaw zum richtigen Spy wird und dadurch die Serie ihren Charm verliert und zu einer „normalen“ Spy-Erzählung wird. “Chuck vs. First Class” ist der Beweis, dass all die Ängste umsonst gewesen sind. Man lässt Chuck Stück für Stück sich zwar entwickeln, aber ohne dabei die Grundzüge der Serie zu ändern.

Die Episode verzichtete auf Famile Awesome, aber dafür präsentierte sie nicht nur Chucks erste Mission alleine, sondern auch die Entwicklungen innerhalb von Buy More. Das heißt mehr Casey, Morgan und Jefster. Da Agent Shaw trotz Sarahs Widerstand Chuck alleine an Bord eines Flugzeugs Richtung Paris schickt, um von einem Ring-Mitarbeiter einen Schlüssel zu entwenden, hat Casey seine Zeit in Buy More zu verbringen. Und nachdem letzte Woche Lester eine Minute lang arbeitslos war, zettelt er weiterhin den Widerstand gegen den neuen Assistant-Manager Morgan an. Morgan trifft dann vielleicht die beste Entscheidung in seinem Leben, indem er Casey als seinen Assistenten einstellt.

Ich persönlich habe lange auf eine richtige Auseinandersetzung zwischen Casey und den Buy More-Mitarbeitern. Caseys Gesicht als er Lester & Co. hasserfüllt als „insurgents“ bezeichnet: Awesome! Also wir bekommen buchstäblich die Angst zu sehen, die die Buy More-Mitarbeiter vor Casey empfinden und zusätzlich auch Caseys surreale Gehirnwäsche-Taktiken (Manchurian Candidate lässt grüssen) an Lester: Morgan Grimes is the kindest, warmest, most understanding human being I’ve ever known in my life! Adam Baldwin und Joshua Gomez sind ein wirklich faszinierendes Team und ich hoffe, dass es nicht nur eine einmalige „Zusammenarbeit“ war!

Zurück zu Chucks Flugzeug-Mission: Während Chuck an Bord des Flugzeugs den Stone Cold Steve Austin als Gegner hat, sich mit ihm erbitterte Fechtduelle liefert und letztendlich die Mission erfolgreich beendet, erfahren wir mehr über Shaws Vergangenheit.  Seine Frau Evelyn, war auch ein Spy und wurde vor fünf Jahren von The Ring ermordet, daher auch Shaws Problem mit Sarahs Gefühlen für Chuck. Aber, was das betrifft, wird die Sache demnächst etwas problematisch, denn an Bord des Flugzeugs lernt Chuck die charmante Hannah (Kristin Keuk) kennen und zwischen den beiden funkt es gewaltig. So gewaltig, dass Chuck ihr einen Job bei The Nerd Herd anbietet. Und sieh einer an, in der letzten Szene der Episode taucht sie in Buy More auf und ruft ein sehr, sehr, breites Lächeln in Chucks Gesicht hervor. Auf der Musikseite in dieser Episode: Otis Reddings Version von “Respect,” Carla Brunis “L’Amourese,” Mackintosh Brauns “Wake Up” und “Ready, Aim, Fire”.
Die schon erwähnte letzte Szene durfte aber keine Musik in Sarahs Ohren sein.

Chuck: Chuck vs. Operation Awesome (3×04)

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Ohne eine Minute zu verlieren, geht es mit Chuck weiter, genau von dem Punkt aus, an dem wir ganz schlimm am Kliff hängen gelassen worden waren: Captain Awesome ist weg. Es erweist sich, dass er von The Ring entführt wurde – genauer gesagt: von einem der weiblichen Operatives, Sydney (Angie Harmon als Referenz Nr.1 der Episode: Richtung Jennifer Garners Alias). Sydney hält Devon (Ryan McPartlin) für einen CIA-Agenten, nämlich für Chuck. Zerbrechen wir uns nicht den Kopf darüber, wie sie zu dieser Auffassung kommt, die den ganzen Plot in Bewegung setzt: Chuck war nie eine Serie, die auf Logik baut. Mir genügt vollauf die Tatsache, dass Chuck und Captain Awesome durch diese Verwechslung endlich mal gemeinsam das Bild und die Ereignisse prägen. So haben wir es mit derselben Pärchenstruktur zu tun wie bei Chuck und Sarah in den ersten beiden Staffeln: Der Pseudo-Spy und sein Beschützer. Oder wie Casey es ausdrückt: In this mission, Devon is you and you’re her. So be her, Chuck.

In dieser Episode kehren die Chuck-Autoren endlich zu dem altbewährten Schema zurück, bei dem der Hauptplot in Verbindung zu einem Buy More-Ereignis gebracht und anschließend im Zusammenspiel aufgelöst wird. Aber eins nach dem anderen: Chuck ist wegen Devons Verschwinden so gestresst, dass er Intersect-Aussetzer erleidet, welche sich ausgerechnet im Buy More ereignen. Zuerst bedroht er eine asiatische Kundin in ihrer eigenen Sprache, aber viel wichtiger – mit einem Tritt knockt er Lester (Vik Sahay) aus. Wie der aus dem Bild verschwand: awesome!

Nun, Chuck kann gar nicht ahnen, was er mit diesem Aussetzer auslöst: nicht nur haufenweise Popkultur-Referenzen, sondern die Gründung von Buy Mores Fight Club. Zu den Referenzen: Lester zitiert “Under Siege”, als er mit Steven Seagals Worten “just a cook” Chuck anmacht. Da sich Lester nach dem Tritt endlich wie ein Mann fühlt – seinen eigenen Worten nach -, wollen die anderen Buy More-Angestellten auch mal. Der Käfig (in Buy Mores Lager) ist eröffnet: Welcome to Buy Moria’s Fight Club. Wie vieles andere kann man bei Chuck auch das als Quatsch abtun, aber es macht Spaß: Lester mit Tyler Durden-Sonnebrille als Kopf der „männlichen“ Buy More-Crew voller Kampfschrammen: awesome. Auf der Soundtrackseite: Space Monkeys von den Dust Brothers (aus dem Film Fight Club).

Aber auch weitere Veränderungen geschehen in Buy More. Morgan nimmt Big Mikes Angebot an und wird zum neuen Assistant Manager (Ass Man). Sein erster Job besteht darin, mit dem Aufstand der Fight Club-Gang fertig zu werden. Auch Lesters Kündigungsszene steckt voller Pop-Zitate: Zuerst fordert Lester Morgan heraus mit dem berühmten Satz „Come out to plaaaaay!“ (The Warriors), um nach der Kündigung, die ihm Morgan ausspricht zu betteln: „I got nowhere else to go!“ (Richard Gere in An Officer and a Gentleman). Mir gefällt der Versuch der Autoren, parallel zu Chucks Entwicklung auch Morgans voranzutreiben, indem beide in ihren neuen Rollen hineinwachsen müssen.

Zurück zur Spy-Welt: Wir bekommen den mysteriösen Shaw (Brandon Routh aus Superman) zu sehen, der als The Ring-Spezialist ab jetzt die Führung über die Operation Bartowski übernimmt. Als Erstes gilt es Sydney auszuschalten, damit Devon zu seinem normalen Leben zurückkehren kann und Ellie keine unausgeklügelten Lügen mehr präsentieren muss. Obwohl: die Entschuldigungsgeschichte für sein Verschwinden – von der Katze, die Hilfe brauchte und sich dann aber als Bär erwies – einfach nur awesome war… Zuerst wurde sie von Devon erzählt und dann von Chuck aufgenommen, und sie mündete darin, dass Casey sturzbesoffen verhaftet wurde…  Dass Ellie ihnen das Ganze tatsächlich abgekauft hat, hören und sehen wir in der letzten Szene, als auch Casey und Sarah zum Family-Abendessen kommen (Soundtrack: Bears von Sam Isaac) und Ellie die Weinflasche aus Caseys Hand reißt mit den Worten: You’ve already had enough!
Chucks dritte Season: I can’t get enough of it!

Chuck: Guys, I know Awesomeness (Review zu 3×01, 3×02, 3×03)

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Ein Warnhinweis als Erstes, damit Unwichtiges gleich abgehakt ist: Das Folgende ist für Nicht-Chuck-Fans und solche, die gar eine Abneigung gegen ihn hegen, nicht geeignet. O.k.! Nun, da ich mir einen monströsen Kaffebecher hingestellt, den The Big Lebowski-Soundtrack angeworfen und in Vorfreude auf den heutigen Subway-Besuch Bademantel und Sonnenbrille bereit gelegt habe, kann es losgehen. Thank you, NBC!

Ob die Quoten und die Deals bzw. der „neue“ Chuck eine vierte Season bringen werden, wird nicht Gegenstand dieses Artikels sein: Dieses Review soll einfach den entspannten Genuss beim Zuschauen der ersten drei Episoden der dritten Staffel widerspiegeln. Für Chuck-Neueinsteiger fasse ich hier die Beschreibung des amerikanischen Kollegen Alan Sepinwall zusammen: It’s funny. It’s exciting. It’s dramatic when it needs to be. It has great guest stars. It has great music. It is, simply, fun. So, jetzt werde ich euch, wie gewohnt, das gedankliche Hin und Her aufnötigen, das das Rezipieren solch äußerst unterhaltsamer TV-Produktionen in mir hervorruft. Soll heißen: Ich kann leider keine chronologische Nacherzählung der Ereignisse aller drei Episoden liefern, sondern werde verschiedene Sachen, die awesome und weniger awesome sind – ganz wenige -, herauspicken und kommentieren.

Nach langer Pause und vielen Meldungen über Chuck macht man sich natürlich Gedanken, wie wohl die neue Staffel aussehen mag – ich verspürte auf den letzten Metern ein wenig Sorge, ob Chuck es schaffen würde, mich so mitzunehmen wie bisher. Und dann… ertönt Kenny Rogers’ “Just Dropped In (To See What Condition My Condition Was In)“ aus dem Soundtrack meiner Lieblingskomödie The Big Lebowski. Anschließend geht Chuck im Bademantel zu Buy More, um dort einzukaufen: Awesome. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hatte mich die Serie wieder.

Ab dann galt: entspannen, mit breitem Lächeln fast drei Stunden nicht mehr aufstehen… und sich von Stücken wie “Model Homes”, Frightened Rabbit’s “Backwards Walk” (Chuck und Sarah auf dem Bahnsteig), “Young Adult Friction” von The Pains of Being Pure at Heart, David Lee Roth’s “Just Like Living in Paradise” (Carinas Theme) oder “Eye of the Tiger” by Survivor (Chuck und Casey) verwöhnen lassen. Ganz von allein gelangen wir zu zwei wichtigen Punkten: den Gaststars und den Popkultur-Referenzen.

Von The Big Lebowski über Rocky III – als Chuck und Casey boxen, muss man an das Ende dieses Films denken – zu The Godfather: das extreme Close-Up, in Chuck vs. the three Words, von Millbarges blutiger, kaputter Brille und Karls Toast, als er wünscht, dass sein erstes Kind ein „masculine child“ wird, kann man durchaus als The Godfather-Referenzen sehen. Außerdem ist der Name des Bösewichts in “The Spy Who Loved Me” Karl Stromberg, wie hier die von Vinnie Jones verkörperten Figur heißt. Leider hatte Vinnie Jones nicht viel zu tun, aber dass die Autoren ihn seine Verlobte “Smoochie” nennen lassen, was schon … awesome. – Apropos Verlobte: Mini Anden als Carina ist wieder da – der Windmaschine der Serie, die im Buy More situiert ist, wird alles abgefordert, da sie jetzt auch noch in Chucks Hof eingesetzt werden muss.

Carina und Sarah als Freundinnen? Könnte klappen, aber ich glaube nicht, dass die Autoren das vorhaben – obwohl zwischen den beiden eine gewisse Chemie existiert. Vermutlich bin ich einfach von der Unterwäsche-Szene Anden-Strahovsky geblendet. Die Serie hat sich zum Glück nie gescheut, die Vorzüge ihrer weiblichen Stars in den Vordergrund treten zu lassen. Bevor ich mir aber eine Diskussion über die Korrektheit einer solchen Vorgehensweise (Hollywood-Schönheitsideale etc.) einhandle, möchte ich etwas anmerken: Chucks Awesomeness liegt genau im verspielten Auflösen solcher Problematiken. Zuerst dürfen wir Carina (und Sarah) beim Anziehen zuschauen und kurze Zeit später ist die die Windmaschine zum Glühen brindende Mini Anden mit Joshua Gomez’ Morgan im Bett. Die beiden wälzen sich genüsslich in… Star Wars-Bettwäsche: Awesome or what?

Auch zufrieden stellend: Emmett Millbarges (Tony Hale) Tod in Slow Motion zu den Klängen von Wilson Phillips’ “Hold On”. Dazu Caseys Erklärung an Chuck, dass Millbarge zu einem „Large Mart“ nach Alaska gegangen sei.

Unschwer kann man NBCs Ausstrahlungspolitik nachvollziehen, denn die drei Episoden hängen zwar nicht unbedingt zusammen, machen aber ihren Job, indem sie nicht einfach auf den Reset-Button drücken, sondern geschickt die Sarah-Chuck-Beziehung unter ein umgekehrtes Zeichen stellen: Chuck will ein Leben voller Action und Sarah ein normales Leben, das sie nie hatte. Am Ende von Chuck vs. the three Words bekommen wir und auch Sarah die Auflösung: Chucks Begeisterung über seine Fähigkeiten und sein Bestreben, ein richtiger Spy zu werden, führt dazu, dass er doch nicht mit Sarah flieht. Motiviert ist diese Enstcheidung nicht aus Egoismus oder Selbstliebe, sondern aus Liebe zu ihr: er will Menschen helfen, wie sie ihm immer gesagt hat. Seine Rede, als er im Safe eingesperrt beinahe vergast wird, ist einfach nur süß. Die Aufnahmen davon sind Carinas Abschiedsgeschenk für Sarah, die sie mit Tränen in den Augen betrachtet.

Man kann die drei Episoden aufteilen in: Chuck vs. the Pink Slip als die Wiedereinführung von Figuren, Stimmung, Buy More etc., während  die zweite der Chuck-Sarah Problematik nachgeht und die dritte, “Chuck vs. the Angel De La Muerte”, so ziemlich Caseys Bühne ist – obwohl ich von ihm nicht viel brauche, um begeistert zu sein: Ein verächtliches Grunzen reicht! Aber Adam Baldwin als Casey, der in der zweiten Episode Carinas Onkel spielt und viel, viel reden muss bei seinem Toast – grandios! Außerdem als Anti-Held in der lateinamerikanischen Republik unter dem Namen ‚Engel des Todes’ – awesome! Erinnerte mich ein bisschen an seine Firefly-Episode!

Leider sah man der Serie die Sparmaßnahmen an: Adios, Anna Wu. Außerdem „glänzten“ die einzelnen Episoden mit der Abwesenheit entweder des Buy More oder der Awesomes (Ellie und Devon). Ich hoffe nicht, dass man Captain Awesome verschwinden lässt und tatsächlich für tot erklärt: das wäre gar nicht awesome! Den Namensgeber ihrer Vorzüge sollte die Serie nicht wegschicken.
Die vielen Awesomes könnten zu viel des Guten werden? No way!

Taking Hitchcock’s 39 steps one step further – Chuck über 2 ½ Staffeln auf Mission

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Ein klassisches Konzept, dass uns seit Hitchcocks The 39 steps bekannt ist: durchschnittlicher Typ wird verwickelt in ein fantastisches Netz der Verschwörung. Betrachtet man Chuck oberflächlich könnte man tatsächlich behaupten die Serie entspräche diesem Konzept in upgedateter Version – Chuck (Zachary Levi), ein „Nerd“ und „underachiever“ findet sich mit allen Geheimnissen des CIA und NSA in seinem Gedächtnis gespeichert zwischen seiner Familie (Ellie und Awesome; Sarah Lancaster & Ryan McPartlin), seinem Arbeitsplatz dem glorreichen Buymoria und der neuen Welt von Spionagemissionen und Heldentaten wieder.

Drei Jahre nach dem Start dieser Serie kann ich mit Sicherheit sagen, dass Chuck diesem anfänglichen Heldenkonzept längst entwachsen ist. Einzig der Memory Man aus Hitchcocks Film, der neben zahlreichen Fakten auch das Staatsgeheimnis der 39 Steps erinnert, hat gewisse Ähnlichkeiten mit Chuck, der sich zumindest im Moment für das Leben des flashenden Agenten entschieden hat.

Jetzt stehen uns grausame zwei Wochen bevor, in denen wir ohne unseren wöchentlichen Cocktail aus Chuckcharme, awsomeness, Caseysarkasmus und Jeffster auskommen müssen – ohne die Athleten der Olympiade in ihren Leistungen abzuwerten, aber ich glaube kaum, dass sie Chucks intermediale Referentialität ersetzen können. Allen Sportbegeisterten an dieser Stelle genießt das gerade begonnene Dauerprogramm.
Nutzen wir also diese Pause, um zurückzublicken auf eine der genussvollsten Serien der letzten Jahre.

Es sind tatsächlich schon zweieinhalb Jahre vergangen, seitdem Bryce das Intersect an Chuck gemailt hat und es hat sich viel verändert. Fulcrum ist besiegt nun droht „the ring“. Den ersten Cancellation-Buzz hat die Serie Gott sei Dank überlebt und Chuck steht kurz davor seine Stützräder zu verlieren, wie er das meistern wird, darauf dürfen wir gespannt sein.
So let’s tango to the past where it all began:

Bereits der Pilot im September 2007 war gespickt mit kleinen Gimmiks; wenngleich ich für Referenzen zu TRON (1982) und Zork І: The Great Underground Empire (1980) doch etwas zu jung bin, erinnere ich mich gerne zurück an Verfolgungsjagden à la Bourne Identity (Körper die durchs Treppenhaus fallen und kleine Autos die gerne eine Detour über die Treppe nehmen), sowie Vicky Vale.
Das ständige updaten bekannter Elemente – die Bibel, die den Schuss abfängt wird durch den Mitarbeiterausweis ersetzt (Chuck vs. The Helicopter) – macht eben den besonderen Charme dieser Serie aus.

Es ist die Gesamtkomposition der Serie, die mich seit über zwei Jahren fesselt, seine Charaktere, die visuelle Gestaltung sowie crossreferences am laufenden Band.
Sicherlich man mag die Charaktere etwas überzogen finden, aber sein wir mal ehrlich Realismus auf dem amerikanischen Fernsehmarkt? Eine klare Rarität, auf die Chuck gut und gerne verzichten kann. Da hab ich doch lieber leicht unrealistische, dafür wahnsinnig komische Momente mit Jeff, Lester, Anna, Big Mike, Morgan und Co.

Ein guter Zeitpunkt, um den nächsten Absatz der geliebten Buy More-Crew zu widmen, insbesondere den Nerd Herdern.
Morgan (Joshua Gomez) – der wohl liebevoll-unangebrachteste Side-Kick, den man haben kann.
Big Mike (Mark Christopher Lawrence) – das unschlagbare Vorbild in ‘I run my store by noticing as little as possible about it, besides when something happens to my marlin’.

Jeffster – Jeff (Scott Krinsky) und Lester (Vik Sahay), allein und als Kombi unschlagbar. Hoffen wir nicht, dass ihr Ruhm sie jemals entzweit, wie Lester prophezeit: “Yeah, sure it’s going to blow their minds, but uh, where does all this *lead*? Stadium, groupies, creative differences? And then what? Jeffster breaks up? That’s you and me, Jeff! And then what’s my fate? Some chambermaid finds me in some hotel room having accidentally asphyxiated while making love to myself! It’s not worth it!“ (Chuck vs. The best Friend).
Jeff überzeugt da lieber mit wohlgewählten Worten von Marshall Bruce Mathers. Im Allgemeinen sorgt er eher für verstörende Komik, über die wir im fiktionalen gut und gerne lachen.

An dieser Stelle ein kleiner Nachruf, auf verlorene Seelen:
Anna Melinda Wu (Julia Ling) – die beste weibliche Unterstützung der Nerd Herd. Ob Martial Arts oder Tangs Kopf verdrehen, ihre weibliche Energie, die vor allem Jeff immer wieder eingeheizt hat fehlt schon jetzt. (Hannah (Kristin Kreuk), ist trotz namentlicher Ähnlichkeit kein Ersatz.)

Harry Tang (C.S. Lee) – der disziplinierteste Buy More Mitarbeiter, dessen striktes Regelregime für die besten Western Showdown Sequenzen mit Chuck und Morgan verantwortlich war und der in kapitalistische Manier mit Sätzen wie „Do you know what five minutes means in Buy More dollars?“(Pilot) in die Seriengeschichte eingehen wird.

Emmett Milbarge (Tony Hale) – the great manipulator, der den Budgetkürzungen am Ende der zweiten Staffel zum Opfer fallen musste.

Buymoria: castle, Paralleluniversum und Kommandozentrale aller Komik.
Aber nicht nur die Buy More Gang sorgt für die nötigen Kontrapunkte zum Spionageplot, muss ich mehr sagen als awesome?
Nicht zu vergessen John Casey (Adam Baldwin), der seit der ersten Staffel als sarkastischer Eisblock glänzt und den wohl kaum etwas aus der Fassung bringt, außer vielleicht Carina (Mini Anden) und Hotelbetten in Prag. Regelmäßig sorgt er für oneliners, die einfach nicht mehr aus meinem Kopf wollen („Now that’s what I call moving some merchandise“ Chuck vs. The Tango)

Chuck und Sarah (Yvonne Strahovski) bewegen sich seit Beginn der Serie in spiegelbildlichen Richtungen, Schade und zum Glück haben sie ihren zentralen Mittelpunkt noch nicht gefunden. Während Chuck zu Beginn immer wieder Versuche startet Sarahs und seinen wahren Gefühlen den Weg frei zu räumen, tut Sarah alles, um ihren Job und seine Position nicht zu kompromittieren, so hat sich seit der letzten Staffel das Blatt gewendet. Chuck findet sich mehr und mehr in der Rolle des Agenten und Sarah gibt wohl erst einmal Daniel Shaw (Brandon Routh) als neuem Helden an ihrer Seite eine Chance. Klassisches Königskinderprinzip; hoffen wir, dass nicht einer ertrinken muss sondern, dass sie sich doch irgendwann finden können (nur bitte nicht allzu schnell, denn irgendwie könnte das das Ende…)

Schwer fällt es, alles in diesem Resümee zu berücksichtigen, zu viel Stoff in jeder Folge und die Wahrscheinlichkeit jede Referenz mitzubekommen ist schließlich auch beim zweiten Sehen nicht garantiert. Aus diesem Grund möchte ich mich kurz einigen Lieblingsszenen widmen bevor noch die neuen Entwicklungen der dritten Staffel betrachtet werden sollen.
Eine oder auch mehrere Lieblingsfolgen zu finden bei einer Serie wie Chuck, ist in etwa so einfach, wie sich vorzustellen Big Mike würde zum Frühstück auf einen Proteinshake umsteigen. Einige Folgen jedoch stechen hervor. Zu diesen Glanzlichtern gehört für mich in jedem Fall Chuck vs. The Predator – nicht zuletzt wegen der Interaktion zwischen Buy More – und Spy Crew. Hätte Captain Awsome noch einen Einsatz wäre ich fast verführt eine Lieblingsfolge zu haben.

Kurz zur Erinnerung: Buy More Burbank vs. Buy More Beverly Hills; Orion vs. everyone except Chuck und CIA&NSA liefern sich mal wieder eine Runde mit Fulcrum (dieses Mal in Gestalt von „Mummy“ Arnold Vosloo aka Fulcrum Agent Vincent Smith).
Emmett als einsamer Bewacher des Laptops, gegen Jeffster, Fulcrum und unser Agenten Trio.
Die Buy More Faust schlägt zurück mit ungeplantem Dominoeffekt, der in Kombi mit Vosloos Gastauftritt die Beziehung zu „The Mummy“ und „The Mummy Returns“ kreiert. Matrix trifft auf klassischen schwarz-weiß Krimi in Form von Orion: der Unbekannte Mann in langem Mantel und Hut. Und schöne Filmzitate, die den Tenor der Folge ironisch auf die Spitze treiben: „I love the smell of Burbank in the morning. It smells like victory“ („Apocalypse Now“).
Ganz zu schweigen vom Geschlossenen Auftritt der Burbank Crew in Overalls, um die Rache an der Beverly Hills Filliale „The Buy More way“ zu erledigen („the Untouchables“).

Casey und auch Sarah zeigen sich in dieser Episode von ihrer professionellen Agentenseite und getoppt wird die Folge dann am Ende mit einem kleinen Gruß an Mr. Cruise.
Awesome!!!

Während Chuck zu Beginn der Durchschnittstyp mehr oder minder „zufällig“ zum Spion wurde, trifft er die Entscheidung zum Ende von Staffel zwei und definitiv mit Staffel drei bewusst.
Mit der dritten Staffel wird Chuck langsam erwachsen. Eine notwendige Entwicklung der Storyline. Bisher schafft die Serie den Spagat zwischen Chuck als professionellen Spion und dem charmanten, nerdigen Typ, der nicht immer in seine Rolle findet.
Etwas kritisch sehe ich momentan Morgans Entwicklung, ich weiß er kann nicht stehen bleiben, während alle anderen Fortschritte machen, aber Morgan tatsächlich als „Tuck-your-shirt-in-guy“ und verantwortungsvollen Assistant Manager? Ich werde mich überraschen lassen, wie die Morgantransformation weiter verlaufen wird.

Die letzte gesendete Folge gehört in die Kategorie solide Folge. Nette Anspielungen auf Mission Impossible. Bei der Frage, ob die Suche nach der richtigen Vase an Indiana Jones angelehnt war oder doch an Lieder unserer Kindertage aus der Sesamstraße („One of these things is not like the other things“) setze ich mein Geld aufs Krümelmonster.
Schade, dass nicht Jeffster mehr Spionageeinsatz zeigen durfte, stattdessen haben sich Ellie und Morgan doch recht einfach zufrieden gegeben.

Hannah und Agent Shaw stehen konform mit dem Trend von Staffel drei; die Dinge ändern sich – mal ehrlich, diese „Paarung“ zum momentanen Zeitpunkt macht sogar mehr Sinn. Natürlich werden entweder Hannah oder Shaw, eventuell auch beide noch ein zweites Gesicht zeigen.

Sarah und Chuck müssen sich wohl einfach noch ein wenig verpassen, es wäre konträr zu Chucks Entwicklung, wenn er und Sarah gerade jetzt zusammen finden würden.
Kleines Rätsel dieser Folge: welche Beziehung besteht zwischen „The Ring“ und Fulcrum, zumindest teilen sie sich ein Hauptquartier, der Spekulationsraum bleibt offen.

Chuck: Chuck Versus the Goodbye (5×13)

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Wir dürfen getrost behaupten, dass Chuck Versus Sarah eine ziemlich dunkle bzw. schmerzvolle Episode war, in der Chuck zerrissen wurde von dem Verlust der Frau, die er über alles liebt. Nicht weniger verloren war Sarah selbst, die Chucks Erzählung zwar glaubte und alles, was er beschrieb, fühlen wollte, dies aber nicht konnte. Im zweiten Teil des Chuck-Finales – denn ich sehe beide Episoden als ein untrennbares Ganzes – weicht der Schmerz Melancholie, Romantik und einem kleinen Funken Hoffnung. Chuck gibt Sarah nicht auf. Er hat es nie getan, und er wird es nie tun.

Obwohl die Autoren kein Happy End mit roter Tür und weißem Zaun anbieten, nimmt Chuck ein gutes Ende. Warum? Weil es eigentlich kein Ende nimmt. Chuck wäre nicht Chuck, wenn er Sarah einfach so aufgeben würde. Er macht sich auf die Suche nach ihr, aber eigentlich ist sie diejenige, die ihn findet: ausgerechnet an dem Platz, wo sie ihn zum ersten Mal traf. Damals war er ihre Mission – und auch jetzt ist er „nur“ Teil der Mission, Quinn zur Strecke zu bringen. Ein Flashback jagt in dieser Episode das nächste, wobei wir aus vergangenen Zeiten nicht nur Chuck und Sarah sehen. General Beckmann wendet sich an Casey, aber an den alten John Casey und nicht etwa an den Mann mit der Schürze, auf der „World’s Greatest Dad“ prangt.

In Chuck Versus the Goodbye müssen alle Figuren den Schritt zurück machen – manche, um nach verlorenen Erinnerungen zu suchen, und manche, um festzustellen, wie sehr sie sich verändert haben. Auch Stationen wie die der letzten Auseinandersetzung mit Quinn kennen wir schon bzw. erinnern uns langsam daran, so wie Sarah; sei es das Wienerlicious oder aber das Virus Irene Demova. Eigentlich jedoch gibt es keinen Weg zurück, sowohl für die Serie als auch für ihre Figuren. Und so geht es eben nach vorn: Awesome und Ellie nehmen neue Jobs in Chicago an, und Morgan und Alex möchten zusammenziehen. Und Casey? Nun, er macht sich auf die Suche nach einer gewissen Gertrude…

Sogar Linda Hamilton in der Rolle von Chucks Mutter haben die Autoren zu diesem Abschied zurückgebracht – in einer der amüsantesten Szenen im Finale: Sie zieht die Waffe, wobei Devon Clara die Augen zuhält, damit sie ihre Oma nicht so sieht. Und anstatt Quinn zu erschießen, trifft Chuck Caseys Hubschrauber, was für eine Weile für Verkehrsprobleme in Berlin sorgt. Deutschland wird übrigens ab sofort eine wichtige Rolle für manche der Chuck-Figuren spielen – etwa für Jeff und Lester, die in Berlin einen großen Auftritt mit A-Has Take on Me hinlegen, woraufhin sie prompt ein deutscher Musikproduzent mit einem Angebot aufsucht.

Eigentlich gehört Jeffsters Performance zu einer Rettungsaktion, bei der Chuck sich gezwungen sieht, wieder einmal die Intersect-Brille aufzusetzen: um die Welt zu retten, nicht um Sarahs Erinnerungen zurückzuholen. Wie könnte die Serie eigentlich anders enden als mit dem Intersect in Chucks Kopf? Das wirklich Schöne an diesem Ende ist allerdings die letzte Szene mit Chuck und Sarah am Strand. Nicht nur wegen der Romantik (Chuck? Kiss me!), sondern wegen des Gefühls, das die Serie hier heraufbeschwört – nicht für die Vergangenheit, sondern für Chucks und Sarahs Zukunft. Der Kuss bewirkt zwar kein Wunder, aber doch eine Art Anfang für die beiden, ohne die Belastung einer Mission (Last Mission – Running Gag) wieder zueinander zu finden. Lebt wohl, Chuck und Sarah!

Chuck: Chuck Versus Sarah (5×12)

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Ganz egal, welche Höhen und Tiefen man bei Chuck über die Jahre feststellen will oder kann: die NBC-Serie bot immer Emotionen in Hülle und Fülle. Und die trafen öfter ins Schwarze als daneben. Auch im Nachhinein muss man Chuck zugestehen, dass die Serie mit viel Liebe geschrieben und umgesetzt wurde. Diese Liebe der Autoren und Produzenten zu ihren Figuren und ihrer Erzählung bahnte den Weg direkt in die Herzen der Chuck-Fans und sorgte dafür, dass sie ihrer Serie die Treue hielten. Stets bewegte sich Chuck mehr oder weniger nah am Rande der Absetzung, und Rettung nahte sowohl in Form geschäftlicher Lösungen als auch in der Liebe der Fans, die wie ein Hochwasser an die Mauern der NBC-Zentrale brandete.

Nun überschwemmen die letzten zwei Episoden, die wir in zwei miteinander verbundenen Reviews besprechen, uns Zuschauer mit schönen Erinnerungen: nicht nur an eine geliebte Serie, sondern auch an das angenehme Gefühl, etwas geliebt zu haben. Dieses Gefühl hinterlässt immer Spuren. Und genau darin wurzelt Chucks Hoffnung, Sarah zurückzubekommen, bevor… sie ihn umbringt! Man muss Yvonne Strahovski für ihre hier gebotene Leistung applaudieren. Ich fühlte mich tatsächlich an Sarah erinnert, wie sie am Anfang war, bevor sie Chuck besser kennen lernte. Genau diese Sarah versucht Quinn zu benutzen, um an das Intersect zu kommen und Chuck ein für allemal loszuwerden: once and for all.

Der Weg dorthin: Sarah geht undercover – als Chucks Sarah. Ich weiß nicht, ob man Sarahs Mission feinfühlig nennen kann, aber es gefiel mir, wie sie ablief. Man hätte ja erwarten können, dass sich Sarah nach ein paar Minuten und ein paar Worten von Chuck plötzlich an alles erinnern würde, doch ein wirkliches Sich-erinnern findet gar nicht statt – was eigentlich für einen schmerzvollen Abschied sorgen müsste. Tut es aber nicht. Man hat hingegen das Gefühl, dass… Aber dazu kommen wir ausführlicher im zweiten Review heute. In Chuck Versus Sarah durchlaufen wir gemeinsam mit den Figuren etliche Stationen ihrer Geschichte und damit auch unserer als Chuck-Zuschauer.

Nicht nur in der Hoffnung, dass Sarah wieder zurückfindet, sondern auch dass wir selbst zu den Emotionen zurückfinden, die wir bei diesen Szenen empfunden haben. Genauso wie Sarah schließlich zur Wahrheit gelangt – dank Caseys DVD, dank medial gespeicherter Erinnerungen also -, finden wir zum Herzen der Serie Chuck durch die Rückblenden und Stopps, die die Erzählung in diesen zwei Episoden einfügt: von dem Intersectraum übers Buy More bis zu der in Holz eingeritzten Bestätigung, dass Chuck und Sarah zusammen gehören. Trotzdem geht Sarah am Ende dieser Episode von dannen und sagt: I don’t feel it. Goodbye. To be continued…

Chuck: Chuck Versus the Bullet Train (5×11)

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Chuck, honey, I have the Intersect, sagt Sarah (Yvonne Strahovski) zu ihrem Ehemann, als sie und Casey (Adam Baldwin) an Bord des japanischen Schnellzuges auftauchen, in dem Quinn Chuck gefangen hält. Gerade hat Quinn Chuck mitgeteilt, dass seine Partner tot seien, aber weder wir noch Chuck haben wirklich daran geglaubt. Trotzdem fand ich den Schnitt von Quinns Worten auf zwei sargähnliche Pakete sehr schön, die gerade in den Frachtraum getragen werden: mit den Namen von Casey und Sarah darauf.

Wie in einem alten Western springen die beiden mit geladenen Waffen heraus und eilen zu Hilfe, auch wenn die in Sarahs Fall durch einen faszinierenden Ninja-Lapdance kommt… Apropos „alt“: Sehr gut passt der „neue“ 80er-Jahre-Vorspann zur Episode, in dem wir uns mit Wahnsinnstempo aus der Sicht eines Schnellzuges vorwärts bewegen und die Namen der Schauspieler uns entgegenflitzen. Nicht nur referiert der Vorspann auf die unfreiwillige Japan-Zugreise des Bartowski-Teams, sondern er beschreibt zugleich, wie sich das Serienfinale in schnellen Schritten nähert… und damit Sarahs Kampf gegen die Zeit.

Denn wie man aus Morgan-Erfahrung weiß, ist diese Intersect-Version sehr gefährlich, und Sarah drohen Kontroll- und Gedächtnisverlust. Eigentlich kommt die Situation nicht unerwartet, in der uns die Episode zurücklässt: in Erwartung der kommenden Auseinandersetzung Chuck vs. Sarah, bei der er sie gleichermaßen besiegen und retten muss. Nachdem sich Shaw als letzter großer Bösewicht früh verabschiedet hat, bleibt den Autoren im Grunde keine andere Wahl, um einen emotionalen Höhepunkt zum Schluss zu erreichen: Quinn als Bösewicht ist nur Mittel zum Zweck und keine wirkliche Größe.

Zu solchen werden in dieser Episode Jeff und Lester, nachdem Quinns Leute Alex entführt haben, während Morgan, Devon und Ellie Sarahs Intersect-Problem zu lösen versuchen. Big Mike leitet Jeffsters Aufstieg zum Ruhm ein mit der Frage: Is it your destiny to be a complete moron? Jeff und Lester sind Caseys Alptraum, aber auch seine einzige Hoffnung. Casey: Your country needs you! Lester (nach kurzer Pause): Canada? Trotz Alex’ Rettung endet die Episode mit einer dunklen Note – und der Frage, ob das Bild, das Chuck im Zug für sich und Sarah malte, auch Farbe bekommen wird. Werden die beiden die rote Tür hinter dem weißen Zaun öffnen können? Das Finale nächste Woche wird die Antwort bringen – in Überlänge…