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Bones: The Beautiful Day in the Neighbourhood (5×04)

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Bones’ Formel funktioniert – wieso sollte man etwas ändern? Ein Fall, der Slapstick-Elemente enthält, der Nerd-Auszubildende der Woche und Bones & Booth in sexueller Anspannung. Die Vorort-Gemeinde voller Intrigen und Vorurteile mit ihrem gegrillten Schwein/Mann, dann der Sprung zur Religionsproblematik (Schweinverbindung) und Arastoo (der seinen Akzent vortäuscht), und Bones & Booth mittendrin. All das wird verbunden anhand einzelner Elemente – in der Bones-Dramaturgie sind das in aller Regel kurze Sweets-Szenen -, so dass der Zuschauer auch auf unbewusster Ebene (mit Sweets gesprochen) den Eindruck eines abgerundeten Ganzen bekommt und sich „treiben“ und unterhalten lässt.

Die heutige Frage: Kann Umweltschutz tödlich sein? Für einen gewissen Kurt ja! Der gegrillte Kurt, der ein … Schwein war. Er schlief mit Mutter, Tochter und sonst wem, setzte sich mit Hilfe einer ätzenden Windmühle für die Umwelt ein und versuchte den Hund des homosexuellen Pärchens zu erledigen. Da kann man nur sagen: Staub zu Staub und Schwein zu Schwein.

Das dachten auch die drei Nachbarn, die an seinem Mord beteiligt waren. Also Fall erledigt?
Nicht ganz: Parker, der sich in dieser Episode in Booths Obhut befindet – das heißt: in Jeffersonian-Betreuung -, macht sich Sorgen um seinen unbeweibten Vater: „sexing up“ lautet das Stichwort. Nachdem er Papa Ceeley der kompletten weiblichen Jeffersonian-Crew angeboten und so in den Wahnsinn getrieben hat, schlägt Sweets vor, dass Booth soziale Kontakte mit Frauen unterhalten solle. Bones ist die Freiwillige und geht mit den Booth-Männern zu Abend essen.

Parkers erste Frage: Wird Bones Booths Freundin? Sehr hübsch inszeniert, wie beide ‚Männer’, Parker und Booth, mit demselben Interesse auf ihre Antwort warten. Und die ist … dieselbe, die wir schon vier Staffeln lang gehört haben. Mit Parker gesprochen: Dumm. Richtig!
Wie es weiter geht:
Mit Cam gesprochen: “I’m not hanging up because I don’t have an answer to that, I’m just hanging up.”

Bones: The Plain in the Prodigy (5×03)

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Man kann die Serie so oder so sehen: Für manche Procedural-Puristen mag sie zu viel Gefühlskram und zu wenig harte Krimifälle enthalten. Aber wenn Bones auch manchmal mit der Verniedlichung der Figuren und mit Cartoonhaftem zu übertreiben scheint, sind die Gefühls- und Moralausbrüche amüsant und sogar rührend anzusehen, abgesehen von dem herausragenden Sinn für Humor, der in den Details steckt.

Booth und Brennan untersuchen den Mord an einem hochtalentierten amischen Jungen, der seine Familie, seine Liebe und seine Religion verließ, um Klavier zu spielen. Musik ist – wie auch andere technologische und kulturelle Erzeugnisse: Telefon, Fernsehen, Autos – in der amischen Kultur verboten. Die Aussagen über Gott und die Welt, die die Positionierung dieses Falls letztendlich macht, überlasse ich euren Kommentaren.

Ich glaube, die Bones-Autoren waren sich selbst nicht sicher, wie sie das Ganze handhaben sollten: Der Junge rebelliert, folgt seiner Leidenschaft, dann will er aber wieder zur Familie nach Hause und wird durch einen Zufall mit dem Tod bestraft. Was wollte ihm Gott sagen? Versuchen wir’s mit einem Donnerstags-Crossover – mit Cas: “HE is really on a piece of piano!” – Übrigens hatte ich wirklich gehofft, sie würden Sweets das Titanic-Thema spielen lassen – obwohl der Song mir, wie Hodgins und viele andere Menschen, den letzten Nerv raubt.

Gehen wir zum zweiten Teil über, der auch für Gott spannend sein sollte: Teenager-Sex. Ich muss immer an den Spruch denken, den mir ein Bekannter (Vater zweier Mädchen) sagte, als ich ihn fragte wie er mit den männlichen Freunden seiner Töchter umginge: Wenn du mit meiner Tochter ausgehst, dann gehst du nur mit ihr aus, bis sie mit dir fertig ist. Wenn du sie zum Weinen bringst, bringe ich dich zum Weinen!

Das dürfte auch Cam gefallen, die in dieser Episode mit diesem Thema konfrontiert wird: Ihre Ziehtochter Michelle möchte die Nacht mit ihrem Freund Perry verbringen – die ganze Nacht, wohlgemerkt. Cam macht sich solche Sorgen, dass sie zu Hilfsmaterialien greift, etwa dem Buch “Talking to Your Teen about Sex”. Cam ist absolut amüsant und großartig in der Mutterrolle. Und immer wieder besticht die Dialog- und Situationskomik zwischen Cam und Bones. Hier ein Stückchen davon:
Is that a cartoon rendering of a penis in your book? (Brennan)
Uh, why I guess it is, look at that. (Cam)
Why is it talking? …It’s cute. (Brennan)

Für den Fall, dass Cams Ratschläge nicht helfen, hat auch Booth ein paar in petto – für Perry, und zwar ganz im Sinne des oben zitierten Spruchs. Beide treffen aufeinander, als Perry Michelle im Labor abholen will. Booth erklärt, dass Michelle wie Familie für ihn und er selbst übrigens ausgebildeter Scharfschütze sei; Michelle verdiene Perrys Gentleman-Respekt usw. – währenddessen zerquetscht er ihm fast die Hand…

Die Konversation zwischen Booth und Bones über den Verlust der Jungfräulichkeit gab dieser gelungenen Episode den restlichen Senf: Booth verlor sie mit 16, mit einem Mädchen „that parts of him loved“. Brennan wartete, bis sie 22 war und “found a man who could provide a skilful introduction”.
Booth und Bones eben.

Bones: The Bond in the Boot (5×02)

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In The Bond in the Booth war nicht nur viel Tempo und viel Situationskomik drin, sondern auch Bond, James Bond. Herrlich war der Anfang mit dem Bond ähnlichen Musikthema und dem glatt gekämmten Typen im Anzug und angekettetem Koffer an dem Handgelenk. Sekunden später wird er von hinten erschossen und der Mörder steigt in einen Aston Martin und rauscht davon. Wow, ich wusste immer, dass Bond ein Angsthase ist.

Inszenierungstechnisch hatte es diese Episode in sich – der Beweis (aber nur für den starken Magen) die darauf folgende Szene: Eine Katze nascht gemütlich vom Gesicht des Toten. Oh, die Katze ist nicht alleine, es sind mehrere, die fast die komplette Leiche weggeputzt haben. Brennan und Booth sind vor Ort und wie nicht anders zu erwarten, erklärt sie das Benehmen der Katzen auf sehr logische und rationale Art und Weise.

Der auf dem ersten Blick einfache Mord, erweist sich als eine erstklassige Bond-Verschwörung ersten Grades. Na ja, die Serie spielt nicht nur mit Bond-Klischees, sondern, wie gewöhnlich, neben dem verschachtelten und diesmal interessanten Fall, zeigt sie Bones und Booths “dancing around each other” in gewohnter Manier. Aber diesmal ist es lustig, da dieser Tanz eher ein Konflikt ist, der liebevoll ausgetragen wird: Bones Buch ist wieder mal ein Bestseller und sie hat nicht nur einen dicken Check bekommen, sondern auch noch einen ebenso dicken Rolex! Booth kommt schlecht mit ihrem Reichtum (bzw. mit der Selbstverständlichkeit, mit der sie es akzeptiert) zu Recht, da er selbst keine 800 Dollar für die Reparatur seines Küchenabflusses aufbringen kann.

Daraus entstehen mehrere schöne Dialog-Feuergefechte. Außerdem verliert der „neue“ Lieblingsassistent von Bones (und von den Fans) Wendell sein Stipendium und das ganze Team ist bereit zu helfen, damit er bleibt. Und ich bin zufrieden, dass er letztendlich bleibt, da er immer eine Bereicherung in etlichen Jeffersonian-Szenen war.
Und warum es gut war, dass Booth keine 800 Dollar hat, sieht man in der allerletzten Szene dieser gelungenen und amüsanten Episode.