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Lie to Me: Darkness and Light (2×21)

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In dieser Folge von Lie to Me kommen sich manche der Figuren näher, und Emily sieht, wie kompliziert der Job ihres Vaters wirklich ist.

Bereit für die große Lüge? Für das nächste Täuschungsmanöver, das eine Serie mit ihren Fans anstellt? Lie to Me beförderte mit den Previews zur Episode Darkness and Light etliche Fans auf Wolke sieben, weil darin Cal Lightman (Tim Roth) und Gillian Foster (Kelli Williams) knutschend gezeigt wurden. Ist es tatsächlich so weit, kurz vor dem Staffelfinale?

Ja und nein. Noch in den ersten Minuten der Episode kommt es zu dem besagten Kuss, aber die beiden spielen nur ein Pärchen, das für sich einen Pornofilm drehen lassen will. Die Pornoindustrie ist das Untersuchungsfeld für den Fall der Woche. Ein Mädchen wird vermisst. Und da Emily (Hayley McFarland) mit der Schwester befreundet ist, begleitet sie zum ersten Mal einen Fall von Anfang bis Ende. Dabei erfährt sie, wie schmerzvoll der Job ihres Vaters sein kann und dass er nie über den Selbstmord der eigenen Mutter hinwegkam.

In dieser emotional beladenen Folge von Lie to Me wählt die Serie den richtigen Weg, um uns dieses wichtige Detail über Cal mitzuteilen, ohne zu sehr den Fokus auf ihn zu verschieben. Der Fokus bleibt auf der traurigen Familiengeschichte der Vermissten, die sich Stück für Stück vor unseren Augen zusammensetzt. Man muss dabei die Arbeit von Gaststar Dean Norris (Breaking Bad) hervorheben, der den Vater der beiden Mädchen darstellt. Übrigens ist das der zweite Auftritt von Norris als Vater unter Verdacht in kürzester Zeit, in zwei unterschiedlichen Serien. Den ersten hatte er in The Glades.

Während Emily mit den emotionalen Erschütterungen, die die Arbeit ihres Vaters mit sich bringt, fertig werden muss, stehen Eli und Torres vor einer anderen Herausforderung. Sie kämpfen um eine Beförderung, entschließen sich aber letztlich, das Kriegsbeil lieber zu begraben und etwas trinken zu gehen. Ja, es sind nicht Foster und Lightman, die in dieser Episode im Bett landen, sondern Eli (Brendan Hines) und Torres (Monica Raymund).

Die Entscheidung der Autoren zu diesem Schritt wirkt etwas weit hergeholt. Ausgehend von den letzten Episoden ist jedoch nachvollziehbar, wieso sie mehr Konfliktpotential ins Team bringen wollen. Wie sich die Geschichte weiter entwickelt, wird sich zeigen, aber wie manche von euch angemerkt haben, muss sich die Serie in Acht nehmen, nicht eine Ein-Mann-Show zu werden. Es ist schwer, solche Ratschläge zu geben, wenn man einen Tim Roth hat, der die Bühne beherrscht: „Don’t get clever alright… not in them shoes.“

Lie to Me: Exposed (2×20)

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Kann Cal Lightman seiner Partnerin helfen? Und was versteckt er in seinem Safe?

Da sich in letzter Zeit alles um die Emmy-Preisverleihung dreht, geht es gar nicht anders, als hier noch einmal die Nicht-Nominierung von Tim Roth anzusprechen. Ganz ehrlich: Dank Tim Roth könnte man Lie to Me mittlerweile als Theaterstück aufführen und es würde funktionieren. Ich persönlich würde auf jeden Fall hingehen.

„Whatchoo call that? Stupid on a plate?“ Mit einem dieser Cal-Lightman-Momente steigen wir in die neue Episode ein und befinden uns dadurch mittendrin in einem emotionalen Geflecht aus Provokationen und Reaktionen, das Tim Roth wie kaum ein anderer zu kreieren vermag. Worin aber seine wirkliche Leistung besteht, ist nicht nur den Leitwolf zu spielen und uns die Figur Cal Lightman zu verkaufen, sondern immer wieder das Beste aus dem Rest des Ensembles herauszuholen – und auch aus dem Plot der Woche.

Die Intensität, die Roth in die Ereignisse von Exposed bringt, ist kaum zu überbieten. Vielleicht liegt es daran, dass es sich um eine persönliche Geschichte handelt, nämlich um Fosters (Kelli Williams) Geliebten, Dr. Burns. Da Cal Lightman nicht locker lässt und wie wir erfahren, die beiden mehr oder weniger auf Schritt und Tritt verfolgt, wird er Zeuge von Dr. Burns’ (Max Martini) Entführung. Die Mitglieder einer Drogen-Gang sind die Täter, aber seine Ex-Partnerin im Undercoverjob ist auch an der Sache beteiligt.

Cal begibt sich zusammen mit Foster in die Höhle des Löwen, um dann die Gangster wie wilde kleine Hündchen aufeinander zu hetzen. Dabei spielt er mit Burns ein gefährliches Wahrheit-oder-Lüge-Spiel. Bei diesem Spiel geht es nicht darum, wie Cal im Auftrag der Gangster die Wahrheit aus Burns herausholt, sondern die Wahrheit als Lüge zu verkaufen. Die wichtigste und tödliche Regel des Spiels ist es, die Wahrheit als erstes auszusprechen. Aus diesem Grund kann Burns am Ende nicht bei Foster bleiben. Seine Tarnung funktioniert nicht mehr und er wird versetzt.

Somit steht Foster wieder zur Verfügung. Vielleicht für Cal? Zum Schluss, nachdem Lightman ein Gespräch mit Emily (Hayley McFarland) über Wahrheit und Vertrauen führen muss – sie findet in seinem Safe einen Vaterschaftstest – sagt er zu seiner Tochter, er sei nicht alleine, wie sie behauptet. Danach geht er aus dem Café und setzt sich draußen zu Foster an den Tisch…

Lie to Me: Pied Piper (2×19)

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Hat Cal Lightman einen schwerwiegenden Fehler begangen? Anonyme Stimmen, die Kinderreime singen, haben nichts Gutes im Sinne.

Für die Zuschauer, die mit den letzten Lie to Me-News nicht vertraut sind, sollte im Vorspann eine Erklärung stehen: Das ist nicht die achte Staffel von The Shield. Denn Lie to Mes Showrunner „Shawn Ryan“ hat in Sweet Sixteen fast die komplette Besetzung seiner zu Ende gegangenen FX-Produktion untergebracht.

Catherine Dent und Benito Martinez spielen ein Pärchen, dessen Neffe vor 17 Jahren entführt und ermordet wurde. Dr. Lightman (Tim Roth) hat damals Jason Wilkie (gespielt von The Shields David Marciano) dieser Tat überführen können. Am Anfang der Episode bekommt Wilkie die Todesspritze. Im letzten Moment will Cal, der der Hinrichtung beiwohnt, sie aufhalten. Er glaubt plötzlich Wilkies letzten Worten, er sei nicht der Mörder. Die Hinrichtung wird trotzdem zu Ende ausgeführt. Cals Reaktion führt zu einem Skandal, der noch höhere Wellen schlägt, nachdem die Familie des damals entführten Kindes eine weitere Drohung erhält. Da die Telefonaufnahmen – laut FBI – absolut identisch mit den vor siebzehn Jahren sind, ist davon auszugehen, dass Wilkie unschuldig war und der Täter noch frei läuft.

Der ältere Sohn der Familie verschwindet und Cal steht ratlos im Regen. Von der ganzen Geschichte ist auch seine Ex-Frau Zoe betroffen, denn es war auch ihr Fall. Wilkies Bruder (The Shields David Rees Snell) will die Lightman Group verklagen. Haben Cals Emotionen ihn damals zu einem Fehler verleitet? Das fragen sich auch seine Mitarbeiter Eli (Brendan Hines) und Ria (Monica Raymund). Foster (Kelli Williams) steht wie immer hinter Cal und wäscht den beiden für ihre Zweifel ordentlich den Kopf. Der einzige Weg für Cal in dem Fall weiterzukommen, ist zu beweisen, dass etwas mit seinem eigenen Kopf nicht stimmt.

Nachdem zuerst der Fotograf Malcolm Hessler (The Shields Kenny Johnson) verdächtigt wird, sich aber als unschuldig erweist, erfährt Cal von der Ex-Freundin von Wilkies (The Shields Cathy Cahlin Ryan), die sich vor kurzer Zeit einweisen ließ. Also bleibt Cal nichts anderes übrig, als sich ebenfalls einweisen zu lassen, da er offiziell an dem Fall nicht arbeiten darf. Der Höhepunkt der Episode ist sein Gespräch mit dem Psychiater, in dem Cal auch mit seinem unsichtbaren Freund redet. Etwa wie – „Just calm down, I am done in a minute!“

Tim Roth übertrifft sich selbst mit der Darstellung des psychisch gestörten Cal Lightman. Aber Lie to Me vergisst wie immer nicht, die Frage zu stellen, wo sich die Grenze zwischen Schauspiel und gebrochenem Inneren befindet. Belügt man andere oder sich selbst? Oder beides? Der Mörder der Woche? Definitiv einer aus dem The Shield-Ensemble!

Lie to Me: Headlock (2×18)

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Gerät Cal Lightman in Schwierigkeiten mit dem Gesetz und kann Foster vor lauter Liebe die Wahrheit sehen?

Headlock hat mich eines Besseren belehrt. Ich dachte, dass Dr. Dave Burns (Max Martini) Blumenstrauß für Foster (Kelli Williams) aus der vorletzten Episode eine einmalige Sache war, aber die Autoren haben Dave zurückgebracht. Und nicht nur zurückgebracht, sondern wir sehen, dass er und Foster sich tatsächlich, Off-Screen, ineinander verliebt haben. Das könnte Probleme ergeben und man lässt die Zuschauer nicht lange darauf warten. Foster entdeckt eine merkwürdige Nachricht auf Daves Handy und einen Pass mit seinem Foto, aber einem anderen Namen – Marco. Foster und Cal dürfen es nie leicht haben.

Cal gerät durch seine Vorliebe zu wetten nach einem illegalen Boxkampf in eine äußerst unangenehme Situation. Einer von den Boxern, Raul (Rick Gonzalez), der anscheinend Bekannter von Cal ist, wird nach dem Kampf ermordet. Lightman ist die letzte Person, die ihn sah und beide hatten eine kleine Auseinandersetzung vor den Augen eines Zeugen. Also wird Cal zum Verdächtigen Nr.1. So können wir zusehen, wieviel Respekt ihm von seinem Team entgegen gebracht wird. Denn sowohl Torres (Monica Raymund), als auch Agent Reynolds lügen, um Cal die Zeit zu geben, den Mörder zu überführen. Dass sie für die Sabotage der Untersuchung nicht zur Rechenschaft gezogen werden, ist zweitrangig, denn letzten Endes ist Lie to Me eine fiktionale Serie und es ist Tim Roths Serie.

Und als solcher hat er wie immer mehrere gute Szenen, aber zwei stechen hervor: Die erste zeigt uns Cal, der nicht nur den drogenabhängigen Zeugen einschüchtert, sondern auch prompt Agent Reynolds als das eigene Alibi heranzieht. Die zweite Szene beinhaltet die letzten fünf Minuten von Headlock, als Cal sich Sorgen um Fosters Liebesglück macht und auf Dr. Burns einen näheren verbalen Blick werfen will. Und wie wir kurz davor sehen, ist Cals Besorgnis nicht ganz ungerechtfertigt. Foster findet heraus, dass Dr. Burns in Wirklichkeit der undercover arbeitende DEA-Agent Dave Ellstrom ist. Er sagt ihr zwar schließlich die Wahrheit – aber ist es die ganze Wahrheit?

Übrigens es wäre eine Bereicherung für die Serie, wenn man Tommy Flanagan (Sons of Anarchy), der hier den Organisator von illegalen Boxkämpfen spielt, für mehrere Episoden als Cals Gegenspieler engagieren würde. Beide könnten für sehr eindrucksvolle Szenen sorgen…

Was denkt ihr: Wettet Cal heimlich und regelmäßig? Und falls ja, wird das seine Familiensituation beeinflussen? Wie lange wird Fosters Romanze halten?

Lie to Me: Bullet Bump (2×17)

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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und ein Politiker ist nicht immer das, was er zu sein scheint. Das sind die Lektionen der neuen Episode von Lie to Me.

Wer gedacht hat, dass Clara Musso (Melissa George) ein Bestandteil des Teams für längere Zeit sein wird, der/die wird von Bullet Bump eines Besseren belehrt. Es scheint so, als sei es ihre Abschiedsepisode. Und sie verabschiedet sich mit viel Körperkontakt. Bullet Bump handelt von dem Mord an einer jungen Frau. Sie stand derjenigen Kugel im Weg, die für den Gouverneur bestimmt war. Das möchte man zumindest Cal & Co. weismachen. Sogar Clara, die eng mit der Familie des Gouverneurs befreundet ist und den Wahlkampf finanziell unterstützt, beteuert die Unschuld des Gouverneurs.

Trotz der allmählichen Aufdeckung unterschiedlicher Affären innerhalb des Gouverneursstabs ist Clara diejenige, die Cal (Tim Roth) von der Wahrheit (die sie ahnt), wenn auch indirekt, abzulenken versucht. Es sieht ein bisschen danach aus, als würden die Lie to Me-Produzenten durch Claras Fehltritt den Zuschauern ihren Ausstieg erklären und damit entschuldigen wollen. Denn ganz genau besehen erscheint ihre Handlung von der Entwicklung der Figur her und ihrer Beziehung zu Cal & Co. – sie verdankt der Firma ihr schönes Leben und hat Verpflichtungen gegenüber der Lightman Group – etwas „out of character“. Wie dem auch sei – nach einer heißen Nacht zwischen Cal und Clara kommt die Trennung: Auf Cals Wunsch steigt sie aus der Firma aus!

Den Cal-Foster-Fans kann es nur recht sein. In dieser Episode sehen wir keine Spur vom Psychologen, der mit Foster (Kelli Williams) liebäugelte und von seinen Blumensträußen. Dafür läuft die Cal-Foster-Interaktion, sowohl im Arbeits- als auch im Privatbereich, auf Hochtouren. Die Autoren lassen Foster diesmal in den Vordergrund treten und uns Zuschauer daran erinnern, warum sie und Cal Partner sind.

Und was ist mit den anderen Angestellten der Lightman Group? Während Torres (Monica Raymund) herzlich wenig zu tun bekommt, ist diesmal Eli (Brendan Hines) das Opfer der Nebenhandlung. „Opfer“ ist hier definitiv das richtige Wort. Eli führt eine enge Beziehung mit Cals Tochert Emily (Hayley McFarland)! Allerdings nur online. Die virtuelle anonyme Freundschaft, die Eli Torres gegenüber mit seiner Sorge um die Tochter des Chefs entschuldigt, führt so weit, dass er zum selben Musikfestival gehen will, zu dem auch Emily geht. Dann kommt es zu einer Szene, die Eli kurze Zeit später physische Schmerzen bereitet. Er wird von der Tochter des Chefs geküsst, aber bei aller Verwirrung scheint am Ende, dass Emily dem Spruch „the apple that didn’t fall far from the tree“, den sie selbst erwähnt, gerecht wird und Eli eine Art kleine Lektion erteilt hat. Oder doch nicht?

Lie to Me: Delinquent (2×16)

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Die FOX-Serie Lie to Me hat anscheinend ein Ohr für die Wünsche ihrer Fans. Denn sie lässt sie mit dieser Episode tief in die Vergangenheit einer Hauptfigur blicken. 

Es hat lange gedauert, aber endlich wissen wir ein bisschen mehr über Ria Torres (Monica Raymund). Sie hat eine Halbschwester, Eva, die in einer Jugendanstalt und in enormen Schwierigkeiten steckt. Liegt es vielleicht daran, dass Ria vor Jahren ein Versprechen nicht gehalten hat?

Zugegeben, es ist erfrischend und vertieft die emotionale Seite der Serie, wenn Figuren mehr Hintergrund bekommen. Nachdem der bisherige Verlauf der Staffel uns hauptsächlich mit der Vergangenheit von Cal (Tim Roth) und Foster (Kelli Williams) konfrontierte, war es an der Zeit, sich anderen Teammitgliedern zu widmen.

Aber das Familiendrama der Torres-Geschwister wird von Cal Lightman dominiert. Ich hatte es schon einmal erwähnt, dass Tim Roths Bildschirmpräsenz in dieser Staffel immer überwältigender wird und Delinquent macht da keine Ausnahme, obwohl eigentlich Torres im Mittelpunkt stehen müsste. Bis auf die Szene, in der sie innerhalb eines Augenblicks von größter Verzweiflung und bitteren Tränen zu handfesten Drohungen wechselt, geht sie letztendlich in dieser Episode unter.

Als Ria im betrunkenen Zustand bei Cal zu Hause auftaucht, wirkt diese – als zentral gedachte – Szene sehr aufgesetzt und überhastet. Vielleicht entfaltet die Torres-Problematik (Kindheitstraumata etc.) deswegen nicht die gewünschte Kraft, da Cal eben auch die kleinste Szene dominiert und außerdem die Chemie zwischen ihr und Eva, meiner Meinung nach, nicht vorhanden ist. Die Geschwister-Szenen haben weniger emotionale Kraft und Ambivalenz als die Szenen zwischen Cal und Eva.

Aber die Stückchen Vergangenheit, die als Untermalung von Torres’ Charakter dienen, werden in der Zukunft mit größter Wahrscheinlichkeit wieder aufgegriffen werden. Wenn man sich die Gesamtentwicklung der Serie anschaut, wie sie jedes Puzzlestück persönlicher Geschichte zum richtigen Zeitpunkt auswählt und in Szene setzt, kann man davon ausgehen, dass wir Rias Schwester nicht zum letzten Mal sehen. Den Doktor aus der Jugendanstalt vermutlich auch nicht. Denn am Ende der Episode, nachdem der Fall gelöst und die Schuldige in einer bühnenartigen Inszenierung von Cal Lightman überführt wird, taucht der Doktor in Fosters Büro mit einem Blumenstrauß auf. Kommt es zu der ersehnten Romanze zwischen den beiden, die die emotionale Anspannung zwischen Foster und ihrem Chef Cal in dieser Staffel noch mehr in die Höhe treiben wird?

Lie to Me: React to Contact (2×14)

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Lie to Me kreiert verwickelte Geschichten – und verbirgt die Antworten hinter einer undurchsichtigen Grimasse.

In dieser zweiten Staffel entwickelt sich Lie to Me zu einer faszinierenden Charakterstudie, was im Laufe der ersten Season etwas in den Hintergrund geriet, dem ursprünglichen Konzept aber unbedingt entspricht. Man kann lange darüber spekulieren, ob diese Entwicklung dem Einfluss des neuen Showrunners zu verdanken ist oder ob es sich einfach um die natürliche Entwicklung der Serie handelt.

In dieser Episode müssen sich Cal & Co. auf einen einzigen Fall konzentrieren; das Team wird also nicht geteilt, wie wir es in der zweiten Staffel so oft erlebt haben. Bis auf die Steuerung und die Auswertung des virtuellen Spielprogramms seitens des Teams richtet sich der Fokus vorwiegend auf Cal (Tim Roth) und seine Interaktion mit den Gaststars – diesmal: Enver Gjokaj (Dollhouse) und Alona Tal (Supernatural). Gjokai liefert eine ausgezeichnete Performance als Irakveteran Jeff, der offenbar unter PTSD leidet. Lightman findet letztendlich heraus, was Jeffs Seele bedrückt – aber die Art und Weise des Herausfindens macht den Spaß aus…

Sehr geschickt inszenieren die Lie to Me-Autoren in fast jeder Episode Cal innerhalb seiner eigenen Inszenierung. Wir Zuschauer werden in genau dem Augenblick getäuscht, in dem das Zusammenspiel des Ensembles und vor allem die Leistung Tim Roths uns eben dies vergessen lässt: dass Cals Inszenierung eine Inszenierung innerhalb der Inszenierung von Lie to Me ist…

Das ist der Grund, warum hier zwei plus zwei immer wieder fünf ergibt. Man muss nämlich eine Inszenierungsebene dazu zählen. Kompliziert? Schon – aber da die Fälle, die die Serie behandelt, durchaus spannend sind, lässt man sich gern auf das Spielchen ein. Was wir Zuschauer hier genießen, ist nicht wirklich die Auflösung des Falls, sondern das Spiel auf den unterschiedlichen Ebenen, indem Cal eben auch uns in die Irre führt und nicht nur Verdächtige. Seine Inszenierungen haben einen doppelten Boden.

In React to Contact übernimmt interessanterweise Cal die Regierolle. Er leitet die Inszenierungen, an welchen andere teilnehmen: die Rekonstruktion des Soldatentraumas. Einmal geschieht sie mit Hilfe eines virtuellen Nacherlebens der Ereignisse, danach mit Hilfe einer Live-Inszenierung, theaterähnlich. Damit wird nicht nur der Fall gelöst, sondern auch – sehr schön übrigens – die problematische Differenz zwischen dem, was wir erleben, und dem, was unsere Psyche aus den Spuren des Erlebten konstruiert. Was die Psyche inszeniert, entspricht nicht unbedingt der Realität – und der Körper verrät es: „Friendly Fire“.